Inspiration und Diskussion


Die Autoren (...) eröffnen mit ihrer Denkschrift den politischen Diskurs um die Zukunftsfähigkeit der Zivilgesellschaft. Ihr Plädoyer für mehr Selbstbestimmung und eine stärkere Loslösung des Dritten Sektors von der engen staatlichen Führung und Finanzierung hat Studierende aus dem Masterprogramm Masterprogramm „Nonprofit-Management and Governance“ inspiriert, mit einem Kommuniqué über die Perspektiven einer sich nachhaltig entwickelnden, nicht auf reinem Wachstum ausgerichteten Gesellschaft den öffentlichen Diskurs über die Zukunft der Zivilgesellschaft weiterzuführen. Quelle: Newsletter des Zentrums für Nonprofit Management / Sobald die finale Fassung des Kommuniqué vorliegt, werden wir es hier veröffentlichen. Wir sind gespannt!

Brigitte Reiser hat in ihrem Blog "Nonprofits vernetzt" die Denkschrift kommentiert und lädt zur Diskussion ein. U.a. schreibt Dr. Reiser: "Aber diese Neutralität und angestrebte Politikferne sind eine Fiktion: wir müssen anerkennen und akzeptieren, dass alle Entscheidungen, die im Bereich der Zivilgesellschaft gefällt werden, einen politischen Charakter tragen. Wir können die Zivilgesellschaft nicht aus ihrem politischen Kontext herauslösen und Objektivität anstreben, wo es keine geben kann, weil ziviles Engagement und gemeinnützige Organisationen immer mit Werten verbunden sind. (Absatz) Der Vorschlag der Autoren bedeutet einen Rückzug der Zivilgesellschaft aus dem gemeinsamen politischen und öffentlichen Kontext."

Diese Kritik der Entpolitisierung teilen wir nicht. Zivilgesellschaft und Engagementpolitik sind ein politischer Bereich im vollen Sinne des Wortes. Unser Vorschlag zielt darauf ab, diesen Zustand wieder zu erreichen, denn in den letzten Jahren ist hier eine parteipolitische Verengung zustande gekommen. Die Parteien – von den Ministerialverwaltungen ganz zu schweigen – haben ihre Rolle als Bündelungs- und Artikulationsorgane der Interessen der Gesellschaft längst verspielt. Es gibt gute Gründe für die These, dass sie diese Position nie richtig innehatten. Und in einer lebendigen Zivilgesellschaft sollte dies auch nicht anders sein. Kurz: unsere Vorschläge zielen nicht auf Entpolitisierung, sondern auf eine Repolitisierung der Zivilgesellschaft. Der Vorschlag der Selbstverwaltung mit drei Institutionen setzt sich gerade das Ziel, dass die Zivilgesellschaft sich selbst regiert.

Wir freuen uns über weitere Rückmeldungen!
Die Autoren Holger Backhaus-Maul, Stefan Nährlich, Rudolf Speth

eMail an alle Autoren: denkschrift-buergergesellschaft@aktive-buergerschaft.de