Zentrale Ergebnisse 2009
Für Schnell-Leserinnen und -Leser: Zentrale Ergebnisse
Bürgerstiftungen bundesweit
Aktuell sind bundesweit 257 Bürgerstiftungen aktiv (Stichtag: 30.06.2009). Damit belegt Deutschland im internationalen Vergleich Platz 2 hinter den USA, dem Entstehungsland der Community Foundations. Siehe: Fakten und Trends, S. 10-12; Bürgerstiftungen in Deutschland, S. 18-19
Bürgerstiftungen in den Bundesländern
In den Jahren 2005-2008 wurde mehr als die Hälfte aller Bürgerstiftungen gegründet. Die meisten Bürgerstiftungen gibt es in Nordrhein-Westfalen (71), gefolgt von Baden-Württemberg (62), Niedersachsen (43) und Bayern (28). Siehe Fakten und Trends, S. 10-12; Bürgerstiftungen in Deutschland, S. 18-19
Vermögen des deutschen Bürgerstiftungssektors
Das Vermögen des deutschen Bürgerstiftungssektors erhöhte sich im Jahr 2008 von 108,4 Mio. Euro auf insgesamt 132,4 Mio. Euro (Stand: 31.12.2008). Das Wachstum beruht im Wesentlichen auf dem erfolgreichen Einwerben von Zustiftungen durch die bereits bestehenden Bürgerstiftungen. Trotz der Finanzkrise konnten die bis zum 31.12.2007 gegründeten Bürgerstiftungen ihr Vermögen im letzten Jahr um durchschnittlich 20% steigern. Siehe Fakten und Trends, S. 10-12.
Mittelherkunft
Bürgerstiftungen sind ein etabliertes Stiftungsmodell für private und privatwirtschaftliche Stifter und Spender. Rund 90% des im Jahr 2008 zugestifteten Kapitals (19,7 Mio. Euro von 21,7 Mio. Euro) kamen von Privatpersonen und Unternehmen. Auch bei den Spenden können sich Bürgerstiftungen auf privates Engagement verlassen: mit 2,9 Mio. Euro stammt knapp die Hälfte der Spendeneinnahmen von insgesamt 6,1 Mio. Euro von Privatpersonen; ein weiteres Drittel kam von Wirtschaftsunternehmen (2,2 Mio. Euro). Siehe Mittelherkunft der Bürgerstiftungen, S. 13-14; Bürgerstiftungen zwischen Innovation und Herausforderung, S. 7-9.
Zugang zu Bürgerstiftungen
20 Jahre nach dem Mauerfall haben in beiden Teilen Deutschlands ca. 40% der Bevölkerung potenziell Zugang zu Bürgerstiftungen, sei es als Stifter, Spender, Ehrenamtliche oder Projektantragsteller. In Ostdeutschland existieren bislang deutlich weniger Bürgerstiftungen als in Westdeutschland (Ost: 22, West: 235), jedoch leben in den ostdeutschen Bundesländern nur 20% der gesamtdeutschen Bevölkerung. Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der durchschnittlichen Kapitalausstattung (Ost: 315.000 Euro, West: 540.000 Euro) und, in geringerem Maße, bei den Spenden- und Projektfördersummen (Spendeneinnahmen Ost: 34.000 Euro, West: 22.000 Euro; Projektfördersumme Ost: 34.000 Euro, West: 28.000 Euro). Siehe Fakten und Trends, S. 10-12.
Herausforderungen
Nach dem Gründungsboom gilt es jetzt, die Arbeit der Bürgerstiftungen zu verstetigen, indem sie sich als unabhängige Akteure positionieren, ein klares Profil entwickeln und ihre finanzielle Basis ausbauen. Als erfolgreiche Instrumente zum Vermögensaufbau haben sich Stiftungsfonds und Treuhandstiftungen erwiesen.
Methode
Der "Länderspiegel Bürgerstiftungen. Fakten und Trends" ist eine Vollerhebung der deutschen Bürgerstiftungen, die den "10 Merkmalen einer Bürgerstiftung" des Bundesverbands Deutscher Stiftungen entsprechen und bis zum 30.06.2009 gegründet waren. Stichtag der Finanzdatenerhebung war der 31.12.2008. Der Rücklauf betrug in diesem Jahr 90%. Der Länderspiegel wird seit 2005 jährlich, aktuell zum vierten Mal, veröffentlicht. Siehe Methodik, S. 15-17.