Der Diskurs der Zivilgesellschaft


Autor: Ansgar Klein

Der Diskurs der Zivilgesellschaft. Politische Kontexte und demokratietheoretische Bezüge der neueren Begriffsverwendung

Aus der Reihe: Bürgerschaftliches Engagement und Non-Profit-Sektor 4, Verlag Leske + Budrich, 2001.

456 S. Kart., ISBN 3-8100-2881-9, EUR 34,90 / SFr 62

Das Buch untersucht die Konzeptdebatten über die Zivilgesellschaft bei den ostmitteleuropäischen Bürgerbewegungen, im demokratischen Sozialismus, in Feminismus und neuen sozialen Bewegungen und bei den Nicht-Regierungsorganisationen und in Auseinandersetzung mit einschlägigen Autoren.

Dargestellt wird in einem ersten Teil die Entwicklung des Diskurses über die Zivilgesellschaft in seinen politischen Kontexten: bei den ostmitteleuropäischen Bürgerbewegungen, im Feminismus und in den Diskussionen über eine "internationale Zivilgesellschaft" bei den Nichtregierungsorganisationen. Vor dem Hintergrund der Rekonstruktion des politischen Gehalts erfolgt in einem zweiten Teil die Einordnung des Zivilgesellschaftsdiskurses in die politische Ideengeschichte und die neueren demokratietheoretischen Diskussionen über die Zukunft der liberalen Demokratie. Behandelt werden in diesem Zusammenhang die republikanische Theorieströmung (Hannah Arendt, Ulrich Rödel/Günter Frankenberg/Helmut Dubiel), die deliberative Demokratietheorie (Jürgen Habermas) und Theorien der reflexiven Demokratie (Rainer Schmalz-Bruns).

Deutlich wird: Der Diskurs der Zivilgesellschaft ist mittlerweile global verbreitet. Politisch reflektiert er Zielsetzungen und politische Lernprozesse demokratischer Akteure auf der Suche nach den Möglichkeiten der Transformation autoritärer Gesellschaften und nach einer weitergehenden Demokratisierung liberaldemokratischer Gesellschaften. In der normativen Demokratietheorie führt der Diskurs der Zivilgesellschaft die Stränge der republikanischen Theorie und des politischen Liberalismus zusammen. Die in diesem Rahmen diskutierten Fragestellungen beleuchten Zukunftsfragen der Demokratie.

Aus dem Inhalt:
Der politische Diskurs der Zivilgesellschaft

Zivilgesellschaft im politischen Kontext
Zivilgesellschaft und Transformationsprozess: Von den Dissidenten und Bürgerbewegungen Ostmitteleuropas zu weltweiten Prozessen der Demokratisierung
Jenseits der bürgerlichen Gesellschaft: Von den Diskussionen der Neuen Linken zur sozialistischen Zivilgesellschaft
Neue soziale Bewegungen und Zivilgesellschaft
Die internationale Zivilgesellschaft
Zivilgesellschaft im politischen Kontext: Eine Zwischenbilanz

Ideengeschichtlicher Hintergrund und demokratietheoretische Bezüge der neueren Begriffsverwendung
Zivilgesellschaft und Demokratie: Ideengeschichtliche Bezüge und normative Binnendifferenzen der Konzeptdebatte
Von der "bürgerlichen Gesellschaft" zur Zivilgesellschaft: Entwicklungslinien des Begriffswandels
Normative Binnendifferenzierungen zivilgesellschaftlicher Demokratie
Jürgen Habermas
Hannah Arendt
Ulrich Rödel, Günter Frankenberg und Helmut Dubiel
Rainer Schmalz-Bruns
Zivilgesellschaft und politische Integration

Über den Autor:
Dr. Ansgar Klein, Enquete-Kommission: Zur Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements, SPD-Bundestagsfraktion und Träger des Wissenschaftspreises Aktive Bürgerschaft 1999