Die Zukunft der Arbeit in Europa
Vortrag auf dem Kolloquium Europa und die Politikwissenschaft in Münster - 30 Jahre Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster im Franz Hitze Haus am 30. Juni - 1. Juli 20001.
Annette Zimmer
Zunächst möchte auch ich Sie alle im Namen des Instituts für Politikwissenschaft der WWU herzlich in Münster begrüßen. Ein großes Dankeschön möchte ich aber an meine KollegInnen richten, die mir heute die Gelegenheit geben, in diesem Kreis über meine Forschungsarbeiten zu berichten. Mein Thema "Arbeit in Europa" ist breit angelegt. Ohne Zweifel sind moderne Gesellschaften, und dies gilt für alle Länder Europas, arbeitszentriert. Das heißt: Beschäftigung im Sinne von bezahlter Arbeit nimmt in unserem Lebensalltag einen zentralen Stellenwert ein. Die Beschäftigung mit Arbeitsmärkten und insbesondere mit ihrer politischen Steuerung zählt daher spätestens seit den 60er Jahren zu einem wesentlichen Aufgabenfeld der policy-orientierten Politikwissenschaft. Es muß nicht besonders erwähnt werden, daß in vielen Mitgliedsstaaten der EU gravierende Arbeitsmarktprobleme bestehen. Die Arbeitslosenquoten der Mitgliedsstaaten weisen zwar eine erhebliche Varianz nach unten und nach oben auf, doch war die Entwicklung in den 90er Jahren nicht gerade ermutigend. De facto haben wir uns inzwischen damit abgefunden, daß Vollbeschäftigung, in der Form, wie dies im Stabilitätsgesetz in den 60er Jahren noch anvisiert wurde, politisch nicht mehr einzulösen ist. Entsprechend skeptisch, vorsichtig und zurückhaltend fielen daher auch die konkreten Vorschläge für die Gestaltung einer erfolgversprechendeneuropäischen Beschäftigungspolitik aus, wie sie jüngst in der Beilage zum "Parlament" vorgetragen wurden.