International Philanthropic Transfers - Länderbericht Deutschland
Stefan Nährlich
Die deutsche Teilstudie des Forschungsprojektes "Cross-Border Philanthropic Flows" untersucht vorwiegend Finanztransfers und -transaktionen, aber auch Sachleistungen, die für gemeinnützige Zwecke im Ausland ausgegeben werden bzw. aus dem Ausland stammen und für gemeinnützige Belange in Deutschland verwendet werden. Untersucht wurden die Bereiche (a) Kultur, Erholung, Sport, (b) Wissenschaft und Forschung sowie (c) Entwicklungshilfe. Ausgewertet wurden amtliche Veröffentlichungen sowie Jahres- und Finanzberichte von Organisationen, die in einem der o. a. Bereiche tätig sind.
Es existiert, bei aller Vorsicht hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Datenmaterials, ein deutliches Übergewicht an philanthropic outflows. Weniger als 10% der gesamten ermittelten philanthropic flows (bezogen auf das Jahr 1995) waren Inflows, wobei diese Gelder nahezu vollständig auf den Bereich Wissenschaft und Forschung entfielen. Insgesamt lassen sich philanthropic flows in Höhe von ca. 20 Mrd. DM jährlich identifizieren, von denen gut 18,5 Mrd. DM im Ausland bzw. für das Ausland ausgegeben werden. Dem gegenüber stehen knapp 1,5 Mrd. DM, die aus dem Ausland in Deutschland bzw. für Deutsche ausgegeben werden. Philanthropic flows fließen vor allem im Bereich Entwicklungshilfe. Empfänger dieser Gelder sind Dritte-Welt- und Schwellenländer, und insbesondere in den letzten Jahren, die Staaten Mittel- und Südosteuropas sowie die Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Es existiert eindeutliches Übergewicht an öffentlichen Geldern gegenüber privaten (sowohl gemeinnützigen als auch gewerblichen) Mitteln. Fast drei Viertel aller Outflows sind öffentliche, also aus Steuermitteln finanzierte Gelder.