Umweltschutzorganisationen - Diener welcher Herren?


Doris Felbinger

Funktionen von Umwelt- und Naturschutzorganisationen im Spendenprozess und ihr Wandel von Public- hin zu Memberserving-Organisationen

Vor dem Hintergrund der ökonomischen Theorie öffentlicher Güter und freiwilliger Beiträge zu deren Erstellung sowie dem Versagen von Erklärungsmodellen, die reinen Altruismus, einen unspezifischen warm glow oder auch Kooperation zwischen eigennützigen Agenten im Rahmen der Spieltheorie propagieren, werden in diesem Diskussionspapier die Funktionen von Umweltschutzorganisationen im Hinblick auf ihre Fähigkeit zur Überwindung potenziellen Trittbrettfahrer-Verhaltens und zur Förderung von Kooperation analysiert. Hierbei zeigt sich, dass sie einen missing link in der Erklärung freiwilliger Beiträge in Form von Zeit und Geld für das öffentliche Gut "saubere Umwelt" darstellen.

Darüber hinaus relativiert sich das Öffentliche-Gut-Problem, wenn man die Fundraising-Praxis der einschlägigen Organisationen betrachtet: Bei den großen Beispielorganisationen Greenpeace, BUND, NABU und WWF zeigt sich eine Tendenz zur Ansprache und Bedienung eher privater Spendenmotive. Das Spenden an Umweltschutzorganisationen scheint sich stärker hin zu einem klassischen Austausch von Gütern und Serviceleistungen (für Mitglieder) gegen Spende zu entwickeln. Dieser Trend wird kritisch diskutiert, auch mit Blick auf die Herausforderung für das Management dieser Organisationen. Der Text fasst wesentliche Erkenntnisse aus der Dissertationsschrift "Spenden an Umweltschutzorganisationen", Logos-Verlag, Berlin 2005, zusammen.