Jahresrückblick 2011

 

Welche Ereignisse waren 2011 wichtig für die Bürgergesellschaft? Welche Veränderungen sind bemerkenswert? Die Kommentatoren des Online-Nachrichtendienstes Bürgergesellschaft "Aktive Bürgerschaft aktuell" - Holger Backhaus-Maul, Gisela Jakob, Stefan Nährlich und Rudolf Speth - blicken auf das Jahr zurück.

 

Jahresrückblick 2010 von Stefan Nährlich

Lückenbüßer von Staats wegen

Über die zunehmende Diskussion in den Medien vom bürgerschaftlichen Engagement als Lückenbüßer eines erschöpften Sozialstaates, schreibt Stefan Nährlich, Geschäftsführer Aktive Bürgerschaft, in seinem Jahresrückblick 2011 für die Rubrik Presseschau und argumentiert, dass die staatliche Engagementpolitik daran ihren Anteil trägt.




"Der Bundesfreiwilligendienst wirft neue Fragen nach dem Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft auf", schreibt Gisela Jakob, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Hochschule Darmstadt, in ihrem Jahresrückblick 2011 für die Rubrik Politik und Staat. Wird durch den Bundesfreiwilligendienst ein stärkerer Zugriff des Staates auf die Zivilgesellschaft und die Nutzung ihrer Ressourcen ermöglicht?




"Gerade die Krise der Finanzmärkte und des Euros zeigt, dass wir mehr Organisationen benötigen, die kompetent beobachten, aufklären und intervenieren können. Es fehlt beispielsweise an Ratingagenturen, nicht  nur für den Kernbereich der Finanzwirtschaft, das Kreditwesen", schreibt Dr. Rudolf Speth, Publizist und Professor in Vertretung an der Universität Kassel, in seinem Jahresrückblick 2011 für die Rubrik Gesellschaft. Die Ökonomie dürfe nicht länger ausgeblendet werden im zivilgesellschaftlichen Selbstverständnis.




Nur bedingt hat die deutsche Gesellschaft das vergangene Jahr genutzt, um sich auf die absehbaren finanzwirtschaftlichen Herausforderungen und Probleme vorzubereiten, schreibt Holger Backhaus-Maul, Soziologe an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Vorstandsmitglied von Aktive Bürgerschaft, in seinem Jahresrückblick 2011 für die Rubrik Wirtschaft. Kann die Zivilgesellschaft angesichts des Bedeutungsverlusts demokratischer Institutionen und des globalen Siegeszugs großer Unternehmen eine Rolle als demokratiepolitischer Hoffnungsträger übernehmen?