Startseite +++ Forum Aktive Bürgerschaft +++ Kommentare +++ bürgerAktiv - Nachrichtendienst Bürgergesellschaft


 

bürgerAktiv - Nachrichtendienst Bürgergesellschaft: +++ Editorial +++ Aktive Bürgerschaft +++ Gesellschaft +++ Bürgerstiftungen +++ Service Learning +++ Wirtschaft +++ Unternehmen +++ Politik und Staat +++ Presseschau +++ Fachmedien +++ Regionales +++ Ausland +++ Panorama +++ Über bürgerAktiv +++ Archiv +++ Mobilgeräte +++ Mediadaten +++ Service +++ Kommentar +++ Abo


 

 

 

 

 

Rubrik Gesellschaft: bürgerAktiv - Nachrichtendienst Bürgergesellschaft

 

 

Erster Social Impact Bond

Mit Zinsen zurück

Mit dem Modellprojekt "JumP - Jugendliche mit Perspektive" ist der erste Social Impact Bond in Deutschland erfolgreich abgeschlossen worden. Das meldete Ende September das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Social Impact Bonds funktionieren so, dass private Geldgeber ein soziales Projekt finanzieren. Ist es erfolgreich, erhalten sie die Investition vom Staat verzinst zurück; erreicht das Projekt die zuvor definierten Ziele nicht, bleiben die Investoren auf ihren Kosten sitzen. In Augsburg ging es darum, mindestens 20 benachteiligte Jugendliche, die bis dato von Bildung und Hilfsprogrammen nicht erreicht wurden, für mindestens neun Monate in Ausbildung oder Arbeit zu vermitteln. Nach Angaben des Ministeriums gelang dies bei exakt 20 Jugendlichen. Insgesamt hätten 69 an den Maßnahmen im Projekt teilgenommen, allerdings hätten nicht alle die Kriterien erfüllt, die für die letztendliche Bewertung ausschlaggebend waren, und einige seien zu spät vermittelt worden, um die neun Monate während der Projektlaufzeit zu erfüllen.
Das Projekt lief von September 2013 bis Dezember 2015. Die Vereinbarung schloss das Ministerium mit der Juvat gemeinnützige GmbH, die eine Tochtergesellschaft der Benckiser Stiftung Zukunft ist. Vier Projektpartner vor Ort setzten die Maßnahmen um. Geldgeber waren die BHF-BANK-Stiftung, die BMW Stiftung Herbert Quandt, die Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG und die BonVenture gGmbH. Sie erhalten jetzt 250.000 Euro zurück - das sind die vorgestreckten Mittel, die sie der Juvat gGmbH zur Verfügung stellten, und drei Prozent Zinsen.
Die bayerische Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU) bezeichnete in ihrer Mitteilung zum Projektabschluss den Social Impact Bond als "vollen Erfolg" und Bayern als "Vorreiter bei sozialer Innovation". Man prüfe derzeit, inwieweit ein neuer Social Impact Bond in Bayern aufgesetzt werden kann, hieß es auf Nachfrage der Aktiven Bürgerschaft aus dem Ministerium. Besondere Vorteile des Modells seien die Messbarkeit der Wirkung, die großen Freiheiten in der Projektumsetzung und die Risikoverlagerung auf die privaten Investoren. Die Universität Hamburg werde demnächst die Ergebnisse einer weitergehenden Prozessevaluation vorlegen. Social Impact Bonds sind erstmalig in Großbritannien bei der Resozialisierung von Häftlingen aufgelegt worden, brachten allerdings unmittelbar nicht die gewünschten Ergebnisse (bürgerAktiv berichtete).

www.stmas.bayern.de//presse/pm1609-344.php
www.benckiser-stiftung.org/content/5-blog/76-ziele-erre...

Ausgabe 172 Oktober 2016

Kommentar

Welches Potenzial haben Social Impact Bonds?

Das Modell der Social Impact Bonds klingt interessant - vor allem aus Sicht der staatlichen Haushälter. Sie vermeiden, wenn die Bonds im Sinne ihrer Erfinder funktionieren, wirkungslose Ausgaben. Doch das sollte nicht der einzige Aspekt sein bei der Beurteilung des Modells auf seine Tauglichkeit über das Pilotprojekt hinaus. Zu fragen ist auch nach dem Mehrwert für die Zielgruppe, meint Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft. Geht durch Social Impact Bonds, was andernfalls nicht ginge? Werden zusätzliche Ressourcen mobilisiert und Ergebnisse erzielt? Oder handelt es sich nur um eine Verschiebung in der Finanzierung?

www.aktive-buergerschaft.de/buergergesellschaft/komment...

Ausgabe 172 Oktober 2016

ADAC

Stiftung gegründet

Der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) hat, seinem Reformkonzept gemäß, eine Stiftung gegründet. Sie soll künftig die gemeinnützigen Aktivitäten des ADAC bündeln. Dazu gehören die Rettungsdienste, Mobilitätsforschung und Sicherheit im Amateurmotorsport sowie individuelle Unfallopferhilfe. Die Hauptversammlung des ADAC hatte im Mai 2016 beschlossen, den Club in die drei Säulen Verein, Aktiengesellschaft und Stiftung aufzuteilen. Die Aktiengesellschaft wickelt die wirtschaftlichen Aktivitäten ab. An ihr hält die ADAC Stiftung eine Sperrminorität von 25,1 Prozent. Den Rest der Anteile hält der Verein ADAC e.V., in dem die Mitgliedschaftsleistungen gebündelt sind. Die Reformen wurden konzipiert, nachdem die Struktur des ADAC nach Manipulationen beim Preis "Gelber Engel" ins Zwielicht geriet (bürgerAktiv berichtete).

presse.adac.de/meldungen/adac/adac-buendelt-gemeinnuetz...

Ausgabe 172 Oktober 2016

Soziale Innovation

Schlüsselakteure mit Geld und Infrastruktur

Urban Gardening - Gärtnern auf städtischen Grünflächen - Tauschbörsen, Car Sharing: Wer beteiligt sich eigentlich an den sozialen Innovationen, die darauf zielen, gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern? Überraschend viele private Unternehmen, lautet eine der Antworten, die das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule und der Ruhr Universität Bochum zusammen mit weiteren Forschungseinrichtungen gefunden hat. Offenbar spielen dabei nicht nur gesellschaftliche Verantwortung, sondern handfeste wirtschaftliche Interessen eine Rolle. Meistens beteiligen sich die Unternehmen, indem sie Infrastruktur bereitstellen. Als weitere Schlüsselakteure bei sozialen Innovationen identifizierte das IAT zivilgesellschaftliche Organisationen und öffentliche Einrichtungen. Überdurchschnittlich häufig übernähmen Stiftungen die Finanzierung sozialer Innovationen. Die Untersuchung ist eine vergleichende Analyse im Rahmen des von der EU-Kommission geförderten Projekts "Social Innovation - Driving Force of Social Change" (SI-DRIVE). Die Ergebnisse hat das IAT unter dem Titel "Soziale Innovationen - Wer beteiligt sich an der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen?" in Forschung Aktuell 09-2016 publiziert.

www.iatge.de/forschung-aktuell/2016/fa2016-09.pdf

Ausgabe 172 Oktober 2016

Forschung

Wer bestimmt die Agenda?

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) fordert mehr Beteiligung zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Formulierung der Forschungsagenda. In einer Stellungnahme zum Grundsatzpapier des Bundesforschungsministeriums zur Partizipation (bürgerAktiv berichtete) kritisierte der NABU, einerseits sei eine Einbeziehung der Zivilgesellschaft vorgesehen, andererseits schließe das Ministerium aus, die entsprechenden Organisationen so zu fördern, dass sie ihrer Aufgabe auch gerecht werden könnten. Zudem bemängelte der NABU, die Auswahl der Anbieter partizipativer Verfahren erscheine unsystematisch und veraltet.

www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/nachhaltigkeit/16...

Ausgabe 172 Oktober 2016

<<< frühere Nachrichten anzeigen >>>