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Rubrik Gesellschaft: bürgerAktiv - Nachrichtendienst Bürgergesellschaft

 

 

Flüchtlingshelfer

Sorge um das Gemeinwohl, Frust über die Politik

Nicht nur der Wunsch zu helfen, sondern auch die Sorge um das Gemeinwohl treibt viele Menschen, sich für Geflüchtete zu engagieren. Das berichten die Verfasser des Forschungsberichts "Solidarität im Wandel?" des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM). Viele Initiativen seien aus dem Wunsch heraus entstanden, Rassismus und der Stimmung gegen die Geflüchteten etwas entgegenzusetzen; rechtsextremer und fremdenfeindlicher Haltung im öffentlichen Raum entgegenzutreten. Andere leisteten ihre Arbeit lieber im Verborgenen, ergaben etwa die Erkenntnisse aus Interviews mit Helfenden in Dresdner Initiativen. Zu den Geflüchteten entwickelten sich zuweilen familienähnliche Beziehungen, berichteten die Helfer.
Insgesamt fühlen sich die Helfer dem Bericht zufolge von staatlichen Stellen oft allein gelassen. Sie klagen über kräftezehrende Auseinandersetzung mit Behörden, wenn es darum geht, Geflüchteten bei Anhörungen, der Wohnraumsuche oder der Arbeitsmarktintegration beizustehen. Auch die als unfair empfundene Gesetzgebung und asylpolitische Ungleichheit wird kritisiert; die Engagierten sehen sich in ihrer Arbeit durch die Politik und die Bürokratie behindert und brachten in den Interviews massive Frustration zum Ausdruck. Befragt wurden Initiativen aus Sachsen, Brandenburg und Berlin in Gruppen- und Einzelinterviews.
Der Forschungsbericht des BIM enthält außerdem auch Erkenntnisse etwa über die Flüchtlingsarbeit von Sportvereinen, geschlechtsspezifisches Engagement oder die Integration Geflüchteter an Hochschulen. Diese Forschungsprojekte sind Teil eines Clusters und wurden von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert. Das BIM gehört zur Humboldt-Universität zu Berlin. Förderer und Unterstützer sind die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, der Deutsche Fußball-Bund, die Bundesagentur für Arbeit und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

www.bim.hu-berlin.de/media/Forschungsbericht_BIM_Flucht...

Ausgabe 176 März 2017

Kommentar

Im selben Boot

Geflüchtete Menschen in Deutschland zu integrieren bedeutet nicht nur, ihre Versorgung zu gewährleisten, sondern es gilt auch, einen besseren Umgang mit all den Freiwilligen zu entwickeln, die ihnen helfen. Beiden mangelt es gegenwärtig an Teilhabe in der Gesellschaft. Sowohl soziale Einrichtungen und Organisationen als auch staatliche Stellen müssen ihre Routinen infragestellen und sich auseinandersetzen mit den Anliegen der Geflüchteten und ihren Helfern. Das empfiehlt unser Kommentator Dr. Holger Backhaus-Maul, Leiter des Fachgebiets "Recht, Verwaltung und Organisation" der Philosophischen Fakultät III an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

www.aktive-buergerschaft.de/buergergesellschaft/komment...

Ausgabe 176 März 2017

Statistik

Engagement und Religion

Jeder zweite Muslim und jeder zweite evangelische Christ in Deutschland sind ehrenamtlich engagiert: So lauten zwei Studien, die im März 2017 veröffentlicht wurden. Die Bertelsmann Stiftung erhob in einem "Religionsmonitor", dass 44 Prozent der Muslime sich 2016 in der Flüchtlingshilfe engagiert hätten, sowie 21 Prozent der Christen und 17 Prozent der Konfessionslosen. Durch die Flüchtlingshilfe habe das Ehrenamt neue Bevölkerungsteile erreicht, so die Stiftung. Das Sozialwissenschaftliche Institut (SI) der Evangelischen Kirche Deutschlands meldete unterdessen, dass sich mit 48,7 Prozent fast jeder zweite evangelische Einwohner Deutschlands freiwillig engagiere, vor allem in den Bereichen Sport und Kultur.
Das SI hat seine Daten in einer Sonderauswertung des vierten Freiwilligensurveys vorgenommen. Die Bertelsmann Stiftung ließ für den Religionsmonitor rund 10.000 Menschen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Großbritannien und der Türkei befragen; es ist der dritte Monitor nach 2007 und 2013.

www.religionsmonitor.de
www.si-ekd.de/download/2017_Freiwilligensurvey_Web.pdf

Ausgabe 176 März 2017

Gehalt

Stiftungen vorn

Die Arbeit im sozialen Sektor wird von Stiftungen am besten bezahlt. Das ist eines der Ergebnisse einer Onlinebefragung, die im November die Internet-Stellenbörse The Changer unter 1.100 Fach- und Führungskräften durchführte. Das aus deren Angaben errechnete durchschnittliche Jahresgehalt lag mit 42.500 Euro in Stiftungen am höchsten und in Wohlfahrtsverbänden mit 33.786 Euro am niedrigsten. Insgesamt verdienten Männer im Schnitt 41.782 Euro pro Jahr, Frauen 35.723 Euro. Rund 57 Prozent der Befragten seien zufrieden. Alle Angaben beziehen sich auf Vollzeittätigkeiten.

thechanger.org/community/gehaltsreport-sozialer-sektor-...

Ausgabe 176 März 2017

Urteil

Gericht beanstandet DZI-Prüfung

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) darf nicht mehr vor Spenden an die Hilfsorganisation Deutsche Lebensbrücke e.V. warnen. Dies bestätigte das Oberlandesgericht Köln in einem Beschluss vom 14. Dezember 2016 (Aktenzeichen 15W7416.00). Aus der Begründung des Beschlusses geht unter anderem hervor, dass nach Ansicht des Gerichts das DZI nicht sorgfältig genug geprüft hatte: "Zu den von ihr zu wahrenden Sorgfaltsanforderungen gehört deswegen jedenfalls, dass sie der jeweils betroffenen Hilfsorganisation vor einer Veröffentlichung einer 'ehrenrührigen' Tatsache durch geeignete Nachfrage Gelegenheit zur Stellungnahme geben muss", so das Gericht. Das DZI vergibt ein kostenpflichtiges Spendensiegel, warnt aber auch vor Spenden an in seinen Augen unseriöse Organisationen. Bei der Lebensbrücke e.V. kritisierte das DZI eine angeblich mangelnde Transparenz bei der Abrechnung der telefonischen Spendenwerbung, wogegen sich Lebensbrücke e.V. erfolgreich zur Wehr setzte.

www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2016/15_W_74_16_Besc...

Ausgabe 176 März 2017

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