Gesellschaft
Debatte in der Spendenszene geht weiter
Die Debatte um die Seriosität im Spendenwesen hat zum Jahreswechsel noch einmal Wellen geschlagen und sich auf die Frage zugespitzt, ob unseriöse Methoden bei der Spendenwerbung Einzelfälle sind oder tatsächlich häufiger vorkommen.
Matthias Buntrock, Vorsitzender des Deutschen Fundraising Verbandes (DFRV) kritisierte Ende Dezember 2011 die Berichterstattung in den Medien über das deutsche Spendenwesen als "einseitig negativ". Die in der Berichterstattung dargestellten "schwarzen Schafe" seien Ausnahmen und nicht die Regel. Derzeit arbeite "die überwältigende Mehrheit der Non-Profit-Organisationen nach klaren Vorgaben zu Datenschutz, Ethik und der Verwendung von Spendengeldern". Buntrock verwies auf die "19 Grundregeln für eine gute, ethische Fundraisingpraxis" des DFRV, die inzwischen branchenweit anerkannt seien.
Damit wehrte sich der DFRV gegen die Vorwürfe des Journalisten Stefan Loipfinger, der in seinem Buch "Die Spendenmafia" die Praxis der Spendenwerbung kritisiert hatte. Loipfinger hat daraufhin auf seinem Internetportal charitywatch seine Kritik erneuert, dass unseriöse Spendenwerbung keinesfalls die Ausnahme, sondern weit verbreitet sei. Mit einer "Spendenpetition" will er für eine gesetzliche Offenlegungspflicht der Einnahmen und Ausgaben gemeinnütziger Organisationen werben.
www.charitywatch.de/index.asp?id=1629
www.spendenpetition.de/?nv=2529
Ausgabe 119 Januar 2012
Erstmals gezählt: 700.000 Freiwillige in der Diakonie
Erstmals hat das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. ermittelt, wie viele Menschen in seinen Einrichtungen ehrenamtlich arbeiten. Dazu wurden in einer repräsentativen Studie des Diakonie Bundesverbandes 1.500 Einrichtungen und Dienste der Diakonie sowie 1.000 der freiwillig Engagierten befragt. Das Ergebnis: Es sind 700.000 Menschen, die sich ehrenamtlich in der Diakonie engagieren. Die meisten sind verheiratet, weiblich und älter als 60 Jahre. Sie engagieren sich in allen Bereichen der Diakonie, insbesondere in der Altenhilfe und in der Hilfe für Menschen in besonderen Notlagen wie Obdachenlosenhilfe und Behindertenhilfe. Im Durchschnitt sind sie bis zu zehn Stunden pro Monat für die Diakonie tätig. Ihnen stehen 453.000 Beschäftigte bei der Diakonie gegenüber. Die Studie ist im Dezember 2011 veröffentlicht worden.
www.diakonie.de/...menschen-engagieren-sich-freiwillig-in-der-diakonie-8782.htmAusgabe 119 Januar 2012
Kommentar: Verbände und das Engagement
Wie gehen die Verbände und gemeinnützigen Organisationen eigentlich mit dem Engagement ihrer Ehrenamtlichen um?, fragt Holger Backhaus-Maul. Er kritisiert in seinem Kommentar, dass diese Frage erst allmählich gestellt wird. Für manche Organisationen ist es nämlich höchste Zeit, sich um Nachwuchs bei den Freiwilligen zu kümmern.
www.aktive-buergerschaft.de/.../verbaende_und_das_engagementAusgabe 119 Januar 2012
Jugend im Dialog
Nach drei Jahren hat das Projekt Jugenddialog 2020 seinen Abschluss gefunden. "Wie wollen wir leben?" war die Leitfrage, mit der sich 300 Jugendliche in Nordrhein-Westfalen beschäftigten und anhand derer sie sich in zivilgesellschaftlichem Diskurs übten. Es war ein gemeinsames Projekt der Stiftung Mercator, der Katholischen Akademie Die Wolfsburg und der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen. Die teilnehmenden jungen Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und religiösen Gruppen fanden sich in Teams mit je 20 Teilnehmern zusammen und wurden dort von jeweils zwei Moderatoren unterstützt. Die Gruppen beschäftigten sich unter anderem mit Religion, skandalisierender Berichterstattung, sozialen Brennpunkten. Ziel des Projekts waren die Debatten selbst: Über Wochen, teilweise Monate, setzten sich die Jugendlichen argumentativ in offenen und kommunikativen Prozessen auseinander, erstellten Internetseiten, Präsentationen, drehten Videos, interviewten und diskutierten mit Funktionsträgern vom Bildzeitungsredakteur bis zum Bischof. Zum Abschluss wurden die Ergebnisse auf einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert und mit Wissenschaftlern und Politikern diskutiert.
www.jugenddialog2020.deAusgabe 119 Januar 2012
Theodor Heuss Preis 2012 geht an Bildungsforscher Wolfgang Edelstein
Der 47. Theodor Heuss Preis wird zum Thema "Bildung – Teilhabe – lebendige Demokratie" verliehen und geht an Prof. Dr. Wolfgang Edelstein, teilt die Theodor Heuss Stiftung mit. Edelstein, 80 Jahre alt, war Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und ist Mitiniator des Modellprogramms "Demokratie leben und lernen". Die Theodor Heuss Medaillen 2012 bekommen die Anti-Bias-Werkstatt für antidiskriminierende Bildungsarbeit in Berlin, das Regensburger Ehepaar Annette und Reinhard Erös für ihre private "Kinderhilfe Afghanistan", der Berliner Bildungsforscher und Soziologe Prof. Dr. Lothar Krappmann und das Netzwerk "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", dem 1.000 Schulen mit rund 750.000 Schülerinnen und Schülern angehören. Die Preisverleihung findet am 28. April 2012 in Stuttgart statt.
www.theodor-heuss-stiftung.de/theodor-heuss-preis-2012/jahresthema.htmlAusgabe 119 Januar 2012
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