Panorama
Spendenkonto zur Schuldentilgung Thüringens
Das Thüringer Finanzministerium hat ein Landeskonto bei der Bundesbank eingerichtet, auf das willige Bürger Spenden zur Schuldentilgung des Landes einzahlen können. Die Initiative kam von der FDP, der Landtag Thüringens hat im November zugestimmt. Tatsächlich sind nach 16 Tagen schon mehr als 30.000 Euro auf das Konto eingegangen, wie der FDP-Abgeordnete Uwe Barth auf seiner Homepage mitteilte. Einige der namentlich nicht genannten Spender haben demnach jeweils die Summe von 7.404 Euro eingezahlt, die der Pro-Kopf-Verschuldung des Landes entspricht.
Schon vor zwei Jahren hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ein Spendenkonto für die Schuldentilgung des Bundes eingerichtet. Auch hier ist Geld eingezahlt worden, 2010 sogar eine sechsstellige Summe. Die Dankbarkeit des Staates bleibt allerdings ideell: Spendenquittungen gibt es nicht.
uwebarth.wordpress.com/...erfolg-des-landesspendenkontos/
www.dtoday.de/...Spenden-fuer-den-Schuldenabbau-_arid,121605.html
Ausgabe 119 Januar 2012
Selbsttest für Spender: SpendOmeter
Über Geld spricht man nicht - deshalb wissen viele Menschen auch nicht genau, ob sie sich eher zu den großzügigen oder zu den zurückhaltenden Spendern zählen sollen. Dem hilft jetzt das "SpendOmeter" der Phineo gAG im Internet ab. Die Nutzer geben anonym ihr Jahreseinkommen und die gespendete Summe in ein Formular ein und sehen dann, ob die Höhe ihrer Spende über oder unter dem Durchschnitt ihrer Einkommensgruppe liegt. Die Auswertung basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW).
www.spendometer.deAusgabe 118 Dezember 2011
Selbsttest: Wie viele Sklaven arbeiten für meinen Konsum?
Wer online elf Fragen zu Wohnraum, Essensgewohnheiten, Kosmetik, Elektronik oder Kleidung beantwortet, kann seinen "Slavery Footprint" ermitteln - und damit die Zahl der Menschen, die zwangsweise für die Herstellung der Produkte arbeiten, die er konsumiert. Durchschnittlich 25 Sklaven arbeiten weltweit, um den Lebensstil eines Westeuropäers zu ermöglichen. Diesen Vergleichswert ermittelte die US-amerikanische Nonprofit-Organisation Fair Trade Fund, Inc., die den Online-Fragebogen zum Thema moderne Sklaverei entwickelt hat. Als Sklaven gelten ihr Menschen, die gezwungen sind, ohne Bezahlung zu arbeiten, die wirtschaftlich ausgebeutet werden und sich nicht selbst aus ihrer Situation befreien können. Nach Ermittlung des persönlichen "Scores", den man mit dem anderer User vergleichen kann, wird man dazu aufgerufen, vorgefertigte Schreiben an große Unternehmen wie Adidas, Danone oder Walmart zu senden. Darin werden die Firmen aufgefordert, die Arbeitsbedingungen in ihrer Zulieferkette zu überprüfen. Bei der Analyse der Herstellungsbedingungen von mehr als 400 Konsumprodukten bezog sich der Fair Trade Fund unter anderem auf Informationen des U.S. Department of Labor, der International Labour Organization (ILO) und auf den "Korruptionsindex 2010" von Transparency International. Mit Online-Tools wie dem Selbsttest "Slavery Footprint", mit Film, Musik und Mobilapplikationen möchte der Fair Trade Fund dazu beitragen, moderne Sklaverei und Menschenhandel abzuschaffen.
www.slaveryfootprint.orgwww.finnposti.de/...uid=4129382
Ausgabe 117 Oktober 2011
Bob Geldof rät, Afrika mehr Aufmerksamkeit zu widmen
Anlässlich seiner Deutschlandtournee, bei der er ab Oktober 2011 sein erstes neues Soloalbum seit zehn Jahren präsentiert, ruft Rockmusiker und Afrika-Aktivist Bob Geldof deutsche Medien dazu auf, mehr über das Potenzial Afrikas als Wirtschaftsraum zu berichten. "Die Leute halten mich für verrückt, dabei sage nicht ich, sondern das Wirtschaftsinstitut McKinsey, dass Afrika bis zum Jahr 2040 eine der großen Wirtschaftsmächte der Welt sein wird", äußerte sich der 59-Jährige am 27.09.2011 gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der irische Sänger ist Initiator des Afrika-Hilfsprojekts "Band Aid" und der "Live Aid"-Benefizkonzerte. Mit seinem Beteiligungsfonds "8 Miles" - acht Meilen beträgt die geringste Entfernung zwischen dem südlichen Europa und dem nördlichen Afrika - sammelte Geldof bei europäischen Investoren bislang bereits knapp 200 Millionen US-Dollar für afrikanische Unternehmen.
www.fnp.de/.../geldof-sieht-grosse-zukunft-fuer-afrika.htmlwww.faz.net/.../beteiligungsfonds-bob-geldof-entdeckt-den-finanzkapitalismus.html
af.reuters.com/article/commoditiesNews/idAFN8T05524820110829
Ausgabe 116 September 2011
"Trojaner-T-Shirt" täuscht Rechtsextreme
Ein Gratis-T-Shirt mit Totenkopf und dem Aufdruck "Hardcore Rebellen - National und Frei"? Das nahmen die Besucher des rechtsextremen Musikfestivals "Rock für Deutschland" in Gera Anfang August 2011 gerne als Geschenk entgegen. Doch die "Trojaner-Hemden" trugen unter dem Totenkopf eine andere Botschaft, die erst nach dem Waschen zu Tage trat: "Was dein T-Shirt kann, kannst du auch - Wir helfen dir, dich vom Rechtsextremismus zu lösen" verkündete das Hemd, auf dem dann auch die Kontaktdaten der Berliner Aussteigerinitiative Exit-Deutschland standen. "Mit den T-Shirts wollten wir unser Angebot in der Szene bekannter machen und vor allem die jungen und noch nicht so gefestigten Rechtsextremen ansprechen", so Bernd Wagner, der Gründer von Exit-Deutschland. Exit finanziert sich durch Spenden und wird durch die Amadeu Antonio Stiftung sowie das Bundesprogramm "Xenos Ausstieg zum Einstieg" gefördert. Die 250 Trojaner-T-Shirts hatte Exit über eine Person mit falscher Identität als vermeintliche Spende an den Festivalveranstalter, die Thüringer Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), übergeben.
www.exit-deutschland.de/EXIT/Top-Themen/Operation-Trojaner-T-Hemd-E1285.htmwww.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,779336,00.html
Ausgabe 115 August 2011
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