Reaktionen auf die Nationale Engagementstrategie

 

"Diese erste Nationale Engagementstrategie ist keine gute Politik für die Förderung von Bürgerengagement, sondern der schlechte Versuch, mit dem Bürgerengagement Politik zu machen." (zum Kommentar)

Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer Aktive Bürgerschaft


"Strategie kommt aus dem Militärischen und steht für ein längerfristig ausgerichtetes planvolles Anstreben eines Ziels unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen und Angabe von Teil- oder Etappenzielen. So etwas ist die vorliegende 'Engagementstrategie' sicherlich nicht. Vielmehr handelt es sich um eine Art 'Neckermann-Katalog' der Bundesregierung in Sachen Engagementförderung:  Für jeden ist etwas dabei, aber besonders für den Sport und die großen Stiftungen sowie die Bürgerstiftungen!!! Die Lektüre des Berichts ist teils amüsant, teils peinlich, teils erschreckend." (weiterlesen)

Prof. Dr. Annette Zimmer ist Professorin für Sozialpolitik und Vergleichende Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie ist Mitglied im Kuratorium Aktive Bürgerschaft.


"Die Nationale Engagementstrategie der Bundesregierung atmet den Geist, der üblicherweise Regierungsdokumente beseelt. Es wird das Bild einer Konsensgesellschaft erzeugt, in der alle Seiten zusammenarbeiten, um Gutes noch besser werden zu lassen." (weiterlesen)

Prof. Dr. Adalbert Evers ist Professor für vergleichende Gesundheits- und Sozialpolitik an der Justus Liebig Universität Gießen. Er war Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements".


"Die vorgelegte Zusammenstellung engagementbezogener Einzelaktivitäten von Bundesministerien verdient in zweierlei Hinsicht Anerkennung: Als ministerielle Selbstvergewisserung und Bestandsaufnahme von Einzelaktivitäten sowie als Versuch, organisierte Bürgerinteressen in die Erstellung und die Diskussion von Ressortaktivitäten zumindest punktuell einzubeziehen." (weiterlesen)

Holger Backhaus-Maul, Mitglied im Vorstand von Aktive Bürgerschaft


"Wer in den 70 Seiten eine Strategie erkennen will, muss viel Phantasie mitbringen. Die Auflistung aller möglichen Projekte und Vorhaben erzeugt aus sich heraus kein strategisches Handeln. Zudem wird nicht gesagt, wie sich der Bund mit den Ländern und Kommunen zu einem koordinierten Handeln verständigen will. Gravierender ist allerdings ein anderer Verdacht: Das Papier vermittelt den Eindruck einer staatlich erzeugten und administrativ verwalteten Zivilgesellschaft. Von den Selbststeuerungs- und Selbstkoordinationspotenzialen der Zivilgesellschaft ist nicht die Rede. Hinzu kommt, dass man sich eine zahme Zivilgesellschaft wünscht. Die politische Seite der Zivilgesellschaft kann man zurzeit in Stuttgart erleben. Und sie ist für die politischen Eliten weit unangenehmer als die Helfergesellschaft."

Dr. Rudolf Speth ist Politikwissenschaftler und vertritt den Lehrstuhl "Politisches System der BRD / Staatlichkeit im Wandel" am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel.


"Worin besteht die nationale Engagementstrategie – geht es um mehr Desselben? Bitte nicht noch mehr Preise und einmalige Aktionen. Zivilgesellschaft basiert auf Vertrauen und braucht Verlässlichkeit. Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren, haben ein Recht darauf, zuverlässig und professionell unterstützt zu werden, so sie dies wünschen. Dazu braucht es vor Ort stabile Engagementstrukturen. Ich wünsche mir solide Finanzierung statt symbolischer Politik."

Gabriele Bartsch, Geschäftsführung mehrwert - Agentur für Soziales Lernen gGmbH


"Auf den kommenden Wegfall des Zivildienstes geht die neue Nationale Engagementstrategie nicht ein. Das ist ein Versäumnis. Dabei gilt es den bisherigen Zivildienst hin zu einem neuen Engagementdienst weiter zu entwickeln. Das Bundesamt für den Zivildienst könnte zur Bundesstiftung für Freiwilligendienste werden, welche die Sozialverbände und Träger koordiniert und den Dienst auf eine moderne und attraktive Weise organisiert.” (zum Newsletter)

Dr. Daniel Dettling, geschäftsführender Gesellschafter, Institut für Zukunftspolitik (UG)

 


"Die Strategie entspricht dem Geist der Zeit. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung legt sie beispielsweise einen Schwerpunkt auf die Motivation von Menschen mit Migrationshintergrund für ein bürgerschaftliches Engagement." (zur Pressemitteilung)

Heinz Golombeck (FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages und des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement


"Mit ihrer Vorlage einer 'nationalen Engagementstrategie' wird deutlich: Neuerungen und Veränderungen sind nicht zu erwarten - Hier mal ein Modellprojekt, da ein bisschen Lyrik - ist das Fazit." (zur Pressemitteilung)

Britta Hasselmann (Bündnis90/Die Grünen), Mitglied des Deutschen Bundestages und des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement


"Die heute im Kabinett beschlossene nationale Engagementstrategie ist zu einer Mogelpackung verkommen. Die Bundesregierung verschenkt die Möglichkeit, das Verhältnis von Politik und Bürgergesellschaft als ein Partnerschaftliches auf Augenhöhe auszubauen." (zur Pressemitteilung)

Ute Kumpf (SPD), Mitglied des Deutschen Bundestages und des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement

 


Über die Nationale Engagementstrategie wurde die Bundesregierung in der 64. Sitzung des Deutschen Bundestages am 06.10.2010 befragt, nachzulesen im stenografischen Bericht oder anzusehen im Parlaments-TV.


Über Reaktionen auf die Nationale Engagementstrategie der Bundesregierung hat auch der Newsletter des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement (BBE) berichtet.


Auf der Tagung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und seiner Mitgliedsorganisationen zum Thema "Neue Engagementpolitik – auch für den Sport?" war die Nationale Engagementstrategie ebenfalls ein Thema.