Alles über Bürgerstiftungen  +++  Mitstiften  +++  Gründen  +++  Weiterbilden und Vernetzen +++  Informieren  +++  Menschen und Geschichten  +++  Fakten und Trends +++  Unsere Angebote  +++  Bürgerstiftungsfinder  +++  Rundbrief  +++ Termine +++ Ansprechpartner


 

 

 

 

25 Jahre nach dem Mauerfall: Bürgerstiftungen in Ost und West

 

25 Jahre nach dem Mauerfall hat sich das Bürgerstiftungsmodell in Ost- und Westdeutschland erfolgreich etabliert. Bei allen Gemeinsamkeiten lassen sich Besonderheiten feststellen.

Die ersten Bürgerstiftungen in Deutschland wurden 1996 in Gütersloh und 1997 in Hannover gegründet, in Wismar entstand 1998 die erste ostdeutsche Bürgerstiftung. Von bundesweit 378 Bürgerstiftungen liegen nur 31 in Ostdeutschland. Bezogen auf die Bevölkerungszahl relativiert sich dies: In Ost wie West leben 48 Prozent der Menschen im Einzugsgebiet einer Bürgerstiftung und können sich als Stifter, Spender oder Ehrenamtliche beteiligen. Die meisten ostdeutschen Bürgerstiftungen gibt es in Thüringen (7), gefolgt von Brandenburg (6). In Sachsen und in Sachsen-Anhalt existieren je fünf Bürgerstiftungen, in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin vier.

Bei den ostdeutschen Bürgerstiftungen engagieren sich durchschnittlich doppelt so viele Menschen in Gremien und Projekten wie bei den westdeutschen (Ost: 48, West: 24). Die ehrenamtlichen Gremienmitglieder sind der Erfolgsgarant der Bürgerstiftungen, sie managen die Hauptaufgaben. In Vorstand und Stiftungsrat ostdeutscher Bürgerstiftungen sind mehr Frauen aktiv. Auch ist das Gros der Gremienmitglieder jünger als im Westen: 56 Prozent der Vorstände sind zwischen 30 und 50 Jahre, bei den westdeutschen Bürgerstiftungen sind hingegen 63 Prozent zwischen 51 und 69 Jahre alt.

Ostdeutsche Bürgerstiftungen haben bisher durchschnittlich gut halb so viel Stiftungskapital aufgebaut wie die westdeutschen (Ost: 409.000 Euro, West: 755.000 Euro). Hier machen sich die durchbrochene Stiftungstradition sowie ökonomische Unterschiede bemerkbar. Beispielsweise gibt es weniger vermögende Privatpersonen und Unternehmen, die sich als Stifter finanziell engagieren könnten.

Doch nehmen die ostdeutschen Bürgerstiftungen im Durchschnitt mehr Spenden ein (Ost: 43.000 Euro, West: 31.000 Euro). Auch ihre durchschnittlichen Fördersummen liegen höher als im Westen (Ost: 47.000 Euro, West: 38.000 Euro), wobei viele Projekte der ostdeutschen Bürgerstiftungen auch durch öffentliche Mittel gefördert werden. Statt auf mildtätige Zwecke setzen Bürgerstiftungen in West wie Ost darauf, die Menschen darin zu unterstützen, selbst mit Geld, Zeit und Ideen aktiv zu werden. In Ostdeutschland tragen Bürgerstiftungen viel dazu bei, die Stiftungskultur wiederzubeleben.




 

 

 

 

 

 

 

 

Die Stiftungstradition wiederbeleben: Stimmen aus den Bürgerstiftungen

 

Bildnachweis: Uwe Frauendorf

„Leipzig ist nicht erst seit 1989 eine engagierte Bürgerstadt. Die Tradition des Stiftens allerdings ist 1933 vollständig abgebrochen – und wir müssen sie wieder beleben. Unsere Bürgerstiftung will zeigen: Stiften ist nicht nur etwas für Reiche, da ist jeder willkommen, der sich für unsere Stadt engagieren möchte.“

Katrin Hart, Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Bürger für Leipzig


Hier erfahren Sie mehr...




 

„Eine in Deutschland lange Tradition des Stiftens und Spendens für soziale Zwecke wurde in der ehemaligen Industrie- und Arbeiterstadt Chemnitz durch über 50 Jahre Diktatur unterbrochen. Erst seit Beginn der 1990er Jahre entdecken Bürgerinnen und Bürger sowie die überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen der Stadt freiwilliges, soziales Engagement langsam für sich und spenden oft und viel Ideen und Zeit, zunehmend auch Geld.“

Sabine Sieble, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung für Chemnitz

Hier den kompletten Beitrag nachlesen:
Sabine Sieble: Die Bürgerstiftung als Konkurrent oder Dach des Gemeinwesens? In: Aktive Bürgerschaft (Hrsg.): Diskurs Bürgerstiftungen. Berlin 2013.




 

 

 

 

 

 

 

 

Hintergrund: Im Osten was Neues

 

„Wir sind das Volk!“ – mit dieser Parole demonstrierten 1989 zehntausende Menschen nicht nur in Leipzig gegen die DDR-Diktatur. Die Stiftung Bürger für Leipzig unterstützt 25 Jahre später das Buch „Redefreiheit“, das dokumentiert was die Menschen damals an drängenden Problemen und mögliche Lösungen öffentlich diskutierten.

Die Bürgerstiftung Barnim Uckermark zählt zu einer der ersten, die Kinder und Jugendliche über die Vergabe von Geldern für gemeinnützige Zwecke entscheiden lässt. Der nächste Wettbewerb, bei dem eine Kinder- und Jugendjury entscheidet, heißt: „Sag’s mit Deinen Worten!“. Redefreiheit für eine Generation, die die Friedliche Revolution nur aus Erzählungen kennt.

Der Beitrag „Im Osten was Neues“ skizziert die jüngsten Entwicklungen von Bürgerstiftungen in Ostdeutschland am Beispiel der beiden Bürgerstiftungen aus Sachsen und Brandenburg.

Hier den kompletten Beitrag nachlesen
Christiane Biedermann: Im Osten was Neues. Fundraiser-Magazin, 5/2014, www.fundraiser-magazin.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen

 

Im Bürgerstiftungsfinder der Stiftung Aktive Bürgerschaft finden Sie alle ostdeutschen Bürgerstiftungen sowie Ansprechpartner, Finanzdaten und Presseartikel:
www.buergerstiftungsfinder.de