Eine Bürgerstiftung gründen

 

Über 400 Bürgerstiftungen existieren aktuell bundesweit. Damit belegt Deutschland im internationalen Vergleich Platz 2 hinter den USA, dem Entstehungsland der Community Foundations. Noch sind Bürgerstiftungen nicht überall aktiv. 39 Millionen Menschen leben schon heute im Einzugsgebiet einer Stiftung von Bürgern für Bürger und können sich dort engagieren - als Stifter, Spender, Ehrenamtliche oder Projektantragsteller.

Bei Ihnen vor Ort gibt es noch keine Bürgerstiftung? Hier finden Sie vielfältige Informationen darüber, wie Sie eine Bürgerstiftung gründen oder sich einer Gründungsinitiative anschließen können. Unser Wegweiser zur Bürgerstiftung beschreibt dabei anhand von drei Schritten den Gründungsweg.




 

 

 

Wegweiser zur Bürgerstiftung

 


"Viele Wege führen nach Rom", sagt der Volksmund, ebenso, dass "Umwege die Ortskenntnis erhöhen". Auch wenn der Erkenntnisgewinn vielleicht größer ist, wenn man nicht den direkten Weg zum Ziel nimmt, hat sich aus der langjährigen Beratungsarbeit der Stiftung Aktive Bürgerschaft bei der Gründung einer Bürgerstiftung das folgende Vorgehen als hilfreich erwiesen:

  1. Orientierungsphase: Ist eine Bürgerstiftung das richtige Instrument? Gibt es bereits eine Bürgerstiftung?
  2. Initiativphase: Wer ist bereit, sich mit Geld, Zeit und Ideen zu beteiligen?
  3. Gründungsphase: In welchem Gebiet will die Bürgerstiftung wirken? Womit will sie ihr Engagement konkret umsetzen? 

Unten können Sie sich über die drei Schritte des Wegweisers zur Bürgerstiftung zu informieren.

 

 

 

 

1. Orientierungsphase

 

Gibt es bereits eine Bürgerstiftung?

 

Eine Bürgerstiftung folgt der Idee: eine Region - eine Bürgerstiftung. Der erste Schritt sollte daher in der Prüfung bestehen, ob es bereits eine Bürgerstiftung vor Ort oder in Ihrer Nähe gibt. Dabei hilft Ihnen unser "Bürgerstiftungsfinder", der Ihnen stets aktuell unter Eingabe Ihrer Postleitzahl die Bürgerstiftungen im Umkreis von 30, 50 und 100 km anzeigt.

Gibt es in Ihrer Region bereits eine Bürgerstiftung, die sich für mehrere Städte oder Landkreise engagiert, können Sie Ihre lokale Bürgerstiftung als Treuhandstiftung oder Stiftungsfonds unter deren Dach gründen. Durch die Kräftebündelung ist der Verwaltungsaufwand deutlich geringer als bei einer rechtsfähigen Stiftung, Sie können dennoch vor Ort selbst entscheiden.

Bürgerstiftungen, die Sie kennen oder von denen Sie gehört haben, und die nicht im Bürgerstiftungs- finder enthalten sind, entsprechen vermutlich nicht den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Gern geben wir Ihnen hierzu individuell Auskunft.

Wenn Sie wissen möchten, ob es bereits eine Gründungsinitiative in Ihrer Stadt oder Region gibt, sprechen Sie uns gerne an.




 

Ist eine Bürgerstiftung das richtige Instrument?

 

Gibt es bei Ihnen noch keine Bürgerstiftung, regen wir an, sich näher mit dem Konzept der Bürgerstiftung vertraut zu machen. Für vieles ist die Bürgerstiftung das richtige Instrument, jedoch nicht für alles. Insbesondere empfehlen wir Ihnen hierfür zunächst die Lektüre unserer Broschüren "Bürgerstiftungen: mitStiften!" sowie "Wege zu einer Bürgerstiftung". Beide sind innerhalb unserer Ratgeberreihe für Bürgerstiftungen erschienen, die Sie hier herunterladen können.

Was eine Bürgerstiftung ist, definieren die "10 Merkmale einer Bürgerstiftung" des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Dazu gehören u.a. die Unabhängigkeit von einzelnen Stiftern oder der Kommune, der breite Stiftungszweck und das dauerhafte Engagement für das Gemeinwesen in einem geografisch begrenzten Raum. Wer eine Bürgerstiftung gründen möchte, sollte vorab prüfen, ob das Vorhaben hierzu passt. Zu den "10 Merkmalen einer Bürgerstiftung"...

Gerne senden wir Ihnen neben den einführenden Informationen auch weiteres Informationsmaterial zu. Speziell für interessierte Volksbanken Raiffeisenbanken bieten wir unser "Informationspaket Bürgerstiftungen: Entscheidungs- und Argumentationshilfen" an.

Für Kommunen haben wir hier "10 Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Kommunen mit  Bürgerstiftungen" zusammengestellt.


 

 

 

 

2. Initiativphase

 

Wer ist bereit, sich mit Geld, Zeit und Ideen zu beteiligen?

 

Ob das Konzept Bürgerstiftung auch in Ihrer Stadt oder Region realisierbar ist, lässt sich am einfachsten feststellen, indem man wichtige Multiplikatoren auf das Konzept der Bürgerstiftung anspricht. Deren Mitwirkung als Stifter oder Spender, als Vorstands- oder Kuratoriumsmitglied, als Multiplikator oder Ideengeber ist ein wichtiger weiterer Schritt zur Bürgerstiftung. Hinweise zum Vorgehen sowie eine Mustersatzung finden Sie in unseren Ratgebern "Wege zu einer Bürgerstiftung" und "Fundraising für Bürgerstiftungen", die Sie hier herunterladen können.

Einen Powerpoint-Vortrag "Eine Bürgerstiftung für unsere Stadt" schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne per E-Mail zu. Wenn unsere Terminlage es zulässt, stehen wir auch jederzeit für einen Vortrag im Rahmen einer Informationsveranstaltung zur Verfügung.

Durch ein kostenfreies Abonnement unseres quartalsweise erscheinenden Informationsdiensts "mitStiften - Der Rundbrief Bürgerstiftungen" können Sie sich zudem von Wissenswertem über die Arbeit anderer Bürgerstiftungen anregen lassen.

 

 

 

 

 

3. Gründungsphase

 

Wie gründet man eine Bürgerstiftung?

 

Der formelle Weg zur Gründung einer Bürgerstiftung setzt voraus, dass der Initiativkreis bzw. der Initiator ein anfängliches Stiftungskapital für die Bürgerstiftung von i.d.R. mindestens 50.000 Euro aufgebracht hat und sich mehrere Personen für Vorstands- und Kuratoriumsämter zur Verfügung stellen.

Die Summe des Anfangskapitals und die Namen der künftigen Organmitglieder werden auf dem Formular "Stiftungsgeschäft" eingetragen und zusammen mit der Satzung an die zuständige Stiftungsbehörde zur rechtlichen Anerkennung der Stiftung geschickt. Es ist empfehlenswert, den Satzungsentwurf in dem Zeitfenster, in dem sich die Gründungsabsicht konkretisiert, zur Vorprüfung der stiftungsrechtlichen und gemeinnützigkeitsrechtlichen Anforderungen bei der Stiftungsbehörde einzureichen. Ansprechpartner und Kontaktdaten nennen wir Ihnen gern. Die Stiftungsbehörde setzt sich von sich aus mit dem zuständigen Finanzamt in Verbindung. Sobald die Stiftungsbehörde die Anerkennungsurkunde ausstellt, erhält die Bürgerstiftung ihre rechtliche Selbständigkeit. Im nächsten Schritt konstituieren sich die Organe.

 

 

In welchem Gebiet will die Bürgerstiftung wirken? Womit will sie ihr Engagement konkret umsetzen?

 

Neben dem formellen Weg zur Gründung gehört zur fachlichen Vorbereitung während der Gründungsphase die Klärung verschiedener Fragen. Hierzu zählt u. a. die Frage nach der Größe der Bürgerstiftung (in welchem Gebiet soll die Bürgerstiftung wirken?) und die Frage nach dem ersten Projekt, mit dem die Bürgerstiftung aus der Vielzahl ihrer Stiftungszwecke ein wichtiges Anliegen konkretisiert. Selbstverständlich zählen auch alle klassischen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wie die Gestaltung eines Logos usw. dazu. Zu diesen und anderen wichtigen Themen hat die Aktive Bürgerschaft weitere Ratgeber erarbeitet, die Sie hier herunterladen können.

 

 

 

 

Alles über Bürgerstiftungen  +++  Mitstiften  +++  Gründen  +++  Weiterbilden und Vernetzen +++  Informieren  +++  Menschen und Geschichten  +++  Fakten und Trends +++  Unsere Angebote  +++  Bürgerstiftungsfinder  +++  Rundbrief  +++ Termine +++ Ansprechpartner