10 Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Kommunen mit Bürgerstiftungen

 

In vielen Städten und Gemeinden funktioniert das Miteinander von Bürgerstiftung und Kommune gut. Leider sind aus Sicht der Bürgerstiftungen jedoch immer wieder Vereinnahmungsversuche zu registrieren, wie unsere Untersuchung zu Nicht-Bürgerstiftungen im "Länderspiegel Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2012" zeigt.

Lokalpolitiker oder Mitarbeiter der Kommunalverwaltung, die das Thema Bürgerstiftung vor Ort aufgreifen, sollten sich dieser Problematik bewusst sein und sensibel damit umgehen. Die folgenden Hinweise können helfen, typische Probleme zu vermeiden.




1. Was Kommunen nicht tun sollten:

 

1.1 Als Kommune eine Bürgerstiftung gründen, mit Ratsmitgliedern die Gremien besetzen und die Bürger um Zustiftungen bitten. Das widerspricht der Idee und den Merkmalen einer Bürgerstiftung, bringt kaum Zustiftungen und ist eine Steilvorlage für alle Kritiker.
Stattdessen: Die Idee einer Bürgerstiftung öffentlich begrüßen, sich aber nicht als Initiator oder Motivator in die Pflicht nehmen lassen. Die Botschaft: Unterstützen ja, anschieben nein.

1.2 Im Rat die Gründung einer Bürgerstiftung beschließen. Da die Gründung einer Bürgerstiftung keine Angelegenheit des Rates ist, gibt es für ihn auch nichts zu beschließen. Im schlimmsten Fall wird die gute Absicht „politisiert“ und im Streit der Fraktionen und Parteien beschädigt.
Stattdessen: Die Idee einer Bürgerstiftung öffentlich begrüßen und zu einer Angelegenheit der Bürger und Unternehmen erklären.

1.3 Sich in den Vorstand einer Bürgerstiftung berufen oder sich zum Vorsitzenden eines Organs wählen lassen. Das weckt Erwartungen, die nicht erfüllt werden können (Geld für die Bürgerstiftung) und programmiert bei klammen kommunalen Haushalten Interessenkonflikte vor (Förderung durch die Bürgerstiftung anstelle der Kommune).
Stattdessen: Andere Funktionen bei der Bürgerstiftung annehmen wie z. B. Schirmherr, Kuratoriumsmitglied oder im Freundeskreis aktiv werden.

1.4 Als Verwaltung oder Lokalpolitiker die Bürgerstiftung ignorieren. Die Arbeit der Bürgerstiftung hat so oder so Auswirkungen in und auf die Kommune, z. B. bei Fragen der Finanzierung oder Folgefinanzierung von Vorhaben.
Stattdessen: Einen guten Draht zur Bürgerstiftung pflegen und eine aufgaben- und arbeitsteilige Zusammenarbeit suchen.

1.5 Die Bürgerstiftung von der Stadt oder Gemeinde mitverwalten lassen. Wenn die Adresse des Rathauses auch die der Bürgerstiftung wird, erweckt, was vielleicht großzügig gemeint war, nach außen einen falschen Eindruck.
Stattdessen: Kontakte nutzen, um der Bürgerstiftung leerstehende Büro- oder Gewerbeimmobilien für eine Zwischennutzung zur Verfügung zu stellen.

 

2. Was Kommunen tun sollten:

 

2.1 Beteiligen Sie sich als Gründungsstifter oder Zustifter an einer Bürgerstiftung. Neben Geld können auch Immobilien, Wertpapiere, Unternehmensbeteiligungen oder sonstige Vermögensgegenstände eingebracht werden.

2.2 Einen Matching Fund auflegen, aus dem alle Zustiftungen an die Bürgerstiftung verdoppelt werden. Dies ist nicht nur ein Anreiz für weitere Zustifter, sondern zugleich ein Signal, dass öffentliche Gelder nur zu erwarten sind, wenn sich auch die private Seite engagiert. Der Fonds kann in der Höhe und in der Laufzeit begrenzt sein.

2.3 Stiftungen durch die Bürgerstiftung verwalten lassen und potentielle Stifter an die Bürgerstiftung verweisen. Verwaltungen müssen nicht mehr selbst Treuhandstiftungen für Bürger errichten und verwalten. Wer dies frühzeitig von der Bürgerstiftung machen lässt, spart Kosten und Aufwand.

2.4 Engagementförderung und Koordinierung durch die Bürgerstiftung betreiben lassen. Kommunen fördern vielfach sogenannte engagementunterstützende Einrichtungen und Maßnahmen. Für privates Engagement kann die Bürgerstiftung ein wichtiger Koordinator und Ansprechpartner für die Kommune sein.

2.5 Kenntnisse und Kompetenzen der Bürgerstiftung nutzen. Bürgerstiftungen verfügen häufig über gute Netzwerke und Kontakte, sie haben Zugang zu verschiedenen Formen bürgerschaftlichen Engagements.

 

 

 

 

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