Ostdeutsche Bürgerstiftungen tauschen sich aus
25 Vertreterinnen und Vertreter der ostdeutschen Bürgerstiftungen und Gründungsinitiativen tauschten sich am 19. Oktober 2012 in Berlin-Neukölln beim zehnten Forum Bürgerstiftungen Ost aus. Im Mittelpunkt stand die Gewinnung von jungen Menschen und von Zeitstiftern für die Bürgerstiftungen.
Dass auch Kinder und Jugendliche verantwortungsvoll mit Geld und Förderanträgen umgehen können, zeigte der erste Workshop. Julia Röhrich von Children for a better World e.V. stellte vor, wie junge Menschen über Beiräte systematisch in die Stiftungsarbeit eingebunden werden können. Im Ideenwettbewerb „Kohle für Coole“ der Bürgerstiftung Barnim Uckermark übernehmen Jugendliche selber Verantwortung. Sie führen den Wettbewerb durch, finanzieren ihn durch einen Social Day und entscheiden in der Jury über die Preisträger, berichtete Helga Thomé. Jens Bemme schilderte, wie er und seine Mitstreiter sich in der StudentenStiftung Dresden für bessere Studienbedingungen engagieren.
„Zeitstifter gewinnen und binden“ – Christiane Biedermann von der Aktiven Bürgerschaft führte in die Grundzüge des Freiwilligenmanagements ein. Wie die Bürgerstiftung für Chemnitz Ehrenamtliche für ihre Arbeit gewinnt und bürgerschaftliches Engagement in der Stadt fördert, berichtete Sabine Sieble. Durch eine Danke-Card und einen Bürgerpreis wird Engagement anerkannt. Auch die Gewinnung ehrenamtlicher Gremienmitglieder ist eine Herausforderung für Bürgerstiftungen. Wie die Parchimer Bürgerstiftung hierbei vorgeht, stellte Regine Wetzig vor.
Dass Bürgerstiftungen ihre Erfolgsgeschichte auch trotz der andauernden Finanzkrise weiter fortschreiben, zeigte Bernadette Hellmann von der Aktiven Bürgerschaft anhand der jährlich erhobenen Daten für den „Länderspiegel Bürgerstiftungen“ auf. Die zweistelligen Wachstumsraten beim Vermögensaufbau, den Spendeneinnahmen und den Ausgaben für Projektförderungen sind seit der Finanzkrise weiter stabil. Die ostdeutschen Bürgerstiftungen haben zwar weniger Stiftungskapital als die westdeutschen, aber wachsen stetig und konnten insbesondere hohe Summen in das lokale Gemeinwohl investieren.
Das „Regionalforum Bürgerstiftungen Ost“ veranstaltet die Aktive Bürgerschaft gemeinsam mit der Amadeu-Antonio-Stiftung und der Bürgerstiftung Neukölln jährlich im Oktober. Was Bürgerstiftungen ausmacht und wie sie sich selbst verstehen, vertieft der im Dezember erscheinende Band „Diskurs Bürgerstiftungen“ der Aktiven Bürgerschaft.
