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Bildnachweis: Werner Kissel / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Wie viele Bürgerstiftungen gibt es in Deutschland und wo gibt es die meisten?

Wie entwickeln sich Bürgerstiftungen finanziell und wo können die Bürgerstiftungen 2024 stehen?

Ist Stiften in Zeiten von Niedrigzinsen überhaupt noch attraktiv und wer gibt an Bürgerstiftungen?

Die Stiftung Aktive Bürgerschaft hat im zehnten Jahr in Folge Zahlen und Fakten über die Entwicklung der Bürgerstiftungen in Deutschland erhoben. Erfahren Sie mehr im „Report Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2015“. Wenn Sie sich fragen, wie diese zustande gekommen sind, finden Sie Antworten unter Methodik.

Hier den "Report Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2015" als PDF-Datei herunterladen oder in unserem Shop bestellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Bürgerstiftungen in Deutschland: 387 Erfolgsgeschichten

 

387 Bürgerstiftungen gibt es in Deutschland. Dabei geht es nicht um möglichst viele Bürgerstiftungen, sondern um möglichst eine Bürgerstiftung für jede Stadt oder Region. Knapp die Hälfte der Bevölkerung (48,1 %) lebt bereits heute im Einzugsgebiet einer Bürgerstiftung. Bezogen auf die Fläche Deutschlands decken die Einzugsgebiete aller Bürgerstiftungen 28,1 % der Bundesrepublik ab. Bürgerstiftungen sind also bislang vor allem in urbanen, bevölkerungsdichten Räumen gegründet worden. Um das Konzept „Eine Region, eine Bürgerstiftung“ deutschlandweit zu verwirklichen, besteht also noch Handlungsbedarf. Erfreulich: Die nichtrechtsfähigen Bürgerstiftungen, vor allem in kleineren Gemeinden, sind in der Statistik des Reports Bürgerstiftungen nicht erfasst. Zu den 387 rechtlich selbstständigen Bürgerstiftungen kommen noch 20 rechtlich unselbstständige Bürgerstiftungen hinzu, die von ersteren mitverwaltet werden. Nicht so erfreulich: Die Zahl der jährlichen Errichtung neuer Bürgerstiftungen ist seit einigen Jahren rückläufig und lag erstmals im vergangenen Jahr nicht mehr im zweistelligen Bereich. Im aktuellen Jahr 2015 wurden bis zum 30.6. (Ende der Datenerhebung) bislang zwei neue Bürgerstiftungen gegründet. Weitere Gründungen stehen jedoch dieses Jahr noch bevor.

Das Stiftungskapital wächst weiter auf insgesamt 305 Millionen Euro. 29,2 Millionen Euro an Zustiftungen vertrauten Stifter den Bürgerstiftungen im Jahr 2014 an, das ist ein Zuwachs um 10,6 %. Auch in den Vorjahren wuchs das Stiftungskapital um 10 bis knapp 20 % per anno. Wachstumsmotor sind die 117 Bürgerstiftungen, die es anderen Menschen ermöglichen, unter dem Dach der Bürgerstiftung mit eigenen Ideen und Zwecken stifterisch tätig zu werden. Mehr als 75 % aller Zustiftungen an Bürgerstiftungen im letzten Jahr gingen an diese Bürgerstiftungen. Ein interessantes Phänomen: Nicht jede Zustiftung an diese Gruppe von Bürgerstiftungen war zweckgebunden. Möglicherweise hat das Engagement „namhafter“ Stifterinnen und Stifter, die ihr Engagement oftmals mit einem bestimmten Zweck und ihrem Namen verbinden möchten, einen positiven Effekt auf weitere Menschen, für die dann eine zweckfreie Zustiftung an ihre Bürgerstiftung die richtige Wahl ist.

Die Anzahl der „namhaften“ Stifter wächst. Immer mehr Stifter vertrauen ihre eigene Stiftung einer Bürgerstiftung an: Mit 343 Stiftungsfonds und 269 Treuhandstiftungen engagieren sich Privatpersonen, Unternehmen und andere Institutionen über eine Bürgerstiftung für lokale gemeinnützige Zwecke. 116 der 305 Millionen Euro Stiftungskapital liegen zweckgebunden z. B. für die Integration von Flüchtlingen oder die Förderung junger Menschen in Stiftungsfonds und Treuhandstiftungen.

Um ihre Förderzwecke mit zum Teil noch kleinen Stiftungsvermögen und seit einigen Jahren mit niedrigen Zinserträge leisten zu können, werben die Bürgerstiftungen auch um Spenden zur zeitnahen Verwendung. Die Spendeneinnahmen sind gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht gestiegen und lagen 2014 bei 12 Millionen Euro. Die Ausgaben für die Förderung der vielfältigen Stiftungszwecke lag 2014 mit 14,1 Millionen Euro leicht unter dem Wert von 14,3 Mio. Euro der beiden Vorjahre.

Bürgerstiftung heißt, von Bürgern für Bürger. Rund 30.000 Stifter insgesamt engagieren sich finanziell für eine lokale Bürgerstiftung – als Gründungsstifter, mit Zustiftungen oder einer eigenen Stiftung in Form eines Stiftungsfonds oder einer Treuhandstiftung. 15.000 Ehrenamtliche engagieren sich darüber hinaus mit Zeit und Ideen: Rund 10.000 Menschen sind ehrenamtlich in Projekten oder Geschäftsstellen der Bürgerstiftungen aktiv, weitere 5.000 in den Gremien wie Vorstand, Stiftungsrat oder Stiftungskuratorium. Nicht wenige Bürgerstiftungen verfügen noch über ein weiteres Organ, die sogenannte Stifterversammlung oder Stifterforum. In anderen Orten engagieren sich sogenannte „Freundeskreise“ für ihre Bürgerstiftung. Wer sind diese Menschen, die sich für und in Bürgerstiftungen engagieren? Hier stellen wir Ihnen einige Stifter, Spender und Ehrenamtliche vor.

Wer gibt eigentlich an Bürgerstiftungen?
Danach hat die Aktive Bürgerschaft zum zweiten Mal nach 2009 auch in diesem Jahr wieder gefragt. Die Ergebnisse haben sich nur wenig verändert. In 2014 kamen die Zustiftungen an Bürgerstiftungen in Deutschland zu 80,4 % von Privatpersonen, zu 12,8 % von Unternehmen, zu 5,6 % vom Staat und zu 1,2 % aus der Gesellschaft, d. h. von anderen gemeinnützigen Organisationen. Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei den Spenden an Bürgerstiftungen. Knapp die Hälfte (49,7 %) der Spenden kamen von Privatpersonen. Unternehmen zeigen sich eher spendenfreudiger als stiftungsaktiv. 31,5 % aller Spenden an Bürgerstiftungen im 2014 kamen von Unternehmen. Weitere Spenden und Förderungen kamen zu 5,4 % vom Staat und zu 13,3 % aus der Gesellschaft, also von anderen gemeinnützigen Organisationen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Bürgerstiftungen in den Bundesländern: Überall, aber nicht überall gleich

 

Bürgerstiftungen gibt es in allen Bundesländern außer dem Saarland. Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen. Hier wurde 1996 in Gütersloh nicht nur die erste Bürgerstiftung gegründet, mit 111 Bürgerstiftungen gibt es in diesem Bundesland auch die meisten dieser Stiftungen von Bürgern für Bürger. Auch mit anderen Bürgerstiftungsfakten kann sich das Land zwischen Porta Westfalica und Porta Nigra sehen lassen. Hier gibt es auch die meisten Bürgerstiftungen mit einem Stiftungskapital von mehr als einer Million Euro (18) und das höchste Stiftungskapital von Bürgerstiftungen in einem Bundesland (76,9 Millionen Euro).

Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Bundesländer Baden-Württemberg (93 Bürgerstiftungen) und Niedersachsen (59 Bürgerstiftungen). Das Stiftungskapital der baden-württembergischen Bürgerstiftungen ist mit 56,5 Millionen Euro fast genauso groß wie das der niedersächsischen Bürgerstiftungen mit 56,4 Millionen Euro. Entsprechend liegt das durchschnittliche Stiftungskapital einer Bürgerstiftung aus dem „Ländle“ bei 615.000 Euro, einer Bürgerstiftung zwischen „Harz und Heide“ bei 956.000 Euro. Die Zahl der Bürgerstiftungen mit mehr als einer Million Euro Stiftungskapital liegt dafür mit 17 in Baden Württemberg deutlich höher als in Niedersachsen (11).

Berücksichtigt man die Bevölkerungsanzahl der jeweiligen Bundesländer, verschiebt sich die Reihenfolge der Bundesländer leicht. Am dichtesten sind Bürgerstiftungen dann in Baden-Württemberg gesät: Auf eine Million Einwohner kommen 8,6 Bürgerstiftungen. In Niedersachsen sind es 7,5 und in Nordrhein-Westfalen 6,2 Bürgerstiftungen auf eine Million Einwohner. Insgesamt bleibt die Spitzengruppe der Bürgerstiftungsländer aber auch hier unter sich.

Jedoch auch in anderen Bundesländern entwickeln sich die Bürgerstiftungen weiterhin erfolgreich. Ebenfalls elf Stiftungskapitalmillionäre gibt es unter den Bürgerstiftungen im Freistaat Bayern, obwohl es hier insgesamt lediglich erst 37 Bürgerstiftungen gibt. Noch größer ist die „Millionärsdichte“ nur im Norden Deutschlands. Bei vier von neun Bürgerstiftungen in Schleswig Holstein beträgt das Stiftungskapital bereits mehr als eine Million Euro. In Hessen liegt das durchschnittliche Stiftungskapital einer Bürgerstiftung mit 947.000 Euro fast so hoch wie in Niedersachsen. Die 29 hessischen Bürgerstiftungen haben insgesamt mehr Stiftungskapital (27,5 Millionen Euro) als die 37 bayerischen Bürgerstiftungen (24,9 Millionen Euro).

 

Unter den ostdeutschen Bundesländern hebt sich Sachsen hervor. Hier gibt es zwar nicht die meisten Bürgerstiftungen (sondern je sieben in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen), dafür aber mit 6,8 Millionen Euro das höchste Stiftungskapital und die einzige ostdeutsche Bürgerstiftung mit mehr als einer Million Euro Stiftungskapital (Dresden). Das Bürgerstiftungsmodell hat sich in Ost- und Westdeutschland erfolgreich etabliert. Bei allen Gemeinsamkeiten lassen sich Besonderheiten feststellen. Das Schaubild gibt die Zahlen und Fakten wieder, die mit einer Sonderumfrage anlässlich 25 Jahre nach dem Mauerfall erhoben wurden.




Auch in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg engagieren sich Menschen und haben eine oder mehrere Bürgerstiftung gegründet. In der Hansestadt Hamburg wurde 1999 eine der ersten Bürgerstiftungen in Deutschland mit umgerechnet 50.000 Euro gegründet. Ende 2014 betrug das Stiftungskapital der größten deutschen Bürgerstiftung 31 Millionen Euro. Anders als In Hamburg haben sich in Bremen und vor allem Berlin auch Bürgerstiftungen auf Bezirks- bzw. Stadtteilebene gegründet. Die Hauptstadtbürgerstiftungen stehen noch davor, die Millionengrenze ihres Stiftungskapitals zu überschreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Bürgerstiftungen vor Ort: Die Zukunft schon heute

 

Bürgerstiftungen sind verlässliche Partner für gemeinnützige Projekte und Vereine vor Ort: Mit 14,1 Millionen Euro insgesamt fördern sie diese in gleicher Höhe wie im Vorjahr. Fast 100 Millionen Euro haben die Bürgerstiftungen seit 2005 für das Gemeinwohl eingesetzt.

Ein wichtiger Förderbereich für die Bürgerstiftungen ist das Thema Bildung. Hier investieren sie fast die Hälfte ihrer Mittel (47 %), gefolgt von Kunst und Kultur (17 %) und Sozialem (15 %), Gesundheit und Sport (7 %). Was Bürgerstiftungen mit ihrer Arbeit bewegen, zeigen beispielhaft die vier Gewinner des Förderpreises Aktive Bürgerschaft 2015 für Bürgerstiftungen. Sie unterstützen die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in ihrer Stadt, haben ein Netzwerk aufgebaut, das Demenzkranken und ihren Angehörigen in der Region weiterhilft, waren mit einer Fundraising-Kampagne zugunsten eines Kulturpatenprojektes erfolgreich oder unterstützen Menschen, selbst als Stifter aktiv werden zu können.

Mit dem Bürgerstiftungs-Benchmark der Aktiven Bürgerschaft werden nicht nur Stiftungskapital, Spendeneinnahmen und Projektförderungen gemessen, um den Gremien von Bürgerstiftungen eine Unterstützung für das strategische Management zu geben, der Bürgerstiftungs-Benchmark wirft auch einen Blick in die Zukunft. Was heute die Top-Ten-Bürgerstiftungen an Spitzenleistungen beim Vermögensaufbau, den Spendeneinnahmen und den Fördersummen erbringen, wird in einigen Jahren zur Alltagsbilanz der meisten Bürgerstiftungen in Deutschland gehören.

Mit mehreren 100.000 Euro unterstützten im Jahr 2014 die zehn förderstärksten Bürgerstiftungen bürgerschaftliches Engagement und gemeinnützige Organisationen in ihren Städten und Regionen oder führten eigene Projekte durch. Auch in kleineren Orten mit weniger Einwohnern leisten Bürgerstiftungen eine relevante Förderung. Umgerechnet zwischen 4 und 18 Euro pro Kopf der Bevölkerung hat die Spitzengruppe der Bürgerstiftung für das lokale Gemeinwohl im Jahr 2014 ausgegeben.

Mehr zu den drei Kategorien des Bürgerstiftungs-Benchmark können Sie direkt hier nachlesen bzw. über die nachfolgende Galerie erreichen.

 

 

Benchmark Bürgerstiftungen Benchmark Vermögenswachstum Benchmark Spendeneinnahmen Benchmark Projektförderung

 

Das Modell der Bürgerstiftung wie es auch in den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zum Ausdruck kommt, beinhaltet den kontinuierlichen Aufbau des Stiftungskapitals. So starteten die ersten beiden Bürgerstiftungen in Deutschland 1996 in Gütersloh und 1997 in Hannover mit einem Gründungskapital von einer Million Euro (Gütersloh) bzw. 80.000 Euro (Hannover). Inzwischen haben sie dies bis heute auf fast sechs Millionen Euro (Gütersloh) bzw. mehr als zehn Millionen Euro (Hannover) ausgebaut.

Die Stiftung Aktive Bürgerschaft hat für die Analyse des Kapitalwachstums der Bürgerstiftungen vorläufig fünf Vermögensklassen von „weniger als 100.000 Euro“ bis „mehr als eine Million Euro“ gebildet. Je mehr Bürgerstiftungen in den oberen Vermögensklassen sind, desto größer ist das tatsächliche Kapital (im Unterschied zu Durchschnittswerten) der Bürgerstiftungen in Deutschland. Zum 31.12.2014 hatten bereits 69 Bürgerstiftungen ein Stiftungskapital von mehr als einer Million Euro, neun Bürgerstiftungen mehr als noch zum Ende des Vorjahres. Um zwei Bürgerstiftungen ist die Klasse der „DM“-Millionäre (500.000 EUR bis 1 Million Euro) größer geworden. In den drei unteren Stiftungskapitalklassen ist die Anzahl der Bürgerstiftungen zum Teil gesunken, zum Teil stabil geblieben. Dies liegt sowohl an den immer noch stattfindenden Neugründungen von Bürgerstiftungen als auch daran, dass nicht alle Bürgerstiftungen beim weiteren Vermögensaufbau gleichermaßen erfolgreich sind.

Die bisherigen Wachstumsraten zeigen, dass in wenigen Jahren die Zahl der Bürgerstiftungen mit einem Kapital von mehr als einer Million Euro vergleichsweise größer sein wird als unter den klassischen Stiftungen. Diese verfügen nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zu 72,4 % über ein Stiftungskapital unter einer Million Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Kapitalwachstum der Bürgerstiftungen bis 2024: 3 Szenarien

 

Ein wesentliches Ziel der Bürgerstiftungen ist es, langfristig Kapital aufzubauen. Die Aktive Bürgerschaft hat Bürgerstiftungen auch immer unter diesem Aspekt der Bildung zivilgesellschaftlichen Eigenkapitals gesehen. Dabei geht es nicht darum, rückläufige öffentliche Mittel durch private Spenden und Stiftungserträge zu ersetzen. Es geht vielmehr darum, dass Bürgerstiftungen über Eigenmittel verfügen, die es ihnen erlauben, ihre eigene zivilgesellschaftliche Agenda zu verfolgen und sich nicht nach den Vorgaben und Zielen öffentlicher Förderprogramme oder Interessen anderer Sponsoren richten zu müssen. Mehr dazu in einem Fachbeitrag von Nährlich/Hellmann, den Sie hier herunterladen können.

Die ersten Jahre der Gründung von Bürgerstiftungen in Deutschland waren geprägt von der praktischen Umsetzung und Anpassung an die deutschen Rahmenbedingungen des aus den USA „importierten“ Modells der Community Foundation. Ende 2004 gab es 24 Bürgerstiftungen in Deutschland, deren Stiftungskapital zusammen sieben Millionen Euro betrug (Daten bei den entsprechenden Bürgerstiftungen in 2015 nacherhoben). Im Jahr 2006 startete die Aktive Bürgerschaft ihre jährliche Datenerhebung beginnend für die Jahre 2004 und 2005. Zwischen 2004 und 2014 ist das Stiftungskapital der nun 387 Bürgerstiftungen (Grundstockvermögen und verwaltete Treuhandstiftungen) von 25 auf 305 Millionen Euro gestiegen.

Im Jubiläumsjahr der Datenerhebung wollten wir Antworten auf die Frage finden, wo werden die Bürgerstiftungen im Jahr 2024 finanziell stehen? Wir haben dabei drei Szenarien in den Blick genommen:

1. Die Entwicklung geht so weiter, wie bisher. Auf Grundlage dieser Annahme, haben wir auf Basis der Jahre 2004 bis 2014 das Kapitalwachstum bis zum 31.12.2024 hochgerechnet. Das Kapital der Bürgerstiftungen in Deutschland wird dann insgesamt bei 586 Millionen Euro liegen.

2. Die Entwicklung verläuft schlechter: Eine positive Entwicklung in der Vergangenheit ist kein Garant, dass dies auch in Zukunft so sein wird. Im ungünstigsten anzunehmenden Fall (Worst Case) der weiteren Entwicklung der Bürgerstiftungen schätzen wir, dass sich das Stiftungskapital zum 31.12.2014 lediglich auf 400 Millionen Euro belaufen wird. Vier Aspekte haben wir identifiziert, die sich negativ auswirken könnten: ein generell nachlassendes Engagement im Stiftungsbereich, weniger zur Verfügung stehende finanzielle Mittel der privaten Haushalte, ein zunehmender Wettbewerb der Stiftungen um Zustiftungen (und Spenden) sowie die Gefahr von Image- und Vertrauensverlusten, insbesondere durch kommunale Nicht-Bürgerstiftungen.

3. Die Entwicklung verläuft besser: Auf Grundlage dieser These haben wir uns entschieden, ein Wachstum auf Basis derjenigen Bürgerstiftungen zu berechnen, denen seit einigen Jahren der Großteil der jährlichen Zustiftungen insgesamt zufließt. Es sind dies zurzeit 117 Bürgerstiftungen, die zweckgebundene Formen des Zustiftens anbieten. Wachsen künftig alle deutschen Bürgerstiftungen, wie bislang die Bürgerstiftungen mit Treuhandstiftungen und Stiftungsfonds, kann das Stiftungskapital aller deutschen Bürgerstiftungen zum 31.12.2024 im besten Fall (Best Case) 905 Millionen Euro betragen.

In welcher Höhe und durch welche Maßnahmen und Effekte das Wachstumspotential zwischen 586 und 905 Millionen tatsächlich ausgeschöpft wird, ist offen. Nicht alle Bürgerstiftungen werden kurz- und mittelfristig zweckgebundene Formen des Zustiftens anbieten. Dafür blieben in unserem Best-Case-Szenario andere positive Einflussfaktoren, wie noch zu realisierende Vermächtnisse oder Erbschaften, der zunehmende Bekanntheitsgrad der Bürgerstiftungen oder eine steigende Professionalisierung in Gremien und (soweit vorhanden) Geschäftsstellen, unberücksichtigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Volksbanken Raiffeisenbanken engagiert für Bürgerstiftungen

 

Bürgerstiftungen wollen als „Stiftung von Bürgern für Bürger“ Verantwortung für das Gemeinwohl in ihrer Stadt oder Region übernehmen, ihre Stiftungsangelegenheiten selbst verwalten und auch andere Menschen darin unterstützen, selbst aktiv werden zu können. Bürgerstiftungen weisen damit eine große Nähe zur genossenschaftlichen Philosophie der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung auf.

Bundesweit unterstützen die Volksbanken und Raiffeisenbanken mit der Stiftung Aktive Bürgerschaft und im Sinne der „10 Merkmale einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen die Gründung und Entwicklung von Bürgerstiftungen in Deutschland. Mehr als vier von fünf Bürgerstiftungen profitieren heute vom Engagement ihrer örtlichen Genossenschaftsbank, beispielsweise als Initiatoren und Wegbereiter einer Bürgerstiftung, als Projektförderer oder durch so genannte Matching Funds, mit denen sie Zustiftungen von Bürgern bis zu einem festgelegten Betrag verdoppeln und einen Anreiz zum Mitmachen stiften.

Im Jahr 2002 hat der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) seine Mitglieder – Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD-Banken, Kirchenbanken und andere Genossenschaftsbanken – zu einem verstärkten Engagement für Bürgerstiftungen aufgerufen. Die Aktive Bürgerschaft als Kompetenzzentrum der Volksbanken und Raiffeisenbanken für Bürgerengagement unterstützt und begleitet seither bundesweit das Engagement der Genossenschaftsbanken für Bürgerstiftungen.

Genossenschaftsbanken sind inzwischen Gründungsstifter bei 243 Bürgerstiftungen und Förderer bei 145 Bürgerstiftungen. Diese 328 (von insgesamt 387) Bürgerstiftungen werden von 267 Genossenschaftsbanken, Unternehmen und Verbänden der Genossenschaftlichen FinanzGruppe unterstützt. Dies entspricht einer bundesweiten Engagementquote von 85 %. Über dem Bundesdurchschnitt engagiert sind die Genossenschaftsbanken in Bremen (100 % aller Bürgerstiftungen werden von einer Genossenschaftsbank unterstützt); Mecklenburg-Vorpommern (100 %); Niedersachsen (90 %); Baden-Württemberg (89 %), Nordrhein-Westfalen (86 %) und Thüringen (86 %).

Mehr über die Kampagne Bürgerstiftungen der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Stiftung Aktive Bürgerschaft erfahren Sie hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Methodik Report Bürgerstiftungen

 

Der „Report Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2015“ basiert auf einer Vollerhebung aller Bürgerstiftungen, die den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen ntsprechen und bis zum 30.06.2015 gegründet wurden. Der Rücklauf lag bei 80 %. Stichtag der Finanzdaten war der 31.12.2014.

Die Stiftung Aktive Bürgerschaft legt im zehnten Jahr in Folge Zahlen und Fakten zur Entwicklung der Bürgerstiftungen in Deutschland vor. Der „Report Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2015“ führt den bisherigen „Länderspiegel Bürgerstiftungen“ fort.

Die Angaben zu Bürgerstiftungen in Ost und West sowie zur Mittelverwendung sind den Sonderumfragen der „Länderspiegel Bürgerstiftungen“ aus den Jahren 2014 (Daten 2013) und 2011 entnommen (Daten 2010).

Mehr zur Methodik können Sie hier nachlesen.

Informationen über die datengestützten Steuerung des Programmbereiches Bürgerstiftungen der Aktiven Bürgerschaft finden Sie hier.

Weitere Auskünfte geben wir Ihnen gern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansprechpartner

 

Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer
E-Mail: stefan.naehrlich@aktive-buergerschaft.de
Telefon: 030 2400088-1; Fax -9


 

 

 

 

 

 

 

 

Christiane Biedermann, Programm-Leiterin Bürgerstiftungen
E-Mail: christiane.biedermann@aktive-buergerschaft.de
Telefon: 030 2400088-2; Fax -9


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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