bürgerAktiv
Nachrichtendienst Bürgergesellschaft
Ausgabe 184 - November-Dezember 2017
EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser,
während die Regierungsbildung dauert, geht es in der Zivilgesellschaft sehr lebendig zu. Zum Jahresende wurden wieder viele tolle Initiativen geehrt. Schauen Sie mal auf die kleine, aber feine Meldung aus Rheinland-Pfalz in unserer Rubrik Regionales, da hilft ein Briefkasten, die manchmal klemmende Tür zur Hilfe zu öffnen.
Nicht nur aktiv, sondern auch passiv erlebt die Zivilgesellschaft einen Aufschwung, nämlich als Forschungsobjekt. Nach einem Abbau der wissenschaftlichen Kapazitäten in den vergangenen Jahren sind nun zwei Institutsgründungen zu melden; es gibt ein neues Forschungszentrum in Berlin, das sich unter anderem mit bürgerschaftlichem Engagement befassen wird, und es ist ein dezentrales Bundesinstitut für gesellschaftlichen Zusammenhalt ausgeschrieben. In seinem Kommentar beleuchtet Dr. Rudolf Speth, wie sich das wissenschaftliche Verständnis von Zivilgesellschaft wandelt und wo die neue Reise hingehen kann.

Ihre Reise geht hoffentlich erholsam durch die Feiertage und gut ins neue Jahr!

Es grüßen herzlich

Gudrun Sonnenberg und Dr. Stefan Nährlich, Redaktion bürgerAktiv

INHALT
Aktive Bürgerschaft
> Forum Aktive Bürgerschaft 2018: Eigensinniges Engagement fördern
> Stiften: Neue Akteure, Formen, Perspektiven
Gesellschaft
> Wissenschaft: Neues Zentrum in Berlin und neues Bundesinstitut
> Kommentar: Neuer Zyklus in der Zivilgesellschaftsforschung
> Studie: Lückenbüßertum und Engagement
> Impulspapier: Geld, Zeit, Aufmerksamkeit für die Zivilgesellschaft
> Integration: Hilfe ist gut, Freundschaft noch besser
> Integrationspreis, Bürgerpreis: Geflüchtete im Mittelpunkt
Bürgerstiftungen
> Nagold: Bürgerstiftung eröffnet Bürgerzentrum
> Hannover: 20 Jahre Bürgerstiftung
> Waltrop: Neue Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung
Service Learning
> Hochschulen: Studierende wünschen sich mehr Information
> Marktoberdorf: Ausstellung über Atombunker
> Düsseldorf-Ratingen: Spenden für Tiere, Stressbälle, Deckel
Wirtschaft
> Befragungen zu Engagement: Finanzielle Effekte? Ja und nein
> Forschungsstelle: Genossenschaften und Daseinsvorsorge
Unternehmen
> Neuss, Kompass D: Unternehmensnetzwerk für Integration
Politik und Staat
> Datenschutz: Neue EU-Verordnung gilt auch für Gemeinnützige
> Bundesfamilienministerium: Ministerin verleiht Deutschen Engagementpreis
> Bundesinnenministerium: Auszeichnung für Bevölkerungsschutz
> Bevölkerungsschutz: Nicht alle Ehrenamtlichen werden freigestellt
Presseschau
> Die Zeit: Zehn Prozent abgeben
> manager magazin: Strippenziehen im großen Stil
> Welt am Sonntag: Der Erfinder des Yale-Modells
> Süddeutsche: Effektiv und wirksam sein
> Süddeutsche: Das Ehrenamt als Billigjob
Fachmedien
> Die Stiftung: Stiftungen und das Bürokratiemonster
> Die Stiftung: Bürgerstiftungen arbeiten am Alleinstellungsmerkmal
> Stiftung&Sponsoring: Künstlersozialkasse und Stiftungen
Regionales
> Hessen: Protest gegen Überwachung von Demokratieprojekten
> Sachsen-Anhalt: Engagement im Wohnviertel
> Rheinland-Pfalz: Briefkästen für Hilferufe und gegen Scham
Ausland
> Griechenland: Hilfsorganisationen müssen Spenden versteuern
> Argentinien: Einreiseverbot für NGO-Vertreter zur Welthandelskonferenz
Panorama
> Happy End: 160.000 Dollar für selbstlosen Obdachlosen gesammelt
AKTIVE BÜRGERSCHAFT
Forum Aktive Bürgerschaft 2018
Eigensinniges Engagement fördern
Engagement fördern, ohne die Engagierten zu vereinnahmen: Wie kann das gehen? Und wie politisch kann und soll Engagement sein? Darum geht es in zwei Podiumsdiskussionen mit Engagierten und Fachleuten beim Forum Aktive Bürgerschaft 2018 am 23. März 2018 in Berlin. In kleineren Themenräumen befassen sich die Teilnehmenden mit der Agenda der neuen Bundesregierung in Sachen Engagementförderung, mit der Wirkung von Service Learning und mit Stiftungshandeln im In- und Ausland. Vertreter von Bürgerstiftungen tauschen sich über Immobilien als Kapitalanlage für Bürgerstiftungen aus. Das Forum findet von 11 bis 16 Uhr in der DZ BANK am Brandenburger Tor in Berlin statt. Die Teilnahme ist kostenlos, weitere Informationen und eine Möglichkeit zur Anmeldung gibt es online.
> www.aktive-buergerschaft.de/forum
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Stiften
Neue Akteure, Formen, Perspektiven
Die Ansprüche und Wünsche von Gebenden verändern sich. Viele Spender möchten mitbestimmen und teilhaben bei der Verwendung ihres Geldes. Über die daraus resultierenden neuen Formen des Gebens diskutieren am 17. Januar 2018 von 17 bis 19 Uhr die Teilnehmer des 6. StiftungsIMPACT "Perspektiven des Gebens - Stiften - Spenden - Investieren". Veranstalter sind die ESV-Akademie des Erich Schmidt Verlags, in dem unter anderem die Fachzeitschrift Stiftung&Sponsoring erscheint, und die Aktive Bürgerschaft.
> www.esv.info/ ... /geben
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GESELLSCHAFT
Wissenschaft
Neues Zentrum in Berlin und neues Bundesinstitut
Am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) ist am 27. November 2017 das Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung eröffnet worden. Es soll die Entstehung und Entwicklung von Konflikten und Konfliktlinien in der Gesellschaft erforschen, aktuell solche, die durch die Einwanderung entstehen. Außerdem geht es um Organisationsformen und -räume von Protest und Engagement. Eine dritte Säule befasst sich mit bürgerschaftlichem Engagement: Wie vernetzen sich Initiativen langfristig, wie entwickeln sich solche Netzwerke, wie entwickeln sich Stiftungen, und wie verhält sich das bürgerschaftliche Engagement zu den politischen Konflikten. Ein wichtiges Ziel dabei sei der Aufbau von Dateninfrastrukturen, betonte der Gründungsdirektor des Zentrums, der Münchner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Edgar Grande, gegenüber bürgerAktiv. Grande bringt dazu Daten aus seinen Forschungsprojekten der vergangenen Jahre mit, unter anderem zur Politisierung von Konfliktthemen in Wahlkämpfen in Westeuropa, die im neuen Zentrum der Wissenschaft zugänglich gemacht werden sollen.
Das Zentrum ist eine Kooperation von WZB und Freier Universität. In den kommenden fünf Jahren leisten die Volkswagenstiftung und die Mercator Stiftung eine Anschubfinanzierung. Projekte mit weiteren Geldgebern sind in Planung. Damit können laut Grande sechs bis acht wissenschaftliche Stellen und fünf bis sechs Forschungsprojekte finanziert werden.
Bundesweit läuft derzeit eine dezentrale Ausschreibung für ein "Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt", die das Bundesministerium für Bildung und Forschung am 8. November 2017 bekannt gemacht hat. Mit bis zu 10 Millionen Euro jährlich aus Bundesmitteln sollen antidemokratische Phänomene in Randgruppen der Bevölkerung und ihre mangelnden Zugehörigkeitsgefühle untersucht werden.
> wzb.eu/ ... /zentrum-fuer-zivil-gesellschafts ...
> www.bmbf.de/ ... /bekanntmachung-1454.html
> www.taz.de/!5402305/
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Kommentar

Neuer Zyklus in der Zivilgesellschaftsforschung

Anlässlich der Gründung des neuen Zentrums für Zivilgesellschaftsforschung in Berlin befasst sich Dr. Rudolf Speth, Politikwissenschaftler und Privatdozent an der Freien Universität Berlin, mit dem aktuellen wissenschaftlichen Verständnis des Forschungsobjekts und stellt einen Umbruch fest: Wurden Zivilgesellschaft und Engagement in den vergangenen 20 Jahren noch als per se demokratisch und partizipativ begriffen, so ist künftig der Entwicklung Rechnung zu tragen, dass undemokratische Bestrebungen stärker werden. Die Zivilgesellschaftsforschung wird das Verständnis ihres Gegenstands erweitern müssen.


> www.aktive-buergerschaft.de/ ... /2017#2017-11
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Studie
Lückenbüßertum und Engagement
Die Vermutung, mit dem eigenen Engagement eine Lücke zu füllen, die eigentlich eine staatliche Aufgabe wäre, ist weit verbreitet und hält Menschen davon ab, sich zu engagieren. Das ist das Ergebnis einer Befragung von gut 2.000 Menschen in Deutschland, deren Ergebnis die Bertelsmann Stiftung unter dem Titel "Zwischen Eigensinn und Indienstnahme" veröffentlicht hat. Knapp zwei Drittel der Befragten, vor allem ältere Menschen, die sich für Gesundheit, Senioren, Umwelt- und Tierschutz engagierten, vermuten demnach eine sogenannte Indienstnahme ihres Engagements durch den Staat. Die Wirkungen dieser Vermutung sind gegensätzlich: Bei Menschen, die sich engagieren, fördert tendenziell die Indienstnahmevermutung das Engagement - nach dem Motto "Jetzt erst recht". Menschen, die sich nicht engagieren, hält sie vom Engagement ab. Autoren der Studie sind Prof. Dr. Dr. Helmut Schneider und Markus Gerold von der Steinbeis-Hochschule Berlin GmbH.
> www.bertelsmann-stiftung.de/ ... /Studie_Indi ...
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Impulspapier
Geld, Zeit, Aufmerksamkeit für die Zivilgesellschaft
Das Recht auf Engagementurlaub oder -freistellung, ein Zukunftsfonds aus Bundesmitteln für den Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen und die Bereitstellung erschwinglicher Immobilien durch die Kommunen für Engagement: So sehen die Impulse aus, die neun Akteure aus der Zivilgesellschaft in einem Positionspapier formulieren. Unter dem Titel "Starke Zivilgesellschaft jetzt" betonen sie die Notwendigkeit, die Entwicklung starker und unabhängiger zivilgesellschaftlicher Strukturen zu befördern. Sie fordern darüber hinaus auch ein Ministerium für Zivilgesellschaft und Vielfalt und einen Hauptausschuss für Zivilgesellschaft und Vielfalt im Bundestag (bislang gab es nur einen Unterausschuss). Zu den Unterzeichnern des Papiers gehören unter anderen die Geschäftsführer bzw. Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa), Deutschland rundet auf, Phineo gAG, Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) und betterplace.
> www.phineo.org/ ... /Impulspapier_Starke_Zivi ...
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Integration
Hilfe ist gut, Freundschaft noch besser
Neben Suche nach Arbeit und Bildung bewegt die geflüchteten Neuankömmlinge in Deutschland vor allem der Wunsch nach zwischenmenschlichen Kontakten. Zwar wüssten sie die Hilfsangebote der Freiwilligen sehr zu schätzen, jedoch fehle der private und persönliche Kontakt. Das sind Ergebnisse aus der Befragung "Wie gelingt Integration? Asylsuchende über ihre Teilhabeperspektiven", für die der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und die Robert Bosch Stiftung 62 qualitative Interviews durchführen ließen.
> www.svr-migration.de/ ... /SVR-FB_Wie_gelingt ...
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Integrationspreis, Bürgerpreis
Geflüchtete im Mittelpunkt
Die Unterstützung für Geflüchtete stand im Mittelpunkt bei etlichen Auszeichnungen, die Ende 2017 an Engagierte vergeben wurden. So vergab die gemeinnützige Hertie-Stiftung ihren Deutschen Integrationspreis an "Bike Bridge e.V.", ein Projekt, das geflüchteten Frauen und Mädchen Fahrradtraining und Ausflüge anbietet, an das schulische Integrationsprojekt ZuBaKa aus Frankfurt a.M. und an das Berliner Projekt "Flüchtlinge Willkommen", in dem Wohnungen vermittelt werden. Die Preise waren mit 50.000, 30.000 und 20.000 Euro dotiert.
Der Deutsche Bürgerpreis, vergeben von der Initiative "für mich. für uns. für alle" aus Bundestagsabgeordneten, den Sparkassen, Kommunen und Landkreisen, ging an den Fußballverein SG Egelsbach e.V. für sein Flüchtlingsengagement; außerdem wurden die Dortmunder Online Suizidprävention, die Courage Schülerstiftung aus Münster mit einem Patenprojekt für benachteiligte Kinder und die Ledder Interessengemeinschaft, eine Nachbarschaftshilfe, sowie das Bremer Obdachlosenmagazin "Zeitschrift der Straße" ausgezeichnet. Den Preis für ihr Lebenswerk erhielt Maren Heinzerling, die Frauen unterstützt, Technikberufe zu ergreifen, und das naturwissenschaftliche Interesse von Kindern fördert. Insgesamt wurden Sach- und Geldpreise im Wert von rund 440.000 Euro vergeben.
> www.deutscher-integrationspreis.de
> www.deutscher-buergerpreis.de
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BÜRGERSTIFTUNGEN
Nagold
Bürgerstiftung eröffnet Bürgerzentrum
Am 25. November 2017 hat die Urschel-Stiftung, die Bürgerstiftung in Nagold (Baden-Württemberg), mit einer Hausmesse und einem Festakt ihr Bürgerzentrum offiziell eröffnet. Als Trägerin koordiniert sie den Betrieb der auf rund 220 Quadratmetern verteilten Büros und Veranstaltungsräume, die von der Stadt bereit gestellt wurden. Die Kosten von 200.000 Euro für Umbau und Modernisierung warb zu 60 Prozent die Bürgerstiftung ein, unter anderem durch Großspenden. 40 Prozent übernahm die Stadt. Auch ein Teil der laufenden Kosten werden durch Spenden gedeckt. Insgesamt 25 sowohl kommunale als auch ehrenamtliche Vereine und Organisationen nutzen das Bürgerzentrum. Ziel der Bürgerstiftung ist es, den Bürgerinnen und Bürgern Nagolds eine zentrale Anlauf- und Begegnungsstädte zu bieten.
> www.urschelstiftung.de/
> www.buergerzentrum-nagold.de/
> www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.nagold-ein- ...
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Hannover
20 Jahre Bürgerstiftung
Die Bürgerstiftung Hannover hat am 27. Oktober 2017 ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem feierlichen Festakt im Schloss Herrenhausen in Hannover (Niedersachsen) begangen. 300 Gäste verfolgten das Programm mit prominenten Engagierten und Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Die Bürgerstiftung Hannover ist nicht nur eine der ältesten, sondern mit einem Kapital von 17 Millionen Euro auch eine der größten Bürgerstiftungen Deutschlands. Rund 900 Projekte hat sie in den vergangenen 20 Jahren mit mehr als 4 Millionen Euro unterstützt. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Förderung von Kindern und Jugendlichen. Aber auch die Verbreitung der Idee der Bürgerstiftung ist in der Satzung festgeschrieben. Ihr entsprechend hat die Bürgerstiftung Hannover in den vergangenen 20 Jahren etlichen anderen Bürgerstiftungen bei der Gründung geholfen.
> www.buergerstiftung-hannover.de/ ... /jubilae ...
> www.haz.de/ ... /Buergerstiftung-Hannover-fei ...
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Waltrop
Neue Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung
Die Bürgerstiftung EmscherLippe-Land (Nordrhein-Westfalen) hat im November 2017 ihre neu gegründete Treuhandstiftung vorgestellt. Mit der "Gisbert Wiegand Stiftung" setzt sie den testamentarischen Wunsch des gleichnamigen Waltropers um, die musikalische Früherziehung in Waltroper Kindertagesstätten sowie kulturelle Einrichtungen in privater Trägerschaft zu fördern. Rund 125.000 Euro hat der Verstorbene dafür hinterlassen. Sie bilden das Kapital der neuen Stiftung, die von der Bürgerstiftung gemanagt wird.
Die "Gisbert Wiegand Stiftung" ist bereits die elfte Partnerstiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung. Damit hat die Bürgerstiftung EmscherLippe-Land 2017 insgesamt rund 500.000 Euro durch testamentarische Zustiftungen erhalten.
> www.buergerstiftung-emscherlippe-land.de/ ... ...
> www.hertener-allgemeine.de/ ... /Er-wollte-Gu ...
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Weiterbilden, austauschen, vernetzen

CampusAktiv - das Portal für Bürgerstiftungen

Teilen Sie Ihre Erfahrungen aus der Arbeit in der Bürgerstiftung mit anderen Aktiven und diskutieren Sie auf dem Portal CampusAktiv - einem kostenlosen Angebot der Stiftung Aktive Bürgerschaft.


> www.campusaktiv.de
 
SERVICE LEARNING
Hochschulen
Studierende wünschen sich mehr Information
Internationale Studierende und Studierende mit Migrationshintergrund engagieren sich sowohl innerhalb der Universität (in Studierendenvertretungen) als auch außerhalb (in Vereinen oder selbstorganisierten Gruppen), und sie profitieren davon sowohl sprachlich als auch sozial. Vor allem die Kontakte zu Personen außerhalb der Universität und die Erweiterung des persönlichen Netzwerks seien wichtige Effekte des Engagements, sagten 83,9 Prozent von rund 200 internationalen Studierenden mit Engagementerfahrungen, die im Projekt "Students meet Society" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) befragt wurden. Insgesamt wünschte sich die Hälfte aller Befragten mehr Informationen über Engagementmöglichkeiten und Unterstützung bei der Suche danach.
In die gleiche Richtung gehen die Ergebnisse einer Befragung von rund 2.000 Studierenden durch die INBAS-Sozialforschung GmbH, die die Stiftung Mercator veröffentlicht hat: Demnach engagieren sich Studierende mit Migrationshintergrund seltener als deutsche Studierende; aber wenn sie sich engagieren, geschieht dies im Hochschulkontext. Insgesamt wünschen sich die meisten der befragten Studierenden mehr Unterstützung für ihr Engagement von den Hochschulen.
> www.servicelearning.uni-halle.de/ ... /Kurzfa ...
> www.stiftung-mercator.de/ ... /hochschulen-so ...
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Marktoberdorf
Ausstellung über Atombunker
Die Tiefgarage des Rathauses hat es Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums in Marktoberdorf (Bayern) angetan, denn sie war einmal der größte Atombunker im Allgäu. 1.185 Menschen hätten zur Zeit des Kalten Krieges hier Schutz finden können im Falle eines Atombombenangriffs. Zu dieser Vergangenheit recherchieren die Schüler im Rahmen eines Projektseminars und wollen eine Dauerausstellung entwickeln, die neben der Tiefgarage gezeigt werden soll und zu einem Lernort für andere Schulen werden könnte. Inzwischen hat der Stadtrat 3.500 Euro für die Ausstellung bewilligt, andere Geldgeber brachten 4.000 Euro auf, womit die Kosten fast komplett gedeckt werden, wie die örtliche Zeitung, der Kreisbote, am 1. November 2017 berichtete. Das Seminarprojekt ist vom Europäischen Förderprogramm LEADER - Unterstützung Bürgerengagement ausgezeichnet und mit 2.000 Euro unterstützt worden.
> www.kreisbote.de/ ... /doku-kalten-krieg-wie- ...
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Düsseldorf-Ratingen
Spenden für Tiere, Stressbälle, Deckel
Die Achtklässler, die in diesem Schuljahr 2017/18 an der sozialgenial Arbeitsgruppe der Käthe-Kollwitz-Realschule in Ratingen teilnehmen, haben sich vielfältige Engagementprojekte ausgedacht. Sie sammeln Spenden für einen Tiergnadenhof in Duisburg, in dem es gebrannt hatte, sammeln Kunststoffdeckel für die Aktion "Deckel drauf", die Impfungen gegen Kinderlähmung finanziert, und wollen Stressbälle mit den Grundschülern basteln, die am Tag der Offenen Tür die Realschule besichtigen. Vor den Herbstferien hatten sie Papierkraniche gefaltet, mit Friedenssprüchen versehen und ihren Lehrern in die Ferien mitgegeben. Die AG, die nach der sechsten Stunde stattfindet und freiwillig ist, habe guten Zuspruch gefunden, statt der erwarteten zehn hätten sich rund 20 Schülerinnen und Schüler gemeldet, war in der Rheinischen Post vom 5. Dezember 2017 zu lesen.
> www.rp-online.de/ ... /schueler-sorgen-fuer-s ...
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WIRTSCHAFT
Befragungen zu Engagement
Finanzielle Effekte? Ja und nein
Anlässlich seines zehnten Jubiläums hat der Nachhaltigkeitsrat eine Studie über die Effekte des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in Auftrag gegeben. Der Preis wird jährlich vergeben. Der Studie zufolge bewirkt er, dass die am Wettbewerb teilnehmenden Unternehmen sich intern intensiver mit ihrer Umweltbilanz und ihrer Sozialwirkung auseinandersetzen. Wenn es um Geld geht, lässt die Wirkung allerdings zu wünschen übrig: So goutierten Geldgeber nur bei 35 Prozent der befragten Unternehmen deren Nachhaltigkeitsbestrebungen durch bessere Kreditkonditionen; bei internen Anreizsystemen für Führungskräfte spielen Nachhaltigkeitsziele nur bei einem Viertel der Unternehmen eine Rolle, und nicht zuletzt berichteten rund zwei Drittel der befragten Unternehmen, dass ihre Nachhaltigkeit für die Kaufentscheidung der Kunden bedeutungslos sei. Für die Studie befragte die Beratung time2sustain unter der Leitung von Dr. Matthias Kannegiesser die Unternehmen, die sich in den vergangenen Jahren beworben haben. 122 Unternehmen antworteten, vor allem aus der Konsumgüter- und Einzelhandelsbranche, während Automobilunternehmen und die Finanzbranche unterrepräsentiert waren.
Positivere Erkenntnisse meldete die Unternehmensberatung Boston Consulting Group: Sozial und ökologisch engagierte Unternehmen machten mehr Gewinn, weil sie zukunftsorientiert seien und die Kunden beispielsweise die Verwendung biologisch abbaubarer Ressourcen honorierten. Das ergab eine Studie der Beratung, über die am 31. Oktober 2017 Die Zeit berichtete. Für die Untersuchung seien 300 Unternehmen befragt und verglichen worden.
> www.nachhaltigkeitsrat.de/ ... /10_Jahre_DNP_ ...
> www.zeit.de/ ... /soziales-engagement-rechnet ...
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Forschungsstelle
Genossenschaften und Daseinsvorsorge
An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in Halle ist am 27. Oktober 2017 die Forschungsstelle Innovative Kommunalentwicklung und Daseinsvorsorge (FINKO) gegründet worden. Sie soll die Zusammenarbeit von Genossenschaften und Kommunen etwa bei Energieversorgung, Kinderbetreuung oder der Breitbandverkabelung untersuchen. Hintergrund sei das Anwachsen des bürgerschaftlichen und unternehmerischen Engagements in diesen Bereichen, an dem sich Kommunen in unterschiedlichen Rollen zuweilen beteiligen. Leiter der Forschungsstelle sind der Jurist Prof. Dr. Winfried Kluth und der Stadtökonom Prof. Dr. Martin T.W. Rosenfeld von der MLU.
> pressemitteilungen.pr.uni-halle.de/index.php? ...
> www.iwegk.de/ ... /Vortrag_Rosenfeld.pdf
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UNTERNEHMEN
Neuss, Kompass D
Unternehmensnetzwerk für Integration
20 Unternehmen in Neuss (Nordrhein-Westfalen), darunter die Volksbank Düsseldorf Neuss eG, die Sparkasse Neuss, der Paketdienstleister UPS Deutschland Inc.& Co. OHG, die Rheinische Post Verlagsgesellschaft, die Neuss-Düsseldorfer Häfen und die RheinLand Versicherung AG, haben sich unter dem Titel "Kompass D" vernetzt, um geflüchtete junge Menschen mit Praktika, Einstiegsqualifizierungen, Ausbildung und Sprachunterricht in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Von 34 Teilnehmern seien im ersten Durchgang 15 in Lehre oder Einstiegsqualifizierungen vermittelt, neun weitere in Schulen und "nur 10" seien "unbekannt verschwunden", so der Sprecher der Initiative, der CDU-Kreistagsabgeordnete Johann-Andreas Werhahn. Die Unternehmen haben den Angaben zufolge rund 1 Million Euro zusammengebracht, die rund drei Jahre lang reichen sollen. Kompass D wurde 2015 initiiert. Über die 20 Geldgeber hinaus engagieren sich Neusser Unternehmen und Behörden mit Qualifizierungs- oder Jobangeboten in dem Netzwerk. Insgesamt sind nach Werhahns Angaben rund 70 Unternehmen in der Initiative aktiv.
> www.rp-online.de/ ... /unternehmer-wollen-int ...
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POLITIK UND STAAT
Datenschutz
Neue EU-Verordnung gilt auch für Gemeinnützige
Für den Umgang mit personenbezogenen Daten gelten ab 25. Mai 2018 neue Vorschriften, denn dann tritt die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft. Sie gilt nicht nur für Unternehmen und Behörden, sondern auch für gemeinnützige Organisationen wie Vereine und Stiftungen, die Daten von EU-Bürgern erfassen und nutzen. Sie müssen dann deutlich darauf hinweisen, dass sie Daten erfassen, die Zustimmung zu jeder Form der Nutzung einholen und diese auch später noch nachweisen können. Personen können Auskunft darüber verlangen, ob ein Verein oder eine Stiftung personenbezogene Daten über sie vorliegen hat, und verlangen, diese Daten zu löschen. Gemeinnützige Organisationen müssen künftig also strenger kontrollieren, wo personenbezogene Daten gespeichert werden, durch wen und wofür sie genutzt werden. Durch Schulungen oder andere Maßnahmen haben sie sicherzustellen, dass es zu keinem Datenmissbrauch kommt. Der Gesetzgeber fordert von allen Organisationen ein schriftliches Gesamtkonzept zur Einhaltung des Datenschutzes. Verstöße gegen die EU-DSGVO können durch Bußgelder geahndet werden. Informationen zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung bietet unter anderem eine kostenpflichtige Broschüre des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht.
> www.bfdi.bund.de/ ... /Datenschutzgrundverord ...
> www.datenschutz-bayern.de/datenschutzreform2018/
> smile.amazon.de/ ... /ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid= ...
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Bundesfamilienministerium
Ministerin verleiht Deutschen Engagementpreis
Die geschäftsführende Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley (SPD) hat am 5. Dezember 2017 in Berlin den Deutschen Engagementpreis verliehen. Ausgezeichnet wurden Jugendliche des offenen Vollzugs, die ehrenamtlich Computerkurse für ältere Menschen beim Verein Jugendhilfe Göttingen geben; die Genossenschaft Bürgerwerke, die eine bundesweite Energiegenossenschaft aufgebaut hat; das Künstlerkollektiv Datteltäter, das sich auf Youtube gegen Rassismus engagiert. Die Dolmetscher des Friedenskreises Halle helfen bei Sprachhürden zwischen Eltern und Erziehern in Kindertageseinrichtungen und Kommunen und Vereine in der Metropolregion Nürnberg engagieren sich gemeinsam gegen Rechtsextremismus - auch sie wurden von Barley ausgezeichnet. Der Publikumspreis ging an das Fotografennetzwerk Dein Sternenkind, dessen Mitglieder ehrenamtlich Erinnerungsfotos von totgeborenen Babys machen, um so beim Trauerprozess zu helfen. Träger des Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit. Gefördert wird die Auszeichnung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Generali Versicherung und der Deutschen Fernsehlotterie. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von insgesamt 35.000 Euro.
> www.deutscher-engagementpreis.de/ ... /preisv ...
> www.allianz-gegen-rechtsextremismus.de
> www.buergerwerke.de
> www.youtube.com/datteltäter
> www.dein-sternenkind.eu
> www.friedenskreis-halle.de/ ... /elkis
> www.jugendhilfe-goettingen.de
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Bundesinnenministerium
Auszeichnung für Bevölkerungsschutz
Der Verein HelfenKannJeder, die MP-SOFT-4-U GmbH aus Kronau und die Kreisjugendfeuerwehr Rems-Murr sind die Hauptpreisträger des Wettbewerbs "Helfende Hand" des Bundesministeriums des Innern. HelfenKannJeder informiert auf seiner Internetseite über die Hilfsorganisationen in Deutschland und unterstützt Interessierte mit dem "Helf-O-Mat" bei der Auswahl eines passenden Engagements. Das Kronauer Unternehmen hat eine kostenlose App entwickelt, die Feuerwehrleute bei der Überwachung ihrer Atemschutzgeräte unterstützt. Die Kreisjugendfeuerwehr wird für ihr Projekt "Feuerwehr trifft Industrie" ausgezeichnet, bei dem Auszubildende und Nachwuchsretter u.a. Ausrüstungsgegenstände verbessern. Verliehen wurde der Förderpreis "Helfende Hand" am 27. November 2017 vom geschäftsführenden Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière (CDU) in Berlin. Die Auszeichnung würdigt Organisationen, die ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz aktiv sind. Neben den drei Hauptpreisträgern wurden zwölf weitere Gewinner ausgezeichnet. Der Förderpreis ist mit insgesamt 40.000 Euro dotiert.
> www.bmi.bund.de/ ... /helfende-hand-2017.pdf? ...
> helfenkannjeder.de
> mp-feuer.de/
> www.feuerwehr-rems-murr.de/jugendfeuerwehr
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Bevölkerungsschutz
Nicht alle Ehrenamtlichen werden freigestellt
Im Gegensatz zum Technisches Hilfswerk (THW) oder der Feuerwehr können Ehrenamtliche von Hilfsorganisationen wie dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) im Katastrophenfall nicht von der Arbeit freigestellt werden und haben keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Darauf wies ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch in einer Stellungnahme am 4. Dezember 2017 hin und forderte von der Politik ein Ende dieser Ungleichbehandlung. Eine Gleichstellung, so Bauch, wäre ein klares Signal an die Ehrenamtlichen, dass ihre Arbeit von der Politik gewürdigt und unterstützt würde.
> www.presseportal.de/ ... /3806295
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PRESSESCHAU
Die Zeit
Zehn Prozent abgeben
Reiche in Deutschland müssen mehr geben, forderte die Bosch-Erbin und Stifterin Ise Bosch im Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit. "Wie wäre es mit zehn Prozent des jährlichen Einkommens vor Steuern?", schlug sie vor. Mangelhafter Änderungswillen in der Politik schließe nicht aus, privat etwas anzuschieben. Bosch, die unter anderem das Netzwerk reicher Erbinnen, die Stiftung "Pecunia", gegründet hat und mit der Stiftung "filia" internationale feministische Projekte fördert, legt Wert darauf, offen über Geld zu sprechen: "Die Armen müssen überall die Hose runterlassen, vor dem Amt zum Beispiel", sagte sie. "Die Reichen behalten im Normalfall die Hosen fein oben. Dem wollte ich etwas entgegensetzen." Das Interview mit dem Titel "Der Kapitalismus schmeißt Geld nach ganz oben" führten Marcus Gatzke und Lukas Koschnitzke. Es erschien am 28. November 2017.
> www.zeit.de/ ... /ise-bosch-reichtum-spd-ungl ...
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manager magazin
Strippenziehen im großen Stil
Das Unternehmensnetzwerk "Wir zusammen", die Hilfsorganisation Unicef: Hier wirkt Ralph Dommermuth, Gründer und Hauptanteilseigner der United Internet AG, der unter anderen die Internetanbieter 1&1, GMX und Web.de gehören. Er initiierte Ende 2015 "Wir zusammen", in dem mehr als 200 große und kleine Unternehmen Jobs und Ausbildungsplätze für Geflüchtete schaffen. 2006 bereits gründete Dommermuth die Stiftung United Internet for Unicef, um Kindern zu helfen, und generierte mit ihr bis heute 40 Millionen Euro Onlinespenden. Seine Stiftung sei der größte Unternehmensspender in Deutschland, schrieb Wolfgang Hirn, der den Manager am 21. November 2017 unter dem Titel "Der Nothelfer" im manager magazin porträtierte. Dommermuth sei "der klassische Fundraiser".
> www.manager-magazin.de/ ... /entrepreneure-de ...
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Welt am Sonntag
Der Erfinder des Yale-Modells
Aus Eins mach Siebenundzwanzig, Milliarden US-Dollar: So vermehrte David Swensen in den vergangenen 30 Jahren das Vermögen der US-amerikanischen Elite-Universität Yale. Frank Stocker porträtierte ihn und seine legendäre Anlagestrategie in der Welt am Sonntag. "Er hat völlig neue Pfade beschritten, und er tut dies so erfolgreich, dass seine Strategie der Geldanlage heute als das 'Yale-Modell' bekannt ist, das Hunderte Stiftungen inzwischen imitieren", so Stocker. Das Porträt erschien am 14. November 2017 unter dem Titel "Die Erfolgsstrategie des Uni-Bankers".
> www.welt.de/ ... /Wie-man-aus-einer-Milliarde ...
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Süddeutsche
Effektiv und wirksam sein
Über superreiche Wohltäter schrieb am 5. Dezember 2017 Christoph Gurk in der Süddeutschen Zeitung: "Bill Gates und Mark Zuckerberg wollen die Welt nicht nur schöner oder besser machen, sie wollen sie verändern. Bei ihren Spenden lassen sie sich nicht nur nach den Prinzipien der Nächstenliebe leiten, sondern von Kosten-Nutzen-Analysen." Auch in Deutschland achteten Spender und Berater auf die effektive Wirkung für viele wohltätige Organisationen. Gurk ließ auch den Hamburger Zivilgesellschaftsforscher Frank Adloff zu Wort kommen. Er kritisiere: "Probleme werden zwar effektiver gelöst, die Ursachen aber kaum angegangen." Der Beitrag hat den Titel "Gutes tun mit Kosten-Nutzen-Analyse".
> www.sueddeutsche.de/ ... /maechtige-wohltaete ...
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Süddeutsche
Das Ehrenamt als Billigjob
Mit der Grauzone zwischen Aufwandsentschädigung und billigem Zuverdienst befasste sich am 5. Dezember 2017 unter dem Titel "Wenn das Ehrenamt zum Billigjob wird" Melanie Staudinger in der Süddeutschen Zeitung: "Was nach klassischer Nachbarschaftshilfe klingt, kann schnell zum lukrativen Geschäftsmodell werden." Unter dem Deckmantel des Ehrenamts würden Helfer angeworben, in Dienstpläne eingebunden und unter dem Mindestlohn bezahlt. Menschen in Armut, die den Zuverdienst suchten, würden ausgenutzt. Derzeit arbeite die Stadtverwaltung mit Wohlfahrtsverbänden an Handlungsempfehlungen, um Ehrenamt und bezahlte Arbeit konkret voneinander abzugrenzen.
> www.sueddeutsche.de/ ... /soziales-engagement ...
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FACHMEDIEN
Die Stiftung
Stiftungen und das Bürokratiemonster
Transparenzregister, Kennnummer für Transaktionen am Finanzmarkt, neues Investitionssteuerrecht: Zum Jahresende 2017 setzt die Bürokratie den Stiftungen besonders heftig zu. Wo bleibt der Protest? fragte Dr. Tobias Anslinger, Chefredakteur der Zeitschrift Die Stiftung, unter dem Titel "Aufgerieben" (Ausgabe 6/17, Dezember 2017). "Für viele Stiftungsverantwortliche stehen Aufwand und Nutzen der aktuellen Regularien längst in keinem ausgewogenen Verhältnis mehr zueinander", stellte er fest und warf die Frage auf: "Ist die Stiftungslobby in Deutschland zu schwach?"
> www.die-stiftung.de
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Die Stiftung
Bürgerstiftungen arbeiten am Alleinstellungsmerkmal
Mehr Zustiftungen gewinnen und das Alleinstellungsmerkmal besser herausarbeiten und kommunizieren: Das sind die wichtigsten Herausforderungen für Vorstände und Stiftungsräte in deutschen Bürgerstiftungen. Des Weiteren haben sie die Steigerung der Spendeneinnahmen auf der Agenda und möchten weitere Ehrenamtliche für ihre Bürgerstiftungen gewinnen. Diese Informationen stammen aus dem Report Bürgerstiftung 2017- Dr. Stefan Nährlich und Christiane Biedermann von der Stiftung Aktive Bürgerschaft haben sie in Die Stiftung (Ausgabe 6/17, Dezember 2017) unter dem Titel "Bürgerstiftungen sind für die Zukunft gut gerüstet" publiziert. Der Beitrag ist auch online bei der Stiftung Aktive Bürgerschaft abrufbar.
> www.aktive-buergerschaft.de/ ... /NaehrlichBi ...
> www.die-stiftung.de
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Stiftung&Sponsoring
Künstlersozialkasse und Stiftungen
Die Künstlersozialkasse (KSK) ist eine Einrichtung, über die freischaffende Kreative in der gesetzlichen Sozialversicherung abgesichert werden. Daran müssen sich Unternehmen und Organisationen mit einer Künstlersozialabgabe beteiligen, wenn sie Dienstleistungen aus dem Leistungsspektrum freischaffender Kreativer einkaufen. Das betrifft also auch Stiftungen. Die Konstruktion der KSK zu verstehen, ist nicht ganz einfach. Kirsten Linß, Rechtsanwältin in Berlin, erörtert in Stiftung&Sponsoring (Ausgabe 5 | 2017) die wichtigsten Fragen anhand von Beispielen juristischer Konflikte und schließt mit dem nützlichen Hinweis: "Bei der Verletzung der Meldepflicht drohen Geldstrafen bis zu 50.000 Euro."
> www.stiftung-sponsoring.de
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REGIONALES
Hessen
Protest gegen Überwachung von Demokratieprojekten
Die Opposition im Hessischen Landtag und Vertreter von Demokratie-Projekten haben gegen die geplante Ausweitung der anlasslosen Überprüfung der Mitarbeiter von Präventionsprojekten gegen Rechtsextremismus oder Salafismus durch den Verfassungsschutz protestiert. Bereits seit Jahresbeginn wird bei Bewilligungen im Landesprogramm "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" überprüft, ob die beteiligten Personen auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen; ab 2018 soll diese Überprüfung auf alle geförderten Beratungsstellen für Prävention und ihre Mitarbeiter ausgedehnt werden, berichtete die Frankfurter Rundschau am 6. Dezember 2017. Der Bundesverband Mobile Beratung kritisierte in einer Erklärung vom 29. November 2017 "ein nicht nachvollziehbares Misstrauen gegenüber Trägern und Personen, mit denen das Land Hessen seit vielen Jahren zusammenarbeitet"; die Regelung spiele Versuchen der AfD in die Hände, Mitarbeiter der Präventionsinitiativen als linksextrem zu brandmarken. Die SPD-Abgeordnete Lisa Gnadl kritisierte, die Regelung treffe auch Aussteiger aus der rechten Szene, die wichtiges Wissen in Demokratieprojekte einbringen könnten.
> www.bundesverband-mobile-beratung.de/ ... /
> www.fr.de/ ... /verfassungsschutz-in-hessen-p ...
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Sachsen-Anhalt
Engagement im Wohnviertel
Ein Kiezgarten in der Magdeburger Altstadt, eine Ausstellung mit Fotos der Bewohner in Magdeburg Südost, die künstlerische Gestaltung einer leerstehenden Markthalle: Solche Projekte machen junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren im Projekt "Kiezrebellion", das in Magdeburg, Stendal und Eisleben angesiedelt ist. Träger ist die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung. Nach ihren Angaben hat "Kiezrebellion" in den zwei Jahren seines Bestehens mehr als 1.800 junge Menschen erreicht. Das Projekt werde mit Geldern der Aktion Mensch und privaten Spenden sowie Fördermitteln von Stiftungen finanziert. Es ist im Oktober 2017 mit dem Primus-Preis der Stiftung Bildung ausgezeichnet worden.
> www.kiezrebellion.de/
> www.stiftung-bildung-und-gesellschaft.de/ ... ...
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Rheinland-Pfalz
Briefkästen für Hilferufe und gegen Scham
Um die Hemmschwelle für Hilferufe bedürftiger Senioren zu senken, hat das Projekt "Silberstreif - gegen Altersarmut" in Landau Briefkästen mit Zetteln aufgestellt, auf denen die Senioren ihr Problem und ihre Kontaktdaten aufschreiben und in die Kästen einwerfen können. Dann bekommen sie unbürokratisch Hilfe, seien es Haushaltsgeräte, Essen oder Fahrdienstleistungen. Das Projekt, das von zwei katholischen und einer protestantischen Kirchengemeinde sowie dem Seniorenbüro-Ehrenamtsbörse Landau e.V. getragen wird, ist Anfang Dezember 2017 als eines von acht Projekten mit dem Brückenpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden.
> silberstreif-landau.de/
> www.landeszeitung-rlp.de/ ... /brueckenpreis- ...
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AUSLAND
Griechenland
Hilfsorganisationen müssen Spenden versteuern
Griechische Hilfsorganisationen müssen ihren Grundbesitz und ihre Einnahmen - darunter auch inländische Spenden - versteuern. Auf die daraus entstehenden Belastungen haben die SOS-Kinderdörfer aufmerksam gemacht. Allein 2016 hätten die Kinderdörfer in Griechenland 165.000 Euro Steuern gezahlt. Ausländische Spenden seien jedoch nicht steuerpflichtig.
> www.presseportal.de/ ... /3796762
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Argentinien
Einreiseverbot für NGO-Vertreter zur Welthandelskonferenz
Die argentinische Regierung hat 60 Vertretern von 18 Nichtregierungsorganisationen (NGO) die Akkreditierung zur Teilnahme an der Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) vom 10. bis 13. Dezember 2017 in Buenos Aires entzogen, obgleich die WTO ihnen zuvor die Akkreditierung gewährt hatte. Üblicherweise halten sich die gastgebenden Länder an die WTO-Akkreditierung und lassen die NGO-Vertreter einreisen. Die argentinische Regierung führte Sicherheitsgründe ins Feld und erklärte, sie habe nach Protesten von Regierungen und Organisationen im Nachgang 18 Personen doch wieder zugelassen.
> www.deutschlandfunk.de/wto-gipfel-in-buenos-a ...
> www.epo.de/index.php?option=com_content&view= ...
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PANORAMA
Happy End
160.000 Dollar für selbstlosen Obdachlosen gesammelt
Eine für die Vorweihnachtszeit passende Nachricht kam im November 2017 aus den USA: Hier sammelte eine Frau 160.000 US-Dollar für den obdachlosen Ex-Soldaten und -Sanitäter Johnny Bobitt. Er hatte ihr geholfen, als ihr auf einer Fahrt von New Jersey nach Philadelphia das Benzin ausging. Bobitt kaufte ihr mit seinen letzten 20 Dollar Benzin. Die 27-jährige Kate McClure zahlte ihm das Geld am nächsten Tag zurück, schenkte ihm eine Jacke und brachte auch in den kommenden Tagen immer wieder kleine Geschenke vorbei. Als sie bemerkte, dass Bobitt die Sachen mit anderen Obdachlosen teilte, rief sie im Internet zu Spenden auf - und die Landsleute brachten den genannten sechsstelligen Betrag zusammen, der Bobitt nun voraussichtlich zu einem festen Dach über dem Kopf verhelfen wird. Nachzulesen war die Geschichte unter anderem am 23. November 2017 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).
> www.faz.net/ ... /junge-frau-sammelt-160-000- ...
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