Pressestimmen: Corporate Cititzenship


- eine Auswahl -


Höher - schneller - weiter


Städterankings verschleiern die wirkliche Leistung der Stiftungen. Die bemisst sich eher nach der Summe der Zuwendungen


(...) Der "Höher-schneller-weiter"-Wettbewerb der Länder und Städte um die höchste Stiftungserrichtungszahl verstellt den Blick aufs Wesentlliche: Unabhängig von der Dichte sind Stiftungen wichtige Impulsgeber für die städtische Gesellschaft. Schon vor Jahrhunderten haben sich Bürger einer Stadt zusammengeschlossen, um gemeinsam zu stiften. Die Bürgerstiftungen der Moderne machen es nach: Viele Bewohner einer Stadt tun sich zusammen, tragen kleine Stiftungsvermögen zusammen und engagieren sich. Auch die Stiftungen der Volks- und Raiffeisenbanken und die der Sparkassen stehen für lokales Engagement. Wer in einer Stadt eine Förderin für sein Kulturprojekt sucht, fragt zunächst bei der örtlichen Volksbank oder ihrer Stiftung nach. (...)

Höher-schneller-weiter. Von Ulrich Brömmling, Süddeutsche Zeitung, Sonderseiten Stiftungen, 06.05.2010


Warum spenden Firmen?


Soziologe Holger Backhaus-Maul beleuchtet bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen


Immer mehr Firmen spenden Gelder für gemeinnützige Zwecke und immer mehr Vereine bemühen sich um diese freiwilligen Mittel - doch welche Strategien für beide Seiten die besten sind, welche sozialwissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Hintergründe hierbei eine Rolle spielen, ist bislang in Deutschland weitgehend unerforscht. (...) Die Breite des Themas zwischen Misstrauen gegenüber möglicherweise zielgerichteten Firmenspenden und der Notwendigkeit, dass immer mehr gesellschaftliche Aufgaben durch freiwillige Spenden gedeckt werden, zeigt der Soziologe als einer von mehreren Herausgebern eines kürzlich erschienenen Sammelbandes "Corporate Citizenship in Deutschland" auf. (...) "Unternehmen müssen sich aus Eigeninteresse an der Entwicklung ihres Standortes beteiligen. Es geht nicht nur um Bildungsangebote, sondern auch um die Attraktivität der gesamten Stadt", so Backhaus-Maul. (...)

Warum spenden Firmen? Von Silvia Zöller, Mitteldeutsche Zeitung, 07.10.2008


Gemeinsam etwas bewegen


Anstifter: Volks- und Raiffeisenbanken. Wie Genossenschaftsbanken die Bürgerstiftungen fördern


(...) Ulrich Rikus könnte auch sagen: Die Musikschule hat der Volksbank Hellweg eG viel zu verdanken. Denn ohne die gäbe es die Bürgerstiftung Hellweg-Region, deren Name sich an einen alten Handelsweg anlehnt, wohl nicht. Und ohne das Engagement der Volks- und Raiffeisenbanken im Allgemeinen gäbe es in Deutschland vermutlich deutlich weniger Bürgerstiftungen. Die Genossenschaftsbanken haben sich nämlich deren Förderung auf die Fahne geschrieben. Rund 135 Bürgerstiftungen, auch Stadt- oder Gemeinschaftsstiftung genannt, existieren derzeit bundesweit, zwei Drittel davon dank des Einsatzes der örtlichen Genossenschaftsbank. In den kommenden Jahren könnte die Zahl der zivilgesellschaftlichen Geldtöpfe auf bis zu 500 steigen. (...) Denn Bürgerstiftungen und Genossenschaftsbanken haben viel gemeinsam. Beide agieren in einem engen regionalen Umfeld, gehören den Mitgliedern, propagieren Selbsthilfe und Verantwortung für das eigene Tun.

Gemeinsam etwas bewegen. Von Silke Linneweber, Rheinischer Merkur, Nummer 30, 28.08.2006