Engagementinstrumente

 

Ob man sich als Unternehmen mit Geld, Zeit, Ideen, Kontakten und Beziehungen oder anderen nützlichen Ressourcen für das Gemeinwohl einsetzen will, in jedem Fall stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung.

Instrumente wie die Bürgerstiftung oder das Mitarbeiterengagement finden seit einigen Jahren zunehmende Beachtung. Das Stiftungswesen boomt und die klassische Unternehmensspende entwickeln sich in neuen Varianten. Das Handwerkszeug bürgerschaftlichen Engagements ist nach wie vor attraktiv.

 

 

 

 



1. Förderung des Mitarbeiterengagements

 

Das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter zu unterstützen oder sogar spezielle Programme aufzulegen, das sogenannte Corporate Volunteering, zählt zu den wichtigen Instrumenten modernen gesellschaftlichen Engagements. Es eignet sich wie kein anderes Instrument dazu, das Engagement unternehmensintern auf eine breite Basis zu stellen sowie die Teamfähigkeit und Motivation der Mitarbeiter zu stärken. Denn sich gemeinsam für andere einzusetzen, verbindet und macht Mitarbeiter stolz. In der Öffentlichkeit erzielt das gemeinsame Engagement von Unternehmen und Mitarbeitern eine hohe Reputation. Folgende Optionen bieten sich an:

  • Anerkennung des Engagements
  • Vereinbarkeit von Beruf und Engagement
  • Matching von Mitarbeiterspenden
  • Aktionen der Belegschaft
  • Mentoring für gemeinnützige Organisationen

 

Anerkennung

 

Das Unternehmen würdigt das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter. Zum Beispiel durch Porträts in der Mitarbeiterzeitung, oder indem Kompetenzen und Erfahrungen, die Mitarbeiter durch ihr Engagement erwerben, in die Karriereentwicklung einbezogen werden. Auch Auszeichnungen für Mitarbeiter, die sich in ihrer Freizeit in besonderer Weise gesellschaftlich engagieren, würdigen ihren Einsatz. Das Preisgeld kann wiederum den gemeinnützigen Projekten zugutekommen, für die sich die Mitarbeiter einsetzen.

 

Vereinbarkeit

 

Durch flexible Arbeitszeiten, Freistellung oder Stundenkontingente erleichtert das Unternehmen Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf und ehrenamtlichem Engagement. Die Maßnahmen müssen auf die Erfordernisse und die Abläufe im Unternehmen abgestimmt werden.

 

Spenden-Matching

 

Die Mitarbeiter organisieren von sich aus Spenden für gemeinnützige Organisationen oder beteiligen sich z. B. an Aktionen und Benefizveranstaltungen. Das Unternehmen stockt die Spenden durch eine Extrasumme auf. Dies kann bis zur Höhe eines bestimmten Gesamtbetrags bis zu einem gewissen Zeitpunkt geschehen, die das Unternehmen festlegt.

 

Aktionen

 

Mitarbeiterteams unterstützen mit einer gemeinsamen Aktion oder im Rahmen von Freiwilligen- und anderen Aktionstagen gemeinnützige Organisationen. Die Vorteile liegen speziell im gemeinschaftlichen und zeitlich begrenzten Engagement (z. B. ein Tag jährlich). Die Teams können sich aus Mitarbeitern eines Bereichs oder aus verschiedenen Bereichen zusammensetzen. Synergieeffekte ergeben sich, wenn Aktionen für Projekte oder Organisationen stattfinden, die das Unternehmen bereits unterstützt oder für die Mitarbeiter bereits ehrenamtlich tätig sind.

 

Mentoring

 

Mitarbeiter verfügen über spezielle Kompetenzen in Bereichen wie Organisation, Finanzplanung, Logistik, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit usw., die auch bei Vereinen, Stiftungen und Bürgerstiftungen gefragt sind. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen als ehrenamtliche Berater bzw. Mentoren Projekte und gemeinnützige Organisationen mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen. Das Unternehmen bereitet sie auf diese Tätigkeit vor und stellt sie ggf. von der Arbeitszeit frei. Synergieeffekte ergeben sich, wenn Mitarbeiter Projekte oder Organisationen beraten, die das Unternehmen bereits unterstützt oder für die Mitarbeiter bereits ehrenamtlich tätig sind.

 

 

 

 



2. Spenden und Sponsoring

 

Vergeben werden Spenden häufig auf Anfrage oder nach thematischen Schwerpunkten wie z. B. Kultur- oder Jugendförderung. Das höchste Arbeitsaufkommen in diesem Bereich stellen inzwischen die steigenden Spendenanfragen dar. Damit das Unternehmen auf die Anfragen der vielen Vereine nicht nach dem "Gießkannen-Prinzip" reagieren muss, sollte das Spendenmanagement systematisiert und transparent gestaltet werden. Zwei Optionen bieten sich an:

Matching von Kundenspenden: Anreize zum Spenden kann das Unternehmen durch ein Spenden-Matching geben. Es verdoppelt jeden von Kunden gespendeten Euro zugunsten von ausgewählten gemeinnützigen Organisationen z. B. am Unternehmensstandort. Dies kann bis zur Höhe eines bestimmten Gesamtbetrags bis zu einem gewissen Zeitpunkt geschehen, die das Unternehmen festlegt. Abzugrenzen davon ist das sogenannte zweckgebundene Marketing, bei dem die Spende mit dem Kauf bzw. Verkauf eines Produkts verbunden ist.

Spenden mit Förderkonzept: Unternehmen können Förderprogramme, -wettbewerbe und -fonds entwickeln. In der Regel bestehen diese Förderkonzepte aus mehreren Komponenten: Richtlinien für die Spendenvergabe, feststehender Vergaberhythmus, jährlich festgelegte Spendenbeträge für Vereine und andere gemeinnützige Organisationen am Unternehmensstandort oder in bestimmten Gebieten sowie zusätzliche Unterstützungsleistungen wie z. B. Spenden bei Jubiläen, Mitarbeiterengagement und geldwerte Leistungen. Ein Erfolgsfaktor bei der Entwicklung des Förderkonzepts ist die Einbindung von Spendenempfängern sowie eine öffentlichkeitswirksame Spendenübergabe.

 

Sponsoring wird üblicherweise als die Gewährung von Geld oder geldwerten Vorteilen (Sachzuwendungen) zur Förderung von Personen oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, sozialen, ökologischen oder ähnlichen gesellschaftspolitischen Bereichen verstanden, mit der regelmäßig auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit auf Seiten des Sponsors verfolgt werden. Häufig beruhen dessen Leistungen auf einem Vertrag mit dem Leistungsempfänger.

 

Ein Unternehmen kann eine ganze Bandbreite von Aktivitäten sponsern. Um durch Sponsoring das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens zu unterstreichen, eignen sich Veranstaltungsformate mit Engagementbezug oder gesellschaftspolitischen Themen, z. B. Sponsoring von lokalen oder regionalen Stifter-, Freiwilligen- oder Fundraisingtagen, sowie Wettbewerbe für Bürgerengagement, die es in vielen Bundesländern, Städten und Landkreisen gibt. Idealerweise bringt das Unternehmen sich darüber hinaus selbst aktiv ein, z. B. mit einem Vortrag, der Vorstellung eines Projekts oder dem aktuellen Informationsstand zu ihrem Engagement.

 

 

 

 

 



3. Bürgerstiftungen

 

Eine Bürgerstiftung ist eine Stiftung von Bürgern für Bürger. Privatpersonen, Unternehmen und Banken bauen gemeinsam das Stiftungskapital auf. Aus den Erträgen werden soziale, kulturelle oder andere gemeinnützige Anliegen in einem begrenzten geografischen Gebiet gefördert, z.B. einer Stadt, einem Landkreis oder einer Region.

 

Bürgerstiftungen bieten eine Vielzahl von Engagementmöglichkeiten:

Persönliches Engagement: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich ehrenamtlich in den Organen, Arbeitskreisen oder Projekten der Bürgerstiftung engagieren. Download Taschenratgeber: Bürgerstiftungen erfolgreich managen.

Spenden: Das Unternehmen kann allein oder mit Mitarbeitern und/oder Kunden einmalig für ein konkretes Projekt spenden oder die Arbeit der Bürgerstiftung kontinuierlich durch einen regelmäßigen Förderbetrag oder durch eine spezielle Patenschaft unterstützen.

Stiften: Durch eine Zustiftung des Unternehmens in das Grundstockvermögen der Bürgerstiftung kann man nachhaltig Gutes tun. Das Vermögen bleibt ewig bestehen, nur die Erträge werden für die Förderung von Bildung, Kultur, Jugend usw. verwendet.

Unternehmensstiftung: Unternehmen können ihre eigene Stiftung in Form eines Stiftungsfonds oder einer Treuhandstiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung gründen. Kostengünstig in der Gründung und Verwaltung, kommt so möglichst viel Geld den Förderzwecken zugute. Das Unternehmen entscheidet darüber, was gefördert wird, die Bürgerstiftung kümmert sich um die Verwaltung. 

Matching fund: Wenn Unternehmen nicht nur selbst etwas tun, sondern auch andere dazu anregen wollen, kommt ein matching fund in Frage. Mit einem bestimmten Betrag verdoppelt das Unternehmen die Zustiftungen von anderen, bis der vom Unternehmen festgesetzte Betrag aufgebraucht ist. Die Bürgerstiftung gewinnt doppelt, und das Unternehmen auch: Mit jeder Zustiftung, die verdoppelt wird, steht das Unternehmen positiv in der Öffentlichkeit.

Download Taschenratgeber: Bürgerstiftung: Mitstiften! Mit Geld, Zeit, Ideen.

 

Bürgerstiftung vor Ort finden: Das Online Verzeichnis des Bürgerstiftungsfinders enthält Kontaktadressen, Finanzdaten und Presseartikel zu den Bürgerstiftungen in Deutschland. Nach Eingabe Ihrer Postleitzahl finden Sie die nächste Bürgerstiftung im Umkreis von 30, 50 oder 100 Kilometern. Verzeichnet sind Bürgerstiftungen, deren Satzung den „Zehn Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbands Deutscher Stiftungen entspricht.


 

 

 

 

 



4. Unternehmensstiftung

 

Mit der Gründung einer Stiftung setzt das Unternehmen auf ein nachhaltiges Engagement und kann zugleich verschiedene gemeinnützige Aktivitäten wirkungsvoller organisieren. Durch die Unantastbarkeit des Stiftungsvermögens gewinnt das Engagement an Kontinuität.

Für eine unternehmensverbundene Stiftung ist die Stiftung des bürgerlichen Rechts, die auch als selbständige Stiftung bezeichnet wird, die übliche Rechtsform. Für sie gilt das Stiftungsrecht, das im Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Stiftungsgesetz des jeweiligen Bundeslands geregelt ist. Rechtsfähige Stiftungen bedürfen der rechtlichen Anerkennung durch die Stiftungsaufsichtsbehörden und der Bescheinigung der Gemeinnützigkeit durch das zuständige Finanzamt.

Häufig sind ein Firmenjubiläum oder ein anderer Anlass Gelegenheiten für die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung. Die Stiftung trägt in der Regel den Namen des Unternehmens. Als Stifter bestimmt das Unternehmen die Stiftungszwecke, z. B. Kunst & Kultur, Jugend- und Altenhilfe und die weitere organisatorische Ausgestaltung der Stiftung.

Zur Gründung einer Stiftung ist in der Regel ein Mindestkapital von 50.000 Euro erforderlich. Das Stiftungsvermögen kann in den Folgejahren aufgestockt werden. Da jedoch eine Stiftung grundsätzlich nur mit den Erträgen des Stiftungskapitals ihre gemeinnützigen Zwecke verfolgt, sollte die Stiftung mit einem Vermögen ausgestattet sein, dessen Erträge eine sinnvolle Förderung gemeinnütziger Anliegen zulassen.

 

 

 

 

 

 

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