Äthiopien / Ostafrika: NGO und Islamgelehrte gegen Genitalverstümmelung

    Die deutsche Menschenrechtsorganisation TARGET e.V., im Jahr 2000 von Rüdiger Nehberg gegründet, setzt sich in Afrika gemeinsam mit islamischen Autoritäten gegen Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ein. Die zentrale Botschaft der NGO wurde am 17.04.2009 beim Freitagsgebet in der Sheikh-Shogolle-Moschee von Addis Abeba verkündet: “Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Verbrechen, das gegen höchste Werte des Islam verstößt.” Auf einer zweitätigen Konferenz vom 15.-16.04.2009 hatten 120 islamische Geistlichen aus Ostafrika nach kontroverser Diskussion einstimmig beschlossen, sich für die Abschaffung von FGM in ihren Ländern – Äthiopien, Dschibuti, Somalia, Somaliland und Sudan – einzusetzen. Bereits 2006 hatte TARGET in Kairo eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, erwirkt, in dem Ägyptens Großmufti Prof. Dr. Ali Gom’a die Beschneidung von Mädchen und Frauen als “Unsitte” ächtete. Die Weltgesundheitsorganisation zählt 100-140 Millionen Frauen und Mädchen zu den aktuell von Genitalverstümmelung Betroffenen.

    , Ausgabe 89 April 2009