Gesellschaftliche, politische und wissenschaftliche Akteure haben viele Argumente und Ansichten über einen sogenannten Gesellschaftsdienst ausgetauscht, der vorzugsweise junge Menschen zum Dienst an der Gemeinschaft verpflichten soll. Doch verbleibe die Debatte „seltsam befangen“ in einer Welt normativer Deutungen und Verantwortungszuweisungen, ohne Fragen der politischen Legitimation, institutionellen Form und des Ressourcenbedarfs eines überhaupt auch nur ansatzweise zu diskutieren, kritisieren Dr. Holger Backhaus-Maul und Lina Hehl vom Forschungsinstitut für Gesellschaftlichen Zusammenhalt (FGZ) in der Studie „Gesellschaftsdienst und Wehrpflicht. Rekonstruktion einer vielstimmigen Debatte“, die im November 2025 von der Friedrich-Ebert-Stiftung publiziert worden ist. Die Autoren referieren Modelle aus Politik, Wohlfahrtsverbänden und Wissenschaft und blicken auch auf Alternativen wie Service Learning. Ein Gesellschaftsdienst erscheine völlig unrealistisch, wenn staatlicherseits nicht einmal der Ausbau der bestehenden Freiwilligendienste gewährleistet werden könne, so ihr Fazit.
Analyse: Wie über einen „Gesellschaftsdienst“ diskutiert wird
, Ausgabe 272 November 2025, Wissen