APuZ: Demokratielernen durch Bildung und Partizipation

    Die Herausbildung demokratischer Haltungen bei Jugendlichen sei kaum von ihrer Tätigkeit in Institutionen wie Jugendorganisationen, Parteien, Vereinen oder Verbänden abhängig – Toquevilles „Schule der Demokratie“ -, sondern eher von ihrer Aktivität in politisch orientierten oder politisch mitgetragenen Netzwerken wie Foren, Menschenrechts- und zivilgesellschaftlichen Organisationen und vor allem von ihrem Bildungsstand: Je höher der allgemein bildende Schulabschluss, desto stärker ausgeprägt seien demokratisch-staatsbürgerliche Orientierungen. Zu diesem Schluss gelangen Wolfgang Gaiser, Winfried Krüger und Johann de Rijke in ihrer Auswertung des Jugendsurvey 2003, die sie unter dem Titel “Demokratielernen durch Bildung und Partizipation” in Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 45/2009 vom 02.11.2009) veröffentlichten. Sie plädieren für “eine breite kognitive Mobilisierung im Bildungssystem”: Wichtig sei, nicht nur Handlungsfähigkeit, -bereitschaft oder –kompetenz zu stärken, sondern das praktische Handeln “bereits in der Schule demokratische Praxis durch erweiterte Partizipationsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler stärker zu etablieren”.

    , Ausgabe 96 November-Dezember 2009