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Gudrun Sonnenberg

„FAZ Quarterly“: Heldentum lässt sich trainieren

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Das Vierteljahresmagazin „FAZ Quarterly“ setzt sich mit der Frage auseinander, was einen modernen Helden ausmacht und ob jeder zu einem solchen werden kann. In dem Text, der am 21. April online auf faz.net erschien, heißt es:

„Plötzlich haben wir wieder Probleme mit Antisemitismus; Bürgermeister werden beschimpft, bedroht, attackiert, Feuerwehrleute und Lehrer eingeschüchtert. … In solchen Zeiten braucht die Gesellschaft selbstbewusste, empathische und mutige Bürger, die Zivilcourage zeigen und sich nicht einschüchtern lassen. Das ist oft leichter gesagt als getan. Denn wer ist schon ein ‚Held‘?

Der aufrechte Gang lasse sich trainieren wie schwache Bauchmuskeln, glaubt der Gründer des Vereins Helden e. V., Sven Fritze. Seine ‚Heldenakademie‘ unterstützt Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Hilfe von Erkenntnissen aus der Sozialpsychologie bei ihrer Entwicklung zu hilfsbereiten, emphatischen, toleranten, optimistischen Menschen. Damit ist Fritze Teil einer globalen ‚Heroismus-Szene‘, wie er es nennt.“

WWW.FAZ.NET/…

Verkauf der Domain .org nach Protesten gestoppt

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Die Verwaltung der Top-Level-Domain .org, die von gemeinnützigen Organisationen weltweit verwendet wird, wird nicht an die private Investmentgesellschaft Ethos Capital verkauft. Nach anhaltender Kritik (bürgerAktiv berichtete in Ausgabe 207 Januar 2020) hat die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) die Zustimmung verweigert. Die ICANN koordiniert die Vergabe von einmaligen Namen und Adressen im Internet.

Rund 1,1 Milliarden US-Dollar hatte Ethos Capital dem gegenwärtigen Eigentümer, der Nichtregierungsorganisation Internet Society angeboten. Fast 900 zivilgesellschaftliche Organisationen hatten einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie vor negativen Konsequenzen durch den Verkauf an einen privaten Investor warnten, etwa vor höheren Kosten. In dem Brief hieß es, dass Ethos die Macht, die ihr durch den Kauf zukommt, missbrauchen könnte, „um dem weltweiten NGO-Sektor signifikanten Schaden zuzufügen, gewollt oder ungewollt“.

www.golem.de/…
savedotorg.org/

Volksparteien und Zivilgesellschaft haben sich auseinandergelebt

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Die großen Parteien würden sich zwar verstärkt für die Förderung von bürgerschaftlichem Engagement einsetzen, nähmen die organisierte Zivilgesellschaft aber kaum noch als Partner in der politischen Willensbildung wahr. Das ist eine der zentralen Aussagen einer Studie mit dem Titel „Brücken bauen für die Demokratie – Zum Verhältnis von Parteien und Zivilgesellschaft“, die die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung Mitte Mai 2020 herausgegeben hat.

Gleichzeitig würden zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Verbindungen zu Parteien zunehmend aus „instrumentellen Gründen pflegen und ihnen oftmals kritisch gegenüberstehen, anstatt Parteien als gewinnbringende Partner zu verstehen“. Im Ergebnis stünden Volksparteien und organisierte Zivilgesellschaft in einem distanzierten und instrumentellen Verhältnis zueinander, heißt es in der Studie, für die die Autoren die zu dem Themenbereich vorliegende Literatur ausgewertet haben.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass für die Volksparteien „der (Wieder)Aufbau von Brücken – sowohl zu den ‚traditionellen‘ als auch zu neuen zivilgesellschaftlichen Organisationen – für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der repräsentativen Demokratie von besonderer Bedeutung ist“.

WWW.FES.DE/…

„taz“: AfD startet „Trockenlegung“ der Zivilgesellschaft

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Die AfD hat am 21. April zusammen mit den Stimmen der Freien Wähler und der konservativen Initiative „Pirna kann mehr“ mit 15 von 26 Stimmen im Stadtrat der „Aktion Zivilcourage“ die kommunalen Mittel gestrichen. Der Verein setzt sich für die Stärkung der demokratischen Kultur in Sachsen ein. Björn Höcke hatte auf einer Pegida-Demonstration im Februar angekündigt, dass die AfD die „sogenannte Zivilgesellschaft trockenlegen“ werde,  wenn sie an die Macht komme (bürgerAktiv berichtete in Ausgabe 208 Februar 2020). Die „taz“ sieht nun in den Pirnaer Ereignissen den „Start für die Trockenlegung“ der Zivilgesellschaft: „Der AfD unbequeme Initiativen und Vereine sollen ausgehungert werden, das ist das Ziel der Partei. In der sächsischen 38.000-Einwohner-Stadt Pirna am Elbeeinstieg war nun zu beobachten, dass ultrakonservative kommunale Mehrheiten diese Absicht auch tatsächlich umsetzen.“

TAZ.DE/AFD-GEGEN-OSTDEUTSCHE-ZIVILGESELLSCHAFT/!5683529/

Bürgerstiftungen entwickeln Lösungen für Probleme der Zukunft

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Immer mehr Bürgerstiftungen nehmen sich den großen Zukunftsfragen nach dem gesellschaftlichen Zusammenleben an und entwickeln hierzu eigene Projekte.

Im Mai hat die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen das erste Dialogforum im Rahmen ihres Projekts Region Aachen 2050” veranstaltet. Auf der Auftaktkonferenz, die wegen der Corona-Pandemie in digitaler Form abgehalten wurde, diskutierten rund 140 Teilnehmer über die Frage, wie sie sich ein gutes Zusammenleben vorstellen. Ziel des Projektes ist es, unter Einbindung vieler Menschen ein konkretes Bild davon zu entwickeln, wie ein gutes Zusammenleben aussehen kann und dazu konkrete Projekte zu entwickeln. Dafür hat die Bürgerstiftung bereits ein Netzwerk aus verschiedenen Organisationen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aufgebaut.

Auch die Bürgerstiftung Braunschweig hat sich grundlegender, zukunftsweisender Fragen angenommen. Im März dieses Jahres hat sie dazu ihren ersten „Braunschweig imPuls” veröffentlicht. In dem Bericht wird die Lebenssituation der Menschen in der Stadt anhand von verschiedenen Daten analysiert und anschaulich dargestellt, unter anderem in den Bereichen Umwelt, Wohnen, Sicherheit und Vielfalt. Zu jedem Thema benennt die Rubrik „Tu Du’s“ konkrete Möglichkeiten, wie Menschen sich in die Gestaltung ihrer Stadt einbringen können. Mit dem Bericht will die Bürgerstiftung mit den Menschen und lokalen Organisationen ins Gespräch kommen und Lösungen für die aktuellen Herausforderungen umsetzen.

WWW.BUERGERSTIFTUNG-AACHEN.DE/…
BRAUNSCHWEIG-IMPULS.DE/…

Dormagen: Bürgerstiftung baut Besuchshütten vor Seniorenheimen

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Die Bürgerstiftung Dormagen hat im Mai zwei Besuchshütten an Senioreneinrichtungen errichtet. Die Holzhütten ermöglichen es den Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtungen, auch während der Corona-Pandemie gefahrlos Besuch zu empfangen. Dafür verfügen sie über zwei Eingänge und sind in der Mitte durch eine Glasscheibe getrennt. Die Bürgerstiftung reagiert damit auf die steigende  Vereinsamung unter älteren Menschen aufgrund der strengen Kontaktbeschränkungen in Pflegeeinrichtungen und Seniorenzentren. Die Bürgerstiftung plant in Zusammenarbeit mit Senioreneinrichtungen den Bau weiterer Hütten und wirbt dafür um Sponsoren.

LOKALKLICK.EU/

Tech-Nothilfe für den Sozialsektor

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Die ehrenamtliche Initiative „Digital Response Deutschland“ hilft Behörden und sozialen Organisationen bei der Digitalisierung, damit sie besser für die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie gewappnet sind. Die Initiative vernetzt Technologie-Experten auf freiwilliger Basis mit deutschen Behörden und Einrichtungen, die aufgrund der Corona-Krise Unterstützung benötigen. Die Initiatoren werten die Bedürfnisse der jeweiligen Organisation aus und kombinieren sie mit den Kenntnissen der freiwilligen Helfer. Beispiele für eine mögliche Unterstützung sind der Bau einfacher Anwendungen, das Aufsetzen von Tools für ein effizientes Homeoffice oder Datenanalyse und Visualisierung.

Auch wenn auf der Webseite der Initiative vor allem die Rede davon ist, dass sich das Angebot an die Verwaltungen richtet, betont Jan-Peter Böckstiegel, einer der beiden Initiatoren, im Gespräch mit bürgerAktiv, dass man auch sozialen Einrichtungen kostenlos helfen wolle. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass das zu lösende Problem mit Covid-19 zu tun habe.

DIGITAL-RESPONSE.DE/

USA: NGO sammelt zusammen mit Lady Gaga 128 Millionen Dollar Spenden

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Die Hilfsorganisation Global Citizen hat durch ein Online-Benefizkonzert mit Stars wie Taylor Swift, Elton John oder den Rolling Stones 127,9 Millionen US-Dollar Spenden gesammelt. Das teilte die Organisation auf ihrer Website mit. Mit-Organisatorin des Konzerts war die Pop-Sängerin Lady Gaga, die auch selbst auftrat. Aus Deutschland war die Band Milky Chance mit dem Song „Stolen Dance“ dabei.

Von den gesammelten Geldern gehen nach Aussage von Global Citizen 55,5 Millionen US-Dollar an den Solidaritätsfonds der WHO zur Bekämpfung von COVID-19 und 72,8 Millionen US-Dollar an lokale und regionale Hilfsorganisationen. Global Citizen gehört zu der New Yorker NGO Global Poverty Project, die sich weltweit für Themen wie Frauenrechte, Gesundheit, Bildung oder Ernährungssicherheit einsetzt. In Deutschland unterstützt Global Citizen das Rote Kreuz.

WWW.GLOBALCITIZEN.ORG/…
WWW.WHO.INT/…

Uni Göttingen wertet Corona-Hilfe als Studienleistung

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Soziales Engagement im Kampf gegen Covid-19 wird an der Universität Göttingen als Studienleistung anerkannt. Studierende an der Fakultät Geowissenschaften und Geographie können sich bis zu sechs ECTS-Punkte anrechnen lassen, wenn sie etwa Pflegetätigkeiten übernehmen oder ehrenamtlich bei Hilfsorganisationen mitarbeiten. Das gab die Fakultät auf ihrer Homepage bekannt.

Studierende der Fakultät Geowissenschaften und Geografie der Universität Göttingen können sich demnach bis zu sechs ECTS-Punkte anrechnen lassen, wenn sie aktuell oder in den kommenden Monaten eine soziale Tätigkeit ausüben. Für 20 Stunden Engagement zur Bewältigung von Covid-19 gibt es einen Punkt, angerechnet werden die Credits im Modul Schlüsselkompetenzen.

Auch an einigen anderen Hochschulen können sich Studierende ein Engagement als Studienleistung anerkennen lassen. Zum Beispiel besteht diese Möglichkeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg oder dem Karlsruher Institut für Technologie schon länger im Modul „Service Learning“.

WWW.UNI-GOETTINGEN.DE/…
WWW.DASDING.DE/…
WWW.FORSCHUNG-UND-LEHRE.DE/…

SWR2: Zivilgesellschaft und Demokratie

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SWR2 hat dem Thema Zivilgesellschaft und Demokratie am 1. April 2020 einen fast einstündigen Beitrag gewidmet. Die Autoren vertreten die These, zivilgesellschaftliche Organisationen bekämen in Deutschland „zunehmend Gegenwind“ zu spüren. Das Attac-Urteil (bürgerAktiv berichtete in Ausgabe 197 Februar 2019 und Ausgabe 209 März 2020) zeige, „dass der demokratische Staat derzeit offensichtlich politische Kernanliegen einer demokratischen Zivilgesellschaft nicht für gemeinnützig und damit nicht für förderungswürdig hält. Förderungswürdig sind zwar Tier-, Heimat- und Naturschutz, nicht aber die Wahrnehmung und Verwirklichung von Grundrechten, der Einsatz für Frieden, soziale Gerechtigkeit, informationelle Selbstbestimmung, für Menschenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter. Vor dem Attac-Urteil konnten sich Organisationen dabei auf Volksbildung als gemeinnützigen Zweck berufen. Damit ist es nun vorbei. Man kann es kaum weniger drastisch ausdrücken: Zentrale Anliegen einer demokratischen Zivilgesellschaft sind für diesen Staat nicht förderungswürdig.“

WWW.SWR.DE/…

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