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Gudrun Sonnenberg

Geschafft: Wie eine Bürgerstiftung dem Demographischen Wandel begegnet

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In der Region Salzland in Sachsen-Anhalt hat sich die Bürgerstiftung Salzland –Region Schönebeck für eine bessere Versorgung dementer Seniorinnen und Senioren eingesetzt. 2015 wurde sie für ihr Engagement von der Stiftung Aktive Bürgerschaft ausgezeichnet. Zehn Jahre später ist bei der Bürgerstiftung keine Rede mehr von den Demenzprojekten, denn: Der Erfolgsfall ist eingetreten. 

2013: Die Bürgerstiftung Salzland – Region Schönebeck initiiert ein Demenz-Netzwerk, um die Krankheit aus der Tabuzone zu holen und die Betroffenen nicht länger allein zu lassen. In den folgenden Jahren engagieren sich zeitweise bis zu 28 Akteure für eine bessere Versorgung in der Region, darunter Ärzte, Vertreter der Krankenkassen, Apotheken, Pflegedienste, Wohlfahrtsorganisationen. Die Bürgerstiftung bringt den Bau eines sogenannten Demenz-Servicezentrums auf den Weg, das Tagespflege sowie Wohnprojekte für Demenzerkrankte anbietet, darunter eine WG und Wohnungen für Paare, bei denen nur ein Partner erkrankt ist. Sie gründet eine „Human-WG“ für Menschen in der letzten Phase ihres Lebens und richtet ein Café als Treffpunkt für Angehörige ein, in dem die Demenzkranken betreut werden können, während die Angehörigen sich austauschen und entspannen.

2025: Die Bürgerstiftung hat ihr Engagement zum Thema abgeschlossen, denn: Das Problem ist gelöst. „Wir wollten das Thema in den Fokus rücken sowie Lösungsansätze liefern und das ist gelungen“, sagt Britta Duschek, ehemalige Vorstandsvorsitzende und heute Mitglied des Kuratoriums der Bürgerstiftung. Das Demenz-Servicezentrum ist gebaut und wird von einem privaten Pflegedienst betrieben. Gleiches gelang auch mit dem Projekt der Human-WG. Träger wie die Arbeiterwohlfahrt oder die Diakonie bieten Angehörigen-Cafés an. Wer in Schönebeck und Umgebung Unterstützung für eine Demenzerkrankung braucht, findet heute verschiedene Anlaufstellen und Anbieter.

Künftig sind die Jüngeren dran. Die Bürgerstiftung vollzieht nun den Generationenwechsel doppelt – in sich selbst und beim Engagement. Ein neuerer und jüngerer Vorstand hat übernommen und ist dabei, Projekte für junge Menschen zu entwickeln. „Die Kinder- und Jugendförderung braucht neue Ideen und Impulse“, sagt Duschek. Dabei gibt es eine Brücke aus der Vergangenheit: Den „Lebensgarten“ neben dem Demenz-Servicezentrum, den die Bürgerstiftung weiterhin betreibt. Ihn pflegen jetzt Schülerinnen und Schüler und wenn es schwieriger wird, unterstützen sie dabei Auszubildende der Stadtwerke.

Zur Bürgerstiftung Salzland – Region Schönebeck
Reportage über die Bürgerstiftung Salzland-Region Schönebeck

Text: Gudrun Sonnenberg
Foto: Matthias Urban / Stiftung Aktive Bürgerschaft

Der Beitrag ist Teil des Fokus Alles im Wandel – Engagement und Demographie der bürgerAktiv – Nachrichten für Engagierte März 2025 der Stiftung Aktive Bürgerschaft.

Besuchen, befähigen, qualifizieren: Engagement im demographischen Wandel

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Ehrenamtliche Besuchsdienste, Bewegungsangebote für Senioren, aber umgekehrt auch Freizeitgestaltung für Kinder und Unterstützung bei der beruflichen Qualifizierung – Bürgerstiftungen und engagierte Schülerinnen und Schüler begegnen den Herausforderungen des demographischen Wandels mit einem breiten Spektrum an Projekten. Ausgewählte Beispiele aus den Programmbereichen der Stiftung Aktive Bürgerschaft zeigen, was geht.

Doppelt gewinnen: Engagement und Qualifikation

Wer sich ehrenamtlich engagiert und anderen hilft, lernt immer auch für sich selbst etwas dazu. Handfeste berufliche Kompetenzen entstehen in Schulprojekten, wenn die im Fachunterricht erworbenen Kenntnisse im Engagement angewendet und weiterentwickelt werden. Von diesem Engagement profitieren sowohl ältere Menschen, die Hilfe brauchen, als auch junge Leute, die nach beruflichen Perspektiven suchen.

Am Alice-Salomon-Berufskolleg Bochum engagieren sich Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule Soziales/Gesundheit aus dem Sportgerontologie-Unterricht heraus im Rahmen des Service-Learning-Programms sozialgenial der Aktiven Bürgerschaft. Die Schülerinnen und Schüler wenden in der Praxis an, was sie in der Theorie gelernt haben: In einem Pflege- und Wohnheim führen sie wöchentlich Bewegungsveranstaltungen mit Musik, Gymnastik und Gedächtnisübungen durch.
Zum Projekt „Bewegung für Senioren“

Auch am Berufskolleg Stadtmitte Mülheim an der Ruhr verbinden sich Engagement für ältere Menschen und berufliche Qualifikation. Das Projekt „Engagiert für Demenzerkrankte“ verzahnt die Theorie aus den Fächern „Soziales und Erziehung“ sowie „Gesundheit“ mit ehrenamtlicher Praxis in einer Demenz-WG. Im Unterricht eignen sich die Schülerinnen und Schüler Wissen über das Krankheitsbild, Therapieformen und Prävention an. In der Demenz-WG betreuen die Schülerinnen und Schüler drei Monate lang im Umfang von zwei Wochenstunden die dementiell erkrankten Bewohnerinnen und Bewohner, singen, machen Spaziergänge, lesen mit ihnen. Sie lernen den Umgang mit den alten Menschen und bauen Hemmschwellen ab. Das Projekt zielt auch darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler die gesellschaftliche Dimension des Themas erfassen und Verantwortung übernehmen.
Zum Projekt „Engagiert für Demenzerkrankte“

An der Lindenschule SBBZ Lernen Ostfildern, einer Förderschule, gibt es ein sozialgenial-Projekt, in dem Schülerinnen und Schüler für Senioren eines Nachbarschaftstreffs kochen und das Essen anschließend auch servieren. Während die Senioren so unter Menschen kommen und in Gesellschaft speisen können, können sich Schülerinnen und Schülern einen Eindruck von möglichen Berufen verschaffen.
Kochen für Senioren

Einsamkeit lindern

Freunde und Angehörige müssen sich verabschieden, gesundheitliche Einschränkungen beeinträchtigen Mobilität und Teilhabe: Für einsame ältere Menschen kann das Ehrenamt viel Gutes tun. Umso besser, wenn Menschen bereits in jungem Alter auf die Problematik aufmerksam werden.

Schülerinnen und Schüler der Arnold-Freymuth-Gesamtschule Hamm engagieren sich in einem Mehrgenerationencafé, dem „Café Marie“ der Arbeiterwohlfahrt, in dem sich Menschen aus verschiedenen Altersgruppen begegnen. Die Siebt- und Achtklässler bereiten gemeinsames Kaffeetrinken vor, gärtnern mit den Seniorinnen und Senioren und bieten Handy-Sprechstunden an. Das „Café Marie“ soll Lebensqualität der älter werdenden Hammer Bürgerinnen und Bürger im Wohnumfeld verbessern und der Vereinsamung entgegenwirken.
Café Marie

Konzerte junger Menschen für Senioren mit gemeinsamem Singen hat die Bürgerstiftung Hemmingen im Projekt „Jung musiziert für Alt“ angeschoben. 2400 Euro, eingenommen bei einer Verlosungsaktion, ermöglichten, dass die Musikschule Hemmingen 2024 vier Konzerte in Seniorenresidenzen veranstaltete. Musikschülerinnen und Musikschüler spielten auf, die Seniorinnen und Senioren sangen mit.
Jung musiziert für Alt

„ZwischenMenschlich – Paten für Senioren“ ist ein seit langen Jahren betriebener ehrenamtlicher Besuchsdienst der Bürgerstiftung Hannover. Die Freiwilligen besuchen Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen. Die Paten sollen eine verlässliche Abwechslung im Alltag herstellen und das Wohlbefinden der Seniorinnen und Senioren über die tägliche Versorgung hinaus verbessern.
Paten für Senioren

Den Nachwuchs unterstützen: Für die Jugend engagieren

Weniger junge Menschen müssen in Zukunft mehr stemmen und brauchen entsprechende Voraussetzungen. Doch um Begabungen zu entdecken und zu entwickeln, fehlen in Schulen und Elternhaus oft die Ressourcen. Bürgerschaftliches Engagement kann Räume schaffen und Kinder und Jugendliche individuell unterstützen. Häufig engagieren sich Seniorinnen und Senioren – eine Win-win-Konstellation.

Die Bürgerstiftung Neukölln in Berlin vermittelt und begleitet Freizeitpaten in ihrem Projekt „Neuköllner Talente“. Die Paten – Erwachsene aller Altersgruppen – gehen mit Kindern im Grundschulalter ins Museum oder in die Bibliothek, kochen oder machen Sport. So fördern sie individuelle Interessen und Fähigkeiten, für die es Zeit und Zuwendung braucht.
Neuköllner Talente

Die Bürgerstiftung Mössingen ist Mitglied des MENTOR Bundesverbands der Leselernhelfer e.V und fördert Lesepatenschaften. Die Paten werden extra qualifiziert und erhalten Arbeits- und Lernmaterial. Sie fördern Kinder individuell und mindestens ein Jahr lang. Das Projekt zielt auf die Sprach- und Lesekompetenz insgesamt und will Kinder auch ans Lesen heranführen. Von den Grundschulen in Mössingen ist ein hoher Bedarf gemeldet worden.
Leseförderung

Auf engagierte Seniorinnen und Senioren setzt die Bürgerstiftung Neuss in ihrem Projekt „Seniorpartner an Schulen“. Sie unterstützen Aktivitäten wie gemeinsames Kochen oder Exkursionen. Dabei können Sprachkenntnisse wie auch soziale Kompetenzen weiterentwickelt werden und die beteiligten Schülerinnen und Schüler lernen sich von neuen Seiten kennen.
Seniorpartner in Neuss

Die Bürgerstiftung Bonn hat das Projekt „Groß & Klein – Engagement an Bonner Grundschulen“ ins Leben gerufen. Hier engagieren sich Seniorinnen und Senioren als Schulpaten, sie helfen bei den Hausaufgaben und in der Sprachförderung, basteln und gärtnern mit den Kindern und begleiten Schülerinnen und Schüler mit Lern- oder Verhaltensproblemen. Dabei kooperiert die Bürgerstiftung mit dem Verein Seniorpartner in School e.V.
„Groß & Klein“

Räume schaffen: Immobilienprojekte

Ältere Menschen mit körperlichen Einschränkungen brauchen barrierefreie Wohnungen, möglichst in zentraler Lage, damit sie weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Auf dem angespannten Wohnungsmarkt sind entsprechende Immobilien zu selten zu finden. Hier engagieren sich Bürgerstiftungen.

„Gutes Älterwerden in Ostfildern“: Unter dieser Überschrift macht sich die Bürgerstiftung Ostfildern für die Seniorinnen und Senioren in der Stadt stark. Eine Erbschaft ermöglicht ihr, ein Haus mit 16 barrierefreien und zugleich bezahlbaren Wohnungen zu bauen. Das KühnleHaus ist nach dem Zustifter Richard Kühnle benannt. Es liegt zentral in Nellingen, so dass die Seniorinnen und Senioren Orte wie die Volkshochschule erreichen können.
KühnleHaus

Eine zentral gelegene Senioren-Wohngemeinschaft ist auch mithilfe der Bürgerstiftung Herdwangen-Schönach entstanden. Sie vermietet die Räumlichkeiten „Am Voglerhof“ – zwölf Zimmer – an den Nachbarschaftshilfeverein, der die Einrichtung betreibt. Der Vereinsvorstand, zugleich Unternehmer, stiftete zusammen mit seiner Frau der Bürgerstiftung für das Immobilienprojekt eine sechsstellige Summe zu.
Zeitungsbericht über die Einweihung
Zur Bürgerstiftung

Digitalisierung: Alle mitnehmen

Smartphone, E-Mail: Es wird immer schwieriger, den Alltag analog zu bewältigen und manche ältere Menschen werden von den Entwicklungen geradezu abgehängt. Dabei können digitale Lösungen speziell ihnen das Leben auch erleichtern. Bürgerschaftliches Engagement leistet Hilfestellung.

Bei der Bürgerstiftung Weimar helfen ehrenamtliche Mediencoaches alten Menschen beim Einstieg in die digitale Welt. Sie unterstützen die Anschaffung von Smartphones oder helfen bei der Suche nach Lösungen, wenn jemand stecken geblieben ist. Die Initiative ist Teil des Projekts „Weimars gute Nachbarn“, das darauf abzielt, älteren Menschen so lange wie möglich ein selbstständiges Leben zuhause zu ermöglichen.
„Weimars gute Nachbarn“

In Dortmund veranstalten Schülerinnen und Schüler der Robert-Koch-Realschule Smartphone-Sprechstunden für Senioren. Im Rahmen ihres sozialgenial-Projekts besuchen sie einmal in der Woche die Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims und beantworten deren Fragen zum Umgang mit den Geräten. Dabei freuen sich die alten Menschen nicht nur über die fachliche Hilfe, sondern auch über die Gesellschaft.
sozialgenial an der Robert-Koch-Realschule

Pflege: Alle Beteiligten unterstützen

Krankheit und Pflege sind besonders große Herausforderungen im Alter. Bürgerschaftliches Engagement setzt an den Rahmenbedingungen an, adressiert Begleiterscheinungen wie Überlastung und versucht, die Lebensqualität zu verbessern.

„Demenzfreundliches Wiesloch“ lautet die Initiative, mit der sich die Bürgerstiftung Wiesloch für Lebensqualität demenzkranker Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzt. Sie bietet damit eine Plattform, auf der Fachleute und Ehrenamtliche zusammenkommen, sei es bei Infoabenden, sei es im Kochkurs „Wohlfühlküche bei Demenz“, sei es in der Demenz-Sportgruppe – die Initiative sammelt und macht sichtbar, welche Angebote es in Wiesloch gibt.
„Demenzfreundliches Wiesloch“

Auf die pflegenden Angehörigen, die oft hoch belastet sind, blickt die Bürgerstiftung Bremen. Sie lädt sie zum Essen ein, organisiert Hin- und Rückfahrt und gegebenenfalls auch die Betreuung der Pflegebedürftigen. Das Projekt „Hol mal Luft“ soll vernetzen und entspannen und eine kleine Auszeit vom Alltag bieten.
„Hol mal Luft“

Mobil bleiben und (wieder) werden

Nur zuhause oder im Wohnheim sitzen, schlägt aufs Gemüt. Ehrenamtliche stellen die Mobilität für ältere Menschen wieder her.

Die BürgerStiftung Düsseldorf hat acht Fahrradrikschas finanziert, mit denen Ehrenamtliche alte Menschen spazieren fahren oder zu Terminen bringen. Sie kommen an unterschiedlichen Standorten in der Stadt zum Einsatz. „Radeln ohne Alter“ wird zusammen mit dem Verein „In der Gemeinde leben e.V.“ umgesetzt. Die Bürgerstiftung finanzierte das Projekt mit einer Spendenaktion.
„Radeln ohne Alter“

Dieser Beitrag ist Teil des Fokus Alles im Wandel – Engagement und Demographie der bürgerAktiv – Nachrichten für Engagierte März 2025 der Stiftung Aktive Bürgerschaft.

Foto: Arnold-Freymuth-Gesamtschule Hamm

„Am Ende vertrauen alle dem Menschen, auch die jungen Leute“

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Digitalisieren, Nachwuchs finden, alternsgerechte Angebote machen: Für Stefan Hell, Vorstandssprecher der Volksbank Ulm-Biberach, ist der demographische Wandel sowohl persönlich als auch in der Bank ein zentrales Thema. Im Interview erklärt er, wie die Volksbank die Herausforderungen geschäftlich und in ihrem gesellschaftlichen Engagement annimmt und was sich in den kommenden Jahren ändern wird.

Sie waren bis vor kurzem ehrenamtlich Vorstand im Verein Das Demographie Netzwerk (ddn) engagiert. Warum engagieren Sie sich persönlich zum Thema Demographie?

Ich war vorher schon auf lokaler Ebene im ddn aktiv und habe unter anderem Veranstaltungen gemanagt. Das Netzwerk bietet zahlreiche Gelegenheiten, Impulse und Informationen aufzusaugen und deckt thematisch alle Baustellen ab, die sich mit dem demographischen Wandel ergeben. Aus Zeitgründen habe ich mein Amt weitergegeben, aber dafür gesorgt, dass es in unserem Haus bleibt.

Warum?

Der Demographische Wandel ist für die Volksbank in jeder Hinsicht eine zentrale Herausforderung. Ein Drittel unserer Belegschaft hört in den kommenden Jahren altersbedingt auf. Wir suchen junge wie auch erfahrene neue Kolleginnen und Kollegen auf einem inzwischen stark umworbenen Bewerbermarkt. Gleichzeitig sind wir in einem Spagat zwischen Digitalisierung und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz einerseits und der wachsenden Zahl älterer Kunden andererseits, die noch auf hergebrachten Wegen mit ihrer Bank kommunizieren möchten. Und natürlich ist auch das Werben um jüngere Kundschaft herausfordernder geworden.

Wie reagieren Sie auf diese Herausforderungen?

Wir sind sehr aktiv auf Social Media, um die jüngeren Zielgruppen zu erreichen. Im Sommer präsentieren wir in Biberach das „Blue Orange Open Air 2025“ Festival. Wer sich erfolgreich bei uns bewirbt, bekommt seinen Arbeitsvertrag binnen 72 Stunden. Dieses Jahr haben wir mit 25 Auszubildende, so viele wie noch nie und auch für 2026 schon die Hälfte der Plätze besetzt.

Auch für die älteren Kunden machen wir zielgerichtete Angebote. Beispielsweise ermöglichen wir, die Immobilie noch während der Nutzung zu liquidieren, so dass Pflegekosten finanziert werden können. Eine Mitarbeiterin von uns, selbst bereits im Ruhestand, besucht nebenberuflich Heimbewohner und bringt ihnen Bargeld mit oder erledigt Überweisungen für sie.

Welche Rolle spielt der demographische Wandel in der Region für das gesellschaftliche Engagement der Bank?

Wir kümmern uns um die wachsenden Bedürfnisse der älteren Generation, indem wir Nachbarschaftshilfe und Austausch unterstützen, also etwa Einkäufe für Seniorinnen und Senioren oder Ausflüge. Aber wir unterstützen auch die Tafeln. Es ist erschreckend, wie die Zahl verwitweter älterer Kundinnen dort zunimmt. In der Region sind die Mietkosten in den vergangenen Jahren exorbitant gestiegen und es wird für viele Menschen schwieriger, mit einer bescheidenen Rente auszukommen.

Wir berücksichtigen darüber hinaus alle relevanten Zielgruppen gleichmäßig und fördern ebenso Bildung, Jugend, Sport und Nachhaltigkeit. Oftmals machen uns unsere Mitarbeiter auf unterstützenswerte Projekte aufmerksam. Die Volksbank kann insgesamt 1,1 Millionen Euro an Fördermitteln einsetzen, die Hälfte aus unserer Volksbank-Stiftung, rund eine halbe Million Euro aus dem Gewinnsparverein.

Welche Entwicklungen durch den demographischen Wandel erwarten Sie in den kommenden Jahren?

Bislang ist Ulm kein Hotspot für demographische Probleme. Es gibt Zuzug und wir wurden 2024 zur attraktivsten Stadt Deutschlands gewählt. Doch die Entwicklung ist auch hier spürbar. Für uns wird die Suche nach guten Mitarbeitern auf jeden Fall eine Herausforderung bleiben, zumal wir auch sehr großen Wert darauf legen, dass sie unsere genossenschaftlichen Werte teilen.

Hilft da nicht die Digitalisierung?

Nur teilweise. Denn wenn es drauf ankommt, wollen auch unsere jungen Kundinnen und Kunden nicht alles digital erledigen, sondern mit einem echten Bankberater sprechen. Am Ende des Tages vertraut man nicht der KI, sondern dem Menschen!

Stefan Hell, diplomierter Betriebswirt, ist seit Mitte 2023 Sprecher des Vorstands der Volksbank Ulm-Biberach, in den er 2013 berufen wurde. 

Interview: Gudrun Sonnenberg
Foto: Volksbank Ulm-Biberach

Das Interview ist Teil des Fokus Alles im Wandel – Engagement und Demographie der bürgerAktiv – Nachrichten für Engagierte März 2025 der Stiftung Aktive Bürgerschaft.

Vier Fragezeichen für den Umweltschutz

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Schülerinnen und Schüler der Klasse 5A der Green-Gesamtschule in Duisburg beschäftigen sich mit den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde und entwickeln Aktionen, um Natur und Umwelt zu schützen. Das ist das sozialgenial-Projekt des Monats März 2025.

Das Projekt der 5A trägt den Titel „????” und das Engagement ist mit den Fächern Naturwissenschaften und Kunst verknüpft. Die vier Fragezeichen stehen für die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Die Kinder erarbeiten sich deren Bedeutung für das Ökosystem Erde, um sich für ihren Schutz einsetzen. Derzeit steht das Thema Wasser im Fokus, konkret das Meer als Lebensraum vieler Tiere. Die Klasse besuchte das Aquarium Sealife in Oberhausen, um mehr über die Unterwasserwelt der Meere und ihre Bewohner zu erfahren. Die Schülerinnen und Schüler übernahmen dann Patenschaften für eine Meeresschildkröte und einen weißen Hai, die sie durch den Verkauf von Getränken und Brezeln beim Tag der offenen Tür der Schule finanzierten. Die beiden Tiere sind getrackt und die Schüler können ihre Wege per QR-Code in ihrem Logbuch verfolgen.

Bei einem Besuch Ausstellung „Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen haben sie sich zudem intensiv mit der Vermüllung der Meere befasst. Ihr Wissen wollen sie nun in die Praxis übertragen: Mit einer Kita-Gruppe sammeln sie Müll in der Rheinaue in Rheinhausen und engagieren sich gemeinsam gegen Vermüllung und für Plastikvermeidung. Am Schuljahresende werden sie ihr Engagement in der Schulaula präsentieren. Sukzessive sollen die Schülerinnen und Schüler Eigeninitiative und Engagement entwickeln, sodass sie in höheren Jahrgängen Projekte mit- oder selbst organisieren können.

Zum Projekt

Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck erhält 55.000 Euro für Klimaschutzprojekte

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Die Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck erhält das Restvermögen des aufgelösten Energiewendevereins „Ziel 21“. Die Zuwendung in Höhe von 55.000 Euro fließt in die Initiative „Fossilfreier Landkreis“ der Bürgerstiftung und wird für Projekte in den Bereichen Bildung und Mobilität eingesetzt. Projektleiter Tobias Lexhaller plant, mit der Spende den „Autofreien Sonntag“ der Bürgerstiftung fortzuführen und ihr Bildungsangebot zum Klimaschutz an Schulen weiter auszubauen. Ein besonderes Anliegen der Bürgerstiftung ist es, Kinder und Jugendliche im Kontext ihrer eigenen Lebenswelt für Klimaschutz und Energiewende zu sensibilisieren. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist die Wanderausstellung „Klima Kinder – coole Köpfe gegen heiße Erde“, die bereits an mehreren Grundschulen präsentiert wurde und junge Menschen über Nachhaltigkeit aufklärt.

Zur Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck
Zum Artikel im Merkur

Bürgerstiftungen lassen junge Menschen mitentscheiden

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Die Bürgerstiftungen Schaumburg und Neumarkt sowie die Stiftung Bürger für Münster setzen verstärkt auf die Beteiligung junger Menschen. Unter ihrem Dach haben sie Beiräte eingerichtet, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit geben, eigene Förderentscheidungen zu treffen und Projekte mitzugestalten.

Das im März 2024 gegründete FörderForum der Stiftung Bürger für Münster ermöglichte jungen Menschen die eigenständige Fördermittelvergabe von insgesamt 6000 Euro. Nach intensiver Beratung, begleitet durch die Stiftung, gaben sie am 26. November 2024 die ausgewählten Projekte bekannt. Die DZ HYP AG unterstützte das FörderForum mit 10.000 Euro aus ihrem Bürgerstiftungsfonds „Bildung ist Vielfalt“.

Auch bei der Bürgerstiftung Schaumburg gibt es einen neuen Kinder- und Jugendbeirat. Er kam im Februar 2025 erstmals zusammen. Bereits seit 2022 hat die Bürgerstiftung Region Neumarkt einen „Jungen Beirat“, der sich in die Stiftungsarbeit einbringt. „Eine Riesenbereicherung“, sagte Stiftungsvorstand Wolfgang Pfeiffer gegenüber den Nürnberger Nachrichten vom 26.Februar 2025, da der Beirat „ganz neue, geniale Ideen einbringt und Themen aufgreift, auf die wir sonst gar nicht kommen würden“.

FörderForum der Stiftung Bürger für Münster
Bürgerstiftung Schaumburg
Zum „Jungen Beirat“ der Bürgerstiftung Neumarkt
Artikel im Westfalium
Artikel in den Schaumburger Nachrichten (+)
Artikel in den Nürnberger Nachrichten (+)

Perspektive gesucht: Schüler organisieren Berufe-Forum

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Schülerinnen und Schüler des Service-Learning-Kurses an der Heinrich-Heine-Schule in Dreieich haben am 25. März 2025 zusammen mit der Kinder- und Jugendförderung der Stadt ein Berufe-Forum organisiert. Das Ziel der Veranstaltung „meet and greet your future“ war, die diesjährigen Schulabgänger aus den Schulen des Ortes mit Unternehmen zusammenzubringen, die freie Ausbildungsplätze anbieten können. Mit der Veranstaltung, die sie schon zum zweiten Mal mitorganisierten, wollten die Heinrich-Heine-Schüler Gleichaltrige bei der Berufswahl unterstützen und ein niedrigschwelliges Informationsangebot schaffen. Dafür telefonierten sie mit den Unternehmen und luden sie ein, besuchten die Abschlussklassen in den Dreieicher Schule, verteilten Flyer und organisierten die Anmeldung. Für die Veranstaltung kaufen sie Getränke und Snacks ein. Bei der Veranstaltung hielten sie die Eröffnungsrede, übernahmen sie Auf- und Abbau, verkauften Essensmarken und betreuten Stände.

Die Mitschüler aus den Abschlussklassen aus Dreieich konnten sich bei der Messe über Ausbildungen und Berufsfelder bei Arbeitgebern in der Region informieren und ihre Stärken im persönlichen Austausch präsentieren.

Zu den Infos der Heinrich-Heine-Schule

Info-Veranstaltungen: sozialgenial kurz & kompakt

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Gut besucht sind derzeit die Info-Veranstaltungen „sozialgenial kurz & knapp vorgestellt“ der Stiftung Aktive Bürgerschaft. Das neue Onlineformat ermöglicht, das Service-Learning-Programm sozialgenial unverbindlich kennenzulernen und mehr über das Bildungskonzept Service Learning zu erfahren. Denn seit diesem Schuljahr 2024/25 können bundesweit alle Schulen der Sekundarstufen I und II bei sozialgenial mitmachen.

Die Veranstaltungen finden jeden Monat statt und richten sich an Schulen, die Service Learning mit sozialgenial umsetzen wollen, sowie an Stiftungen, Verbände, Kommunen und Unternehmen, die sich als Förderpartner mit sozialgenial für Bildung und Demokratie engagieren möchten.

Zu den Terminen
Mitmachen bei sozialgenial
sozialgenial-Förderer werden

Richtig feiern: Fachaustausch zu Jubiläen für Bürgerstiftungen

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124 Bürgerstiftungen feiern 2025 und 2026 ihr 10-, 20- oder 25-jähriges Jubiläum. Eine gute Gelegenheit, um in der Öffentlichkeit und unter potentiellen Stifterinnen und Stiftern auf die Bürgerstiftung aufmerksam zu machen. Beim Fachaustausch der Aktiven Bürgerschaft zur Gestaltung von Jubiläen am 26. März 2025 berichtete die Bürgerstiftung Wasserburg von den Veranstaltungen, die sie in ihrem Jubiläumsjahr auf die Beine gestellt hat. Der Erfolg: Eine Zustiftung von 6000 Euro, Spenden von 2800 Euro und den Dorfpreis der Gemeinde Wasserburg, die 4000 Einwohner hat. Die 45 Teilnehmenden des Fachaustauschs trugen weitere Ideen zusammen und die Aktive Bürgerschaft ergänzte mit Hinweisen zur Logo-Gestaltung und Kommunikation auf Social Media.

Vor Ort beim Jubiläum der Bürgerstiftung Winnenden war am 28. März 2025 Stefan Nährlich, Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands der Stiftung Aktive Bürgerschaft, die die Gründung der Bürgerstiftung vor 20 Jahren begleitet hat. Diese feierte zusammen mit Spendern, Stiftern und Weggefährten und konnte dabei ebenfalls eine Zustiftung – die zweite – bekannt geben. Stefan Nährlich hob in seinem Impulsvortrag die Rolle der Bürgerstiftungen als Mitmach-Stiftungen hervor: „Bürgerstiftungen helfen Menschen und Unternehmen, ihre stifterischen Anliegen unbürokratisch und wirkungsvoll umzusetzen.“

Fachaustauschtermine der Aktiven Bürgerschaft
Bürgerstiftung Winnenden

Fundstück des Monats: Abgeordnete aus dem eigenen Wahlkreis finden

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die Abgeordneten aus dem eigenen Wahlkreis leichter finden: Per Postleitzahl-Suche spuckt der „Demokratie-Wegweiser“ aus, welche Abgeordnete im Bundestag, Europäischen Parlament, Landkreis, Landtag und in der Kommune die eigene Region vertreten. Das erspart die Suche in den einzelnen offiziellen Datenbanken der Parlamente.
Zum Demokratie-Wegweiser

Mehr Nützliches:

Der Bürgerstiftungsfinder der Stiftung Aktive Bürgerschaft
www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungen/buergerstiftung-finden/

Datenbank sozialgenial der Stiftung Aktive Bürgerschaft: Service-Learning-Schulprojekte
www.aktive-buergerschaft.de/service-learning/sozialgenial-praxisbeispiele/

Weiterbildung: Masterstudiengang Nonprofit-Management & Governance
professional-school.uni-muenster.de/masterstudiengange/nonprofit-management-governance/

Jobs anbieten und finden: Gesines Jobtipps
gesinesjobtipps.de/

Veranstaltungskalender für Gemeinnützige:
www.buergergesellschaft.de/mitteilen/nuetzliches/termine-veranstaltungen/veranstaltungskalender
www.gutes-wissen.org/kalender/

Fördermittel für Gemeinnützige:
Meta-Verzeichnis
blog-foerdermittel.de/internetverzeichnis/
Förderdatenbank der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt
foerderdatenbank.d-s-e-e.de/datenbank/programme
Aktuelle Ausschreibungen
foerdermittel-wissenswert.de/aktuelles/
Spendenkampagnen von Unternehmen
www.foerderprogramme.org/spendenkampagnen/
Wettbewerbe und Förderpreise
www.buergergesellschaft.de/mitteilen/nuetzliches/wettbewerbe-foerderpreise