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Michael Neumann

Steigende Erwartungen an die Verantwortung von Unternehmen

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Knapp 60 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland sehen es gerne, wenn ein Unternehmen, dessen Produkt sie kaufen, sich für die Lösung gesellschaftlicher Probleme engagiert, insbesondere für soziale Themen und Umweltschutz. Dabei richten sich die Erwartungen vordringlich auf Förderung oder direkte Unterstützung, weniger auf Meinungsäußerung und öffentliche Positionierung der Unternehmen, heißt es im „Corporate Social Mind Report“ des deutschen Beratungsunternehmens Wider Sense und des amerikanischen Marktforschers INFLUENCE|SG, für den repräsentativ 1.000 Menschen in Deutschland sowie 2.000 in den USA befragt wurden. Die Befragung zeigt für beide Länder einerseits, dass die Erwartungen an die Unternehmen im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen sind, und andererseits, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher seit der Energiekrise stärker auf die Preise von Produkten achten als auf Nachhaltigkeit.

WWW.PRESSEPORTAL.DE/PM/163066/5381945

Hohes Spendenvolumen für die Nothilfe in der Ukraine

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Der Deutsche Spendenrat meldet ein Spendenvolumen in Deutschland von 3,8 Milliarden Euro an Spenden in den ersten drei Quartalen 2022 – es bleibe auf dem sehr hohen Niveau von 2021, als besonders viel wegen der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands gespendet wurde. 2022 sei der Krieg in der Ukraine der Grund für die große Hilfsbereitschaft, so der Spendenrat. Gegenüber 2021 sei das Volumen der Geldspenden für Geflüchtete von 207 Millionen Euro auf 949 Millionen Euro gestiegen. Dagegen gingen die Spenden für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz zurück, ebenso die Unterstützung Kultur- und Denkmalpflege. In der humanitären Hilfe sind die Spenden für nicht Geflüchtete rückläufig, das betrifft Entwicklungshilfe, Bildung und Kinder- und Jugendhilfe.

Das Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bezifferte die Spenden für die Ukrainehilfe am 29. November 2022 auf 862 Millionen Euro bis Mitte Oktober 2022 und ordnete sie als Rekordsumme in der Nothilfe ein. Inflationsbereinigt liege allerdings noch immer das Spendenvolumen für die Opfer des Tsunami in Asien 2004 vorn. Diese Statistik unterscheidet sich von der des Spendenrats, weil sie größere Spenden, mehr Spender und mehr Empfänger einbezieht.

WWW.SPENDENRAT.DE/SPENDENJAHR-2022
WWW-RND-DE.CDN.AMPPROJECT.ORG/C/S/WWW.RND.DE/POLITIK/SPENDEN-FUER-DIE-UKRAINE-862-MILLIONEN-EURO-MENSCHEN-AUS-DEUTSCHLAND-SPENDEN-REKORDSUMME-UGYFD74CXNDI7GDRX2FKVGW2CM.HTML

npoR: Stifterwille und Lauf der Geschichte

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Nicht erst heute stößt der Ewigkeitscharakter von Stiftungen auf Bedenken – sei es, dass einzelne Personen zu viel Einfluss nehmen, sei es, dass der Lauf der Geschichte die Stiftungszwecke überholt. Prof. Dr. Thomas Adams von der University of Arkansas, USA, schildert in der Zeitschrift für das Recht der Nonprofit Organisationen (npoR Heft 6/2022) ausführlich die Diskussionen und gesetzlichen Strategien in den USA, wo in den 1960er Jahren fast eine Begrenzung der Lebensdauer von Stiftungen beschlossen worden wäre. Er stellt fest: Für den Fall, dass ein Stiftungszweck überholt ist, scheine das gegenwärtige amerikanische Modell „ebenso wenig geeignet zu sein wie das deutsche Modell. In beiden Fällen wird die Modifizierung des Stiftungszweckes zu sehr durch die Interessen der Gesellschaft und des Staates geleitet, während die Interessen der Stifter weitgehend vernachlässigt werden.“ Der Text ist unter dem Titel „Stiftungen für die Ewigkeit als rechtliche Herausforderung für sich ständig wandelnde Gesellschaften“ erschienen.

RSW.BECK.DE/ZEITSCHRIFTEN/NPOR

FAZ: Der reichste Deutsche und Heilbronn

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Dieter Schwarz, deutscher Milliardär, Eigentümer der Einzelhandelsketten Kaufland und Lidl, meidet die Öffentlichkeit zwar – aber er gestaltet sie. Mit seiner Stiftung hat er in seiner Heimatstadt Heilbronn einen Hochschulcampus aufgebaut, weitere IT-Forschungseinrichtungen sind im Entstehungsprozess, ebenso ein Rechenzentrum; außerdem hat die Stiftung ein Haus der Familie, eine bilinguale Schule und eine Erzieherakademie geschaffen. So weit, so gut, aber muss das alles privat geschehen? Fragen dazu stellte Gustav Theile in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), Antworten gab Reinhold Geilsdörfer, der Geschäftsführer der Dieter Schwarz-Stiftung. Er sagte unter anderem: „Ob der demokratische Einsatz der Mittel wirklich zukunftsorientierter wäre, ist eine andere Frage. Eine staatliche Steuerung hätte nie und nimmer diese Wirkung. Und man hätte viel Bürokratie.“ Das Interview „Wieso der reichste Deutsche eine ganze Stadt umbaut“ ist am 15. November 2022 erschienen.

WWW.FAZ.NET/AKTUELL/WIRTSCHAFT/UNTERNEHMEN/DIETER-SCHWARZ-WIESO-DER-LIDL-MILLIARDAER-HEILBRONN-UMBAUT-18463461.HTML

USA: Bezos will Vermögen spenden

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Der Gründer des Online-Handelskonzerns Amazon, der US-Amerikaner Jeff Bezos, will noch zu Lebzeiten einen Großteil seines Vermögens spenden. Das sagte er in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN. Bezos will sich mit seinem Vermögen für Klimaschutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Er hat sich jedoch nicht der „Giving Pledge“ angeschlossen, bei der Milliardäre wie Microsoft Gründer Bill Gates und der Investment-Milliardär Warren Buffett versprachen, einen Teil ihres Vermögens gemeinnützig zu spenden. Bezos‘ Besitz wird auf mehr als 120 Milliarden US-Dollar geschätzt. Er galt lange reichster Mensch der Welt und gründete 2018 zusammen mit seiner damaligen Ehefrau die Stiftung „One Day“, die obdachlosen Familien hilft (bürgerAktiv berichtete Ausgabe 193 September 2018). Mitte November 2022 verlieh er den sogenannten „Courage and Civility Award“ an die Country-Sängerin Dolly Parton. Sie darf eine gemeinnützige Organisation auswählen, die das Preisgeld von 100 Millionen US-Dollar erhält.

EDITION.CNN.COM/2022/11/14/BUSINESS/JEFF-BEZOS-CHARITY/INDEX.HTML
WWW.FAZ.NET/AKTUELL/GESELLSCHAFT/AMAZON-GRUENDER-JEFF-BEZOS-EHRT-DOLLY-PARTON-MIT-100-MILLIONEN-DOLLAR-18460372.HTML

 

ZEIT ONLINE: „Private Vision des Gemeinwohls“

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Mit großen Stiftungen üben einzelne reiche Stifterinnen und Stifter eine Macht aus, die nicht demokratisch legitimiert ist, sagte der Soziologe Prof. Dr. Frank Adloff am 15. November 2022 im Interview mit ZEIT ONLINE („“Stiftungen haben eine neokoloniale Seite“). „Damit sich etwas ändert, benötigt es (…) einen strukturellen Wandel. Oft ändert sich die Welt durch Investitionen in wohltätige Projekte nicht, weil die Machtverhältnisse dieselben bleiben“, so Adloff. „Wohlhabende Stifter brauchen nicht auf andere zu hören, das ist ein großes Problem.“ Er regte an, „Stiftungen demokratischer aufzubauen und damit mehrere Menschen gemeinsam über Förderungen entscheiden zu lassen“.

WWW.ZEIT.DE/ARBEIT/2022-10/REICHTUM-WOHLTAETIGKEIT-FRANK-ADLOFF-INTERVIEW

DIW: Spenden ungleich verteilt zwischen Arm und Reich

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Das ärmste Zehntel der Bevölkerung spendet doppelt so viel wie das reichste Zehntel, wenn man die gespendete Summe in Relation zum Einkommen setzt: Bei den ärmsten Haushalten waren es 1,9 Prozent vom Einkommen, bei den reichsten 0,9 Prozent. Das haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) aus Befragungsdaten des Sozioökonomischen Panels 2019 und dem DZI-Spenden-Index für 2020 und 2021. Die Wissenschaftler verwiesen auch auf die steuerliche Ungleichbehandlung: Für reiche Spender senkt eine Spende die Steuerlast erheblich stärker als für ärmere Spender, die ohnehin weniger zahlen. Insgesamt allerdings ist die Spendensumme 2019 gegenüber 2017 gestiegen, weil das reichste Zehntel mehr spendete – es trug, absolut betrachtet, mehr als ein Drittel zum gesamten Spendenaufkommen bei.

WWW.DIW.DE/DE/DIW_01.C.859175.DE/AERMERE_HAUSHALTE_SPENDEN_ANTEILIG_AM_VERFUEGBAREN_EINKOMMEN_MEHR_ALS_EINKOMMENSSTARKE_HAUSHALTE.HTML

Sachsen: Engagement-Stiftung gegründet

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Die Jugendstiftung Sachsen (JUST) ist 25 Jahre nach ihrer Errichtung durch eine Namens- und Satzungsänderung zur Engagement-Stiftung für den Freistaat ausgebaut worden. Staatsministerin Petra Köpping sagte dazu am 7. November 2022: „Mit der Engagement-Stiftung schaffen wir ein wichtiges Bindeglied zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, den Verbänden und Vereinen sowie den Einrichtungen auf kommunaler und auf Landesebene. Damit wollen wir das bürgerschaftliche Engagement in Sachsen weiter voranbringen.“ In Sachsen ist rund ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagiert.

MEDIENSERVICE.SACHSEN.DE/MEDIEN/NEWS/1056953

MDR: Feuerwehr mit Platznot, Vereine ohne Nachwuchs

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Fußballer und Schützen fehlen Nachwuchs und Einnahmen, und die Feuerwehr wartet vergeblich auf ein neues, ausreichend großes Haus: Über den Mitgliederschwund der Vereine und den Kampf mit der Bürokratie in der kleinen Gemeinde Timmenrode im Harz berichtete in einer mehrteiligen Serie im November 2022 der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). „In dem Harz-Dorf setzen sie deshalb auf Zusammenhalt. Gemeinsam wollen sie Lösungsansätze entwickeln, um das kulturelle Leben im Dorf und das Überleben der Vereine zu sichern. Mehrmals im Jahr kommen dazu vom Kleingartenverein über die Schützen und Fußballer bis hin zur Feuerwehr alle Klubs und Institutionen des Dorfes im Gemeindehaus zusammen“, so Lucas Riemer, der Autor der Berichte „Warum Timmenrode im Harz seit Jahren um ein neues Feuerwehrhaus kämpft“ und „Wie Timmenrodes Vereine gemeinsam ums Überleben kämpfen“.

WWW.MDR.DE/NACHRICHTEN/SACHSEN-ANHALT/MAGDEBURG/HARZ/TIMMENRODE-VEREINE-MITGLIEDERSCHWUND-GEMEINSAME-LOESUNGEN-100.HTML
WWW.MDR.DE/NACHRICHTEN/SACHSEN-ANHALT/MAGDEBURG/HARZ/TIMMENRODE-DORF-KAMPF-FEUERWEHRHAUS-NEUBAU-100.HTML

taz: Bürgerräte und die Realität

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Mit Bürgerräten Strategien für Windräder, Solarenergie und weitere Energien zu entwickeln, das war der Plan von Freiburg und Gemeinden aus der Umgebung. Wie die beteiligten Bürgerinnen und Bürger arbeiteten und was nun aus den Ergebnissen wird, war in einer langen Nahaufnahme in der tageszeitung (taz) vom 7. November 2022 nachzulesen. Während die beteiligten Bürgerinnen und Bürger die Arbeit als gute Erfahrung bewerten, der ihren Glauben in die Demokratie gestärkt habe, wurde im Gemeinderat mit bürokratischen Hemmnissen gekontert. „Vielleicht waren die Erwartungen an den Rat einfach zu hoch. Die Klimakrise lösen, die Demokratie retten, das kann kein Rat der Welt an fünf Samstagen schaffen“, überlegte der Autor des Beitrags „Bürger:innenräte in der Klimakrise: Das Los als Lösung?“, Jannik Jürgens.

TAZ.DE/BUERGERINNENRAETE-IN-DER-KLIMAKRISE/!5890208&S=ENGAGEMENT