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Michael Neumann

Mehr Vermögen vererbt und verschenkt

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In Deutschland sind 2023 rund 121,5 Milliarden Euro an Vermögen steuerpflichtig übertragen worden, meldete am 16. Juli 2024 das Statistische Bundesamt. Das ist ein Anstieg um 19,8 Prozent und ein neuer Höchststand, so die Statistiker. Die Schenkungen stiegen deutlich um 44,7 Prozent auf 60,3 Milliarden Euro gegenüber 41,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Die vererbten Vermögen stiegen leicht von 59,7 Milliarden Euro im Vorjahr auf 61,2 Milliarden Euro. Außerdem wurden Betriebsvermögen in Höhe von 29,8 Milliarden Euro übertragen, ein Zuwachs um 81,3 Prozent gegenüber 2022.

Die Zahlen bilden allerdings nur einen Teil der Vermögensübergänge ab – die meisten Erbschaften, Vermächtnisse und Schenkungen liegen innerhalb von Freibeträgen, werden nicht versteuert und gehen nicht in diese Statistik ein.

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NDR, WDR, Süddeutsche Zeitung: Sparpläne beim WWF Deutschland

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Beim World Wildlife Fund (WWF) in Deutschland müssen möglicherweise 80 der knapp 500 Angestellten gehen, berichteten auf tagesschau.de am 12. Juli 2024 Petra Blum, Verena von Onderza und Nick Heubeck über Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung. Damit sollten, so die Autoren, rund 4,5 Millionen Euro an Personalkosten pro Jahr eingespart werden. Die Abteilungen Artenschutz, Landwirtschaft und Bildung sollten aufgelöst werden und die Verwaltung von Schutzgebieten an andere Organisationen abgegeben werden. Der WWF Deutschland finanziert sich aus Spenden, öffentlichen Mitteln und der Zusammenarbeit mit Unternehmen. Letztere solle intensiviert werden, heißt es in dem Bericht mit dem Titel „Massive Finanzlücken beim WWF“. Das stoße bei den Mitarbeitenden auf Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Organisation. Der WWF Deutschland selbst gab am 11. Juli 2024 eine Pressemitteilung heraus, in der er von einer Konsolidierung und strategischer Fokussierung sprach und erklärte, für mögliche Spendeneinbrüche vorsorgen zu wollen. Die Organisation ist gemessen am Spendenaufkommen die zweitgrößte Umweltorganisation in Deutschland, 2023 spendeten ihr 350.000 Menschen rund 55 Millionen Euro, das waren rund 40 Prozent der Einnahmen.

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Deutschlandfunk Kultur: Zeitgutscheine in Lörrach

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Zeitbankvereine gibt es in Österreich, Tschechien und Deutschland. Wie sie funktionieren, berichtete am 8. Juli Deutschlandfunk Kultur am Beispiel der „ZEITBANK plus“ in Lörrach in Baden-Württemberg. „Die 200 Mitglieder in Lörrach gehen füreinander einkaufen, mit zum Arzt oder helfen im Garten“, berichtete Autorin Katharina Thoms am 8. Juli 2024. Die Zeit wird gutgeschrieben und das Guthaben kann eingelöst werden, wenn man selbst einmal Hilfe braucht. Aktuelle Herausforderung: Mehr jüngere Menschen einbeziehen, die vielleicht auch Hilfe brauchen, wenn Kinder, Haushalt und Beruf ihnen über den Kopf wachsen. Der Beitrag erschien im Länderreport unter dem Titel „Zeitgutscheine für die Nachbarn“.

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Bürgerstiftungsfonds der DZ HYP gegründet

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Die DZ HYP, eine der führenden Immobilienbanken in Deutschland aus der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, hat unter dem Dach der Stiftung Aktive Bürgerschaft den Bürgerstiftungsfonds „Bildung ist Vielfalt“ gegründet und die erste Förderung gestartet. Am 19. Juli 2024 stellten die Partner in Münster gemeinsam mit der Stiftung Bürger für Münster, der örtlichen Bürgerstiftung, das Projekt „FörderForum Kinder und Jugendliche für Münster“ vor. In diesem Kinderbeirat können Schülerinnen und Schüler der 5. bis 12. Klasse mitentscheiden, welche Jugendprojekte die Bürgerstiftung fördert. Mit ihrem Bürgerstiftungsfonds fördert die DZ HYP Bildungsprojekte von Bürgerstiftungen. Die jährliche Fördersumme beträgt 10.000 Euro.

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Markenimage: Wenig Effekt durch gesellschaftliche Kampagnen

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Die Marken von Unternehmen, die sich an gesellschaftlichen Initiativen wie „Wir stehen für Werte“ (im Vorfeld der Europawahl im Juni 2024) und „Nie wieder ist jetzt“ (nach dem Terrorangriff der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023) beteiligt haben, profitierten dadurch bei der Wahrnehmung der Kunden offenbar kaum. Das hat eine Studie der Markenberatung Spirit for Brands ergeben, über die die Fachzeitschrift Horizont am 10. Juli 2024 online exklusiv berichtete. Die Analyse setzte demnach die Medienpräsenz beteiligter Unternehmen in Bezug zum Net-Promoter-Score NPS (das ist die Kennzahl, ob Kunden das Unternehmen weiterempfehlen) und untersuchte, welche Eigenschaften Internetnutzer den Marken zuschrieben. Nach der Kampagne „Wir stehen für Werte“ sei lediglich bei Thyssenkrupp der Begriff „kooperativ“ zusätzlich assoziiert worden. Nach „Nie wieder ist jetzt“ wurde bei der Deutschen Bahn die Wahrnehmung „rücksichtsvoll“ und bei der Deutschen Bank „sorgsam“ gefunden, bei der Allianz assoziierten Kunden öfter „engagiert und gewissenhaft“. Die Entwicklungen des NPS liefen hier auseinander: Bei der Deutschen Telekom, Thyssenkrupp, Lufthansa und Deutsche Bahn waren sie eher positiv, bei der Allianz, Bayer und der Deutschen Bank eher negativ. Nicht untersucht wurde die Wirkung der Kampagnen unternehmensintern, also bei den Mitarbeitern.

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Änderungen im Gemeinnützigkeitsrecht geplant

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Die Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung für gemeinnützige Organisationen soll abgeschafft werden und gemeinnützige Organisationen sollen gelegentlich zu tagespolitischen Themen Stellung beziehen dürfen, ohne dass sie ihre Gemeinnützigkeit gefährden. Diese Anpassungen bei den Regelungen zur Gemeinnützigkeit enthält der Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) für das zweite Jahressteuergesetz 2024. Das BMF hat den Gesetzesentwurf mit dem Bearbeitungsstand vom 10. Juli 2024 Mitte Juli 2024 an Verbände und Interessenvertreter mit der Möglichkeit zur Stellungnahme verschickt.

Mit der Abschaffung der Zeitvorgabe von zwei Jahren für die Mittelverwendung will das BMF einen Beitrag für Entbürokratisierung im Ehrenamt leisten. Bereits mit dem Jahressteuergesetz 2020 wurde die Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung für kleine Vereine und Stiftungen abgeschafft, deren Jahreseinnahmen unter 45.000 Euro liegen (bürgerAktiv berichtete). Außerdem soll jetzt die Bildung von Rücklagen nicht mehr erforderlich sein.

Finanzielle Mittel für die Beeinflussung der politischen Meinungs- und Willensbildung dürfen gemeinnützige Organisationen bislang nur einsetzen, wenn sie damit innerhalb ihrer Satzungszwecke bleiben. Außerhalb der Satzungszwecke darf dies nur vereinzelt geschehen, wie im Anwendungserlass zur Abgabenordnung (AEAO) geregelt (bürgerAktiv berichtete). Im aktuellen Referentenentwurf für das zweite Jahressteuergesetzes 2024 soll eine entsprechende gesetzliche Regelung geschaffen werden. „Gelegentlich“ bedeute danach nicht, dass sich gemeinnützige Organisationen bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu politischen Themen äußern dürften. Das Betreiben oder Unterstützen von Parteipolitik sei immer gemeinnützigkeitsschädlich, auch wenn es nur gelegentlich erfolge, heißt es in dem Referentenentwurf.

Das zweite Jahressteuergesetz 2024 soll zum 1. Januar 2025 in Kraft treten.

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Süddeutsche Zeitung: Deutschland größte Müllsammelgruppe

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Teils mehrere hundert Menschen sieht man regelmäßig am Rheinufer in Köln beim Müllsammeln. Es sei Deutschlands größte Müllsammelgruppe, in neun Jahren angewachsen von einer One-Man-Show zum heutigen Verein namens „Krake“, berichtete in der Süddeutschen Zeitung Alexander Menden. Die Mitglieder sammeln den Abfall nicht nur, sondern stellen ihn im „Müllseum“ in ihrer Vereinszentrale auch aus. Seit 2022 schwimmt zudem die sogenannte „Rheinkrake“ im Fluss, eine Müllfalle, die den Unrat schon im Fluss sammelt: „Darunter sind große Brocken wie Fahrräder und die immer wieder gerne in den Rhein geschmissenen Elektroroller“, schrieb Menden. „Aber es sind vor allem die winzigen Teilchen, die den Vereinsmitgliedern Sorge bereiten.“ Auf seine Frage, ob es nicht frustrierend sei, antwortete Krake-Initiator Christian Stock: „Jedes Gramm Müll, das ich sammle, ist ein Gramm weniger, das im Meer landet.“ Der Beitrag erschien am 18. Juni 2024 unter dem Titel „Wenn hier sonst niemand aufräumt, mache ich es halt selber“.

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Die Welt: Dienstjahr für Jung und Alt – was geht, was geht nicht?

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Ein Dienstjahr für die Gesellschaft, um Probleme im sozialen Bereich zu lösen: Klingt einfach, ist juristisch aber schwierig, konstatierte Tim Daldrup in der Welt vom 29. Juni 2024 unter dem Titel „Ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr – sogar für Ältere? Diese Möglichkeiten hat der Staat“. Denn das Grundgesetz verbietet Zwangsarbeit. Der frühere Zivildienst fiel als Ersatz für den Wehrdienst nicht darunter, doch heute ist der Wehrdienst ausgesetzt. Was das Grundgesetz zulässt, ist eine allgemeine, für alle zugängliche öffentliche Dienstleistungspflicht: Feuerwehr oder Deichschutz fielen darunter, nicht aber Altenpflege oder Einsätze in Schulen, so Daldrup unter Berufung auf den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages. Während man in CDU-Kreisen annimmt, das Gesetz „dynamisch“ auslegen zu können, sind in der Debatte um ein Pflichtjahr für ältere Menschen mildere Stimmen zu hören. „Es sei sinnvoller, weiter auf Freiwilligkeit bei Älteren zu setzen“, vernahm Daldrup. „Doch so einfach ist das nicht für Menschen, die im Vollzeitberuf stehen. Deswegen fordern die Diakonie Deutschland und die Evangelischen Freiwilligendienste einen Rechtsanspruch auf ein Freiwilligenjahr.“

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Leipziger Volkszeitung: Tolle Erlebnisse statt Geld für EM-Helfer

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Wer freiwillig der UEFA bei der EM hilft, bekommt eine Gratismahlzeit am Tag, kostenlose Nahverkehrstickets und darf die Arbeitskleidung behalten. Das ist zwar schon alles, berichtete Mark Daniel am 6. Juli 2024 in der Leipziger Volkszeitung. Doch den Freiwilligen scheint die Sparsamkeit des wohlhabenden Fußballverbandes nichts auszumachen. „Geldverdienen ist bei solchen Events nicht der Antrieb. Es geht darum, Teil von etwas Einmaligem zu sein und eine tolle Art von Gemeinschaft zu erleben“, zitierte Daniel eine Studentin. 7700 Freiwillige hätten sich in Leipzig beworben, 1600 wurden genommen. Manche holen sich ein bisschen Bezahlung im Nachgang, aber nicht von der EM, sondern von den anderen Fans, so Daniel: „Bei Ebay stehen zahlreiche Shirts, Jacken oder Schuhe längst zum Verkauf.“ Sein Beitrag hat den Titel „Ohne Bezahlung, aber tolle Erlebnisse“.

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Genossenschaftsbanken: Neue Zahlen zum Engagement

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Die deutschen Genossenschaftsbanken haben 2023 das bürgerschaftliche Engagement vor Ort mit Zuwendungen in Höhe von insgesamt 185 Millionen Euro gefördert. 167 Millionen Euro (gegenüber 171 Millionen Euro 20229) davon waren Spenden, Sponsoring und Stiftungserträge. 18 Millionen Euro (2022: 12 Millionen Euro) waren geldwerte Zuwendung wie kostenlose Unterstützungsleistungen und Sachspenden. Diese Zahlen meldete der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) am 3. Juli 2024. Das Engagement der Genossenschaftsbanken hat sich demnach gegenüber dem Vorjahr erhöht. Das trifft auch für den Stiftungsbereich zu, 2023 waren es hier 385 Millionen Euro gegenüber 380 Millionen Euro 2022.

Die Hauptzielgruppen sind weiterhin Kinder und Jugendliche, Senioren und Familien. Laut BVR hat rund die Hälfte der Banken ehrenamtliches Engagement während der Arbeitszeit organisiert oder unterstützt. Die Zahlen sind auf dem Portal „viele für viele“ des BVR veröffentlicht. Der ausführliche Jahresbericht über das Engagement 2023 soll im Spätsommer 2024 folgen.

WWW.BVR.DE/PRESSE/GESELLSCHAFTLICHES_ENGAGEMENT/GESELLSCHAFTLICHES_ENGAGEMENT_2023_GENOSSENSCHAFTLICHE_FINANZGRUPPE_SETZT_AUF_VERLAESSLICHE_FOERDERUNG_UND_MITEINANDER