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Michael Neumann

Potsdam: Plattner-Stiftung zieht zurück

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Die Hasso Plattner Stiftung in Potsdam hat einen Teil ihres Vorhabens aufgegeben, das Studentendorf am Campus Griebnitzsee zu kaufen (bürgerAktiv berichtete in Ausgabe 238 Oktober 2022). Sie habe sich mit der Universität Potsdam nicht auf eine für alle Studierenden offene Verwendung einigen können, hieß es in Bezug auf zwei Universitätsgebäude des Campus. Dort wollte die Stiftung Co-Working-Plätze und Start-Up-Flächen für das Hasso-Plattner-Institut schaffen. Die jetzigen Nutzer – Fakultäten, Fachschaften und ein Café – sollten Ersatzflächen entstehen. Der Asta der Universität hatte sich gegen den Kauf ausgesprochen. Uni-Präsident Oliver Günther appellierte nun an das Land, den „dringend erforderlichen Baumaßnahmen“ höhere Priorität einzuräumen als bisher. Bildungsministerin Manja Schüle reagierte befremdet: Es liege ihrem Ministerium gar kein Antrag auf Bedarfsfeststellung durch die Uni vor, konterte sie einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung zufolge, und sie sehe einem solchen „mit Interesse entgegen“. Nach dem Teil-Rückzug gibt es jetzt noch Gespräche über die Wohnanlagen, berichtete der Tagesspiegel.

WWW.TAGESSPIEGEL.DE/POTSDAM/LANDESHAUPTSTADT/HAUSER-AM-CAMPUS-GRIEBNITZSEE-PLATTNER-STIFTUNG-NIMMT-KAUFANGEBOT-ZURUCK-9275316.HTML
WWW.TAGESSPIEGEL.DE/POTSDAM/LANDESHAUPTSTADT/NACH-PLATTNERS-ABSAGE-AN-UNI-POTSDAM-MINISTERIN-SCHULE-STRAFT-PRASIDENT-GUNTHER-AB-9476216.HTML

FAZ: „Ökonomisierung ist nicht negativ“

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Wie kommt das Geld, das jemand in Deutschland spendet, zum Empfänger? Zum Beispiel über die Bank für Sozialwirtschaft, die in diesem März 2023 hundert Jahre alt wird. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) über Spenden, die wirtschaftliche Lage von Unternehmen der Sozialwirtschaft und Finanzierungsprobleme ordnete Harald Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Bank, die Tätigkeit seiner Bank ein: „Im Begriff Ökonomisierung schwingt ja oft etwas Negatives mit. Das halte ich als pauschale Aussage für falsch. Denn ohne ökonomisches Handeln und betriebswirtschaftliche Instrumente können die Aufgaben in diesem Sektor gar nicht geleistet werden“, sagte er. Das Gespräch führte Sarah Huemer. Es erschien am 26. Februar 2023 unter dem Titel „Die Zahl der Spender nimmt stetig ab“.

WWW.FAZ.NET/AKTUELL/FINANZEN/GELD-FUER-WOHLTAETIGE-ZWECKE-DIE-ZAHL-DER-SPENDER-NIMMT-STETIG-AB-18703015.HTML

Schleppende Digitalisierung auf dem Land

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Wieweit ländliche Vereine ihre Tätigkeiten digitalisieren, hängt von ihren Ressourcen und den Ressourcen ihrer Ansprechpartner und Zielgruppen ab sowie vom Alter ihrer Engagierten. Das sind die zentralen Ergebnisse der Untersuchung „Zwischen Appstore und Vereinsregister. Ländliches Ehrenamt auf dem Weg ins digitale Zeitalter“, für die der gemeinnützige Think & Do Tank Neuland 21 und das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) unter 3000 Vertreter eingetragener Vereine und religiösen Gemeinschaften in Deutschland befragten sowie vertiefende Interviews mit einzelnen Vertretern und Experten führten. Sie entwickelten einen Digitalisierungsindex und stellten neben den genannten Zusammenhängen auch fest, dass größere Organisationen eher digitale Anwendungen nutzen und es auch vom Thema des Engagements abhängt, wie digital sich eine Organisation aufstellt: Vorne liegen hier Wissenschaft und Politik, hinten Organisationen, die sich mit Freizeitgestaltung oder regionaler Entwicklung befassen.

NEULAND21.DE/WP-CONTENT/UPLOADS/2023/03/20230306-LAENDLICHES-EHRENAMT-LAYOUT-INTERAKTIV-1.PDF

Die Stiftung: Fonds ohne Ausgabeaufschlag

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Stiftungen können in Fonds investieren, ohne einen Ausgabeaufschlag zu zahlen. Darauf weist Stefan Preuß in dem Beitrag „Ausgabeaufschlag – die Mutter aller Gebühren“ hin, der online in „Die Stiftung“ am 28. Februar 2023 erschienen ist. „Stiftungen können an den drei Stellschrauben Ausgabeaufschlag, Bestandsprovision und geringere Kosten institutioneller Tranchen mit relativ wenig Aufwand die Performance ihrer Vermögensanlage erheblich verbessern“, erläutert er, differenziert jedoch: „Kosten für akribisches Fondsmanagement, das das Stiftungskapital auch durch schwierige Marktphasen sicher steuert, steht eine messbare Leistung gegenüber, für die manche Stiftung gerne bezahlen wird.“

WWW.DIE-STIFTUNG.DE/KAPITALANLAGE/AUSGABEAUFSCHLAG-DIE-MUTTER-ALLER-GEBUEHREN-98023

Philanthropy Impact Magazine: Spenden oder sparen

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Wann soll man Geld ausgeben: Wenn die Not groß ist? Inflationsbedingt wäre das jetzt der Fall, doch eben diese Inflation kann andererseits auch ein Grund sein, vorhandene Gelder zusammenzuhalten. Das Verfolgen des Stiftungszwecks gerät in diesen Zeiten in Widerspruch zum Erhalt der Stiftungsressourcen, stellt Gavin McEwan im britischen Philanthropy Magazine fest. Ähnliche Spannungen stellen sich bei Spendern ein. „Wenn meine Zuwendung den Empfänger nicht rettet, muss ich mich auf die Empfänger konzentrieren, die resilient sind und eine größere Chance haben, durch die Krise zu kommen“, zitiert er einen Spender. McEwan ist Jurist und berät Non-Profit-Organisationen und Spender. Sein Beitrag, der in Ausgabe 28 / Winter 2022-2023 erschien, trägt den Titel „Giving Under Pressure: The Impact of Inflation on Philanthropic Decision-Making“.

WWW.PHILANTHROPY-IMPACT.ORG/SITES/DEFAULT/FILES/PDF/FINAL_PHILANTHROPY-IMPACT-MAGAZINE-ISSUE-28-PT2.PDF

NDR „extra 3“: Zu wenig Zeit für die Politiker

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Wenn Feuer ehrenamtlich gelöscht und arme Menschen von Ehrenamtlichen verköstigt werden: Warum dann nicht auch die Bundeswehr, fragte am 2. März 2023 das Satiremagazin extra 3 vom Norddeutschen Rundfunk und entdeckte bei der Beschäftigung mit dem Thema Ehrenamt gleich noch eine ganz neue Funktion der Tafeln: Dort schenkten nicht nur 60.000 Ehrenamtliche dem Staat jährlich 180 Millionen Euro schenken, sondern sie schafften – natürlich ehrenamtlich – auch eine Bühne für aufmerksamkeitsträchtige Auftritte von Politikern, so die Satiriker. Vom Bundeskanzler über die SPD-Politikerin Franziska Giffey bis zum bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) schauten die Politiker gerne mal vorbei.  „Die Tafel ist für alle da“, stellten die Satiriker fest. Lästig sei nur, dass nebenbei noch die Lebensmittel für die Bedürftigen ausgegeben werden müssten: „Für das Posieren mit den Politikern bleibt da leider viel zu wenig Zeit.“

WWW.NDR.DE/FERNSEHEN/SENDUNGEN/EXTRA_3/OHNE-EHRENAMT-LAEUFT-NICHTS-IN-DEUTSCHLAND,EXTRA21400.HTML

WZB: Maßvolle Proteste

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Auch wenn Klimakleber in aller Munde sind: Die Radikalisierung gesellschaftlicher Proteste ist zum Stillstand gekommen. Das ergab das Ende Februar 2023 veröffentlichte Protest-Monitoring des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). So habe es zwar Demonstrationen gegeben, aber im Vergleich zu den Pandemiejahren waren sie weniger radikal und gewalttätig. Auch blieb der erwartete „heiße Herbst“ mit Protesten gegen steigende Preise und die Energiekrise aus – die Protestbereitschaft von Menschen sinke, wenn Parteien, insbesondere die AfD, zu den Aktionen aufriefen, so die Forschenden. Sie werteten für das Monitoring Protestereignisse aus und befragten repräsentativ 2.800 Menschen in Deutschland zu ihrem Protestverhalten und ihren Einstellungen.

WWW.WZB.EU/DE/PRESSEMITTEILUNG/RADIKALISIERUNGSTREND-DER-CORONA-JAHRE-GESTOPPT

ZiviZ Survey: Neues Selbstverständnis in der Zivilgesellschaft

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Das Selbstverständnis gemeinnütziger Organisationen verändert sich. Sie richten sich weniger an ihren Mitgliedern und mehr an der Gesellschaft beziehungsweise externer Klientel aus. Das ist eines der Ergebnisse aus dem aktuellen Survey des Thinktanks Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) im Stifterverband, der am 7. März 2023 als Trendbericht veröffentlicht wurde. Weitere Ergebnisse: Mit 21 Prozent berichteten mehr Organisationen über rückläufige Engagiertenzahlen. Dahinter verbergen sich Rückläufe am häufigsten bei Sportorganisationen aber auch steigende Engagementzahlen bei Umwelt- und Naturschutzorganisationen. 5 Prozent der Organisationen berichteten über Sorge, aufgrund politischer Aktivitäten die Gemeinnützigkeit zu verlieren. Der Survey zählte 656.888 zivilgesellschaftliche Organisation für das Jahr 2022 in Deutschland, 18.000 mehr als 2016, dem Jahr der letzten umfassenden Bestandsaufnahme. Die Zahl neu gegründeter Vereine sinkt seitdem, die Zahl gemeinnütziger Kapitalgesellschaften (z.B. Genossenschaften) wuchs um 27 Prozent. Für die Erhebung gaben 12.792 Organisationen Auskunft, Basis für die Stichprobe ist die Auslese der Vereins-, Handels- und Genossenschaftsregister.

WWW.STIFTERVERBAND.ORG/PRESSEMITTEILUNGEN/2023_03_07_ZIVIZ-SURVEY_TRENDBERICHT_ZIVILGESELLSCHAFTLICHE_ORGANISATIONEN
WWW.ZIVIZ.DE/ZIVIZ-SURVEY

Noch eine Klatsche

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Den Deutschen Fußballbund (DFB) hat die Bürokratie am Wickel. Hatte er vor Weihnachten noch mit Steuernachzahlungen aufgrund aberkannter Gemeinnützigkeit für die Jahre 2014 und 2015 von sich reden gemacht (bürgerAktiv berichtete in Ausgabe 240 Januar 2023), so wächst nun der Ärger mit der Sozialversicherung. Die mit Aufwandsentschädigungen in bis zu sechsstelliger Höhe vergüteten Ehrenamtlichen im Präsidium seien in Wahrheit abhängig Beschäftigte gewesen, vermutet die Rentenversicherung schon seit Jahren. Es gibt Verfahren vor dem Sozialgericht. Neu ist jetzt, dass einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 25. Januar 2023 zufolge auch die Staatsanwaltschaft ermittelt, und zwar seit November 2022. Als Gründe kommen laut dem Bericht nicht erfolgte Zahlungen oder auch unrichtige oder unvollständige Angaben infrage. Wenn es ganz schlecht läuft, könnten neue Millionenbeträge auf den DFB zukommen.

WWW.SUEDDEUTSCHE.DE/SPORT/DFB-FINANZAFFAERE-ERMITTLUNGEN-STAATSANWALTSCHAFT-SOZIALABGABEN-FRANKFURT-1.5739105

Algerische Menschenrechtsliga verboten

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Ein Verwaltungsgericht in Algier hat die Algerische Liga zur Verteidigung der Menschenrechte aufgelöst. Wie die tageszeitung (taz) am 30. Januar 2023 berichtete, erfuhr die Organisation davon erst jetzt aus den sozialen Medien von dem Gerichtsbeschluss. Sie habe erklärt, dass ihr weder Gründe genannt noch Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden sei. Im Januar 2023 wurde auch ihr Dokumentationszentrum in Béjaia amtlich versiegelt. Die Liga wurde 1985 gegründet.

TAZ.DE/LIGA-FUER-MENSCHENRECHTE-IN-ALGERIEN/!5911858