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Michael Neumann

Wie Unternehmen sich für Bildung engagieren

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Die Zahl der Unternehmen, die sich für Bildung engagieren, ist rückläufig, ergab die Erhebung „Monitor Unternehmensengagement 2025“ von ZiviZ im Stifterverband (bürgerAktiv berichtete). Immerhin sind es noch 43 Prozent (2018: 51 Prozent), nur für Sport engagieren sich noch mehr (61 Prozent). In einer im Februar 2026 veröffentlichten Extra-Auswertung der Daten zum Bildungsengagement stellt ZiviZ fest, dass Unternehmen sich meist für die schulische Bildung engagieren. Meist geht es um die Entwicklung von sozialen und unternehmerischen Kompetenzen sowie Kompetenzen in den sogenannten MINT-Fächern. Nur wenige Unternehmen engagieren sich für Demokratiebildung, Kultur, künstlerische Kreativität oder Diversität. Hauptsächlich ist die Förderung finanziell; nur die größeren Unternehmen mit 250 Mitarbeitenden oder mehr setzen auch eigene Projekte um und legen Stipendienprogramme auf.

Über die Zusammenarbeit mit Schulen äußerte sich eine Mehrheit der befragten Unternehmen positiv. Allerdings wünschten sich rund zwei Drittel mehr regelmäßigen Austausch. Insgesamt wurden Wissenstransfer und eine höhere Kooperationsbereitschaft staatlicher Stellen gewünscht. Die Auswertung beruht auf den Auskünften von 4500 kleinen, mittleren und großen Unternehmen.

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evangelisch.de: Weniger Vereinsfahrten in Jugendherbergen

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Die Übernachtungen in den deutschen Jugendherbergen sind 2025 um 2,8 Prozent zurückgegangen, weil weniger Gruppenfahrten von Vereinen gebucht wurden, berichtete unter anderen das Portal evangelisch.de am 3. März 2026. Die größte Gruppe der Jugendherbergsgäste waren Schulklassen, bei ihnen gab es keinen Rückgang. Das Deutsche Jugendherbergswerk wolle 2026 mehr Menschen für ein freiwilliges Engagement und Vereinsleben begeistern und darauf bei seinen Weiterbildungsangeboten in den rund 400 Häusern den Schwerpunkt legen, heißt es in dem Beitrag.

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ZEIT online: „Die Mehrheit ist emotional aktiviert“

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Eine Mehrzahl von Menschen regt sich über Missstände auf, aber nur eine Minderheit engagiert sich, um Abhilfe zu schaffen. Das leitet der Soziologe und Rechtsextremismusforscher Matthias Quent aus der repräsentativen Umfrage zu Krisengefühlen ab, die er für sein Buch „Keine Macht der Ohnmacht“ durchführte. Im Interview „Demokratien nehmen Gefühle nicht ernst genug“ mit Lenz Jacobsen für ZEIT online beschreibt er, wie Menschen ihre Ohnmachtsgefühle kompensieren, indem sie charismatischen und zerstörerischen Gruppen folgen. Unter Menschen, die sich engagieren, fänden sich dagegen deutlich weniger Anhänger der AfD. Quent wirbt für niedrigschwellige Beteiligungsformate und mehr direkte Demokratie. „Wir wollen eine demokratische Gesellschaft, in der alle mitbestimmen können. Aber in der Schule und vor allem bei der Arbeit, also dort, wo Menschen einen Großteil ihrer Lebenszeit verbringen, machen Menschen diese Erfahrung meist gerade nicht“, sagt er. „Langfristig kann eine demokratische Gesellschaft nur funktionieren, wenn sich ihre Mitglieder nicht als ohnmächtig erleben, sondern als handlungsfähig.“ Das Interview erschien am 7. März 2026.

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FAZ: „Je größer der finanzielle Grundstock, desto höher die Resilienz“

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In der Krise steigt der Wert von Unabhängigkeit: Das scheint das Beispiel des Kunstmuseums Städel in Frankfurt a.M. zu zeigen, das aktuell mit einer großen Zustiftungskampagne nach US-amerikanischem Vorbild in der Öffentlichkeit unterwegs ist. „Weil sich die Welt rasant verändert und wir diesen Wandel selbstbestimmt gestalten wollen“, antwortet Direktor Philipp Demandt auf die Frage nach den Gründen. „Wir sind in engem Austausch mit unseren amerikanischen Kollegen, die durch politisch unruhige Zeiten gehen. Je größer der finanzielle Grundstock, desto höher die Resilienz“, erklärt er im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). „Alle Zustiftungen an das Städel sind von Rechts wegen unveräußerlich, aber ihre Zinsen und Dividenden sollen mittelfristig eine weitere Säule unserer Finanzierung werden.“ Aktuell finanziere sich das Städel, eine gemeinnützige private Stiftung, zu 15 Prozent aus öffentlichen Mitteln, der Rest komme aus Eintrittsgeldern, dem Förderverein, sowie von privaten Mäzenen, Stiftungen und Unternehmen. Das Ziel der Kampagne seien Zustiftungen in Höhe von 100 Millionen Euro, ein Viertel davon sei schon zusagt, so Demandt. Das Vermögen des Museums seien die herausragende Sammlung und eine Immobilie. Das Interview „Auf die Frankfurter Bürger ist immer Verlass“ führte Stefan Trinks. Es erschien am 7. März 2026.

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Aktive Bürgerschaft im Einsatz bei der Berliner Tafel

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Das Team der Stiftung Aktive Bürgerschaft hat am 24. Februar 2026 erneut einen Corporate Volunteering Einsatz bei der Berliner Tafel auf dem Gelände des Großmarkts an der Beusselstraße absolviert und geholfen, die Lebensmittelspenden der Supermärkte zu sichten und zu sortieren, bevor sie weitergegeben werden. Die Tafel verteilt die Spenden an soziale Einrichtungen sowie in ihren 48 „Laib und Seele“-Ausgabestellen an bedürftige Einzelpersonen im gesamten Berliner Stadtgebiet. Im gesamten Prozess engagieren sich Freiwillige. Die Aktive Bürgerschaft hat 2025 zum ersten Mal die Möglichkeit eines Corporate Volunteerings bei der Tafel wahrgenommen (bürgerAktiv berichtete).

Berliner Tafel

Bilanz des Helfens 2025: Weniger Spender und Spenden, größere Einzelspenden

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2025 spendeten Privatpersonen in Deutschland 4,649 Milliarden Euro, meldete am 18. Februar 2026 der Deutsche Spendenrat e.V. Das ist ein Rückgang um neun Prozent. Auch die Zahl der Spenderinnen und Spender ist in dieser „Bilanz des Helfens 2025“ rückläufig. Im Durchschnitt spendeten sie mit 46 Euro jedoch 3 Euro mehr als im Vorjahr. Die Zahlen bestätigen teilweise die Trends, die der Deutsche Fundraisingverband Ende 2025 in seinem „Spendenmonitor“ veröffentlichte (bürgerAktiv berichtete). Allerdings weichen die Summen deutlich voneinander ab.

Zur „Bilanz des Helfens 2025“

Niedersachsen: Neue Förderrunde für soziale Innovationen und Stärkung der Demokratiearbeit

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Die niedersächsische Landesregierung weitet die Unterstützung für zivilgesellschaftliches Engagement aus. Das betrifft die Förderung innovativer sozialer Projekte sowie die langfristige Absicherung der Demokratiearbeit. Die Landesregierung veröffentlichte dazu zwei Mitteilungen am 16. und 17. Februar 2026.

Gemeinnützige Organisationen können sich demnach ab sofort um Fördermittel des Landesprogramms „Soziale Innovation“ bewerben. Unterstützt werden Projekte, die neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln – etwa in den Bereichen Arbeitswelt, Daseinsvorsorge im ländlichen Raum oder soziale Integration. Die Bewerbungsfrist endet am 22. Mai 2026.

Zur Stärkung der Demokratie hat die Landesregierung angekündigt, das Landesprogramm für Demokratie und Menschenrechte im Niedersächsischen Justizministerium und das ressortübergreifende Landesprogramm für Islamismusprävention auszubauen. Sie reagiert damit auf die Ergebnisse des neuesten Berichts der Landesprogramme für Demokratieförderung und Extremismusprävention. Als eine der zentralen Herausforderungen benennt der Bericht die Gefahren durch den digitalen Wandel der Gesellschaft insbesondere für junge Menschen. Ein besonderer Schwerpunkt soll deshalb künftig auf der Medienkompetenz und dem Umgang mit Desinformation im digitalen Raum liegen.

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Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet Engagementstrategie 2030

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Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat am 13. Januar 2026 eine neue Engagementstrategie verabschiedet, um die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt bis zum Jahr 2030 zu verbessern.

Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau der Freiwilligenagenturen und der Aufbau einer Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen, um die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren zu verbessern. Ein landesweites digitales Engagement-Portal soll die Suche nach Einsatzmöglichkeiten vereinfachen.

Für Kleinstförderungen soll ein standardisierter, bürokratiearmer Prozess entwickelt werden, der besonders kleinen Initiativen schnellen Zugriff auf Finanzmittel ermöglicht.

Engagierte sollen ihre im Ehrenamt erworbenen Fähigkeiten künftig durch einen offiziellen Nachweis belegen können und diesen etwa Bewerbungen beizulegen. Um Unternehmen und Betriebe für die Freistellung von Personal zu sensibilisieren, sollen ein Zertifikat „Engagementfreundlicher Betrieb“ sowie ein Netzwerk „Engagierte Unternehmen im Land“ initiiert werden.

Außerdem ist vorgesehen, die Ehrenamtskarte MV bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, um neue Zielgruppen, beispielweise Schülerinnen und Schüler anzusprechen.

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Erinnerungsprojekt – „Es waren Menschen“

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Anlässlich des internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2026 gestalteten die Schülerinnen und Schüler der Eggeschule in Willebadessen einen schulweiten Gedenktag und eine Ausstellung unter dem Titel „Es waren Menschen – Erinnerungskultur erfahrbar machen“.

Die inhaltliche Vorbereitung und Umsetzung erfolgte durch die Fachschaft Gesellschaftslehre in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung, der Schülervertretung sowie dem Wahlpflichtkurs Erinnerungskultur. Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 10 setzten sich im Geschichtsunterricht mit den Biografien ausgewählter Opfer auseinander. Mithilfe von Daten der internationalen Gedenkstätte Yad Vashem recherchierten sie deren Lebenswege und dokumentierten sie auf Plakaten.

Zudem beschrifteten die Schülerinnen und Schüler 400 Holzwürfel mit den Namen von Menschen, die im Vernichtungslager Sobibor ermordet wurden. Die Würfel wurden im Rahmen eines Gedenkaktes in der Aula der Schule zu einem Mahnmal in Pyramidenform zusammengefügt, um mit der symbolischen Verdichtung der einzelnen Namen zu einem gemeinsamen Erinnerungszeichen die Dimension der Verbrechen erfahrbar zu machen.

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Bürgerstiftungen Lörrach, Schwäbisch Haller Bürgerstiftung: Musikunterricht für junge Menschen

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Junge Musikerinnen und Musiker haben in einem Lörracher Altenpflegeheim ein Konzert gegeben. Die Auftritte sind Teil des Förderkonzepts der Bürgerstiftung Lörrach, die mit dem Riehle-Fonds unter ihrem Dach den Musikunterricht für Kinder aus einkommensschwachen Familien unterstützt. 2025 stellte die Bürgerstiftung rund 4600 Euro für Unterrichtszuschüsse, Instrumentenleihe und Konzertbesuche bereit.

Mit Unterstützung der Bausparkasse Schwäbisch Hall fördert seit 2003 auch die Schwäbisch Haller Bürgerstiftung die musikalische Ausbildung junger Menschen: Im Dezember 2025 spendeten die Bausparkasse und ihre Mitarbeitenden dafür 10.000 Euro. „Musik eröffnet Kindern und Jugendlichen wichtige Erfahrungsräume – sie stärkt Persönlichkeit, fördert Kreativität und verbindet Menschen“, erklärt Claudia Klug, Sprecherin der Geschäftsführung der Bausparkasse und Vorständin der Schwäbisch Haller Bürgerstiftung, gegenüber dem Hohenloher Tagblatt vom 11. Februar 2026.

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