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Regina Sommerfeld

Die Stiftung: Das Stiftungswesen könnte agiler und innovativer sein 

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Die aktuelle Ausgabe von „Die Stiftung“ (April 2021) widmet sich der Zukunft des Stiftungswesens. Rupert StrachwitzDirektor des Maecenata Instituts, erklärt in seiner Kolumne, warum Stiftungen auf Kritik nicht mehr mit dem lapidaren Hinweis reagieren könnten, ihr Handeln sei legal und sie täten Gutes. Beides sei zwar mit wenigen Ausnahmen zutreffend, reiche aber nicht mehr aus, um das „überkommene Stiftungswesen zukunftsfähig zu machen“. Philanthropinnen und Philanthropen böten sich heute zahlreiche Alternativen zur Stiftung. Auch Soziologie-Professor Helmut K. Anheier sieht das in derselben Ausgabe ganz ähnlichDas Stiftungswesen in Deutschland sei jung, mehrheitlich ein Produkt der letzten 20, 30 Jahre, das Selbstverständnis und die Handlungstradition aber konservativ, bedächtig, innovations- und risikoscheu. Das habe, so Anheier im Interview „Das Stiftungswesen könnte agiler und innovativer sein“, viel mit dem Führungspersonal zu tun. Juristen, Notare und Mitglieder der bürgerlichen Oberschicht seien mit einem hohen Anteil in Stiftungsvorständen vertreten. 

https://www.die-stiftung.de/stiftungsszene/das-stiftungswesen-koennte-agiler-und-innovativer-sein-91364/
https://www.die-stiftung.de 

Forschungsjournal Soziale Bewegungen: Gespaltene Zivilgesellschaft nach Trump 

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„Die USA nach der Präsidentenwahl. Mobilisierung sozialer Bewegungen und eine gespaltene Zivilgesellschaft“ ist das Thema des Beitrages von Dominic Schwickert, Maria Skóra, Diego Rivas, Lukas Schwemer, Ansgar Klein und zugleich der Titel des Heftes 1/2021 des Forschungsjournals Soziale Bewegungen. Das Themenheft analysiert die Präsidentschaft Donald Trumps mit Blick auf Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen. Zum einen, so die Autorinnen und Autoren, erlebten die Vereinigten Staaten im Jahr 2020 ein nie dagewesenes Erstarken sozialer Bewegungen im ganzen Land gegen die Politik Trumps. Wichtige Protestthemen waren der Kampf gegen Rassismus und Krieg, für Klima- und Umweltschutz, für eine umfassendere Krankenversicherung, für die Rechte von Frauen, LGBTQ und anderer diskriminierter Gruppen. Zum anderen habe es gleichzeitig aber auch eine starke Mobilisierung von rechts gegebenUnzivile Akteure, Organisationen und Bewegungen agierten in den Handlungsräumen der Zivilgesellschaft und strebten dort Raumgewinne und Unterstützung an. Sie wendeten sich gegen Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, kritische Öffentlichkeit und Demokratie, sofern diese ihren eigenen Interessen im Wege stehen. 

http://forschungsjournal.de/jahrgaenge/2021heft1 

“Der Spiegel”: Mehr Schaden als Nutzen? Das Geschäft mit den Klimabäumen

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Das Konzept von Stiftungen und Organisationen wie „Plant for the Planet“ ist es, gegen Geld Bäume zu pflanzen und so die CO2-Bilanz des Spenders zu verbessern (bürgerAktiv berichtete in Ausgabe 218 Januar 2021). Mittlerweile ist daraus eine Art „grüner Ablasshandel“ geworden, an dem sich Privatpersonen genauso wie Großkonzerne beteiligen. Der weltweite Zertifikatemarkt werde in wenigen Jahrzehnten auf bis zu 100 Milliarden Dollar anschwellen, ist im „Spiegel“ vom 11. April 2021 zu lesen. Doch wie nachhaltig ist es wirklich, weltweit massenhaft frische Baumsetzlinge in die Erde zu pflanzen?, fragen die Autoren Philip Bethge und Susanne Götze. In manchen Breiten hielten es Forscher sogar für klimaschädlich, Wald anzulegen. Auch stießen viele Projekte auf erheblichen Widerstand aus der Bevölkerung oder seien sowieso nicht auf Dauer angelegt. Trotz der oft fehlerhaften Umsetzung sehen die Autoren in der Aufforstung zwar nicht die Lösung aller Klimaprobleme, aber immerhin „einen Anfang“. 

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klima-das-millionengeschaeft-mit-den-klimabaeumen-a-a8944b4b-0002-0001-0000-000177062116 

“Wirtschaftswoche”: Olaf Scholz im Attac-Modus 

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Quasi durch die Hintertür hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) laut „Wirtschaftswoche“ versucht, politisch aktiven NGOs wieder die Gemeinnützigkeit zuzuerkennen. Obwohl die dafür notwendige Änderung der Abgabenordnung sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat gescheitert sei, habe er seine Beamten einen entsprechenden Erlass entwerfen lassen. Das aber komme in den Bundesländern nicht gut an, die einen BMF-Erlass mitzeichnen müssen, schreibt Autor Christian Ramthun. Der SPD-Kanzlerkandidat müsse sich nun anhören, es mit den demokratischen Usancen und Gesetzen nicht allzu ernst zu meinen. Kritiker befürchten außerdem, dass es bei einer Änderung des Gemeinnützigkeitsrechts, wie von Scholz angestrebt, zu einer Umgehung des restriktiven Spendenrechts für Parteien kommen könnte. Scholz‘ Politikstil ist auch Gegenstand eines zweiten „Wiwo“-Artikels vom 11. April 2021. Er zeigt weitere Fälle auf, in denen Scholz versuche, seine politische Agenda mit allen Mitteln durchzusetzen. 

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/steuervorteile-olaf-scholz-im-attac-modus/27077252.html 
https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/bundesfinanzminister-olaf-scholz-der-spielt-nicht-sauber/27077562.html  

“Welt”: Bundesmittel für Islamisten und Antifa

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Das sogenannte Demokratiefördergesetz ist Thema eines am 13. April 2021 in der „Welt“ erschienen Artikels. Es sieht eine Aufstockung der Mittel für hunderte Sozialorganisationen vor. Allerdings profitierten davon auch islamistische und linksradikale Milieus, schreibt Autor Marcel Leubecher und zeigt einige „besonders fragwürdige Fälle“ auf. So sei etwa ein Mitarbeiter des Berliner Vereins Eoto, der Grünen-Lokalpolitiker Jeff Kwasi Klein, in der Vergangenheit durch gewaltverherrlichende Aussagen aufgefallen. Beim islamischen Verein Inssan bestünden Verbindungen zum „Aktionsgeflecht der Muslimbruderschaft“, heißt es weiter. Auch seien Mittel aus dem „Demokratie leben“-Etat verschiedentlich an Akteure aus der Antifa-Szene geflossen.  

https://www.welt.de/politik/deutschland/article230240943/Demokratie-leben-Auch-Islamisten-und-Antifa-profitieren.html  

“Süddeutsche Zeitung”: Kein Zusammenhang zwischen Netz- und Analog-Aktivismus 

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Engagieren sich Netzaktivisten eigentlich auch außerhalb der digitalen Welt? Dieser Frage geht ein am 8. April 2021 in der „Süddeutschen Zeitung“ erschienener ein Artikel nach. Anhand von Veröffentlichungen der Pontificia Universidad Católica de Chile, der Universität Groningen und der Universität Cambridge zeigt Autor Sebastian Herrmann, dass dem oft nicht so ist. Zwar hätten für die Protestbewegungen des arabischen Frühlings soziale Netzwerke zum Beispiel eine wesentliche Rolle gespielt. Und auch Occupy Wallstreet, Black Lives Matter oder die #metoo-Bewegung seien stark von Online-Aktivisten geprägt worden und hätten zweifellos zu großem Engagement in der analogen Welt motiviert. Dennoch gebe es Hinweise darauf, dass online und offline Engagement kaum in Zusammenhang stünden, weil sich Menschen im Netz und der realen Welt schlicht unterschiedlich verhielten. Aktivismus auf Twitter, Facebook oder anderswo diene oft dazu, ein öffentliches Bild von einem selbst zu kuratieren und das stelle bereits einen Wert für sich dar.  

https://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-1.5258946

“Süddeutsche Zeitung”: Das sind die wichtigsten Freiwilligendienste 

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Um zusätzliche Kräfte für Krisen- und Katastropheneinsätze im Inland zu gewinnen, war Anfang April der Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz der Bundeswehr gestartet. Sozialverbände hatten ihn kritisiert, weil sie darin eine Konkurrenz zu zivilen Freiwilligendiensten sahen. Die Süddeutsche Zeitung nimmt diesen Streit in einem Artikel vom 7. April 2021 nun zum Anlass, die wichtigsten Freiwilligen-Programme vorzustellen. Anders als der Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz setze zum Beispiel der Normale Freiwillige Wehrdienst der Bundeswehr die Bereitschaft zu Auslandseinsätzen voraus. Als zivile Programme werden der Bundesfreiwilligendienst (BFD), das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) vorgestellt. 

https://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-freiwilligendienst-fsj-1.5257211  

“APUZ”: Applaus ist nicht genug

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Hat die Corona-Pandemie etwas an den bestehenden sozialen Ungleichheitsverhältnissen geändert? Nein, sagen die Autoren der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APUZ), die von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben wird. Unter dem Titel „Im Dienst der Gesellschaft“ beleuchten sie die Probleme der sogenannten systemrelevanten Berufe, von Amts- und Mandatsträgern oder bürgerschaftlich Engagierten ebenso wie die sich daraus ergebenden Folgen für die Gesellschaft. Ihr Fazit: Neben einer faireren Bezahlung mangele es vor allem an Anerkennung und Wertschätzung im täglichen Umgang miteinander, unabhängig von Tätigkeit, Herkunft, sozialem Milieu, Lebensform oder Weltanschauung. Viele der „Systemrelevanten“ sähen sich sogar zunehmend Aggressionen ausgesetzt, die sie am Sinn ihrer Arbeit und ihres Einsatzes für die Gesellschaft zweifeln lassen. Um die drohende Erosion des gesellschaftlichen Zusammenhalts abzuwenden, fordern sie deshalb eine fairere Bezahlung der unteren Lohngruppen, aber auch eine stärkere Unterstützung der Zivilgesellschaft oder eine institutionalisierte Förderung des Ehrenamts. 

https://www.bpb.de/apuz/im-dienst-der-gesellschaft-2021/

Kommentar: Zentrale Fragen lässt der Freiwilligensurvey unbeantwortet

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In der letzten Ausgabe haben wir gemeldet, erste Erkenntnisse des Fünften Freiwilligensurvey sind bereits da (bürgerAktiv berichtete in Ausgabe 220 März 2021 )Dr. Holger Backhaus-Maul forscht selbst seit Jahren über bürgerschaftliches Engagement und hat sie sich genauer angesehen. 

https://www.aktive-buergerschaft.de/zentrale-fragen-laesst-der-freiwilligensurvey-unbeantwortet/ 

CDU/CSU lehnen Demokratiefördergesetz ab 

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Die CDU/CSUBundestagsfraktion will das Demokratiefördergesetz nicht mittragen. Das berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel am 31. März 2021. Die Unionsabgeordneten stören sich daran, dass der Gesetzesentwurf von geförderten Projekten kein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland verlange. Die sogenannte Extremismusklausel war 2014 abgeschafft worden. Wenn Vereine und Projekte öffentliche Zuwendungen erhielten, mussten sie bis dahin ein schriftliches Bekenntnis zu ihrer Verfassungstreue und der ihrer Projektpartner abgeben (bürgerAktiv berichtete Ausgabe 142 Februar 2014). Außerdem will die Union, dass der Bundesfreiwilligendienst als Aspekt zur praktischen Demokratieförderung durch das Demokratiefördergesetz gestärkt wird. Über das Demokratiefördergesetz wird seit Langem zwischen SPD und CDU/CSU gestritten (bürgeraktiv berichtete in Ausgabe 217 November-Dezember 2020). Die SPD will mit dem Gesetz eine dauerhafte Finanzgrundlage für die vielen gesellschaftlichen Projekte zur Stärkung der Demokratie zu schaffen.  

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-csu-unionsfraktion-bremst-demokratiefoerdergesetz-aus-a-6fef4874-c411-4bbb-ab2e-64cb1f06976a