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stefannaehrlich

sozialgenial-Förderfonds unterstützt die besten Schulprojekte

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„Ist unsere Welt gerecht?“: Schüler aus Marl diskutierten mit Führungskräften von WGZ BANK und GAD

Berlin/Marl, 17.02.2014 – Schülerinnen und Schüler gestalten Freizeitangebote für Kinder in einem Asylbewerberheim, lesen im Kindergarten vor oder gehen Senioren helfend zur Hand. Die besten 20 Schulprojekte in Nordrhein-Westfalen erhalten für das laufende Schuljahr je 500 Euro aus dem „sozialgenial-Förderfonds für Visionäre“. Die Mittel aus dem Förderfonds vergab heute die Service Learning-Initiative „sozialgenial – Schüler engagieren sich“ der WGZ BANK mit freundlicher Unterstützung der GAD eG, stellvertretend für jene 20 Schulprojekte, an Schülerinnen und Schüler im Gymnasium im Loekamp in Marl.

„Ist unsere Welt gerecht?“ – Im Rahmen ihres gleichnamigen Schulprojektes setzen sich die 12- bis 14-jährigen Gymnasiasten aus Marl einerseits im Unterricht mit den Themen Armut und Benachteiligung auseinander und engagieren sich andererseits für Kinder und Senioren in gemeinnützigen Einrichtungen. Aktuell diskutierte die Schülergruppe diese Frage mit Werner Böhnke, Mitglied des Aufsichtsrates der WGZ BANK, und Anno Lederer, Vorstandsvorsitzender der GAD eG, im Gymnasium im Loekamp in Marl vor über 100 Schülern und Lehrern.

„Der Leitgedanke ‚einer für alle, alle für einen‘ bildet die Basis des wirtschaftlichen Handelns von Genossenschaftsbanken. Eine gerechtere Gesellschaft entwickelt sich überall dort, wo sich das persönliche Engagement einzelner in den Dienst für andere stellt“, sagte Werner Böhnke. „Deshalb wollen wir mit unserer Service Learning-Initiative bürgerschaftliches Engagement junger Menschen unterstützen und auf diese Weise auch einen Beitrag zur Bildungsförderung leisten.“

Anno Lederer betonte: „Junge Menschen sind mit ihren Ideen gefragt, wenn es darum geht die Gesellschaft mitzugestalten. Mit dem sozialgenial-Förderfonds wollen wir Impulse dafür geben und sie in ihrer Tatkraft bestärken.“

Der Schüler Malik Demir (14 Jahre) sagte: „Ich finde es gut, dass wir was tun können, was für andere wichtig ist. Wenn man erst mal loslegt, zeigt sich schnell, wo man sich überall einbringen kann.“

sozialgenial-Förderfonds: Gesucht wurden Schulprojekte ab der 5. Klasse in Nordrhein-Westfalen, mit denen sich Schülerinnen und Schüler für ihr Lebensumfeld und ihre Mitmenschen engagieren. Eine Kommission mit Fachleuten aus Schule, Schulministerium, Wirtschaft und Schülern entschied über die Vergabe der Fördermittel. Der sozialgenial-Förderfonds wird seit drei Jahren unterstützt von der GAD eG, Münsteraner Spezialist für Banken-IT.

sozialgenial – Schüler engagieren sich ist die Service Learning-Initiative der WGZ BANK in Trägerschaft der Aktiven Bürgerschaft. sozialgenial steht unter der Schirmherrschaft von Schulministerin Sylvia Löhrmann und wird vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Rund 30.000 Schülerinnen und Schüler engagieren sich seit 2009 in 1.000 Projekten an 500 Schulen ab der 5. Klasse in Nordrhein-Westfalen.

Kommentar: Banken, Bürger und die Stiftungen

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von Stefan Nährlich

Vor 100 Jahren, am 2. Januar 1914, wurde in Cleveland, Ohio, die erste Bürgerstiftung der Welt gegründet. Heute gibt es Community Foundations – Bürgerstiftungen – in mehr als 50 Ländern dieser Erde, auch in Deutschland. Wer sich mit ihnen beschäftigt, hört irgendwann die Geschichte von Frederick H. Goff, den Bankier und Rechtsanwalt aus Cleveland. Es ist die Geschichte eines Mannes, dessen Vision einer Stiftung von Bürgern für Bürger weltweit viele Nachahmer gefunden hat. Aber auch die Geschichte über den Mann, der als Präsident der Cleveland Trust Company der Meinung war, Stiftungen sollten nicht von Banken verwaltet werden.

100 Jahre Bürgerstiftungen weltweit. Happy Birthday, Cleveland Foundation!

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Berlin, 02.01.2014 – Vor 100 Jahren hatte Frederick Harris Goff aus Cleveland, Ohio, USA eine brillante Idee: Er gründete am 2. Januar 1914 die erste Bürgerstiftung weltweit. „Happy Birthday, Cleveland Foundation!“, gratuliert die Aktive Bürgerschaft der Bürgerstiftung mit einem offenen Brief.

Die Cleveland Foundation inspiriert auch Bürgerstiftungen weltweit und hier in Deutschland. Die Idee einer Stiftung von Bürgern für Bürger hat sich rasant innerhalb der USA und global verbreitet. 1.680 Community Foundations sind in über 50 Ländern entstanden. Deutschland ist nach den USA das Land mit den meisten Bürgerstiftungen. In 350 Bürgerstiftungen sind Stifter, Spender oder Ehrenamtliche aktiv. Sie engagieren sich mit Geld, Zeit oder Ideen: Für die Stadt oder Region, in der sie leben. Für Bildung und gute Nachbarschaften, für Kultur und Umwelt.

Die Aktive Bürgerschaft feiert das Erfolgsmodell der Bürgerstiftungen mit der Kampagne „100 Jahre Community Foundations in den USA – seit 1996 bei uns“ und lädt in den kommenden zwölf Monaten mit Aktionen und Veranstaltungen zum Mitmachen und Mitstiften ein. Eine Reportage zeigt, wie wichtig die Cleveland Foundation auch nach 100 Jahren für ihre Stadt ist.

Offener Brief (Deutsch und Englisch):

Reportage „Ich sehe jeden Tag, welchen Unterschied wir machen“

Kampagnenseite mit Logo zum Download:

 

Kommentar: Das Beste kommt noch

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von Stefan Nährlich

Das Jahr 2013 war ein Jahr der engagementpolitischen Pause. Die Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP erledigte ihre letzten Aufgaben gleich zu Jahresbeginn mit dem Ehrenamtsstärkungsgesetz. Es brachte Vereinen, Stiftungen und anderen gemeinnützigen Organisationen notwendige Flexibilisierungen bei der Rücklagenbildung und der zeitnahen Mittelverwendung. Kleine, aber richtige Schritte in die richtige Richtung. Das Gesetz enthielt außerdem die in Wahljahren offenbar unvermeidliche Erhöhung der Übungsleiterpauschale. Damit soll stets dem Ehrenamt geholfen werden, aber die negativen Effekte treten immer deutlicher zutage. Längst warnen Fachleute vor einer Monetarisierung des bürgerschaftlichen Engagements, das qua Definition eben nicht nur freiwillig, sondern auch unentgeltlich ausgeübt wird.

Kommentar: Die Finanzierung der Parteien mit Spenden muss ausgewogen sein

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von Rudolf Speth

Die Spenden der Familie Quandt an die CDU haben ein Thema wieder aktuell werden lassen, das seit langem kontrovers diskutiert wird: die Finanzierung der Parteien. 690.000 Euro hat die Eignerfamilie von BMW an die CDU bzw. deren Landesverbände überwiesen. Diese Spenden fallen in eine Zeit, in der die Bundesregierung bei der Festlegung der Abgasnormen in Brüssel die Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie schützt, und so geraten die Parteispenden, mal wieder, in ein schiefes Licht. Zu Recht?

Im Grundgesetz steht, dass Parteien an der Willensbildung des Volkes mitwirken. Doch dies können sie nur, wenn sie auch über finanzielle Ressourcen verfügen. Woher soll also das Geld für die Parteien kommen? Welche Rolle dürfen Spenden spielen? Kann man sie einfach verbieten? Die Antwort lautet: nein.

Kommentar: Engagementpolitik – wie es weitergehen sollte

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von Stefan Nährlich

Die Abgeordneten des 18. Deutschen Bundestages sind gewählt. Unkenrufen zum Trotz gab es mit der Abwahl der FDP doch eine Überraschung. Nun ist unklar, welche Parteien die Regierung bilden werden. Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün sind die wahrscheinlichsten Konstellationen. Doch wer auch immer sich zusammentut: Aller Voraussicht nach wird es im Bundestag wieder ein Gremium geben, das sich mit dem Thema Bürgerengagement beschäftigt. Der bisherige Vorsitzende des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement, Markus Grübel (CDU), hat sich vor der Wahl für einen regulären Ausschuss ausgesprochen, um der gestiegenen Bedeutung des Themas gerecht zu werden. Das ist richtig!

Kommentar: Berater hinter ihren Möglichkeiten

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von Holger Backhaus-Maul

Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen – Corporate Citizenship – war vor über einem Jahrzehnt eine erfrischend neue Perspektive auf ein in Deutschland merkwürdig vernachlässigtes Phänomen. Soeben nun hat die gemeinnützige PHINEO AG unter dem spröden Titel „Werkzeugkoffer für sozial engagierte Unternehmen“ einige vielversprechende Ratgeber vorgelegt. PHINEO selbst versteht sich als unabhängiges Beratungs- und Analysehaus; ihre Hauptgesellschafter sind die Deutsche Börse Group und die Bertelsmann Stiftung.

PHINEO hat sich in den vergangenen drei Jahren als Beratungsorganisation für zivilgesellschaftliche Organisationen mit Begriffen und Instrumenten in den Themenfeldern Strategie, Transparenz und Wirkung einen Namen gemacht. In den jetzt veröffentlichten Ratgebern geht es um „strategisches Corporate Citizenship“, „wirksames Corporate Volunteering“ und „sinnvolle Unternehmensspenden“. Diese Themen sind nicht neu. Experten wie Dieter Schöffmann (VIS a VIS) und Reinhard Lang u.a. (UPJ) haben sie bereits in den 1990er Jahren entdeckt. Seitdem werden Unternehmen von Beratern mit normativen Erwägungen, Plausibilitätsannahmen und unzähligen „guten Beispielen“ umworben.

Kommentar: Service Learning als Hoffnungsträger

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von Gisela Jakob

Das Lernen von bürgerschaftlichem Engagement und Verantwortung ist zu einer beliebten Formel in politischen Strategiepapieren geworden. So richtet die Bundesregierung in ihrer Nationalen Engagementstrategie die Förderung von Engagement als Auftrag an Schulen und andere Bildungseinrichtungen. In dem von der Bundeskanzlerin 2011/12 initiierten Zukunftsdialog empfehlen Expertinnen und Experten ein „Projekt zivilgesellschaftliches Engagement“, in dem Schülerinnen und Schüler in Service Learning-Projekten Gemeinsinn und soziale Kompetenzen erwerben sollen. Als Ergebnis des „Bürgerdialogs Demografischer Wandel“ des Bundesbildungsministeriums (BMBF) wird gar ein „verpflichtendes gesellschaftliches Engagement“ in den Schulen gefordert.

Tatsächlich hat die im Auftrag der Aktiven Bürgerschaft erstellte Wirkungsstudie Service Learning gezeigt, dass die Teilnahme an Service Learning-Projekten die Einstellung von Schülerinnen und Schülern zum Engagement verbessert.

Kommentar: Ungeliebt, aber unersetzlich: Feuerwehr und THW

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von Rudolf Speth

Beim bürgerschaftlichen Engagement gibt es eine geheime Hierarchie. Sie wird sichtbar in den Diskursen darüber, welches Engagement wirklich wertvoll und förderungswürdig sei. Zum Ausdruck kommt: Das alte, traditionelle Ehrenamt hat ausgedient, modern und zeitgemäß ist dagegen das bürgerschaftliche Engagement, das selbstbestimmt und selbstorganisiert ohne die großen Organisationen auskommt. Damit einher geht ein Misstrauen gegenüber großen und alten Organisationen, allen voran gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr. Sie wird als Hort des alten Ehrenamtes angesehen und gilt als Steckenpferd der Konservativen. Wer die Freiwillige Feuerwehr mit dem bürgerschaftlichen Engagement verbinden will, machte sich beinahe schon verdächtig.

Kommentar: Stiftungen unter Stress

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von Stefan Nährlich

“Das Gemeinwesen von morgen stärken! Stiftungen in einer sich verändernden Welt” war das Motto des diesjährigen Deutschen Stiftungstages. Doch werden die Stiftungen diesen Anspruch, das Gemeinwesen von morgen zu stärken, angesichts der sich verändernden Welt noch erfüllen können? Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise haben viele Stiftungen in Schwierigkeiten gebracht. Die Krise kann eine Chance sein, das deutsche Stiftungswesen zu stärken, doch es muss bezweifelt werden, ob das ohne staatliche Maßnahmen gelingt.