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stefannaehrlich

Kommentar: Den Eigensinn fördern – Offener Brief

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Holger Backhaus-Maul, Stefan Nährlich und Rudolf Speth:

Sehr geehrte Mitglieder des Deutschen Bundestages,
sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung,

Engagementpolitik ist neue Schwerpunktaufgabe in der Gesellschaftspolitik, heißt es in der Stellungnahme der Bundesregierung zum Zweiten Engagementbericht. Und weiter: Über 30 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland engagieren sich freiwillig und unentgeltlich für gesellschaftliche Belange. Dieses Engagement hat eine große Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es ist ein Grundpfeiler von Demokratie sowie Rechts- und Sozialstaat, sichert Freiheit, schafft Lebensqualität und prägt den Gemeinsinn.

Diese Einschätzung teilen wir und sehen in der klugen Kombination bürgerschaftlichen Engagements und staatlichen Handelns ein großes Potenzial, um aktuelle und kommende gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Bürgerschaftliches Engagement kann schnell und flexibel sein, ist nah an der Lebenswelt seiner Zielgruppen, häufig Gegenstand und Wegbereiter gesellschaftlicher Veränderungen und Innovationen oder Ausdruck pluralistischer Gemeinwohlvorstellungen in unserem Land. Was unter dem Begriff des bürgerschaftlichen „Eigensinns“ subsumiert wird, ist das, was Staat nicht ist, nicht sein kann. Hierin liegt der Vorteil einer Zusammenarbeit des Staates mit gemeinnützigen Organisationen. Die Rahmenbedingungen dieser Zusammenarbeit müssen allerdings so gestaltet sein, dass sie den „Eigensinn“ auch zur Entfaltung kommen lassen, ihn im besten Sinne fördern.

Kommentar: Ein Ausdruck von Vertrauen – Bürgerschaftliches Engagement in Zeiten des Populismus

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Paul Nolte

Das Gespenst des Populismus geht um. In vielen europäischen Ländern, in Donald Trumps Amerika, seit etlichen Jahren auch in Deutschland fordern populistische und nationalistische Bewegungen nicht nur die etablierten Parteien und den klassischen Politikbetrieb heraus. Sie stellen auch Fragen an die Zivilgesellschaft, an das bürgerschaftliche Engagement vor Ort. Sind Populisten die engagierteren, die aktiveren Bürger? Immerhin behaupten sie, für das Volk zu sprechen, für die normalen Menschen und ihre Sorgen, die von den Eliten, vom wirtschaftlichen und politischen Establishment längst nicht mehr gehört würden. Zeigt es denen da oben! Verdrängt nicht die Wahrheiten, die offen zutage liegen: So viele Flüchtlinge können wir nicht verkraften, sie gefährden die Sorge für das eigene Volk. In der Europäischen Union zahlen wir nur drauf und haben nichts davon. Und überhaupt: Die da oben handeln gegen die Interessen der Bürgerinnen und Bürger!

Bürgerstiftungen sind engagierte Mitmach-Stiftungen

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Hoher Zeiteinsatz und steigende finanzielle Mittel – Die Stiftung Aktive Bürgerschaft veröffentlicht ihren “Report Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2017”

Berlin, 28.9.2017 – Vorstände und Stiftungsräte von Bürgerstiftungen investieren viel Zeit in ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Knapp die Hälfte der Vorstandsvorsitzenden arbeitet monatlich mehr als 20 Stunden für die Bürgerstiftung. Das hat die diesjährige Sonderumfrage des Reports Bürgerstiftungen der Aktiven Bürgerschaft ergeben. Ein wichtiges Ziel für die Vorstände und Stiftungsräte ist, andere Menschen in ihrem Engagement für das Gemeinwohl zu unterstützen. Über 700 Stifterinnen und Stifter haben bislang unter dem Dach einer Bürgerstiftung eine eigene Stiftung in Form eines Stiftungsfonds oder einer Treuhandstiftung gegründet.

Der Report zeigt auch, dass Bürgerstiftungen vor Ort immer mehr leisten. Ein Vergleich der Spitzenreiter im Bürgerstiftungs-Benchmark zeigt dies: Während die Bürgerstiftung mit der höchsten Projektfördersumme im Jahr 2006 mit 499.000 Euro gemeinnützige Projekte und Vereine unterstützte, lagen die Projektförderausgaben der aktuellen Spitzenreiterin bei 1,7 Millionen Euro – mehr als dreimal so hoch. Bislang haben die deutschen Bürgerstiftungen mit mehr als 134 Millionen Euro gemeinnützige Vorhaben vor Ort fördern können.

„Die 405 Bürgerstiftungen in Deutschland haben sich zu einer starken Stiftergruppe mit bald 50.000 Stifterinnen und Stiftern sowie Ehrenamtlichen in Gremien und Projekten entwickelt“, sagt Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft. „Wir halten die Bürgerstiftungen für engagierte Mitmach-Stiftungen und für das Zukunftsmodell des Stiftens. Dass 80 Prozent des Stiftungskapitals der Bürgerstiftungen durch nachträgliche Zustiftungen hinzugekommen sind, zeigt die Attraktivität des Modells.“

Informationen für die Medien

Den Report „Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2017“ gibt es hier zum Download: www.aktive-buergerschaft.de/presse/reportbuergerstiftungen

Länderkorrespondenten finden dort auch spezielle Zahlen zu den einzelnen Bundesländern (z. B. Zugang zu Bürgerstiftungen, durchschnittliches Stiftungskapital und Spendeneinnahmen). Kommt eine besonders erfolgreiche Bürgerstiftung aus Ihrer Gegend? Die Benchmarks informieren Sie darüber. Sie suchen eine Bürgerstiftung in Ihrer Region? Dann schauen Sie einfach unter www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungsfinder

Hintergrundinformationen

Der „Report Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2017“ erhebt seit 2006 die Finanzdaten der Bürgerstiftungen und bereitet Fakten grafisch anschaulich auf. In der Vollerhebung wurden in diesem Jahr 405 Bürgerstiftungen in Deutschland befragt, die den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen entsprechen. Der Rücklauf lag bei 72 Prozent. An der repräsentativen Sonderumfrage „Motive und Herausforderungen 2017“ nahmen 452 Vorstände und Stiftungsräte bzw. Kuratoriumsmitglieder aus Bürgerstiftungen teil. Bei der Sonderumfrage zur Gremienarbeit und –nachfolge lag der Rücklauf bei 33 Prozent.

Was sind Bürgerstiftungen?

Eine Bürgerstiftung ist eine unabhängige, autonom handelnde, gemeinnützige Stiftung von Bürgern für Bürger mit möglichst breitem Stiftungszweck. Sie engagiert sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen in einem geografisch begrenzten Raum und ist in der Regel fördernd und operativ für alle Bürger ihres definierten Einzugsgebiets tätig. Sie unterstützt mit ihrer Arbeit bürgerschaftliches Engagement. Mehr dazu in den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen: www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungen/10merkmale

Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die gemeinnützige Stiftung Aktive Bürgerschaft ist das Kompetenzzentrum für Bürgerengagement der Volksbanken Raiffeisenbanken. Sie unterstützt bundesweit die mehr als 400 Bürgerstiftungen bei Managementaufgaben, Projekten und der Gewinnung von Stiftern und Aktiven. Mit dem Service-Learning-Programm sozialgenial bietet sie außerdem ihr Know-how Schulen an, um junge Menschen frühzeitig an ehrenamtliches Engagement heranzuführen. Die Aktive Bürgerschaft wurde vor 20 Jahren als Kompetenzzentrum der Genossenschaftlichen FinanzGruppe gegründet, um bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Weitere Informationen: www.aktive-buergerschaft.de

Genossenschaftsbanken: Engagiert für Bürgerstiftung und die Region

Die Förderung der Aktiven Bürgerschaft durch die Genossenschaftliche FinanzGruppe ermöglicht ein umfangreiches, kostenloses und professionelles Unterstützungsangebot für alle Bürgerstiftungen und Gründungsinitiativen. Darüber hinaus unterstützen deutschlandweit 269 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie andere Genossenschaftsbanken 340 der 405 Bürgerstiftungen als Stifter, Spender oder durch ehrenamtliches Engagement. Weitere Informationen: www.aktive-buergerschaft.de/kampagne_buergerstiftungen

 

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Kommentar: Die neuen politischen Akteure

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Rudolf Speth

Im Mittelmeer, vor der libyschen Küste, ist eine heftige Auseinandersetzung entbrannt zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die dort mit Schiffen Geflüchtete vor dem Ertrinken retten, auf der einen Seite und Italien und der libyschen Regierung auf der anderen Seite. Im Ergebnis haben die meisten der dort tätigen acht NGOs, die rund 14 Schiffe betreiben, ihre Tätigkeit eingestellt.

Bis vor kurzem gab es für die Hilfsorganisationen keine Probleme, weil die libysche Einflusszone nach 12 Meilen auf dem Mittelmeer endete. Nun hat Libyen eine 74 Seemeilen breite „Such- und Rettungsregion“ ausgerufen und den NGOs angedroht, ihre Schiffe zu beschießen, falls sie in dieses Gebiet einfahren würden. Damit ist es kaum mehr möglich, in Seenot geratene Geflüchtete zu retten. Diese werden vielmehr von der libyschen Küstenwache an Bord genommen und wieder nach Libyen zurückgebracht. Die europäischen Regierungen und die EU freuen sich, weil die Zahl der Geflüchteten, die aus Libyen über das Mittelmeer nach Italien kommen, drastisch abgenommen hat. Die Hilfsorganisationen sind zur Untätigkeit verdammt und spüren ihre Ohnmacht angesichts der bewaffneten Übermacht.

“sozialgenial – Schüler engagieren sich”

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Neues Programm für weiterführende Schulen startet in Hessen

Wiesbaden, Berlin – 16.08.2017 – Schülerinnen und Schüler engagieren sich für geflüchtete Menschen, organisieren Vorlesenachmittage in Kindergärten oder setzen sich gemeinsam mit Naturschutzorganisationen für Umweltschutz in ihrer Region ein. In der Schule verbinden die Schüler ihr bürgerschaftliches Engagement mit Unterrichtsinhalten verschiedener Fächer – und dies auf systematische Art und Weise. Der Doppeleffekt: Junge Menschen engagieren sich frühzeitig für die Gesellschaft und lernen mehr und motivierter im Unterricht.

Das ist der Grundgedanke von „Service Learning“. Die Stiftung Aktive Bürgerschaft unterstützt mit ihrem Service-Learning Programm „sozialgenial – Schüler engagieren sich“ Lehrerinnen und Lehrer an Schulen der Sekundarstufen I und II darin, diesen Ansatz umzusetzen. Jetzt startet „sozialgenial“ auch in Hessen.

„sozialgenial stärkt Schülerinnen und Schüler, die Schulgemeinschaft und mit den außerschulischen Partnern das gemeinnützige Engagement vor Ort. Die Mitarbeit bei sozialgenial wird als Unterrichtszeit gewertet und ist entsprechend versichert“, so Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz in seinem Schreiben an die weiterführenden Schulen in Hessen. Das Hessische Kultusministerium empfiehlt den Schulen, sich an dem Programm „sozialgenial“ zu beteiligen. Die Teilnahme ist für die Schulen kostenlos.

Für einen praxisnahen Einstieg in das Programm „sozialgenial – Schüler engagieren sich“ bietet die Stiftung Aktive Bürgerschaft für Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter drei regionale Fortbildungsveranstaltungen in Wiesbaden, Gießen und Kassel an. „Nachdem in Nordrhein-Westfalen bereits über 80.000 Schülerinnen und Schüler bei sozialgenial mitgemacht haben, freuen wir uns, dieses tolle Programm nun auch in Hessen anbieten zu können“, betont Dr. Peter Hanker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Aktive Bürgerschaft und Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen eG.

Termine und Informationen

sozialgenial-Kreativwerkstatt Wiesbaden, 15.09.2017, 11-16 Uhr
sozialgenial-Kreativwerkstatt Gießen, 22.09.2017, 11-16 Uhr
sozialgenial-Kreativwerkstatt Kassel, 26.01.2018, 11-16 Uhr

Informationen und Anmeldemöglichkeit: www.sozialgenial.de/hessen

Wer mehr über das neue Programm in Hessen erfahren möchte, kann dies schon jetzt auf der Internetseite www.sozialgenial.de der Stiftung Aktive Bürgerschaft. Auskünfte geben zudem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung unter der Telefonnummer 030 2400088-0 oder per E-Mail über sozialgenial@aktive-buergerschaft.de.

Hintergrund

Service Learning ist ein Bildungskonzept, das bürgerschaftliches Engagement und Unterricht verbindet. Es fördert sowohl Bildung als auch Bürgerengagement und Demokratieverständnis. 2009 hat die Stiftung Aktive Bürgerschaft in Nordrhein-Westfalen das Service-Learning-Programm „sozialgenial – Schüler engagieren sich“ gestartet. Bislang haben sich über 80.000 Schülerinnen und Schüler aus 600 Schulen im Rahmen von sozialgenial in 2.000 Projekten engagiert. sozialgenial wird gefördert von der DZ BANK AG und weiteren Genossenschaftsbanken. Mit den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Hessen bestehen Kooperationsverträge.

 

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Kommentar: Die wundersame Welt der Abgabenordnung

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Stefan Nährlich

Wer in Deutschland einen gemeinnützigen Verein oder eine gemeinnützige Stiftung gründen will, lernt bald die Abgabenordnung (AO) kennen. Dort geht es im dritten Abschnitt in den Paragraphen 51 bis 68 um die steuerbegünstigten Zwecke. Wer als gemeinnützig anerkannt sein will, muss seine Tätigkeit darauf richten, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Die Tätigkeiten müssen Satzungszwecken entsprechen, die das Finanzamt zwischen den Punkten 1 „Förderung von Wissenschaft und Forschung“ bis 25 „Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke“ der AO einordnen kann. Näheres regelt der Anwendungserlass zur Abgabenordnung.

Regelmäßig gerät die AO wegen dieser Zwecke in die Kritik: Sie seien unvollständig, der Katalog in seiner Zusammensetzung mehr willkürlich als logisch und vor allem starken Lobbyinteressen geschuldet. Bei der Beurteilung kämen die Finanzbehörden zu unterschiedlichen Auslegungen, wie sich zuletzt im Fall des globalisierungskritischen Netzwerks Attac prominent gezeigt habe, so die Kritiker. Befürworter der AO halten dagegen, dass die Zwecke ja nicht abschließend seien und verweisen auf die Öffnungsklausel des Paragraphen 52: Wer überzeugend das Gemeinwohlförderliche seines Anliegens darlegen könne, habe auch Chancen, als gemeinnützig anerkannt zu werden.

Kommentar: Nicht auf der Bremse stehen

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Rudolf Speth

In den vergangenen Jahren hat sich das neue Feld der Engagementpolitik in Deutschland etabliert. Der Begriff hat es in die Rhetorik der Politik geschafft. Das Bundesfamilienministerium beschreibt sich selbst gerne als „Engagementministerium“ und hat sogar seine Struktur verändert: es gibt nun eine fünfte Abteilung, die sich nur mit Engagementpolitik beschäftigt. Der Anspruch ist hoch – die Regierung will die Gesellschaft gestalten und nennt das Gesellschaftspolitik. Dafür hat das Ministerium eine Engagementstrategie entworfen und gleich acht wichtige Projekte – von „Engagierter Stadt“ bis hin zur „Deutschen Engagementstiftung“ – benannt. Dies erfolgte mit der Rückendeckung des Koalitionsvertrages von 2013. Dort finden sich zahlreiche engagementpolitisch relevante Vereinbarungen. Man kann als ersten Eindruck gewinnen, dass es um die Engagementpolitik doch gar nicht so schlecht bestellt ist.

Tatsächlich sind die Absichten anerkennenswert. Doch: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! Wie sieht also das Verhältnis zwischen den Absichtserklärungen der Großen Koalition und ihren Taten am Ende dieser Legislaturperiode aus?

Stiftung Aktive Bürgerschaft zeichnet fünf Schulen für ihre Verknüpfung von Engagement und Lernen aus

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Experten diskutierten aktuelle Trends von Service Learning

Berlin, 1. Juni 2017 – Schulisches Lernen und gleichzeitig Demokratie und Engagement fördern: Das geht mit der Lehr- und Lernmethode Service Learning. Für ihre besonders gute Umsetzung wurden gestern in Berlin fünf Schulen ausgezeichnet, die am Service-Learning-Wettbewerb der Stiftung Aktive Bürgerschaft teilgenommen hatten: die Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe (Baden-Württemberg), die Heinz-Nixdorf-Gesamtschule in Paderborn (Nordrhein-Westfalen), die Integrierte Gesamtschule Kreyenbrück in Oldenburg (Niedersachsen), die Regenbogenschule in Stolberg (Nordrhein-Westfalen) und das Städtische Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden (Nordrhein-Westfalen). Die Auswahl traf eine unabhängige Fachkommission.

Fünf Laudatoren überreichten die Urkunden und würdigten die Leistungen der Gewinner-Schulen:

Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe (Baden-Württemberg)
Tanja Schuhen, Lehrerin am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Wiehl und Kommissionsmitglied des Service-Learning-Wettbewerbs, überreichte die Urkunde an die Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe und sagte in ihrer Laudatio: „Die Schule hat ein eigenes Unterrichtsfach für Engagement eingerichtet und steht für eine starke und auf Dauer angelegte Verankerung von Service-Learning und Schule als Lebensort.“

Heinz-Nixdorf-Gesamtschule in Paderborn (Nordrhein Westfalen)
Der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule in Paderborn überreichte Günter Vogt, Mitglied im Vorstand der Stiftung Aktive Bürgerschaft und stellv. Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eG, die Urkunde und sagte: „Die Gesamtschule hat von Anfang an Service Learning in ihre Aktivitäten und ihr Selbstverständnis aufgenommen. Das Kollegium hat dies stets weiterentwickelt und sich dabei mit außerschulischen Partnern vernetzt. Davon können alle profitieren.“

Integrierte Gesamtschule Kreyenbrück in Oldenburg (Niedersachsen)
Birgit Berendes, Schulleiterin a. D. der Sekundarschule Möhnesee und Kommissionsmitglied des Service Learning Wettbewerbs, hob in ihrer Rede bei der Urkundenübergabe hervor: „Die IGS Kreyenbrück überzeugt durch die Verankerung von Service Learning in einem eigenen Unterrichtsfach ‚Lernen durch Engagement‘ und in Wahlpflichtkursen sowie die Einbindung weiterer ehrenamtlicher Aktivitäten in die Unterrichtszeit.“

Regenbogenschule in Stolberg (Nordrhein-Westfalen)
Werner Böhnke, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Aktive Bürgerschaft und stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der DZ BANK AG sagte in seiner Laudatio über die Regenbogenschule, Stolberg: „In der sozialgenial-AG wechseln die Förderschüler die Rollen: Sie wirken in der Gesellschaft mit, statt nur Empfänger von Hilfe zu sein. Das stärkt die jungen Menschen und hilft ihnen auch bei anderen Aktivitäten.“

Städtisches Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden (Nordrhein-Westfalen)
Über das Städtische Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden sagte Dr. Cornelius Riese, Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Aktive Bürgerschaft und Mitglied des Vorstands der DZ BANK AG: „Service Learning ist in der ganzen Schule Programm. Besonders beeindruckend ist die geschickte Anbindung an regionale und internationale Akteure, die mutig auch historisch und politisch herausfordernde Denkmäler, wie die von den Nationalsozialisten seinerzeit errichtete NS-Ordensburg Vogelsang, einbezieht.“

Service Learning Förderkonferenz

Die Auszeichnung der Schulen fand am 31. Mai 2017 im Rahmen der 2. Service Learning Förderkonferenz der Stiftung Aktive Bürgerschaft in Berlin statt. Die fünf Schulen präsentierten ihre Konzepte und ihre Praxis dem dortigen Fachpublikum. Die Stiftung Aktive Bürgerschaft hatte zu dieser Veranstaltung Fachleute aus Bildungspolitik und -verwaltung eingeladen, ebenso Vertreter von Bildungsförderern aus Wirtschaft, Stiftungswesen und Verbänden. Die Aktive Bürgerschaft will mit dem Wettbewerb und der Veranstaltung auf das Innovationspotenzial von Service Learning für Bildung und Engagement aufmerksam machen und die Weiterentwicklung und Verbreitung des Konzeptes vorantreiben. Im Wettbewerb haben sich in diesem Jahr bundesweit 35 Schulen beworben.

„Schülerinnen und Schüler werden zukünftig über Kompetenzen verfügen müssen, die sich wesentlich von denen, die für frühere Generationen wichtig waren, unterscheiden“, sagte der Stiftungsratsvorsitzende der Aktiven Bürgerschaft Werner Böhnke bei seiner Begrüßung. „Junge Menschen werden sich flexibel und schnell auf unterschiedliche und komplexe Situationen einstellen müssen, nicht nur im Berufsleben, sondern auch in der Mitgestaltung der Gesellschaft. Sie werden mit dem, was sie gelernt haben, neue, heute noch unbekannte Fragen beantworten müssen. Es wird darauf ankommen, Wissen nicht nur einfach abrufen zu können, sondern es situativ anzuwenden und neu zu interpretieren. Die dafür nötigen Kompetenzen fördert Service Learning.”

Hintergrund

Service Learning ist ein Bildungskonzept, das bürgerschaftliches Engagement und Unterricht verbindet. Es fördert sowohl Bildung als auch Bürgerengagement und Demokratieverständnis. 2009 hat die Stiftung Aktive Bürgerschaft in Nordrhein-Westfalen das Service-Learning-Programm „sozialgenial – Schüler engagieren sich“ gestartet. Bislang haben sich über 80.000 Schülerinnen und Schüler aus 600 Schulen im Rahmen von sozialgenial in 2.000 Projekten engagiert. sozialgenial wird gefördert von der DZ BANK AG und weiteren Genossenschaftsbanken.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt sozialgenial seit dem Programmstart. Seit 2017 gibt es sozialgenial auch in Hessen mit Unterstützung des Landes. Die Zusammenarbeit entstand als Folge der 1. Service Learning Förderkonferenz im Jahr 2015.

Weitere Informationen über die Gewinnerschulen und den Service-Learning-Wettbewerb: www.sozialgenial.de/service-learning-wettbewerb

Fotos von der Veranstaltung stehen kostenfrei für redaktionelle Zwecke zum Download bereit: https://www.flickr.com/gp/aktive_buergerschaft/HDYH41

 

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Gastkommentar: Ringen um die Rolle in der Gesellschaft – Eindrücke von der Konferenz der kanadischen Bürgerstiftungen

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Michael Alberg-Seberich, Toronto

Kanada ist aktuell in Feierlaune. Das Land im Norden des amerikanischen Kontinents begeht im Jahr 2017 seinen 150. Geburtstag als eigenständige Nation. Dieser Geburtstag wurde von den Bürgerstiftungen in Kanada auch auf deren Tagung vom 11. bis 13. Mai 2017 in Ottawa gefeiert. Was dabei überrascht ist, wie gedankenvoll der unabhängige Verband der Bürgerstiftungen Kanadas, die Community Foundations of Canada (CFC), das Jubiläum bestreitet. Die Bürgerstiftungen verstehen sich als Bewegung vor Ort, die aktiv zur Identität des Landes beitragen will.

In Kanada gibt es inzwischen mehr als 191 Bürgerstiftungen.

Gastkommentar: Ohne politischen Arm – die türkische Zivilgesellschaft nach dem Referendum

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Anil Al-Rebholz, Istanbul

Die Machtkonzentration des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und seiner Partei AKP in der Türkei schreitet voran. Am 16. April 2107 wurde durch ein Referendum eine grundlegende verfassungsrechtliche Änderung in der Türkei mit 51,4 Prozent zu 48,6 Prozent vom Volk mit einem „Ja“ befürwortet. Was ist in der Periode danach auf der Ebene der politischen Gesellschaft und der zivilen Gesellschaft passiert? Welche Auswirkungen hatte das in den vergangenen Wochen auf die türkische Zivilgesellschaft und die Menschen, die sich engagieren?