Beiträge Von :

stefannaehrlich

Fünf Schulen gewinnen den zweiten Service-Learning-Wettbewerb der Stiftung Aktive Bürgerschaft

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Berlin, 31. März 2017 – Service Learning ist ein Bildungskonzept, das bürgerschaftliches Engagement und Unterricht verbindet. Es fördert sowohl Bildung als auch Bürgerengagement. Dieses Bildungskonzept fest im Schulalltag zu verankern, zeichnet alle fünf Schulen aus, die den Service-Learning-Wettbewerb der Stiftung Aktive Bürgerschaft gewonnen haben.

So bietet die Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe (Baden-Württemberg) Service Learning als Projektfach an, mit dem Ziel, bei den Schülerinnen und Schülern durch eine Kombination aus Erkunden der eigenen Fähigkeiten und Engagement das Bewusstsein für die eigenen Wirkungsmöglichkeiten zu stärken.

Die Heinz-Nixdorf-Gesamtschule in Paderborn (Nordrhein-Westfalen) stärkt im entsprechenden Wahlpflichtfach unter anderem die Kommunikationsfähigkeiten der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, um sie optimal auf das Engagement etwa im Kindergarten oder in einer Förderschule vorzubereiten.

An der Integrierten Gesamtschule Kreyenbrück in Oldenburg (Niedersachsen) ist das Wahlpflichtfach “Lernen durch Engagement” mit dem Fachunterricht verzahnt; ihre Einsatzorte finden die rund 150 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler anschließend bei einer beträchtlichen Zahl kooperierender Einrichtungen im Stadtteil, wie Sportvereinen oder einer Fahrradwerkstatt.

Die Regenbogenschule in Stolberg (Nordrhein-Westfalen), eine Förderschule mit dem Schwerpunkt auf der Förderung geistiger Entwicklung, ermöglicht ihren Schülern unter anderem Einsätze in der Kinderstation eines örtlichen Krankenhauses und die Produktion und den Verkauf selbstgenähter Stofftaschen zugunsten von Flüchtlingen.

Das Städtische Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden (Nordrhein-Westfalen) will ökologisches, politisches und historisches Bewusstsein schärfen. Seine Schüler befassten sich unter anderem in verschiedenen anspruchsvollen Projektkursen mit der nationalsozialistischen Ordensburg Vogelsang, die in der Region liegt.

„Mit dem Service-Learning-Wettbewerb wollen wir auf das Innovationspotenzial von Service Learning für Bildung und Engagement aufmerksam machen,“ sagte Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft. „Wir unterstützen Lehrerinnen und Lehrer bei der Umsetzung von Service Learning und begrüßen die Entwicklung, dass immer mehr Schulen den Schritt von einzelnen Projekten zu einem systematischen und nachhaltigen Einsatz gehen.“

Die Auswahl traf eine unabhängige Fachkommission am 26. Januar 2017. Beworben hatten sich bundesweit 35 Schulen. Die fünf Gewinner nehmen am 31. Mai 2017 an der Service-Learning-Förderkonferenz 2017 teil und präsentieren ihre Konzepte und ihre Praxis dem dortigen Fachpublikum. Die Veranstaltung findet am 31. Mai 2017 von 11.00 – 15.00 Uhr in Berlin statt. Die Teilnahme ist nur auf Einladung möglich.

Zu dem Wettbewerb lud die Stiftung Aktive Bürgerschaft im Rahmen ihres Service-Learning-Programms „sozialgenial – Schüler engagieren sich“ ein. sozialgenial entstand 2009 auf Initiative der WGZ BANK (heute DZ BANK) und wird gefördert von der DZ BANK und weiteren Genossenschaftsbanken. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt sozialgenial seit dem Programmstart. Seither engagieren sich 80.000 Schülerinnen und Schüler an 600 Schulen in 2.000 sozialgenial-Schulprojekten. Seit 2017 gibt es sozialgenial auch in Hessen mit Unterstützung des Landes.

Die Heinz-Nixdorf-Gesamtschule in Paderborn, die Regenbogenschule in Stolberg und das Städtische Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden sind Mitglieder im Programm sozialgenial der Stiftung Aktive Bürgerschaft.

Weitere Informationen über die Gewinnerschulen und den Service-Learning-Wettbewerb: www.sozialgenial.de/service-learning-wettbewerb

 

Die Presse-Information als PDF zum Herunterladen

Gastkommentar: Zivilgesellschaft gegen Trump

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Stefan Toepler

Vor nahezu 200 Jahren beschwor Alexis de Tocqueville in seiner Studie Demokratie in Amerika (1835) die besondere Rolle von Vereinen in der Verteidigung der amerikanischen Demokratie gegen die Tyrannei. Bis dato war diese gern zitierte Einschätzung allerdings eher von theoretischer Natur, da die amerikanische Demokratie bislang gegen autoritäre Tendenzen gefeit schien. Mit Donald Trumps Machtübernahme jedoch scheint de Tocquevilles These jetzt der empirischen Überprüfung ausgesetzt zu sein: Die amerikanische Zivilgesellschaft ist gefordert, in der Verteidigung von gesellschaftlichen Werten und gesellschaftspolitischen Fortschritten Stellung zu beziehen.

Während Trump zentrale Akteure der demokratischen Grundordnung – die freie Presse und unabhängige Gerichte – zu delegitimieren versucht, sind Zivilgesellschaft und der Nonprofit-Sektor noch weitgehend aus der Schusslinie geblieben. Für den Nonprofit-Sektor steht dennoch einiges auf dem Spiel: Trump plant eine Steuerreform, die das jährliche Spendenaufkommen um 5-9 Prozent reduzieren könnte. Eine Abschaffung der Erbschaftssteuer zöge weitere signifikante Einbußen nach sich. Steuersenkungen bei gleichzeitigem Anzug der Staatsausgaben für Militär, Infrastruktur und Mauerbau würden zu drastischen Sparmaßnahmen in anderen Bereichen des Bundeshaushalts führen, gerade im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich, wo viele der Bundesmittel letztendlich Nonprofit Organisationen zugutekommen.

“Wir Bürgerstifter” – dreizehn Menschen im Porträt, die sich mit Geld und Sachkunde engagieren

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Berlin, 07.02.2017 – Wie viel Chemie verträgt ein Kinderkörper? Eine existenzielle Frage, wenn kleine Kinder schwer krank sind. Die behandelnden Ärzte sind auf sich gestellt, denn die Studien über die Verträglichkeit von Medikamenten werden an Erwachsenen durchgeführt. Die Pharmazeutin Véronica Scholz beschließt: Ich engagiere mich. Sie finanziert Studien, in denen Klinikärzte ihre Erfahrungen aus der Behandlung von Frühchen festhalten – über ihre Stiftung PharmHuman, die die Braunschweigerin kurz nach ihrer Pensionierung unter dem Dach der Bürgerstiftung Braunschweig gegründet hat.

Bernhard Pech lebt in Dresden. Nach der Wende übernahm er das Kombinat, in dem er zu DDR-Zeiten gearbeitet hatte, und wurde Bauunternehmer. Man muss zupacken, resümiert er, aber dafür braucht man auch die eine oder andere Chance. Mit seiner Stiftung greift er Menschen unter die Arme, denen es an solchen Chancen mangelt. Der alleinerziehenden Mutter, die ohne Führerschein keinen Job findet, bezahlt er die Fahrstunden, und den geflüchteten Kindern den Deutschunterricht. Bei der Projektauswahl hilft die Expertise der Bürgerstiftung Dresden, unter deren Dach Pech seine Stiftung gegründet hat.

Dies sind zwei Beispiele aus dem Buch „Wir Bürgerstifter“. Es porträtiert Menschen, die sich in der noch recht jungen Form der Bürgerstiftung mit Geld und Zeit engagieren. Sie erzählen, warum und wie sie zur Bürgerstiftung kamen und was sie mit ihrem jeweiligen Projekt oder Engagement erreichen wollen. Es sind Menschen, die aus Beruf und Lebenserfahrung heraus sehr genau wissen, was sie tun. Der Bankvorstandsvorsitzende, der Armut kennt, der Kinderarzt, in dessen Praxis junge Eltern ihre Ratlosigkeit offenbaren, die Bürgermeisterin, die sich um ihre Gemeinde sorgt. Oder der Millionenerbe, der ein neues Finanzierungskonzept ausprobieren will.

Die Stifterinnen und Stifter engagieren sich mit großer Selbstverständlichkeit. Ihr Engagement gibt der Zivilgesellschaft einen Rückhalt, den sie in diesen Tagen braucht. Das Buch enthält dreizehn Porträts und Informationen über die vielfältigen Möglichkeiten, sich bei einer Bürgerstiftung zu engagieren. Wer sich von den Beispielen inspirieren lässt, findet in dem Buch auch Antworten auf die Fragen, wie er oder sie selbst Bürgerstifter oder Bürgerstifterin werden kann und ob es in der näheren Umgebung auch eine Bürgerstiftung gibt.

Die vorgestellten Bürgerstifter engagieren sich bei den Bürgerstiftungen Berlin-Lichtenberg, Braunschweig, Dresden, Hamburg, Hannover, Hellweg Region (Soest), Mittelhessen (Gießen), Nürnberg, Pfalz (Klingenmünster), Schwäbisch Hall, Wiesloch.

Wer sich von den Beispielen inspirieren lässt, findet in dem Buch auch Antworten auf die Fragen, wie er oder sie selbst Bürgerstifter oder Bürgerstifterin werden kann und ob es in der näheren Umgebung auch eine Bürgerstiftung gibt.

Zum Hintergrund: Die rund 400 Bürgerstiftungen in Deutschland haben bislang mehr als 100 Millionen Euro für die Förderung gemeinnütziger Projekte ausgegeben. Über 334 Millionen Euro bilden das gemeinsame Stiftungskapital der Bürgerstiftungen in Deutschland.

Wir Bürgerstifter. Herausgegeben von Stefan Nährlich und Gudrun Sonnenberg. Erschienen im DG Verlag Wiesbaden, 2017. ISBN: 978-3-87151-190-5. Hardcover, Umfang 160 Seiten, 12,90 Euro.

Buch direkt beim DG Verlag oder bei Amazon bestellen.

Dr. Stefan Nährlich ist Wirtschaftswissenschaftler und Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft. Er arbeitet seit 25 Jahren über bürgerschaftliches Engagement und gemeinnützige Organisationen. Nebenher lehrt er in einem Weiterbildungsstudiengang an der Universität Münster.

Gudrun Sonnenberg ist Politologin und Journalistin. Sie arbeitet in Berlin als Autorin, Redakteurin und Dozentin. In der Stiftung Aktive Bürgerschaft leitet sie die Redaktion des Nachrichtendienstes bürgerAktiv und porträtiert regelmäßig engagierte Bürger und ihre Projekte.

Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die gemeinnützige Stiftung Aktive Bürgerschaft ist das Kompetenzzentrum für Bürgerengagement der Volksbanken Raiffeisenbanken. Sie unterstützt bundesweit die 400 Bürgerstiftungen bei Managementaufgaben, Projekten und der Gewinnung von Stiftern und Aktiven. Mit dem Service-Learning-Programm sozialgenial bietet sie außerdem ihr Know-how Schulen an, um junge Menschen frühzeitig an ehrenamtliches Engagement heranzuführen. Weitere Informationen: www.aktive-buergerschaft.de

 

Die Presse-Information als PDF zum Herunterladen.

Gastkommentar: Reiche an den Pranger – nützlich oder schädlich?

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Marita Haibach

Die weltweite soziale Ungerechtigkeit, so die Hilfsorganisation Oxfam in ihrem im Januar 2017 veröffentlichten Bericht „An Economy for the 99 Percent“, sei deutlich dramatischer als bisher bekannt und nehme weiter zu. Die acht reichsten Männer der Welt, so heißt es weiter, besitzen mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Welt, das eine reichste Prozent der Weltbevölkerung hat mehr als die restlichen 99 Prozent zusammen. Offenkundig macht die Hilfsorganisation nun eine Tradition daraus, am Anfang eines Jahres – im Vorfeld des Weltwirtschaftstreffens in Davos – die Kluft zwischen Arm und Reich mittels knackiger Zahlen öffentlich anzuprangern; der erste Bericht in diese Richtung wurde Anfang 2016 veröffentlicht.

Doch was und wem nützt das öffentliche Brandmarken von Reichtum und der Schere zwischen Arm und Reich?

Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2017

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Bürgerstiftungen aus Jena (Thüringen) und Kehl (Baden Württemberg) werden für ihr Engagement für Geflüchtete ausgezeichnet

Berlin, 30.01.2017 – Die Gewinner des 17. bundesweiten Wettbewerbs um den Förderpreis Aktive Bürgerschaft stehen fest: Die Bürgerstiftung Jena fördert das Engagement in der Flüchtlingsarbeit und unterstützt darüber hinaus Geflüchtete und Migranten darin, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Bürgerstiftung Kehl hat durch die Gewinnung von Partnern aus der lokalen Wirtschaft ihr Projekt „Integration von Flüchtlingen – Qualifizierung junger Männer“ erfolgreich umgesetzt.

Der Förderpreis Aktive Bürgerschaft zählt zu den ersten Auszeichnungen für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Seit 1998 wird er an gemeinnützige Organisationen verliehen, seit 2003 speziell an Bürgerstiftungen. Der Preis ist mit insgesamt 40.000 Euro dotiert und wird am 3. Mai 2017 von 17.00 bis 19.00 Uhr im Forum der DZ BANK am Brandenburger Tor in Berlin verliehen.

„Mit dem Förderpreis will die Stiftung Aktive Bürgerschaft das Engagement der Bürgerstiftungen für die Gesellschaft würdigen und Nachahmer anregen, sich mit Bürgerstiftungen für ihre Stadt oder ihre Region zu engagieren“, so Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft.

Eine unabhängige Jury ermittelte die beiden Preisträger und vier Finalisten. Die Preisträger erhalten ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro, die Finalisten eine Zuwendung von jeweils 5.000 Euro. Der Jury gehören Expertinnen und Experten aus der Dritte-Sektor-Forschung, Vertreter erfolgreicher Bürgerstiftungen und langjährige Förderer von Bürgerengagement aus dem Genossenschaftswesn an.

Die Begründung der Jury:

„Die Bürgerstiftung Jena erhält den Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2017 in der Kategorie ‚Gesellschaft mitgestalten‘ für ihr Engagement für Geflüchtete. Die Jury würdigt besonders, dass die Bürgerstiftung Jena nicht nur das Engagement für, sondern auch von Geflüchteten selbst fördert. Sie berät, bildet und unterstützt Flüchtlinge ebenso wie bereits länger hier lebende Einwanderer dabei, sich mit ihren Kompetenzen und Qualifikationen in gemeinnützigen Einrichtungen in Jena zu engagieren. Auch in der Bürgerstiftung selbst sind Menschen mit Migrationshintergrund aktiv. Zum Beispiel als ehrenamtliche Berater, Kulturbotschafterinnen oder bei der Vermittlung von Freiwilligen. Die Bürgerstiftung bereichert mit ihrem vorbildhaften Einsatz das Zusammenleben in Jena und trägt zur Öffnung der Stadtgesellschaft bei.“

„Die Bürgerstiftung Kehl erhält den Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2017 in der Kategorie ‚Geld- und Zeitstifter gewinnen‘ für das erfolgreiche Fundraising zur Förderung ihres Projektes ‚Integration von Flüchtlingen – Qualifizierung junger Männer‘. Die Jury hebt besonders die Gewinnung von Partnern aus der lokalen Wirtschaft hervor. Mit großem persönlichem Einsatz ist es der Bürgerstiftung gelungen, den jungen Flüchtlingen den Einstieg in eine betriebliche Ausbildung zu ermöglichen. Die Bürgerstiftung Kehl weist den Weg für eine Integration, von der nicht nur die Geflüchteten, sondern auch die ortsansässigen Unternehmen und somit die gesamte Region nachhaltig profitieren.“

Werner Böhnke, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Aktive Bürgerschaft und der Jury

Die Ideen und Projekte der Finalisten

Niedrige Kapitalmarktzinsen erschweren die Arbeit vieler Stiftungen. Die Bürgerstiftung Braunschweig (Niedersachsen) entwickelt ein Konzept, um mit Immobilien bessere und nachhaltige Renditen zu erzielen.

Die Bürgerstiftung „Halterner für Halterner“ (Nordrhein-Westfalen) hat mit dem Jubiläumsprojekt „Bürgerstiftung in aller Munde“ eine beispielhafte Fundraisingmaßnahme umgesetzt.

Für ihr Präventionsprojekt „Wir für Kinder“ hat die Bürgerstiftung Tecklenburger Land (Nordrhein-Westfalen) ein nachhaltiges Programm ehrenamtlich Engagierter etabliert.

Die Bürgerstiftung Vorpommern (Mecklenburg-Vorpommern) will mit der Errichtung einer „Geschäftsstelle Plus“ die Sichtbarkeit der Bürgerstiftung im Stadtbild erhöhen und gleichzeitig mit einem Ladengeschäft weitere Zielgruppen ansprechen.

Die Stiftung wird die Finalisten bei der konkreten Umsetzung ihrer eingereichten Ideen unterstützen. Die Ideen und guten Beispiele werden allen Bürgerstiftungen zugänglich gemacht.

Foto-Hinweis: Die Aktive Bürgerschaft wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Bei der Preisverleihung am 3. Mai 2017 danken wir allen aktuellen und ehemaligen Juroren und schmücken die Fassade der DZ BANK am Pariser Platz mit drei Meter großen Buchstaben „20 Jahre Aktive Bürgerschaft“.

 

Die Presse-Information als PDF zum Herunterladen

Wer sind die Menschen hinter den Bürgerstiftungen?

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Neues Buch stellt dreizehn engagierte Stifter vor

Berlin, 15.12.2016 – Seit 20 Jahren gibt es Bürgerstiftungen in Deutschland. Am 20. Dezember 1996 wurde in Gütersloh die erste dieser „Stiftungen von Bürgern für Bür­ger“ gegründet. Die Idee: Gemeinsam stiften und sich persönlich engagieren in dem Ort oder der Region, in der man lebt oder arbeitet. Inzwischen gibt es Bürgerstiftun­gen in 400 Orten und Regionen. Insgesamt engagieren sich rund 50.000 Menschen in den Projekten oder Gremien von Bürgerstiftungen.

Wer sind diese Menschen, und was treibt sie an?

Das von Stefan Nährlich und Gudrun Sonnenberg herausgegebene Buch „Wir Bür­gerstifter“ stellt dreizehn Bürgerstifter vor: Menschen, die sich nicht nur mit Ideen und Zeit in einer Bürgerstiftung engagieren, sondern auch mit Geld. Sie erzählen, warum und wie sie zur Bürgerstiftung kamen, und was sie mit ihrem jeweiligen Pro­jekt oder Engagement erreichen wollen. Und sie geben Einblicke in ihre Biographie, berichten über prägende Erfahrungen und eindrückliche Erlebnisse aus ihrem Leben ebenso wie über das, was sie gelernt haben, und die Kenntnisse, die sie in ihre je­weiligen speziellen Projekte geführt haben.

Die vorgestellten Bürgerstifter engagieren sich bei den Bürgerstiftungen Berlin-Lich­tenberg, Braunschweig, Dresden, Hamburg, Hannover, Hellweg Region (Soest), Mit­telhessen (Gießen), Nürnberg, Pfalz (Klingenmünster), Schwäbisch Hall, Wiesloch.

Wer sich von den Beispielen inspirieren lässt, findet in dem Buch auch Antworten auf die Fragen, wie er oder sie selbst Bürgerstifter oder Bürgerstifterin werden kann und ob es in der näheren Umgebung auch eine Bürgerstiftung gibt.

Zum Hintergrund: Die rund 400 Bürgerstiftungen in Deutschland haben bislang mehr als 100 Millionen Euro für die Förderung gemeinnütziger Projekte ausgegeben. Über 334 Millionen Euro bilden das gemeinsame Stiftungskapital der Bürgerstiftungen in Deutschland.

Wir Bürgerstifter. Herausgegeben von Stefan Nährlich und Gudrun Sonnen­berg. Erschienen im DG Verlag Wiesbaden. ISBN: 978-3-87151-190-5. Hardco­ver, 160 Seiten, 12,90 Euro.

Hier klicken, um das Buch bei Amazon zu bestellen.

Dr. Stefan Nährlich ist Wirtschaftswissenschaftler und Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft. Er arbeitet seit 25 Jahren über bürgerschaftliches Engagement und gemeinnützige Organisationen. Nebenher lehrt er in einem Weiterbildungsstudi­engang an der Universität Münster.

Gudrun Sonnenberg ist Politologin und Journalistin. Sie arbeitet in Berlin als Autorin, Redakteurin und Dozentin. In der Stiftung Aktive Bürgerschaft leitet sie die Redakti­on des Nachrichtendienstes bürgerAktiv und porträtiert regelmäßig engagierte Bür­ger und ihre Projekte.

Kommentar: Modernisierung des Gemeinnützigkeitsrechts?

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Rudolf Speth

Die Auffassung des regierungskritischen Netzwerks Attac und vieler anderer zivilgesellschaftlicher Gruppen hat vor dem Hessischen Finanzgericht gesiegt: Wenn sich eine Organisation politisch betätigt, wird ihr nicht automatisch die Gemeinnützigkeit entzogen. Attac bleibt gemeinnützig. Dies bedeutet, dass die Vereinigung Spendenquittungen ausstellen und steuerrechtliche Privilegien in Anspruch nehmen kann. Das Urteil des Gerichts hat tiefgreifende Folgen in der Diskussion um das Gemeinnützigkeitsrecht.

Kommentar: Welches Potenzial haben Social Impact Bonds?

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Stefan Nährlich

Zum ersten Mal in Deutschland ist in Augsburg ein sogenannter Social Impact Bonds (SIB) erfolgreich umgesetzt worden. Das funktioniert so: Gemeinnützige Investoren finanzieren ein Projekt vor und erhalten sowohl ihre Investition als auch eine zusätzliche Rendite zurück – wenn das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Sozial investieren: Entgegen der in den letzten Jahren häufig umgangssprachlichen Verwendung des Begriffs trifft er hier zu. Es handelt sich nicht um eine Spende mit sozialer Rendite, sondern die eingesetzten finanziellen Mittel fließen mit der ebenfalls finanziellen Rendite an die Geldgeber zurück.

Die gemeinnützigen Geldgeber in Augsburg waren drei rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts und eine gemeinnützige GmbH. Sie finanzierten mit einem Darlehen verschiedene gemeinnützige Organisationen, die mit der operativen Umsetzung des SIB betraut waren. Im konkreten Fall ging es darum, benachteiligte Jugendliche in Ausbildung oder Arbeit zu bringen. Zur Rückzahlung des Darlehens verpflichtete sich die öffentliche Hand, in dem Fall das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS). Ihre Bedingung war, dass von neutraler dritter Seite bestätigt wurde, dass die vereinbarten Ziele in der operativen Umsetzung erreicht wurden – was auch geschah.

Kommentar: Ungleichheit in der Welt der “Guten”

880 440 Stiftung Aktive Bürgerschaft

von Rudolf Speth

Mehr als 70 Prozent Frauen arbeiten in den Organisationen des Nonprofit-Sektors. Ihr Anteil bei Geschäftsführungen und Vorständen liegt bei 42 bzw. 38 Prozent. Damit unterscheidet sich der Nonprofit-Sektor von der privaten Wirtschaft: Dort sind Frauen in Führungsposition nur zu rund 21 Prozent zu finden. Noch geringer ist der Anteil an Frauen in den Führungspositionen der großen DAX-Unternehmen. Allerdings sind in den privaten Unternehmen auch weniger Frauen als in den Organisationen des Nonprofit-Sektors beschäftigt.

Bürgerstiftungen sind aus der Flüchtlingsarbeit nicht wegzudenken

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die Stiftung Aktive Bürgerschaft stellt aktuelle Trends der Bürgerstiftungsarbeit in Deutschland vor

Berlin, 21.9.2016 – Mehr als jede zweite Bürgerstiftung in Deutschland engagiert sich für geflüchtete Menschen. Jede fünfte Bürgerstiftung hat innerhalb der letzten zwei Jahre sogar ihren Schwerpunkt auf diesen Bereich gelegt. Die 400 Bürgerstiftungen, in denen bundesweit bald 50.000 Bürger aktiv sind, haben eines gemeinsam: sie unterstützen das lokale Gemeinwesen in einer bestimmten Stadt oder Region. Bürgerstiftungen leisten in der Flüchtlingsarbeit einen besonderen Beitrag, denn sie vernetzen vielerorts die lokale Zusammenarbeit und das Engagement. So sammeln sie Gelder und führen eigene Projekte für und mit geflüchteten Menschen durch. Darüber hinaus unterstützen sie die Projekte anderer Akteure vor Ort, würdigen das Engagement beispielsweise durch Engagementpreise und regen ehrenamtliches Engagement an. „Bürgerstiftungen können auf zentrale gesellschaftliche Herausforderungen vor Ort unbürokratisch und schnell reagieren, denn sie sind lokal verwurzelt, finanziell und politisch unabhängig und sie haben einen breit gefächerten Stiftungszweck“, sagt Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft.

Zwanzig Jahre Bürgerstiftungen in Deutschland

In den Jahren 1996 und 1997 gründeten sich in Gütersloh und Hannover die ersten Stiftungen von Bürgern für Bürger nach dem Vorbild der angelsächsischen Community Foundation. Die vorläufig jüngste Bürgerstiftung wurde dieses Jahr im brandenburgischen Fürstenberg gegründet. Das gemeinsame Stiftungskapital der Bürgerstiftungen beträgt über 330 Millionen Euro. Zwanzig Prozent davon brachten die Gründungsstifter der 400 Bürgerstiftungen zusammen, achtzig Prozent kamen durch Zustiftungen im Laufe der Zeit dazu. Dass sich die Bürgerstiftungen in schon länger andauernden Niedrigzinszeiten so positiv entwickeln, zeigt, wie erfolgreich das Modell gemeinsamen und lokalen Stiftens ist. Mit mehr als 100 Millionen Euro konnten die Bürgerstiftungen seit 2005 gemeinnützige Zwecke fördern.

Informationen für die Medien

Den Report „Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2016“ gibt es hier zum Download: www.aktive-buergerschaft.de/presse/reportbuergerstiftungen

Länderkorrespondenten finden dort auch spezielle Zahlen zu den einzelnen Bundesländern (z.B. Zugang zu Bürgerstiftungen, durchschnittliches Stiftungskapital und Spendeneinnahmen). Kommt eine besonders erfolgreiche Bürgerstiftung aus Ihrer Gegend? Die Benchmarks informieren Sie darüber. Die Bürgerstiftungen in Ihrer Region finden Sie unter www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungsfinderHintergrundinformationen

Der „Report Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2016“ erhebt seit 2006 die Finanzdaten der Bürgerstiftungen und bereitet Fakten grafisch anschaulich auf. In der diesjährigen Vollerhebung wurden alle 400 Bürgerstiftungen in Deutschland befragt, die den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen entsprechen. Der Rücklauf lag bei 77 Prozent. Das Engagement in der Flüchtlingsarbeit wurde mit einer Analyse aller online verfügbaren Informationen zum Bürgerstiftungs-Engagement mit und für Geflüchtete erfasst.

Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die gemeinnützige Stiftung Aktive Bürgerschaft ist das Kompetenzzentrum für Bürgerengagement der Volksbanken Raiffeisenbanken. Sie unterstützt bundesweit die 400 Bürgerstiftungen bei Managementaufgaben, Projekten und der Gewinnung von Stiftern und Aktiven. Mit dem Service-Learning-Programm sozialgenial bietet sie außerdem ihr Know-how Schulen an, um junge Menschen frühzeitig an ehrenamtliches Engagement heranzuführen. Weitere Informationen: www.aktive-buergerschaft.de

Was sind Bürgerstiftungen?

Eine Bürgerstiftung ist eine unabhängige, autonom handelnde, gemeinnützige Stiftung von Bürgern für Bürger mit möglichst breitem Stiftungszweck. Sie engagiert sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen in einem geografisch begrenzten Raum und ist in der Regel fördernd und operativ für alle Bürger ihres definierten Einzugsgebiets tätig. Sie unterstützt mit ihrer Arbeit bürgerschaftliches Engagement. Mehr in den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen: www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungen/10merkmale

Genossenschaftsbanken: Engagiert für Bürgerstiftung und die Region

Genossenschaftsbanken haben die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements frühzeitig erkannt und 1997 mit der Aktiven Bürgerschaft ein bundesweit tätiges Kompetenzzentrum für bürgerschaftliches Engagement geschaffen. Zahlreiche Volksbanken und Raiffeisenbanken in ganz Deutschland engagieren sich vor Ort für Bürgerstiftungen. Schirmherr der Stiftung Aktive Bürgerschaft ist der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR.

 

Die Presse-Information als PDF zum Herunterladen.