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stefannaehrlich

Die Stiftung Aktive Bürgerschaft sucht die besten Service-Learning-Schulen in Deutschland!

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Berlin, 01.09.2016 – Schülerinnen und Schüler engagieren sich für geflüchtete Menschen, organisieren Vorlesenachmittage in Kindergärten oder setzen sich gemeinsam mit Naturschutzorganisationen für Umweltschutz ein. Im Unterricht verbinden sie ihr Engagement mit Unterrichtsinhalten in Fächern wie Politik, Deutsch oder Biologie – das ist Service Learning und fördert sowohl Bildung als auch Bürgerengagement. Die Aktive Bürgerschaft schreibt zum zweiten Mal ihren Service-Learning-Wettbewerb aus. Gesucht werden Schulen, die das bürgerschaftliche Engagement ihrer Schülerinnen und Schüler mit dem Bildungskonzept Service Learning systematisch fördern und die Service Learning in ihr Schulprogramm aufgenommen haben. Teilnehmen können alle allgemein- und berufsbildenden Schulen der Sekundarstufen I und II. Bewerbungsschluss ist der 30. November 2016. Die fünf besten Schulen lädt die Stiftung Aktive Bürgerschaft nach Berlin ein. Dort präsentieren Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern und Schulleitungen bei der Service-Learning-Förderkonferenz einem renommierten Fachpublikum, wie sie Service Learning an ihrer Schule umsetzen, welche persönlichen Erfahrungen sie machen und wohin sie sich entwickeln wollen. Eine unabhängige Kommission mit Fachleuten aus Schulen und Schulpolitik, Wirtschaft und Wissenschaft wählt die Schulen aus.

Die Aktive Bürgerschaft will mit dem Wettbewerb das Innovationspotenzial von Service Learning für Bildung und Engagement ins Blickfeld rücken und gute Beispiele der vielfältigen Schulformen der Öffentlichkeit vorstellen. „Für viele Schulen ist Service Learning mehr als ein Projekt. Wir suchen Schulen, die Service Learning nachhaltig umsetzen und die es zum festen Bestandteil des Schulprogramms gemacht haben,“ sagt Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Aktiven Bürgerschaft. „Die Schülerinnen und Schüler engagieren sich alle in ihrer Schullaufbahn und darin werden sie von Anfang an individuell unterstützt. Wir wollen das soziale Engagement leben, es ist eine Kultur des Miteinanders der gesamten Schule.“, sagt Ursula Dreeser, Schulleiterin von Bonns Fünfter Gesamtschule. Sie hat gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern die Auszeichnung für den 1. Service-Learning-Wettbewerb entgegengenommen. Lisa, eine der Schülerinnen, inzwischen in der 9. Klasse, ergänzt: „Wenn ich mich engagiere, kann ich meine Stärken anbringen und erfahre auch mehr darüber, was ich beruflich einmal tun will und was mir wichtig ist.“

Hintergrund

Zu dem Wettbewerb lädt die Stiftung Aktive Bürgerschaft im Rahmen ihres Service-Learning-Programms „sozialgenial – Schüler engagieren sich“ ein. sozialgenial entstand 2009 auf Initiative der WGZ BANK (heute DZ BANK) und wird gefördert von der DZ BANK. Seit Programmstart engagieren sich 76.800 Schülerinnen und Schüler an über 580 Schulen in 1.890 sozialgenial-Schulprojekten. Mit dem Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung, besteht ein Kooperationsvertrag. Ab dem Schuljahr 2016/2017 gibt es sozialgenial auch in Hessen.

Die Stiftung Aktive Bürgerschaft ist das Kompetenzzentrum für Bürgerengagement der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken.

 

Die Presse-Information als PDF zum Herunterladen.

Kommentar: Die „Alleskönner“ – Mythos Wirtschaft

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von Holger Backhaus-Maul

Die „deutsche“ Wirtschaft und ihre Unternehmen gelten mittlerweile vielerorts als Alleskönner. Sie sind eine geradezu ideale Projektionsfläche für Verantwortungszuschreibungen und zugleich für Schuldzuweisungen bei angeblich fehlender Verantwortungsbereitschaft. Letzteres scheint sich zunehmender Beliebtheit zu erfreuen und bringt bemerkenswerte Koalitionen hervor, die die Verantwortung von Unternehmen gegenüber Geflüchteten fordern und von der CDU einer Julia Klöckner bis hin zu Bernd Riexingers Linken reichen.

Zu dieser Mythenbildung tragen Unternehmen ihren Teil bei. Kaum hatte die Bundeskanzlerin ihr mittlerweile schon legendäres „Wir schaffen das“ verkündet, bekannten namhafte deutsche Unternehmen quasi ohne Atempause „Wir wollen das“. Fachkräftemangel, unbesetzte Ausbildungsstellen und demografischer Wandel wurden reflexartig als Begründungen aufgerufen.

Aber meinten Bundeskanzlerin und Unternehmensvertreter dasselbe?

Kommentar: Gemeinnützigkeitsrecht: Ein politischer Streit

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von Rudolf Speth

Der Streit um das Gemeinnützigkeitsrecht geht weiter: Den Globalisierungskritikern von Attac wurde die Gemeinnützigkeit entzogen, weil sie sich zu politischen Themen wie der Einführung der Vermögenssteuer äußern; dem elitären Golfclub Wannsee in Berlin wird vorgeworfen, die Gemeinnützigkeit als Deckmantel zu nutzen, um Steuern zu sparen und ein Elitenetzwerk zu pflegen.

Der Streit um das Gemeinnützigkeitsrecht ist ein politischer. Wer es schafft, das eigene Anliegen in die Auflistung der gemeinnützigen Zwecke im Paragraf 52 der Abgabenordnung zu platzieren, der kann daraus materielle und ideelle Vorteile ziehen. Er kann Steuern sparen und Spendenquittungen ausstellen und bekommt darüber hinaus den Nimbus, wertvolle Beiträge zum Gemeinwohl – was immer das auch ist – zu liefern. Sein Ansehen steigt, auch wenn manchmal völlig unklar ist, was denn das Gemeinnützige an der bevorteilten Aktivität sein soll.

Das Gemeinnützigkeitsrecht muss reformiert werden – manche fordern gar, es ganz abzuschaffen, doch soweit wird es nicht kommen.

Kommentar: Ärzte ohne Geld?

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von Stefan Nährlich

„Aus Protest gegen die Abschottungspolitik der Europäischen Union wird Ärzte ohne Grenzen keine Gelder mehr bei der EU und ihren Mitgliedstaaten beantragen.“ Dies hat die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen am 17. Juni 2016 öffentlich bekanntgegeben. Auf mehr als 50 Millionen Euro verzichtet die gemeinnützige Organisation dabei. Das klingt nach gewaltig viel, ist aber vielmehr nur relativ gewaltig. Denn der aktuelle International Financial Reports von Ärzte ohne Grenzen für 2015 weist für die 21 großen und größeren Ländergesellschaften Gesamteinnahmen von 1,44 Milliarden Euro aus. Die Nichtregierungsorganisation ist ein Big Player – ein wirklich großer Akteur – und offensichtlich so professionell wie konsequent.

Kommentar: Der ADAC als Vorbild?

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von Rudolf Speth

Zweieinhalb Jahre, nachdem der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) mit Manipulationen und finanziellen Verflechtungen die Schlagzeilen beherrschte, hat der Club seine Verhältnisse geordnet. Diese Neuorientierung ist auf den ersten Blick geglückt, wenn sie auch bei weitem noch nicht realisiert ist. Erstaunlich ist, dass der ADAC weiter so potent dasteht wie vor dem Skandal. Die Mitgliederzahlen steigen weiter und der ADAC hat sich nicht zerlegt. Wie ist dies gelungen, und können andere Nonprofit-Organisationen davon lernen?

Forum Aktive Bürgerschaft 2016

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20 Jahre Bürgerstiftungen – erfolgreich und zukunftsorientiert

Berlin, 20. Mai 2016 – Bürgerstiftungen sind eine Erfolgsgeschichte. Seit 1996 habe sich Idee und Konzept dieser Stiftungen in Deutschland etabliert. Aus privater Initiative engagieren sich bisher in fast 400 Orten und Regionen solche „Stiftungen von Bürgern für Bürger“. Etwa 50.000 Menschen sind in Gremien oder Projekten engagiert, sind Stifter, Spender oder haben unter dem Dach von Bürgerstiftungen Partnerstiftungen gegründet. Mehr als 300 Millionen Euro beträgt inzwischen das gemeinsame Stiftungskapital und die bisherigen Förderausgaben summieren sich auf bald 100 Millionen Euro. Aktuell spielt das Engagement für Geflüchtete bei vielen Bürgerstiftungen eine wichtige Rolle.

Bürgerstiftungen erfolgreich trotz Niedrigzinsen

Tatkräftiges ehrenamtliches Engagement, Spendeneinnahmen und die Zusammenarbeit mit vielen Partnern ermöglichen es den Bürgerstiftungen, auch in Zeiten niedriger Zinsen nachhaltig zu arbeiten. Nicht nur das: Die Summe der jährlichen Zustiftungen an Bürgerstiftungen ist fast dreimal so hoch wie die jährlichen Spendeneinnahmen. „Auch als Stiftungsmodell haben die Bürgerstiftungen nichts von ihrer Attraktivität verloren,“ sagt Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft, „eher im Gegenteil“.

Bürgerstiftungen bieten Lösungen für die Zukunft Stiften hat nach wie vor Konjunktur und das soll auch in Zukunft so bleiben, allerdings nicht mehr so häufig in Form einer rechtsfähigen Stiftung. Dies prognostiziert eine Studie von Roland Berger aus dem Jahr 2014. Mit Stiftungsfonds und Treuhandstiftungen machen die Bürgerstiftungen den Weg zur eigenen, aber rechtlich unselbständigen Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung frei. Mit eigenem Namen, allen steuerlichen Möglichkeiten, aber im Kreis von Gleichgesinnten und zu geringsten Kosten. Bereits heute verwaltet ein Drittel der Bürgerstiftungen über 600 weitere Partnerstiftungen. Viele Menschen und Firmen wollen sich engagieren, viele Projekte, Vereine und Initiativen brauchen Unterstützung. Anders als in der Wirtschaft finden aber Angebot und Nachfrage hier nicht automatisch zueinander. Hilfe und Helfer müssen zusammengebracht werden und dieses „matching“ setzt fundierte Kenntnisse und Erfahrungen voraus. Je länger Bürgerstiftungen bestehen, desto größer sind die gewonnenen Kompetenzen, desto wirkungsvoller ist die Koordination. Vielerorts entwickeln sich Bürgerstiftungen als erste Ansprechpartner rund um das Thema Engagement.

Veranstaltung: Programmpunkte und Prominente

Das Forum Aktive Bürgerschaft 2016 blickt auf 20 erfolgreiche Jahre Bürgerstiftungen in Deutschland zurück und nach vorn. Zusammenkommen werden etwa 200 Stifter, Aktive und Experten. Prominente Weggefährten wie Tagesschausprecherin Susanne Daubner, der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler und der Opernsänger Paul Potts senden Grußbotschaften. Stifter berichten über ihre Motive und Anliegen, Bürgerstiftungen informieren mit Beispielen und Tipps über das Engagement für Flüchtlinge. Mit Werbern und Beratern wird diskutiert, wie Bürgerstiftungen weitere potentielle Stifter erreichen können, die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage geben Auskunft über Bekanntheit und Image der Bürgerstiftungen. Außerdem geht es darum, vor welchen Herausforderungen die Bundesrepublik steht und welchen besonderen Beitrag Bürgerstiftungen dabei leisten können. Prominent besetzt ist die Diskussionsrunde mit der Bürgerstifterin und ehemaligen Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich, dem Chefredakteur der Tageszeitung Der Tagesspiegel Stephan-Andreas Casdorff, dem Historiker und Demokratieexperten Prof. Dr. Paul Nolte und Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Runde wird moderiert von dem Soziologen Holger Backhaus-Maul, Vorstandsmitglied der Stiftung Aktive Bürgerschaft. Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Aktiven Bürgerschaft Werner Böhnke eröffnet die Veranstaltung, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Aktive Bürgerschaft Dr. Peter Hanker führt in das Nachmittagsprogramm ein.

Veranstaltung: Zeit und Ort

Das Forum Aktive Bürgerschaft: 20.5.2016 von 11.00-17.00 Uhr in der DZ BANK in Berlin statt. Programm und Anmeldung: www.aktive-buergerschaft.de/forum

Bildmaterial von der Veranstaltung am Vormittag stehen ab 14.00 Uhr zum Herunter laden zur Verfügung, von der Veranstaltung am Nachmittag ab 18.00 Uhr unter: www.flickr.com/photos/aktive_buergerschaft/

Hinweise für Landesmedien: Im Programm wirken Engagierte aus Bürgerstiftungen der folgenden Bundesländer mit: Berlin, Baden Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein.

Hinweise für Lokalmedien: Im Programm wirken Engagierte aus Bürgerstiftungen der folgenden Städte/Bezirke mit: Berlin, Berlin-Lichtenberg, Berlin-Neukölln, Berlin Treptow-Köpenick, Bielefeld, Braunschweig, Bückeburg, Dresden, Dülmen, Eberswalde, Eschborn, Fürstenberg, Gießen, Gronau, Gütersloh, Hamburg, HannoverLaichingen, Landshut, Leipzig, Lilienthal, München, Münster, Potsdam, Ratzeburg, Rheda-Wiedenbrück, Schwäbisch Hall, Sindelfingen, Soest, Stuttgart, Taunusstein, Wiesloch.

Weitere Hintergrundinformationen:

Was sind Bürgerstiftungen?

Eine Bürgerstiftung ist eine unabhängige, autonom handelnde, gemeinnützige Stiftung von Bürgern für Bürger mit möglichst breitem Stiftungszweck. Sie engagiert sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen in einem geografisch begrenzten Raum und ist in der Regel fördernd und operativ für alle Bürger ihres definierten Einzugsgebiets tätig. Sie unterstützt mit ihrer Arbeit bürgerschaftliches Engagement. Mehr in den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen: www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungen/10merkmale

So kann jeder mitmachen!

Mit dem Online-Bürgerstiftungsfinder jede Bürgerstiftung mit Kontaktadresse und weiteren Informationen finden: www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungsfinder Bürgerstiftung: mitStiften! Ratgeber im Taschenformat mit Tipps zum Mitmachen für Stifter, Spender, Ehrenamtliche. 2. Auflage, Berlin 2013 (als PDF online beim Bürgerstiftungsfinder)

Fakten und Trends: Report Bürgerstiftungen

Trotz Niedrigzinsen wächst das Stiftungskapital von Bürgerstiftungen stetig: Derzeit liegt es bei 305 Millionen Euro. In bisher fast 400 Orten und Regionen engagieren sich bald 50.000 Stifter und Aktive ehrenamtlich mit Zeit, Geld und Ideen für vielfältige gemeinnützige Zwecke. Alle Fakten und Trends, Schaubilder und Grafiken online: www.aktive-buergerschaft.de/reportbuergerstiftungen

Genossenschaftsbanken: Engagiert für Bürgerstiftung und die Region

Genossenschaftsbanken haben die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements frühzeitig erkannt und 1997 mit der Aktiven Bürgerschaft ein bundesweit tätiges Kompetenzzentrum für bürgerschaftliches Engagement geschaffen. Zahlreiche Volksbanken und Raiffeisenbanken in ganz Deutschland engagieren sich vor Ort für Bürgerstiftungen. Schirmherr der Stiftung Aktive Bürgerschaft ist der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR. Mehr Informationen: www.aktive-buergerschaft.de/kampagne_buergerstiftungen

 

Die Presse-Information als PDF zum Herunterladen.

Kommentar: Bekannte Trends und gestiegene Engagementzahlen – der neue Freiwilligensurvey

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von Gisela Jakob

Soeben ist der 4. Freiwilligensurvey erschienen. Auf mehr als 600 Seiten präsentiert er personenbezogene Daten zum freiwilligen Engagement. Die Fortsetzung der Beobachtung vermittelt damit wertvolle Informationen zur quantitativen Entwicklung des Engagements in den letzten 15 Jahren.

Zunächst überrascht der Freiwilligensurvey 2014 mit deutlich gestiegenen Engagementzahlen. Demnach ist das freiwillige Engagement in den letzten fünf Jahren von knapp 36 Prozent auf 43,6 Prozent gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung der Engagementquote in den letzten 15 Jahren um fast 10 Prozent.

Auf den ersten Blick ist dies eine erfreuliche Entwicklung, die aber auch überrascht, weil es keine eindeutigen Erklärungen für diese Steigerungsraten gibt.

Gastkommentar: Sozialwissenschaftliche Berichterstattung zum Dritten Sektor in Deutschland: Bestandsaufnahme nach 25 Jahren

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 von Helmut Anheier

Seit der ersten Phase des „Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sektor Projects“ (1990- 1994; die Johns Hopkins Universität lässt die Vorarbeiten außen vor und datiert deshalb den Beginn des Projekts auf ihrer Webseite auf 1991) ist fast ein Vierteljahrhundert vergangen, und auch die zweite Phase (1995-1999) liegt weit zurück. Damals wurden systematisch Informationen zu wirtschaftlichen und sozialen Strukturdaten des Dritten Sektors gesammelt, analysiert und vorgelegt. Es handelte sich ja um einen empirisch kaum erschlossenen Sektor: Wirtschaftlich ging es vornehmlich um Arbeitsplätze, Kosten, Einnahmen und Bruttowertschöpfung; in sozialer Hinsicht um soziale Partizipation und bürgerschaftliches Engagement; und politikwissenschaftlich waren Fragen zur gesellschaftspolitischen Rolle des Dritten Sektors und seiner Strukturprinzipien zentral, beispielsweise die Subsidiarität.

Zum ersten Mal konnten so die wesentlichen Merkmale des Dritten Sektors in Deutschland nicht nur erfasst, sondern auch international eingeordnet werden.

Kommentar: Zwischen Kooperation und Konkurrenz

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von Gisela Jakob

In den Debatten um eine Neuorganisation von Wohlfahrt sind die Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen und die Öffnung sozialer und kultureller Einrichtungen und Organisationen für bürgerschaftliches Engagement in den Fokus gerückt. Jetzt hat im Auftrag des Bundesfamilienministeriums die INBAS-Sozialforschung GmbH aus Frankfurt/Main eine Studie zu eben diesem Thema vorgelegt: “Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen in Pflege, Kultur und Sport”. Sie ermittelt für die genannten drei Bereiche Daten zu den beruflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Tätigkeiten, untersucht deren Zufriedenheit, arbeitet verschiedene Modelle der Kooperation heraus und diskutiert Vorbehalte und Probleme in der Kooperation beider Gruppen. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden Instrumente und Verfahren vorgestellt und in einem gesonderten Praxisleitfaden präsentiert, um die Kooperation zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen zu verbessern.

Als ein zentrales Ergebnis lässt sich der große Entwicklungsbedarf bezüglich einer stärkeren Einbindung von engagierten Bürgerinnen und Bürgern in hauptamtlich dominierten Arbeitsfeldern festhalten.

Schülerinnen und Schüler engagieren sich und entwickeln demokratische Werte

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NRW-Schulen können am landesweiten Programm sozialgenial teilnehmen

Berlin, Münster, 10.2.2016 – Schülerinnen und Schüler engagieren sich für geflüchtete Menschen in Unterkünften, organisieren Vorlesenachmittage in Kindergärten oder setzen sich gemeinsam mit Naturschutzorganisationen für mehr Umweltschutz ein. In der Schule verbinden sie ihr bürgerschaftliches Engagement mit Unterrichtsinhalten in Fächern wie Politik, Deutsch oder Biologie – das ist Service Learning und fördert sowohl Bildung als auch Bürgerengagement.m Die Wirkungsstudie Service Learning zeigte, dass die engagierten Kinder und Jugendlichen sich freiwillig engagieren, motiviert sind und mehr über demokratische Prozesse wie bürgerschaftliches Engagement wissen. In qualitativ guten Projekten entwickeln sie Empathie und Sensibilität sowie mehr Selbststeuerung beim Lernen.

Mitmachen beim Service-Learning-Programm sozialgenial

Alle Schulen der Sekundarstufen I und II in Nordrhein-Westfalen sind eingeladen, Mitglieder im Service-Learning-Programm sozialgenial zu werden. Dazu melden Lehrerinnen und Lehrer ihre Schule für eine kostenlose verbindliche Mitgliedschaft an und erhalten die sozialgenial-Materialbox. Die sozialgenial-Materialbox unterstützt mit Anleitungen, Checklisten und Arbeitsblättern für den Unterricht. Im Online-Mitgliederbereich finden engagierte Lehrer und Schulsozialarbeiter aktuelle Projektbeispiele und weiterführende Informationen. Mitarbeiterinnen der Stiftung Aktive Bürgerschaft beraten individuell bei der Umsetzung von Service Learning. Anmeldung zur Mitgliedschaft: www.sozialgenial.de/mitmachen

Fortbildung sozialgenial-Kreativwerkstatt

In der Fortbildung „sozialgenial-Kreativwerkstatt“ erfahren Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter in kollegialem Miteinander die passgenaue Umsetzung von Service Learning. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Fortbildung ist vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen anerkannt. Die nächsten Termine: www.sozialgenial.de/veranstaltungen

Kontakt zu engagierten Schülerinnen und Schülern

Für Medienvertreter, die über engagierte Schülerinnen und Schüler berichten wollen, stellen wir gerne den Kontakt zu Mitgliedsschulen her.

Über sozialgenial – Schüler engagieren sich

sozialgenial entstand 2009 auf Initiative der WGZ BANK und mit Unterstützung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Seitdem engagieren sich 66.400 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen der Sekundarstufen I und II in 1.750 Projekten an 552 Schulen in Nordrhein-Westfalen (Stand Januar 2016). Träger des Programms ist die Stiftung Aktive Bürgerschaft.

 

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