Bayern: Grundsatzpapier zu bürgerschaftlichem Engagement

    Anregungen für eine koordinierte Engagementpolitik auf Landesebene gibt ein Grundsatzpapier zu “Aufgaben und strategischen Entwicklungsfeldern des Bürgerschaftlichen Engagements in Bayern”, das im Mai 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Entwickelt wurde es im Rahmen eines “Runden Tischs Bürgerschaftliches Engagement” von Wohlfahrtsverbänden, kommunalen Spitzenverbänden, den Fraktionen des Landtags und Einrichtungen auf Landesebene wie dem Bayerischen Jugendring unter Moderation des Landesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement Bayern. Sein Zweck ist es, “unter Berücksichtigung der finanziellen Gegebenheiten einerseits zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen des Bürgerschaftlichen Engagements beizutragen, andererseits Impulse der Initiierung und Weiterentwicklung wichtiger Handlungsfelder des Ehrenamtes zu geben”. Es betont die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements als “unverzichtbarer Bestandteil zum Wohle einer lebendigen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft” und listet Handlungsempfehlungen in Bereichen wie demographischer Wandel, Bildung oder Integration. “Das Besondere ist, dass das Grundsatzpapier in einem breiten Bündnis entstanden ist”, so Thomas Röbke vom Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement gegenüber “Aktive Bürgerschaft aktuell”. “Zudem nimmt es eine klare Haltung ein, wie der Staat mit Bürgerengagement umgehen soll: als Ermöglicher. Die Freiheit und der Eigensinn der Engagierten stehen im Mittelpunkt. Eine ähnliche Haltung würde ich mir auch vom Bund wünschen. Hier habe ich manchmal den umgekehrten  Eindruck: man geht von den zu erledigenden Aufgaben aus und will Bürger am liebsten verpflichten, daran mitzuwirken.” Veröffentlicht ist das Grundsatzpapier auf den Webseiten des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, das 2009 gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden den Runden Tisch initiierte.

    , Ausgabe 114 Juli 2011