Süddeutsche Zeitung: Corona und die Spaltung der Gesellschaft

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Drei Viertel der Menschen in Deutschland haben das Gefühl, der gesellschaftliche Zusammenhalt gehe verloren, berichtete in der Süddeutschen Zeitung Marcus C. Schulte von Drach über die Ergebnisse einer Untersuchung der Friedrich Ebert Stiftung. Er nahm sie zum Anlass, in weitere Studien zu schauen und sich bei Experten umzuhören: Haben sich die Konflikte wegen Corona verschärft? Die Sorgen um eine Spaltung gebe es schon länger, stellt Schulte fest: „Sozialwissenschaftler kennen das Phänomen: Die Stimmung ist häufig schlechter als die Lage.“ Der Beitrag ist am 4. Februar 2022 unter dem Titel „Die und wir – unversöhnlich“ erschienen.

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Die Zeit: Drei Gute

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Drei Menschen, die sich für das Gemeinwohl engagieren, haben Nadine Ahr, Moritz Aisslinger und Anne Hähnig in einem langen Dossier in der „Zeit“ vom 13. Januar 2022 porträtiert: Einen von seiner Wahl überrumpelten ehrenamtlichen Bürgermeister in Mecklenburg-Vorpommern, der vielen Schwierigkeiten zum Trotz in sein Amt hineinwuchs; einen Berliner Journalisten, der als stellvertretender Vorsitzender die zerstrittenen Mitglieder seines Kleingartenvereins einte; eine Kölnerin, die sich das Aufsammeln von Müll in Straßen und Parks zur Aufgabe gemacht hat. „Sie sind die Guten“, stellt der Titel des Beitrags fest, der Selbstlosigkeit sichtbar machen will. Doch wie bei guten Taten üblich, gehen die Protagonisten auch hier nicht leer aus: „Das erfülle ihn, sagt er: zu sehen, wie die Dinge langsam vorangehen“, schreiben Ahr, Aisslinger und Hähnig etwa über den Bürgermeister.

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SWR: Repressionen in Indien, Russland, Polen

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Wer Missstände wie Umweltzerstörung oder sich gegen die Einschränkung von Pressefreiheit engagiert, lebt in vielen Ländern gefährlich. Sebastian Weis hat Ehrenamtliche und Aktivisten in Indien, Russland und Polen besucht und lässt sie in seinem Dokumentarfilm „Im Fadenkreuz der Machthaber: Angriff auf die Zivilgesellschaft“ zu Wort kommen. Auch internationale Nichtregierungsorganisationen (NGO) sind Repressionen in diesen Ländern ausgesetzt. So will die hindu-nationalistische Regierung in Indien ihnen, aber auch lokalen NGO die finanziellen Grundlagen zu entziehen. „Es ist eine Attacke auf die gesamte organisierte Zivilgesellschaft“, so Weis. Der Beitrag wurde am 30. Dezember 2021 gesendet und ist bis 29. März 2022 in der Mediathek abrufbar.

WWW.ARDMEDIATHEK.DE/VIDEO/DOKUMENTARFILM/MEMORIAL-VERBOT-UND-MENSCHENRECHTE/SWR/Y3JPZDOVL3N3CI5KZS9HZXGVBZE1ODKZNJG

Die Welt: Lobbyregister hält alle auf Trab

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Verunsicherung, offene Fragen, zu viel Aufwand und gleich zu Beginn eine Fake-Eintragung: Diese Eindrücke sammelte Finanz- und Wirtschaftsredakteur Karsten Seibel zum Start des Lobbyregisters des Deutschen Bundestags. Das Handbuch, das den betroffenen Organisationen beim Bewältigen der bürokratischen Herausforderungen helfen soll, ist 189 Seiten dick, zu Informationsveranstaltung melden sich hunderte Vertreter von betroffenen Organisationen an. Auf der anderen Seite fehle noch der sogenannte „legislative Fußabdruck“, der sichtbar macht, auf welche Gesetze die Organisationen Einfluss genommen haben. Es „zeigt sich, dass das Register in dieser Form nicht mehr als ein erster Schritt sein kann. Die Politik wird nachbessern müssen“, schrieb Seibel in Die Welt vom 18. Januar 2022 unter dem Titel „Baumschulen statt Industrie – der zentrale Makel des neuen Lobby-Registers“.

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Der Standard: Lob für Impfkampagne von Unternehmen

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150 deutsche Unternehmen haben eine Kampagne für das Impfen gegen das Coronavirus gestartet, österreichische Unternehmen ziehen nach. Im österreichischen Standard begrüßten die Wirtschaftsethiker Prof. Dr. Markus Scholz und Prof. Dr. Thomas Beschorner die Aktionen. Es gehöre zu den bürgerlichen Pflichten von Unternehmen zu intervenieren und zu unterstützen, wenn der Staat den Herausforderungen nicht Herr werde. „Wir sollten dies begrüßen – auch unabhängig davon, ob sich manche Unternehmen möglicherweise lediglich aus Marketingzwecken engagieren“, so Scholz und Beschorner. Der Text ist am 20. Dezember 2021 unter dem Titel „Wenn Unternehmen politisch sind“ erschienen.

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Die Zeit: „Live Aid“ vor 175 Jahren

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Ein Zeitungsbericht über das Grauen der Hungersnot in Irland veranlasste den britischen Banker Lionel de Rothschild 1845, die vielleicht erste große internationale Hilfsaktion ins Leben zu rufen. Unter dem Titel „Live Aid vor 175 Jahren“ erinnerte der Historiker und Journalist Dr. Ronald D. Gerste in „Die Zeit“ vom 30. Dezember 2021 daran. Rothschild spendete selbst 1000 Pfund und überzeugte weitere Londoner Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, es ihm gleich zu tun. Es entstand die British Relief Association, die die Hilfstransporte organisierte. Rothschild warb international Spenden ein, aus Europa wie auch Übersee. Auch andere religiöse und wohltätige Organisationen sammelten Geld für die Hungernden. „Keiner aber brachte so viele Spenden zusammen wie Rothschild, um den hungernden Menschen in Irland zu helfen“, so Gerste.

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ZEIT: Schulvereine springen ein

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Geld ranschaffen, Löcher stopfen, wenn der Staat versagt: „Gerade in Krisenzeiten zeigen sich die Stärken der Schulfördervereine: schlanke Strukturen, kurze Entscheidungswege, ein enger Draht zur Schule“, schrieben Moritz Baumann und Leonard Scharfenberg in der ZEIT vom 25. November 2021. Sie berichteten unter dem Titel „Wünsch dir was!“ über von Eltern finanzierte Luftfilter, Messgeräte für den Unterricht, Bücher oder Schulhofausstattungen. Der Haken: Soziale Ungleichheit setze sich in den Fördervereinen fort: „Während die meisten Fördervereine durchschnittliche Einnahmen von 10.000 Euro oder weniger haben, stehen rund zehn Prozent der Initiativen jedes Jahr mehr als 100.000 Euro zur Verfügung.“ Dann braucht es Ausgleich – aber dafür fehlen die Grundlagen: „Wie viel Geld private Initiativen vor Ort in die Schulen stecken, werde nicht erfasst, antworten die Bildungsministerien der Länder auf eine Anfrage der ZEIT“, so Baumann und Scharfenberg. Ernüchtert stellten sie fest: „Die Politik interessiert sich nicht sonderlich für Fördervereine.“

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Der Spiegel: Camp im Ahrtal

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Noch immer kommen teils tausende Helferinnen und Helfer ins Ahrtal, um bei der Beseitigung der Flutschäden und dem Wiederaufbau zu helfen, berichtete Achim Himmelrath im Spiegel vom 27. November 2021 in einer Vor-Ort-Reportage: „Mittlerweile gibt es Zelte, Infostände, Material und Werkzeuglager, Toilettenhäuschen und ein richtiges Camp.“ Die Sozialwissenschaftlerin Petra Arenberg erklärt laut Himmelrath die Einsatzbereitschaft mit dem gesellschaftliche Anerkennung, der Hoffnung, selbst in einer Notlage auch Hilfe zu bekommen sowie räumlicher Nähe. Der Philosoph Michael Reder bestätigt diesen Eindruck. Himmelrath zitiert ihn mit den Worten: „Das jahrelang gepflegte liberale Narrativ, jeder schaffe alles aus eigener Leistung, greift erkennbar zu kurz.“ Der Beitrag erschien unter der Überschrift „Die Flut der Helfer“.

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Süddeutsche Zeitung: Input für die Organisationskultur

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Wie Masterstudiengänge auf leitende Positionen in Vereinen und sozialen Einrichtungen vorbereiten, berichtete Rebekka Gottl am 11. November 2021 in der Süddeutschen Zeitung. Ihr Artikel lässt drei Teilnehmende zu Wort kommen, die sich an den Universität Münster, Osnabrück und Heidelberg in Non-Profit-Studiengängen weitergebildet haben. Ein „anderer Blick auf Führungsprinzipien und Organisationsentwicklung“ gehöre zu den Effekten, berichtet eine Teilnehmerin, und Gottl gibt die Erkenntnis eines Teilnehmers, der Sozialarbeiter ist, wieder: Es seien „viele der im Studium vermittelten Methoden auf Unternehmen verschiedener Branchen übertragbar. Eine gut entwickelte und gut kommunizierte Organisationskultur werde auch dort immer wichtiger“. Der Text erschien unter dem Titel „Mit Fokus auf das Gemeinwohl führen“.

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BR Fernsehen: Zulauf bei der Tafel

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Mehr Hilfesuchende, ein Drittel Kinder: Das BR Fernsehen des Bayerischen Rundfunks hat die Tafel in Schrobenhausen (Oberbayern) besucht und die Mitarbeitenden beim Sortieren, Putzen und Verteilen der gespendeten Lebensmittel gefilmt. Sie melden einen Höchststand an „Kunden“. Es sind Menschen mit knappen Einkommen und Menschen, die durch das soziale Raster fallen oder beispielsweise unter den Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit erlitten haben. Über die 1. Vorsitzende der Tafel, Verena Bartelmann, sagt der Autor der Reportage, Florian Danner: „Allein die 69-jährige leistet hier jährlich rund 3000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Und der Bedarf wird immer mehr.“ Der Beitrag „Die Tafel in Schrobenhausen“ wurde am 31. Oktober 2021 gesendet.

WWW.BR.DE/MEDIATHEK/VIDEO/WENIGER-SPENDEN-MEHR-KUNDEN-DIE-TAFEL-IN-SCHROBENHAUSEN-AV:617DBF69BD0A8F000787A32E

 

Süddeutsche Zeitung: Die Bürgerstiftung will integrieren

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Leipzig gilt als Boomtown, aber der Wohlstand kommt nicht überall an in der Stadt. Die Bürgerstiftung „Bürger für Leipzig“, selbst auch nicht mit Reichtümern gesegnet, lässt sich einiges einfallen, um etwa Kindern aus ärmeren Familien zu unterstützen, Senioren Lichtblicke im Alltag zu bieten und Räume zur Begegnung herzustellen, stellt Benjamin Haerdle in der Süddeutschen Zeitung fest. Im Gespräch mit der langjährigen Vorsitzenden Angelika Kell blickt er auf die bald zwei Jahrzehnte seit Gründung der Stiftung zurück und beschreibt einen Wandel von einmaligen Projekten zu langfristiger Förderung. Kell setze auf Kontinuität, und: „Engagierten soll die Möglichkeit geboten werden, dass sie im Lauf der Jahre durch anfangs kleinere, später vielleicht mal größere Beiträge Vertrauen in die Stiftung fassen.“ Der Artikel erschien am 27. Oktober 2021 unter dem Titel „Viel Herz, wenig Geld“.

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FR: Blick auf das Verbindende

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Was hält die Gesellschaft heute zusammen, nachdem alte Bande wie Religion und Familie porös geworden sind? Otfried Höffe, emeritierter Philosophieprofessor, empfiehlt, nicht auf nur auf die Probleme zu schauen, sondern den Blick für das Verbindende zu öffnen – und entdeckt dabei das bürgerschaftliche Engagement. Unter anderem damit „ verstehen unsere Gesellschaften ihre moralischen Ressourcen, obwohl sie auf säkulare Weise freiheitlich sind, also im Widerspruch zum so gern zitierten Böckenförde-Dilemma immer wieder zu regenerieren“, schreibt er unter dem Titel „Was hält die Gesellschaft noch zusammen?“ in der Frankfurter Rundschau (FR) am 29. Oktober 2021.

WWW.FR.DE/KULTUR/GESELLSCHAFT/WAS-HAELT-DIE-GESELLSCHAFT-NOCH-ZUSAMMEN-91083685.HTML

taz: Wirkungserkundung bei der Start-Stiftung

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Seit 20 Jahren fördert die Start-Stiftung gGmbH junge Menschen mit Migrationshintergrund. Knapp 4000 haben schon profitiert. Das Jubiläum hat Ralf Pauli zum Anlass genommen, für die tageszeitung (taz) eine Reportage über die Stipendiaten zu schreiben. Zum Beispiel über einen jungen Mann, der mit Hilfe eines Rhetorik-Seminars aus seiner Verschüchterung herausfand, seinen Notendurchschnitt von 2,6 auf 1,3 im Abitur verbesserte und heute Technische Informatik studiert. Oder über die vietnamesische Schülerin, die sich an ihrer Schule gegen Rassismus engagiert. Nur ein Fünftel der Studierenden in Deutschland haben einen Migrationshintergrund, so Pauli, aber: „Außerhalb der Uni hat jede:r Dritte in dem Alter eine Einwanderungsgeschichte. Für die Start-Stiftung sind diese Zahlen eine Bestätigung, wie nötig ihre Förderung nach wie vor ist.“ Der Beitrag „Safe Space in Stipendienform“ erschien am 6. Oktober 2021.

taz.de/Start-Stiftung-fuer-migrantische-Menschen/!5801511&s=engagement

Spiegel online: Planlos im gesellschaftlichen Katastrophenschutz

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Die bevorstehende Förderung der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung aus Steuergeldern könnte zu den Katastrophenfällen gezählt werden müssen, für die es inzwischen ein „eingespieltes Muster“ gebe, kommentierte Prof. Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt/Main am 16. Oktober 2021 im Gastbeitrag „Die geförderte Katastrophe“ auf Spiegel online: „Seit Jahren warnen Expert*innen (…) vor der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung.“ Die Stiftung werde aus dem gleichen Haushalt finanziert werden, aus dem der Staat Programme für Demokratiebildung und Extremismusprävention auflege. Mendel: „Dass bis jetzt im politischen Berlin kaum auf die Warnungen der Zivilgesellschaft reagiert wird, zeigt die Planlosigkeit der Politik auch beim gesellschaftlichen Katastrophenschutz.“ (Siehe auch Rubrik Politik.)

www.spiegel.de/politik/afd-stiftung-die-gefoerderte-katastrophe-a-6f8cf2b3-cd94-401e-a061-bddbdecc6776

Deutschlandfunk: Spenden, der moderne Ablasshandel

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Lieber etwas zahlen, statt sich an der Gemeinschaftsarbeit zu beteiligen oder beim umwelt- und sozialschädlichen Urlaub einzuschränken: Ist die Spendenquittung der Ablassbrief des 21. Jahrhunderts? In dem Beitrag „Schlechtes Gewissen – kann man sich von der Verantwortung freikaufen?“ des Deutschlandfunks wird diese Frage bejaht. Autor Christian Blees findet Ablasshändel aller Art, vom CO2-Zertifikat über die Ausgleichsabgabe von Arbeitgebern, die keine behinderten Menschen beschäftigen, bis zur Ablösezahlung von Bauherren wegen fehlenden Parkplätzen. In der Sache steckt allerdings ein sozialer Aspekt mit unschönem Spaltungspotenzial. Blees zitiert den Konsumforscher Wolfgang Ullrich: „Wird das gute Gewissen an den Geldbeutel geknüpft, sind Ärmere von vornherein davon ausgeschlossen.“ Der Beitrag erschien am 11. Oktober 2021.

www.deutschlandfunkkultur.de/…

Der Standard: Occupy ist kein Vorbild, meint Claus Leggewie

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Vor zehn Jahren startete in einem Park nahe der Wall Street in New York die Bewegung Occupy ihre Proteste gegen die Finanzbranche. Kurzfristig gelang es ihr, viel Aufmerksamkeit zu erzielen. Doch dann verschwand sie von der Bühne. „Die Aktivisten konnten sich nicht entschließen, den institutionellen Weg einzuschlagen und sich mit progressiven Kräften innerhalb und außerhalb des politischen Systems zu verbünden“, analysierte der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Claus Leggewie in der österreichischen Zeitung „Der Standard“ vom 17. Oktober 2021 unter dem Titel „Wie nachhaltig war Occupy?“ Für das heutige Anliegen einer sozialökologischen Wende sei Occupy kein Vorbild, hier komme es auf parlamentarische Mehrheiten, Kooperationen mit Unternehmen und breite, nachhaltige zivilgesellschaftliche Bündnisse an.

www.derstandard.de/…

Süddeutsche Zeitung: Aufklärung über Missstände in SOS-Kinderdörfern

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Über Missstände in einem SOS-Kinderdorf Anfang der 2000er Jahre, die der Münchner Sozialpsychologe Prof. Dr. Heiner Keupp im Auftrag von SOS zusammentrug, ist derzeit in verschiedenen Medien zu lesen. In der Süddeutschen Zeitung vom 20. Oktober 2021 blickte Bernd Kastner über den aktuellen Konflikt hinaus auf die Aufarbeitungskultur im SOS-Verein. Schon 2010 habe dessen Sozialpädagogisches Institut einen Bericht über körperliche und seelische Misshandlungen zwischen 1956 und 1975 vorgelegt. „Als Ursache solcher Methoden wird eine Überforderung vor allem der Kinderdorfmütter genannt, die Abschottung der SOS-Familien und die damals üblichen Normen in der Erziehung“, berichtet Kastner. Der Bericht sei nicht veröffentlicht worden, es gab lediglich ein kurzes Statement auf der Homepage und eine Entschuldigung. Kastner fasst zusammen: „Intern wurden laut SOS Konzepte und Leitlinien für den Kinderschutz überarbeitet, auch wurde eine Anlauf- und Meldestelle etabliert. Der Verein nahm den Bericht von 2010 jedoch nicht zum Anlass für eine fundierte Aufklärung der Vergangenheit in Bezug auf Gewaltanwendung an Kindern.“ Der Beitrag hat den Titel „Kinderdorf-Mutter weist Vorwürfe zurück“.

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NZZ: Roche-Erbe Hoffmanns Zweifel an der traditionellen Philanthropie

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„Die traditionelle Form der Philanthropie hat versagt. Sie ist wichtig als Impulsgeber. Aber langfristig einfach Geld zu transferieren, weil man ein schlechtes Gewissen hat, bringt nichts“: So begründet André Hoffmann seine und die Entscheidung weiterer Roche-Erben, ihre Stiftung zu schließen. Künftig wolle er Projekte unterstützen, deren Geschäftsmodell ihr Überleben auch ohne Geldgeber sichert, sagte Hoffmann im Interview „Die traditionelle Form der Philanthropie hat versagt“ mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), das am 16. Oktober 2021 erschien: „Projekte, die es nur gibt, solange wir bezahlen, und die aufhören, wenn wir uns zurückziehen, sind fehlgeleitet.“ Der Schweizer Milliardär sitzt seit 1996 im Verwaltungsrat des Roche-Konzerns und ist Vizepräsident des Pharmakonzerns, der von seinem Urgroßvater Fritz Hoffmann-La Roche 1896 gegründet wurde. Das Interview führte Birgit Voigt.

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Die Zeit: „Das Problem als Bürger angehen, nicht als Konsument“

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Wer die CO2-Emissionen reduzieren will, die durch die Online-Kommunikation und Mediennutzung entstehen, sollte sich politisch engagieren, sagt Chris Adams von der Green Web Foundation im Interview mit Meike Laaf von der „Zeit“. Zwar sei nichts dagegen einzuwenden, wenn sich auf Konsumentenebene Nutzer beispielsweise bei Providern anmeldeten, die erneuerbare Energien einsetzten. Adams warnt jedoch vor individuellem Aktionismus: „Ohne ein Verständnis dafür, wo diese Energiefresser sind, konzentriert man sich sehr leicht auf die falschen Dinge. Und fühlt sich schrecklich – wegen Dingen, die in dem gesamten Prozess das kleinste Problem darstellen.“ Um die Probleme der CO2-Emissionen nachhaltig zu lösen, brauche es politische Regulierung. Adams mahnt, den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang zu betrachten: „Hätten wir eine künstliche Intelligenz, die ohne fossile Brennstoffe funktioniert, aber noch immer diskriminiert, dann sind wir weit davon entfernt, alle gesellschaftlichen Probleme zu lösen.“ Der Beitrag erschien am 22. September 2021 unter dem Titel „Ihr Cappuccino hat den gleichen CO₂-Fußabdruck wie zwei Stunden Zoom“.

www.zeit.de/digital/internet/2021-09/oekologischer-fussabdruck-co2-green-web-foundation-chris-adams-technik/komplettansicht

Die Zeit: Zivilgesellschaft ist fehlbar

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„Staat bedeutet in letzter Konsequenz Machtmissbrauch, Zivilgesellschaft edle Gesinnung – diese eingeübte Asymmetrie erklärt die Abneigung, Bewegungen wie ‚Querdenken‘ in den Bereich der Zivilgesellschaft aufzunehmen“, schreibt Oliver Weber unter dem Titel „Wenn gute Bürger quer denken“ in der Zeit. Die Liste der Organisationen, die auf der „dunklen“ Seite der Zivilgesellschaft stehen, werde immer länger. „Blickt man ungetrübt auf das Geschehen, muss man zugeben: Eine Demokratie kann auch an ihrer Zivilgesellschaft zugrunde gehen“, so Weber. Solange die Zivilgesellschaft als Hoffnungsträger gelte und dem Staat misstraut werde, sei mit einem weiteren Wachstum der „dunklen“ Seite zu rechnen, prognostiziert er. Der Beitrag erschien am 22. September 2021.

www.zeit.de/2021/39/querdenken-bewegung-zivilgesellschaften-demokratie-demonstration

Planet Wissen: „Mix von Motiven“

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„Bei jedem Stifter und jeder Stifterin gibt es einen Mix an Motiven, der schwer zu entwirren ist“, sagte am 8. September 2021 Stiftungsexperte Dr. Rupert Graf Strachwitz in der Planet-Wissen-Sendung des Bayerischen Rundfunks „Welt verbessern, Steuern sparen – Was ist Philanthropie?“ Altruismus, Renommee und Religion lägen der Großzügigkeit zugrunde. Die Sendung fragte nach Legimitation und Gerechtigkeit und versuchte, die selbstgestellte Frage historisch, mit Stiftungsporträts und Porträts von Superreichen zu beantworten. Im Studio halfen dabei korrigierend und mit fachlicher Expertise Strachwitz sowie Prof. Dr. Pascal Goeke von der Pädagogischen Hochschule Linz.

www.planet-wissen.de/video-welt-verbessern-steuern-sparen–was-ist-philanthropie-100.html

Arte/NDR: „Am Aktivismus von Greenpeace scheiden sich die Geister“

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Per Gleitschirm ins Stadion, mit dem Schlauchboot gegen Walfänger: „Am Aktivismus von Greenpeace scheiden sich die Geister. Schon immer“, sagt die Sprecherin der NDR-Dokumentation „Von der Ökobewegung zum Konzern“, die der Fernsehsender Arte am 2. September 2021 in seine Mediathek gestellt hat. Der Beitrag blickt hinter die Kulissen und stellt fest, auch intern wurde und wird heftig diskutiert. Während Greenpeace-Mitgründer Paul Watson die Greenpeace-Aktionen gegen den Walfang „unterwürfig“ nennt und mit seiner eigenen Organisation „Sea Shepherd“ gewaltsam gegen illegalen Wal- und Delfinfang vorgeht, betont Jennifer Morgan, seit 2016 Geschäftsführerin von Greenpeace International: „Gewaltfreiheit ist unser Prinzip.“ Die Dokumentation ist aus Anlass des 50-jährigen Gründungsjubiläums von Greenpeace produziert worden.

WWW.ARTE.TV/DE/VIDEOS/098391-000-A/VON-DER-OEKOBEWEGUNG-ZUM-KONZERN/

Tagesschau.de: Lobbyismus und die Bundestagswahl

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Mit Lobbyismus und der Einflussnahme von Aktivisten auf die Bundestagswahl befasste sich am 13. September 2021 Hans-Joachim Vieweger, Journalist des Bayerischen Rundfunks im ARD-Hauptstadtstudio. Neben dem traditionellen Lobbyismus, der auf den Kontakt zu Abgeordneten und Gremien setzte, entwickele sich zunehmend Einflussnahme durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen. Mit dem Spruch „Alle reden vom Klima. Wir ruinieren es“, zog beispielsweise die Gruppe „Extinction Rebellion“ die CDU durch den Kakao, während die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ Anzeigen gegen die Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen schaltete. Vieweger zitiert den Osnabrücker Politikwissenschaftler Prof. Dr. Ralf Kleinfeld: Die eigentliche Stunde der Lobbyisten werde erst in der Phase der Regierungsbildung und der Aushandlung eines Koalitionsvertrages schlagen, denn alle wüssten, dass sich nachträglich nur schwer noch Themen auf die Agenda des Kabinetts setzen ließen. Der Beitrag erschien auf tagesschau.de unter dem Titel „Wie Lobbyisten im Wahlkampf mitmischen“.

https://www.tagesschau.de/inland/btw21/lobbyismus-wahlkampf-parteien-101.html

„Süddeutsche Zeitung“: Kümmert sich Frau Merkel?

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Was auf die acht Bürgerdialoge der Bundeskanzlerin folgte, hat die Süddeutsche Zeitung recherchiert. „Die Bilanz fällt durchwachsen aus“, berichtete Nico Fried. Merkel habe 2020 und 2021 Auszubildende, Kulturschaffende Pflegende, Polizisten, Eltern, Studierende und viele mehr getroffen, ausgesucht von mit deren Themen befassten Organisationen. Ein Familienvater, der sich einen politischen Familiengipfel wünschte, sei enttäuscht worden, die Forderung einer Studentin, die Bewilligung der Überbrückungshilfen für Studierende zu erleichtern, sei dagegen erfüllt worden. Merkel habe vieles weitergeben, so Fried. Doch sei in vielen Fällen der Bund nicht zuständig oder Änderungen politisch nicht durchsetzbar gewesen. Der Bericht erschien unter dem Titel „Makel auf Merkels Vermächtnis“ am 21. August 2021.

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„Die Zeit“: Am Ende wird nicht alles gut

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Unbehagen über die große Hilfsbereitschaft nach der Flut im Westen Deutschlands hat Anna Mayr in der „Zeit“ vom 29. Juli 2021 kundgetan: „Wer in der Not hilft, investiert damit gleichzeitig in die eigene Zukunft und in die eigene Gegenwart. In die eigene Zukunft, weil man sich einreden möchte, selbst Hilfe erwarten zu können, wenn einem etwas Schreckliches passiert. Die Investition in die eigene Gegenwart ist die Selbstversicherung: Es ist okay, so weiterzumachen, ohne Nahrungsmittelreserven im Haus, aber mit einem SUV vor der Tür. Wer heute zehn Euro an die Flutopfer spendet, muss morgen nicht darüber nachdenken, zu welchen Zumutungen er im eigenen Leben bereit wäre, damit es keine Flutopfer mehr gibt“, schrieb sie. Helfen statt vorsorgen und dann wieder und wieder helfen müssen? „Das gesamtgesellschaftliche Bedürfnis nach Rührung kann gar nicht so groß sein, dass sich dieses Leid lohnt“, meint Mayr. Ihr Essay erschien unter dem Titel „Spendenflut“.

www.zeit.de/2021/31/katastrophenhilfe-spenden-nothilfe-hilsbereitschaft-flutopfer-hochwasser