taz: Verpflichtung zum Ehrenamt im Jurastudium

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An der Bucerius Law School in Hamburg sind die Jurastudierenden am dem Wintersemester 2026/27 verpflichtet, sich ehrenamtlich in den Law Clinics der Hochschule zu engagieren, berichtete Franziska Vetter am 10. Juli 2025 in der tageszeitung (taz). In Law Clinics bieten Jurastudierende kostenlose Rechtsberatung für Menschen, die sich keinen Rechtsbeistand leisten können. Die Studierenden sammeln dabei Praxiserfahrung. „Mittlerweile gibt es bundesweit etwa 90 Law Clinics. Viele haben sich in Folge des gestiegenen Beratungsbedarfs von Eingewanderten nach 2015 gegründet, den die Fachanwälte nicht auffangen konnten. Studierende füllten diese Lücke“, so Vetter. An der Bucerius Law School, einer privaten Stiftungshochschule, gibt es zwei Law Clinics. Der Beitrag erschien unter dem Titel „Studierende künftig ehrenamtlich im Praxiseinsatz“.

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rnd: Hinter den Kulissen von Spendenportalen

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Spendenportale, auf denen für gute Zwecke online Geld gesammelt wird, müssen für Bank- und Transaktionskosten Gebühren zahlen, und sie haben Mitarbeitende, die entlohnt werden wollen. Wo kommt das Geld her? Anne Grünberg vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (rnd) warf einen genaueren Blick auf die Portale. Sie machte die Leserinnen und Leser darauf aufmerksam, dass beispielsweise die Plattform „Gofundme“ nicht nur 2,9 Prozent für die Gebühren und Transaktionskosten von den Spenden abziehe, sondern weitere 17,5 Prozent als Spende an sich selbst – der Betrag ist als freiwillig deklariert und kann auch verändert oder auf 0 gesetzt werden. Dafür muss man allerdings auf den entsprechenden Button aufmerksam werden. Laut Grünberg unterscheidet sich das Portal auch dadurch von anderen Plattformen wie beispielsweise Betterplace, dass es nicht gemeinnützig ist. Hier sammeln Menschen auch privat, beispielsweise für Operationen oder wenn sie in Not geraten sind. Solche Spenden können nicht steuerlich abgesetzt werden. Der Beitrag „Gofundme und Betterplace: Wie Spendenportale Geld verdienen“ erschien 14. Juli 2025.

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Süddeutsche Zeitung: Regensburg debattiert über Tafel-Schließzeit

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„Wie viel Verantwortung kann eine Gesellschaft Ehrenamtlichen aufbürden?“, fragte Lisa Schnell in der Süddeutschen Zeitung, wo sie über den Ärger berichtete, den die Tafel in Regensburg mit einer Schließzeit von zehn Wochen in der Stadt hervorgerufen hat. Einen Oberbürgermeister-Kandidaten zitiert Schnell mit einer Warnung vor einer „richtig dramatischen Situation“, ein anderer gemeinnütziger Verein werfe der Tafel vor, nicht an ihre Kunden zu denken, die jetzt nichts mehr zu essen hätten, berichtete sie. Üblicherweise schließe die Tafel nur vier Wochen. Die Lage ist dem Bericht zufolge etwas unübersichtlich, es gebe, so Schnell, eine Anzeige wegen Untreue gegen die Vorstandsvorsitzende der Tafel. Der Schriftführer allerdings wies auf Urlaube nicht nur der Mitarbeitenden, sondern auch der Kunden hin, außerdem auf eine Dachrenovierung. Das Angebot der Tafel sei eine Zusatzangebot, die Tafel nicht verantwortlich für prekäre Lebenslagen. „Wobei man bei der Frage wäre, wer für die Armutsbekämpfung zuständig ist“, so Schnell und gibt die Antwort: „Ganz klar der Staat, schreibt der Dachverband der Tafeln.“ Ihr Bericht heißt „Wie lange darf eine Tafel schließen?“ und ist am 9. Juli 2025 erschienen.

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MDR: Bürgersingen gegen Einsamkeit mit der Bürgerstiftung

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Bei schlechtem Wetter wird es schwierig, aber sonst macht es viele Leipzigerinnen und Leipziger glücklich: Das Bürgersingen im Park, das Regina Liebold von der Bürgerstiftung Leipzig seit neun Jahren organisiert. Zwischen 200 und 250 Menschen machen mit. Für die Reihe „In Unruhe altern“ des MDR hat Corinna Thamm den Chor besucht. Dem Titel der Reihe entsprechend kommen ältere Menschen zu Wort, unter den Teilnehmenden sind aber auch jüngere Menschen und Familien. Zwölf Ehrenamtliche engagieren sich für den Laienchor. Das Konzept hat die Bürgerstiftung von der Bürgerstiftung Halle übernommen, die als erste ein so ein Bürgersingen organisiert hat, wie Liebold in dem Beitrag sagt. Man habe es allerdings erst organisieren können, als man in der Bürgerstiftung ein professionelles Team im Hintergrund hatte. Nicht nur für die Sängerinnen und Sänger, auch für die Ehrenamtlichen ist das Bürgersingen „ein Stück Lebenselixier“, so Liebold. Die Reportage erschien am 3. Juli 2025 unter dem Titel „Singen im Park – Regina schafft Begegnungen“.

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taz: Obdachlosenärztin Jenny de la Torre – jeder konnte kommen

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Einen Nachruf auf die Berliner Obdachlosenärztin Jenny de la Torre veröffentlichte die tageszeitung (taz) am 12. Juni 2025. Die Ärztin hatte ab 1994 kranke, auf der Straße lebende Menschen in einer Obdachlosenpraxis am Ostbahnhof versorgt, „erschüttert über die große Not und den schlechten Allgemeinzustand der Obdachlosen“, wie Sean-Elias Ansa in seinem Nachruf mit dem Titel „Die Pionierin“ schrieb. Später gründete de la Torre eine Stiftung, die heute ein Gesundheitszentrum für wohnungslose Menschen und Suchtkranke in Berlin-Mitte betreibt. Dort geht die Hilfe auch nach dem Tod der am 10. Juni 2025 verstorbenen Gründerin weiter. Ansa: „In der Zeit von 9 bis 15 Uhr konnte und kann dort jeder und jede im Haus in der Pflugstraße klopfen, behandelt werden, essen, sich neu einkleiden und sogar eine rechtliche oder psychologische Beratung bekommen.“

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Sonntagsblatt: Merz übersieht das Ehrenamt

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Im Sonntagsblatt kritisierte Eva-Katharina Kingreen am 15. Juni 2025 die Forderung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dass die Menschen in Deutschland mehr arbeiten müssten. Unter dem Titel „Friedrich Merz fordert mehr Arbeit – und übersieht die Millionen, die ehrenamtlich arbeiten“ warnte sie davor, dass ehrenamtliche Arbeit durch Merz‘ Forderung unter die Räder geraten könne: „Denn sie wird meist zusätzlich zur Erwerbsarbeit oder im Ruhestand geleistet.“ Gerade Frauen, jene, die oft in Teilzeit arbeiteten, übernähmen zusätzlich unbezahlte Sorgearbeit für die Gesellschaft. „Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob die Deutschen mehr arbeiten müssen. Sie lautet, welche Arbeit gesellschaftlich wertgeschätzt wird – und warum“, so Kingreen.

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FAZ: „Normatives Vakuum“ in der Betriebswirtschaftslehre

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So manches Unternehmen ist unter Druck geraten, seit in den USA unter Präsident Donald Trump ein anderer Wind weht. „So hat etwa die US-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, dem Druck der neuen Trump-Regierung nachgegeben und sich verpflichtet, bestehende Programme zur Förderung von Diversity, Equity & Inclusion (DEI) einzustellen. Auch Schweizer Firmen wie die Pharmakonzerne Roche und Novartis haben ihre Diversitätsziele ausradiert“, schrieben Thomas Beschorner und Blagoy Blagoev von der Universität St. Gallen in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Sie nahmen diese Entwicklung zum Anlass, das „monorationale Verständnis von Unternehmen“ und das „normative Vakuum“ in der Betriebswirtschaftslehre zu kritisieren. „Geflissentlich übersehen werden in einer konventionellen BWL zentrale Einsichten der modernen Organisationstheorie und der systemischen Managementlehre, die sehr deutlich zeigen, dass unternehmerische Entscheidungen aufgrund ihrer Interdependenz mit der gesellschaftlichen und ökologischen Umwelt niemals in Isolation getroffen werden können – und sollten!“, so Beschorner und Blagoev. Ihr Gastbeitrag erschien online am 13. Juni 2025 unter dem Titel „Die blinden Flecken in der Betriebswirtschaftslehre“.

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taz: Lieber nicht neutral – Plattform verzichtet auf Gemeinnützigkeit

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Die Plattform innn.it, die Unterschriften für Petitionen sammelt, hat nach fünfjährigem Rechtsstreit von sich aus auf ihre Gemeinnützigkeit und damit auf ihre Steuerbegünstigung verzichtet. Zuletzt hatte der Bundesfinanzhof (BFH) gefordert, die Plattform müsse streng neutral sein. „Praktisch würde dies bedeuten, dass auf innn.it nicht nur Unterschriften für ein AfD-Verbot gesammelt werden könnten, sondern auch dagegen. Diese vom BFH verlangte ‚geistige Offenheit‘ ging innn.it aber zu weit“, berichtete Christian Rath am 23. Juni 2025 in der taz („Haltung statt Gemeinnützigkeit“). „Mit den BFH-Vorgaben zur Neutralität könne man eine ‚Petitionsplattform mit Haltung‘ nicht gemeinnützig betreiben“, zitierte er die Begründung der Mitgliederversammlung, den Rechtsstreit nicht fortzuführen.

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ZEIT: Ehrenamtliche als „Momos des 21. Jahrhunderts“

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Das „Das An-andere-Denken gerät mehr und mehr unter Druck“, stellte Sabine Rückert in der ZEIT fest. „Ich komm zuerst, heißt es jetzt, was hast du mir zu bieten“, sei die Devise des Zeitalters des Deals. In ihrer Kolumne „The Power of Goodbye“ mit dem Titel „Was bringt es, Notleidenden zu helfen? Damit fliegt man nicht zum Mars“ erinnerte sie an das Mädchen Momo aus dem gleichnamigen Roman von Michael Ende und seinen Kampf gegen die „grauen Herren“, die nur auf Zeiteffizienz aus sind. Letztlich aber ist Momo erfolgreich, die sich Zeit für andere Menschen nimmt, und Sabine Rückert hofft: „Die Ehrenamtlichen sind die Momos des 21. Jahrhunderts.“ Die Kolumne erschien am 31. Mai 2025.

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Südkurier: Klimafonds in Konstanz scheitert – zu wenig Spenden

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Ein Spendenfonds, aus dem Klimaschutzprojekte von Bürgern, Vereinen und Unternehmen finanziert werden: Dieses Konzept ist in Konstanz gescheitert, berichtete Denis Pscheidl im Südkurier. Statt der erhofften mindestens 100.000 Euro pro Jahr seien seit 2023 insgesamt nur etwas mehr als 150.000 Euro zusammen. Auf der anderen Seite seien nur sieben Projekte überhaupt förderfähig gewesen. Der Fonds sei teils in der Stadt zu wenig sichtbar gewesen, teils hätten die Projekte die Kriterien nicht erfüllen können. Gespendet wurde in der Regel aus den Umkreisen der Projekte, beobachtete laut Pscheidl der zuständige Mitarbeiter im Amt für Klimaschutz. Die Kosten für seine befristete 75-Prozent-Stelle will die Stadt jetzt angesichts des geringen Erfolges einsparen. Der Bericht „Konstanzer Klimafonds ist gescheitert“ erschien am 6. Juni 2025.

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Darmstädter Echo: Ergebnislose Bemühungen – Nahaufnahme zur gemeinnützigen Arbeit Geflüchteter

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In Münster bei Darmstadt sollen Geflüchtete gemeinnützig arbeiten – im September 2024 beschlossen Gemeindevertreter, diese Möglichkeit aus dem Asylbewerberleistungsgesetz zu forcieren. Neun Monate später berichtete das Darmstädter Echo über das Ergebnis. Es lautet: „Kein Flüchtling arbeitet gemeinnützig.“ Im so betitelten Beitrag berichtete Autor Jens Dörr von den Gründen, die im Gemeinderat erläutert worden waren: Die 21 von den Flüchtlingsbetreuern der Sozialdienste benannten Geflüchteten waren samt und sonders ungeeignet bis auf eine Person, die nicht zum entsprechenden Termin erschien. Zu den Gründen gehörte, dass sie eine reguläre Arbeit aufnahmen, eine Schule besuchten, ausreisepflichtig oder Bürgergeldempfänger geworden seien. Die CDU-Fraktion im Stadtrat wolle sich an den Landkreis wenden, um dem Vorhaben Nachdruck zu verleihen, berichtete Dörr.  

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Süddeutsche Zeitung: „Ja, das Ehrenamt hat sich verändert“

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„Dieses Selbstverständnis, etwas zu geben, ohne darüber nachzudenken, was einem das selbst bringt, fehlt in unserer Gesellschaft derzeit“: Das stellte Fernsehmoderator Willi Weitzel, unter anderem bekannt aus der Kindersendung „Willi wills wissen“, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung fest. Weitzel engagiert sich selbst in verschiedenen Projekten für Bildung und für Menschen in ärmeren Ländern. Unter anderem sitzt er im Kuratorium der Bürgerstiftung des Landkreises Starnberg. Falsche Idealvorstellungen vom Leben durch soziale Medien, aber auch Preissteigerungen und finanzielle Nöte für viele Menschen nannte er als Hemmnisse für ehrenamtliches Engagement. Seine eigene Hilfsbereitschaft sei ihm in die Wiege gelegt worden, erzählte er in dem Gespräch. Er sagte: „Es geht nicht um Materielles, sondern um ein Gefühl. Man vergisst die eigenen Sorgen ein bisschen, wenn man sich um die anderer kümmert. Wenn ich jemanden unterstütze, geht es am Ende beiden besser.“ Das Interview „Man vergisst die eigenen Sorgen ein bisschen“ führten Lilly Fels und Linus Freymark. Es erschien am 5. Mai 2025.  

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ZEIT: Fördergelder abgelehnt, um alles richtig zu machen?

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1,2 Millionen Euro für Demokratieprojekte bekommt die Gemeinde Salzwedel in Sachsen-Anhalt nicht: Denn ihr Stadtrat lehnte die Fördergelder aus dem Programm „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums ab, und zwar nicht nur mit den Stimmen der AfD, sondern auch mit den Stimmen der CDU. Für die ZEIT versuchte Valerie Schönian herauszufinden, was die Christdemokraten zu ihrer Ablehnung brachte. Sie hörte Begründungen, „die vor allem nach Formalitäten klingen“, aber dann rückte einer ihrer Gesprächspartner doch noch damit heraus, dass der Verein „Miteinander“, der die Fördergelder vor Ort hätte verteilen sollen „sehr weit links“ sei, und er bezog sich dabei auf die 551 Fragen enthaltende Anfrage der Bundestagsfraktion der CDU/CSU im Bundestag zur politischen Neutralität geförderter Organisationen (bürgerAktiv berichtete).Womöglich hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion schlicht unterschätzt, welche Auswirkungen ihre 551 Fragen in Ostdeutschland haben würden“, schrieb Schönian. Dem interviewten Stadtrat tut seine Ablehnung dem Bericht zufolge inzwischen leid: „Er wirkt, als ob er eigentlich nur alles richtig machen wollte, indem er genau hinschaute“, so Schönian. Die Reportage erschien in der ZEIT vom 29. April 2025, Titel: „Bleibt uns fern mit eurem Geld“. 

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Süddeutsche Zeitung: Bill Gates terminiert das Ende seiner Stiftung

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2045 wird die milliardenschwere Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates aufgelöst. Das hat Bill Gates bekannt gegeben. Von Anfang sollte die Stiftung befristet existieren und ihr Vermögen nach und nach aufbrauchen, allerdings war der Zeitpunkt ihres Endes zunächst auf 20 Jahre nach Gates‘ Tod gelegt worden. Wie Helmut Martin-Jung am 9. Mai 2025 in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Das Ende der Gates-Stiftung naht“ berichtete, hat die Stiftung seit ihrer Gründung rund 100 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke ausgegeben. Bis 2045, wenn die Stiftung schließt, sollen noch rund 200 Milliarden Dollar bereitgestellt werden. Die Gates-Stiftung ist die größte private Stiftung der Welt. Sie bekämpft Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria in den armen Ländern. Gates kritisierte, dass die US-Regierung unter Donald Trump das Hilfsprogramm USAID zusammengestrichen hat, so Martin-Jung. Er zitiert Gates auch mit Kritik an Trump-Berater und Milliardär Elon Musk: „Er könnte ein großer Philanthrop werden. Stattdessen ist der reichste Mann der Welt am Tod der ärmsten Kinder der Welt beteiligt.“ 

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WDR: Muslime im Ehrenamt

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In der deutschen Öffentlichkeit kommen sie selten vor: Mehr als eine Million ehrenamtlich engagierte Muslime. Am 18. Mai 2025 widmete ihnen der WDR eine Folge der Sendung „WDR Lebenszeichen“, Titel „Im Dienste Allahs für das Gemeinwohl. Muslime im Ehrenamt“. Wie ehrenamtlicher Einsatz für die Mitmenschen im muslimischen Glauben verankert ist, erfuhr Autorin Stefanie Oswalt in Berlin. Sie besuchte dort die  Essensausgabe einer muslimischen Gemeinde, eine muslimische Telefonseelsorge und berichtete über interreligiöse Zusammenkünfte. Gerade letztere sowie verschiedene Projekte liberaler Gemeinschaften unterstütze die Stadt, derzeit seien es rund 40 Einzelprojekte. „Vielleicht hilft das, in der Mehrheitsgesellschaft mehr Sichtbarkeit für muslimisches Engagement herzustellen“, so Oswalt.  

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Deutschlandfunk Kultur: „Menschen mit niedriger Bildung werden seltener angesprochen“

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Wie bringt man Menschen ins Ehrenamt, die hier unterrepräsentiert sind? Dazu interviewte der Deutschlandfunk Kultur am 14. April 2025 unter dem Titel „Wem Engagement leichter gemacht werden muss“ die Soziologin Prof. Claudia Vogel von der Hochschule Neubrandenburg, die als Expertin am Vierten Engagementbericht der Bundesregierung (bürgerAktiv berichtete) mitgearbeitet hat. Zwar stehe das Ehrenamt grundsätzlich allen offen, doch seien unter anderem Menschen mit niedriger Bildung unterrepräsentiert, sagte sie. Nur 19 Prozent von ihnen engagierten sich ehrenamtlich – bei Menschen mit hoher Bildung seien es mehr als die Hälfte. Vogel machte einerseits bürokratische Hürden verantwortlich: Komplizierte Regelungen erschwerten Menschen mit niedriger Bildung, ihre Ideen umzusetzen. Andererseits verwies sie auf die gesellschaftlichen Mechanismen hinter den Zahlen: Viele Engagierte kämen über persönliche Kontakte ins Ehrenamt, und wer Mitstreiter suche, sehe sich im eigenen Milieu um. Also sprächen Akademiker andere Akademiker an. „Menschen mit niedriger Bildung werden seltener angesprochen“, sagte Vogel.

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taz: Wenn keiner mitmacht im Verein

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Jahreshauptversammlung im Verein: „Im vergangenen Jahr sind acht Leute gekommen, sieben davon besetzen die Ehrenämter im Verein. Der hat 230 Mitglieder.“ So beschrieb Autorin Karlotta Ehrenberg die Lage im Sportverein. Schwimmen gehen: gern und regelmäßig. Ein Amt übernehmen: lieber nicht. „So wie die Kun¬den von Urban Sports und Co. kümmert auch mich mein persönliches Wohlergehen mehr als das Prekariat der Freizeitbranche“, offenbarte Ehrenberg in dem Essay „Engagement in Vereinen. Was passiert, wenn keiner richtig mitmachen will“. Sie übte sich in Einsicht: „Verbindlich wollen wir lieber nicht sein. Das ist in diesem kleinen Verein auch wie in der großen Demokratie. Und wie die große Schwester ist auch der Verein dadurch bedroht. Wenn keiner richtig mitmachen will, dann ist es irgendwann aus, kapiere ich.“ Der Text, der allerdings mit einer folgenlosen Absicht endet, sich zu engagieren, erschien am 16. April 2025 in der tageszeitung (taz).

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Spiegel Wissen: Tränen trocknen, Trikots einsammeln, anfeuern – ehrenamtliche Trainer

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1,21 Millionen Kinder spielen in Fußball in ihrer Freizeit. Im Magazin „Spiegel Wissen“ (Nr. 1/2025 vom 11. April 2025) porträtiert Eva Lehnen Michael Traut, einen der ehrenamtlichen Trainer, die in 24.000 Vereinen den Sport der Kinder möglich machen. Er ist einer von vielen, die nicht nur zwei-, dreimal pro Woche auf dem Platz stehen, sondern die auch „den eigenen Alltag um Trainingszeiten und Turniere planen. Die Trainingseinheiten vorbereiten, Zeit in Fortbildungen stecken und sich am Samstagabend den Wecker fürs Auswärtsspiel am nächsten Morgen auf sieben Uhr stellen“, so Lehnen. „Sie trocknen Tränen, feuern an, jubeln mit, binden Schnürsenkel, sammeln T-Shirts, Hosen und Stutzen ein (…) Außerdem sind sie Erzieher, Sozialarbeiter und Psychologen. Und – na klar, kein Problem – eine Mitfahrgelegenheit zum Spiel haben sie im eigenen Auto auch noch frei.“ Für Michael Traut hat das Engagement auch einen sozialen Aspekt. Er sagt: „Kinder aus finanziell starken Familien könnten leicht die Sportart wechseln, falls sich niemand für das Fußballtraining findet. Kinder aus benachteiligten Familien hingegen haben diese Möglichkeit nicht.“ Der Text ist unter dem Titel „Ohne einen wie ihn läuft auf dem Platz nichts“ erschienen. 

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FAZ: Hessische Sportvereine scheitern an Vorstandssuche

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„Auflösungserscheinungen im hessischen Sport“, namentlich in Tennisvereinen, geht der Beitrag „Vorstand verzweifelt gesucht“ von Thomas Klemm in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 2. April 2025 nach. Er berichtete über Vereine, die sich auflösen, weil sie keine Vorstände mehr finden. Der Mangel an ehrenamtlichen Funktionsträgern sei im letzten Sportentwicklungsbericht 2020-2022 das größte Problem der hessischen Sportvereine gewesen – wenngleich sich in Klemms Recherche dann doch herausstellte, dass von 32 Auflösungen seit Jahresbeginn 2025 nur zwei mit Engpässen im Vorstand zu tun hatten. In 23 Fällen habe es an „fehlendem Sportbetrieb“ gelegen. „Oft fehle es weniger an Interessenten fürs Ehrenamt als vielmehr ‚an Ideen, wie Strukturen im Sport weiterzuentwickeln sind‘“, zitierte Klemm einen Sportfunktionär. Dazu gehörten Umstrukturierungen auf Verbandsebene, aber auch ein neuer Zuschnitt für die Aufgaben im Ehrenamt. Vielleicht, so Klemm, spiele ja die demographische Entwicklung mit den demnächst in Ruhestand gehenden „Boomern“ den Vereinen in die Hände: „Gut möglich, dass sich aus der Masse der Mitte der sechziger Jahre Geborenen viele finden, die nach dem Arbeitsleben ihre neu gewonnene Freizeit sinnstiftend fürs Gemeinwesen füllen wollen.“ 

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Süddeutsche Zeitung: Ramadama-Aktionen in Bayern

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Hunderte Ehrenamtliche schwärmen im Frühling in Bayern aus, um Wälder und Kommunen vom Müll zu befreien, vom Sofa im Wald bis zur Plastikfolie auf dem Feld. „Ramadama“ heißen solche Aktionen. Sie haben eine jahrzehntealte Tradition, wie Bernhard Lohr berichtete: „Der Begriff stammt von dem ersten Münchner Oberbürgermeister nach dem Krieg, dem Sozialdemokraten Thomas Wimmer, der 1949 dazu aufrief, gemeinsam mit Schaufel, Schubkarren und bloßen Händen den Schutt aus der Stadt zu bekommen“, schrieb er in der Süddeutschen Zeitung vom 4. April 2025. Ein moderneres Label ist die „Clean-up-Day“-Bewegung. Für seine Reportage „Zeit für den Frühjahrsputz“ besuchte Lohr kleine und große Orte im Münchner Umland, lernte engagierte Bürgermeister, Abfallvermeidungs-Initiativen und Kita-Kinder kennen und stößt auf Grund für Optimismus: „Müllsammler Benno Stübner aus Gräfelfing glaubt, dass die Aktionen mittlerweile Wirkung entfalten. Auch wenn die Müllmengen insgesamt wachsen, ist er vorsichtig optimistisch. ‚Es nimmt aus meiner Sicht im Großen und Ganzen ab‘, sagt er über Müll in der Landschaft. ‚Ich hab’ das Gefühl, es wird etwas besser.‘“ 

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FAZ: Zivilgesellschaft hat heute eine neue Bedeutung

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Die Rolle zivilgesellschaftlichen Engagements in der Demokratie beleuchtete Politikredakteur Rüdiger Soldt am 24. März 2025 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Der Begriff der Zivilgesellschaft sei in Misskredit geraten. Ihr Engagement legitimiere sich aus Staatsferne und unabhängiger Selbstorganisation. Politiker, die eine starke Zivilgesellschaft wollten, müssten ertragen, wenn deren Protest sich gegen die Mächtigen richte und auch eine Bewegung wie PEGIDA als Teil der Zivilgesellschaft akzeptieren. Soldt sah einen „dynamischen Wandel: War es vor zwanzig Jahren das Ziel, Minderheiten durch zivilgesellschaftliches Engagement und Bürgerbeteiligung überhaupt ein Gehör zu verschaffen, so geht es heute darum, der ‚stillen Mitte der Bevölkerung‘ in einer von lärmenden sozialen Medien und von Konflikten beherrschten Öffentlichkeit wieder Geltung zu verschaffen“, schrieb er. Der Text erschien unter dem Titel „Was heißt Zivilgesellschaft heute?“.

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Stuttgarter Nachrichten: Grundsteuerbescheide irritieren Vereine vor Ort

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Gemeinnützige Vereine sind grundsätzlich von der Grundsteuer befreit und insofern nicht von den derzeitigen Veränderungen betroffen. Doch wenn sie einen wirtschaftlichen Zweckbetrieb auf einem Grundstück betreiben – beispielsweise ein Vereinsheim an einen Gastrobetreiber verpachten – ist die Befreiung dahin. Die Stuttgarter Nachrichten berichteten am 27. März 2025 über einen Verein in Leonberg, dessen Grundsteuer sank, weil die Gemeinde die Grundsteuerreform über die Hebesätze ausgleicht. Andere Vereine hätten dagegen deutlich höhere Bescheide, teils um das Fünffache, erhalten. Der Grund seien falsche Messbescheide. Bis die Sache geklärt ist, müssen die Vereine die höheren Kosten vorstrecken. Der Bericht von Ulrike Otto erschien unter dem Titel „Leonberger Vereine von höheren Grundsteuerbeträgen überrascht“.

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taz: Nichtregierungsorganisationen fordern Ausbau von „Demokratie leben“

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Vier Nichtregierungsorganisationen haben am 19. März 2025 gefordert, die Demokratieförderung gesetzlich zu verankern und langfristige Planungen über fünf bis zehn Jahre abzusichern. Campact, die Gesellschaft für Freiheitsrechte, die Antonio Amadeu Stiftung und die Allianz „Rechtssicherheit für politische Willensbildung“ verlangten, die Mittel für das Programm „Demokratie leben“ von 180 auf 364 Millionen Euro zu verdoppeln. Wie die tageszeitung (taz) in einem längeren Bericht meldete, forderten sie überdies von den Unionsparteien zu klären, dass auch vom Staat geförderte Projekte sich kritisch mit Äußerungen und Positionen von Parteien auseinandersetzen können. Sie nahmen dabei Bezug auf die Kleine Anfrage der Union im Bundestag mit 551 Fragen zur „Politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen“. Der Bericht von Raweel Nasir erschien am 19. März 2025 unter dem Titel „NGOs fordern Sicherheit“.  

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ZEIT: Vernetzte Boomer-Mütter – Omas gegen rechts aus der Nähe betrachtet

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„Unsere Boomer-Mütter hingegen haben sich vernetzt (…) Sie haben sich diesen Button angesteckt und sind vor der Bundestagswahl jedes Wochenende zwischen Antifa, Gewerkschaften und überparteilichen Bündnissen auf Demonstrationen mitgelaufen.“ So berichtete Simon Wörpel in der ZEIT über die Bewegung „Omas gegen rechts“, bei denen sich auch seine Mutter engagiert. Früher war sei sie eher still gewesen, wenn die Familie diskutierte. Dann wurde sie Großmutter, fragte sich, was ihr Enkel sie später einmal fragen könnte und initiierte 2018 eine Regionalgruppe der „Omas gegen rechts“ in Bochum, in der sie bis heute aktiv ist. Neben seinem veränderten Blick auf seine Mutter berichtete Wörpel über deren Mitstreiterinnen, das Netzwerk und die Freundschaften, die entstanden sind, und was die Frauen treibt. Die Reportage ist unter dem Titel „Der graue Block“ am 20. März 2025 erschienen.  

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Bonner Generalanzeiger: Deutsche Post Stiftung wickelt Institut zur Zukunft der Arbeit ab

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Das renommierte wissenschaftliche Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) wird von seiner Trägerin, der Deutsche Post Stiftung, abgewickelt. „Auch gut zwei Wochen später haben sich Empörung und Enttäuschung nicht gelegt“, berichtete Kai Pfundt in seinem ausführlichen Bericht „Rasanter Aufstieg, Ende mit Schrecken“ im Bonner Generalanzeiger vom 12. März 2025. Die Deutsche Post Stiftung habe angegeben, über die Jahre einen dreistelligen Millionenbetrag investiert zu haben. Unklar sei, warum die Stiftung mit den an sie überwiesenen Beträgen der Post AG und nachfolgend der DHL-Gruppe kein ausreichend großes Vermögen ansammeln konnte, um das IZA dauerhaft unterhalten können. Künftig, so der Bericht, wolle sie Einnahmen aus der Vermietung der Immobilien erzielen, die nach der Abwicklung des IZA zu groß sein werden. „Dass hier einst wissenschaftliche Spitzenleistungen mit weltweiter Strahlkraft ermöglicht wurden, wird dann nur noch eine schnell verblassende Erinnerung sein“, kritisiert Autor Kai Pfundt. Er zitiert zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern, die in der Entscheidung der Stiftung einen „großen Verlust für die internationale Arbeitsmarktforschung“ sehen. Das IZA habe ein weltumspannendes Forscher-Netzwerk aufgebaut, das noch gerettet werden soll. Zuletzt sei am IZA selbst wissenschaftlich kaum noch etwas geleistet worden, nachdem die Berufung des Ökonomen Prof. Dr. Armin Falk auf die Leitung 2023 gescheitert war.  

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