Plusminus: Enttäuschte Stifter

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Vermögen in eine Stiftung einbringen und mit den Erträgen dauerhaft Gutes tun: Dieser Plan funktioniert bei kleinen Stiftungen oft nicht, wenn sie eigenständig sind, weil die Erträge von kleinen Vermögen gering sind und von den Verwaltungskosten aufgefressen werden. Ein konkretes Beispiel einer enttäuschten Stifterin schilderte Sven Marcinkowski unter dem Titel „Gemeinnützige Stiftungen – wenn Stifter draufzahlen müssen“ in der ARD-Sendung Plusminus vom 6. August 2025. Die Stifterin gründete diesem Bericht zufolge eine Stiftung mit 50.000 Euro Grundkapital und musste für die Verwaltungskosten Geld nachschießen, denn das Grundvermögen der Stiftung darf dafür nicht angetastet werden. Um wirkungsvoll zu arbeiten, muss das Vermögen eine ausreichende Größe haben, stellte in dem Beitrag auch der Stifter Peter Ackermann von der Kreuzberger Kinderstiftung fest.

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Zeit: Suche nach den linken Förderempfängern

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„Der Staat päppelt die Linken – ist an diesem Vorwurf etwas dran?“, fragte am 11. August 2025 Anna Mayr in der ZEIT. Die Antwort konnte nur eine Annäherung sein, denn, so Mayr, „es gibt keine Liste aller von der Bundesregierung geförderten Projekte.“ Also zählte sie eine Reihe von Organisationen auf, darunter das Recherchebüro Correctiv und das Thomas Mann House in Los Angeles, wies auf den „Förderkatalog des Bundes“ hin, der die Forschungsförderung auflistet und fand schließlich den Bund der Steuerzahler, das Prometheus-Institut und die Denkfabrik Republik 21 als geförderte Organisationen aus dem konservativ-liberalen Spektrum. Das Vorhaben der Autorin endete mit einem Besuch bei den Verantwortlichen im Bundesfamilienministerium für das Programm „Demokratie leben!“ und der Entdeckung, dass für die Bewilligung der Anträge ein beachtlicher Begutachtungsaufwand betrieben wird, woraus Mayr den Schluss zog: „Wäre schon einfacher, wenn Kitas, Schulen, Hochschulen, Kommunen einfach ihre Aufgaben erfüllen könnten. (…) Vielleicht bräuchte es dann auch gar keine Methoden des Forumtheaters mehr, um die Leute von der Demokratie zu überzeugen.“

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Schwabacher Tageblatt: Viel Aufwand für gemeinnützige Arbeit für Asylsuchende

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Asylsuchende in gemeinnützige Arbeit zu bringen, verursacht in der bayrischen Gemeinde Schwabach offenbar einen hohen bürokratischen Aufwand. Seit März 2025 seien von den derzeit 240 Menschen im Asylverfahren sechs Personen an Einsatzstellen für gemeinnützige Tätigkeit vermittelt worden, berichtete das Schwabacher Tageblatt am 5. August 2025. Einerseits seien unter den Asylsuchenden Kinder und Menschen, die sich in einer Qualifizierung befänden. Andererseits müssten zunächst Stellen gefunden werden, die den Anforderungen entsprächen, anschließend müssten sie den Asylsuchenden angeboten werden, unter Umständen sei ein Zwangsverfahren durchzuführen und in jedem Fall sei zu kontrollieren, ob die Betreffenden regelmäßig erschienen. „Um flächendeckend rund 200 Asylbewerber mit Arbeitsgelegenheiten zu versorgen, bräuchte es wohl ein bis zwei hauptamtliche Stellen mehr in der Sozialverwaltung“, zitiert die Autorin des Beitrags, Jana Vogel, einen Stadtrat. Der Beitrag erschien unter dem Titel „Schwabach verpflichtet Asylbewerber zu gemeinnütziger Arbeit – das ist nicht immer einfach“.

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HNA: Bürokratie macht Kirmesverein zu schaffen

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Zwanzig Seiten Sicherheitskonzept für den Kirmesumzug: Der Aufwand, ein Dorffest zu veranstalten, wächst und wächst. Darüber war in der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) zu lesen. Autor Julian Brückmann besuchte Ehrenamtliche in Istha bei Kassel und erfuhr: Reichte es früher, den Veranstaltungsort zu schmücken, so braucht es heute Sicherheitsmaßnahmen und seitenlange Formulare. Nicht zu vergessen die Terrorsperren, die aus Kostengründen der Verein in Istha selber baut und antransportiert. Die bürokratischen Anforderungen steigen ständig. Mal durfte der Kirmes-Schriftzug nachts nicht mehr beleuchtet werden, weil er den Verkehr hätte stören können. Dann musste ein Veranstaltungsort aufgegeben werden, weil Vögel dort nisteten. Die Kritik der um Nachwuchs besorgten Verantwortlichen richtet sich allerdings nicht gegen die Behörden vor Ort, sondern gegen die „politische Ebene“: Sie sei gefragt, endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, die nicht behinderten, sondern unterstützten, sagen die Ehrenamtlichen in Brückmanns Bericht. Dieser erschien am 25. Juli 2025 mit Titel „Ehrenamt in Gefahr: Bürokratie bremst Engagement im Wolfsburger Land“.

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SWR: Im Ahrtal ist noch etwas Spendengeld übrig

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Mehr als 670 Millionen Euro wurden nach der Flutkatastrophe für die Betroffenen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gespendet. Davon sind inzwischen knapp 86 Prozent ausgegeben worden – 92 Millionen Euro warten noch auf ihren Einsatz, stellte der SWR bei einer Nachrecherche fest. Dafür befragte der Sender rund 40 Hilfsorganisationen. Deren Arbeit werde noch immer gebraucht, unter anderem, um die Menschen zu unterstützen, die unter Traumata leiden. Bei den Johannitern hieß es, sie würden ihre noch übrigen Spenden in Höhe von 20 Millionen Euro bis Ende 2027 ausgeben. Sie unterstützten Aufbauprojekte und bedürftige Flutbetroffene, die den Eigenanteil an den Kosten nicht aufbringen, die ansonsten von Bund und Land bezahlt werden. Nach Auskunft der Verwaltung des Landkreises Ahrweiler gehen weiterhin Spenden für die Flutfolgen ein, pro Monat zwischen 100 und 1000 Euro. Die Recherche wurde unter dem Titel „Mehr als 670 Millionen Euro Flut-Spenden: Das ist mit dem Geld passiert“ am 11. Juli 2025 veröffentlicht. Autor war Martin Gärtner.

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FAS: Viel Geld für Demokratie und Zusammenhalt – und die Wirkung?

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Die Ausgaben für sozialen Zusammenhalt und Demokratieförderung steigen: Diese Beobachtung thematisierte Rainer Hank in seiner Kolumne „Alles für die Demokratie“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 13. Juli 2025. Unter anderem nannte er die Verdreifachung des Budgets der Amadeu Antonio Stiftung mit einem Zwei-Drittel-Anteil staatlicher Förderung, aber auch Ausgabensteigerung um das 7,5-fache im Projekt „Mitmachen. Demokratie stärken“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung sowie natürlich den gewachsenen Etat für das Bundesprogramm „Demokratie leben“. „Aber ist es auch ein Erfolg für die Demokratie?“, fragte Hank und kritisierte: „Das bleibt im Dunkeln. Erfolgskontrolle gibt es wenig, noch nicht einmal Klärung darüber, was ein Erfolg wäre.“ Man drücke sich davor zu benennen, was Demokratie eigentlich sei, und die naheliegende Idee, dass steigende Wahlergebnisse für die AfD ein Zeichen des Misserfolges sei, werde ins Gegenteil verkehrt: Die „Demokratiefreunde“ leiteten vielmehr aus der wachsenden Zustimmung für die AfD den Anspruch auf noch mehr Geld zum Kampf für das Miteinander ab. „Das nenne ich das Erfolgsparadox des Kampagnenmisserfolgs. Würden die Demokratiefeinde weniger werden, wäre das Geschäftsmodell der Demokratie-Aktivisten gefährdet“, lästerte Hank.

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taz: Verpflichtung zum Ehrenamt im Jurastudium

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An der Bucerius Law School in Hamburg sind die Jurastudierenden am dem Wintersemester 2026/27 verpflichtet, sich ehrenamtlich in den Law Clinics der Hochschule zu engagieren, berichtete Franziska Vetter am 10. Juli 2025 in der tageszeitung (taz). In Law Clinics bieten Jurastudierende kostenlose Rechtsberatung für Menschen, die sich keinen Rechtsbeistand leisten können. Die Studierenden sammeln dabei Praxiserfahrung. „Mittlerweile gibt es bundesweit etwa 90 Law Clinics. Viele haben sich in Folge des gestiegenen Beratungsbedarfs von Eingewanderten nach 2015 gegründet, den die Fachanwälte nicht auffangen konnten. Studierende füllten diese Lücke“, so Vetter. An der Bucerius Law School, einer privaten Stiftungshochschule, gibt es zwei Law Clinics. Der Beitrag erschien unter dem Titel „Studierende künftig ehrenamtlich im Praxiseinsatz“.

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rnd: Hinter den Kulissen von Spendenportalen

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Spendenportale, auf denen für gute Zwecke online Geld gesammelt wird, müssen für Bank- und Transaktionskosten Gebühren zahlen, und sie haben Mitarbeitende, die entlohnt werden wollen. Wo kommt das Geld her? Anne Grünberg vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (rnd) warf einen genaueren Blick auf die Portale. Sie machte die Leserinnen und Leser darauf aufmerksam, dass beispielsweise die Plattform „Gofundme“ nicht nur 2,9 Prozent für die Gebühren und Transaktionskosten von den Spenden abziehe, sondern weitere 17,5 Prozent als Spende an sich selbst – der Betrag ist als freiwillig deklariert und kann auch verändert oder auf 0 gesetzt werden. Dafür muss man allerdings auf den entsprechenden Button aufmerksam werden. Laut Grünberg unterscheidet sich das Portal auch dadurch von anderen Plattformen wie beispielsweise Betterplace, dass es nicht gemeinnützig ist. Hier sammeln Menschen auch privat, beispielsweise für Operationen oder wenn sie in Not geraten sind. Solche Spenden können nicht steuerlich abgesetzt werden. Der Beitrag „Gofundme und Betterplace: Wie Spendenportale Geld verdienen“ erschien 14. Juli 2025.

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Süddeutsche Zeitung: Regensburg debattiert über Tafel-Schließzeit

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„Wie viel Verantwortung kann eine Gesellschaft Ehrenamtlichen aufbürden?“, fragte Lisa Schnell in der Süddeutschen Zeitung, wo sie über den Ärger berichtete, den die Tafel in Regensburg mit einer Schließzeit von zehn Wochen in der Stadt hervorgerufen hat. Einen Oberbürgermeister-Kandidaten zitiert Schnell mit einer Warnung vor einer „richtig dramatischen Situation“, ein anderer gemeinnütziger Verein werfe der Tafel vor, nicht an ihre Kunden zu denken, die jetzt nichts mehr zu essen hätten, berichtete sie. Üblicherweise schließe die Tafel nur vier Wochen. Die Lage ist dem Bericht zufolge etwas unübersichtlich, es gebe, so Schnell, eine Anzeige wegen Untreue gegen die Vorstandsvorsitzende der Tafel. Der Schriftführer allerdings wies auf Urlaube nicht nur der Mitarbeitenden, sondern auch der Kunden hin, außerdem auf eine Dachrenovierung. Das Angebot der Tafel sei eine Zusatzangebot, die Tafel nicht verantwortlich für prekäre Lebenslagen. „Wobei man bei der Frage wäre, wer für die Armutsbekämpfung zuständig ist“, so Schnell und gibt die Antwort: „Ganz klar der Staat, schreibt der Dachverband der Tafeln.“ Ihr Bericht heißt „Wie lange darf eine Tafel schließen?“ und ist am 9. Juli 2025 erschienen.

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MDR: Bürgersingen gegen Einsamkeit mit der Bürgerstiftung

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Bei schlechtem Wetter wird es schwierig, aber sonst macht es viele Leipzigerinnen und Leipziger glücklich: Das Bürgersingen im Park, das Regina Liebold von der Bürgerstiftung Leipzig seit neun Jahren organisiert. Zwischen 200 und 250 Menschen machen mit. Für die Reihe „In Unruhe altern“ des MDR hat Corinna Thamm den Chor besucht. Dem Titel der Reihe entsprechend kommen ältere Menschen zu Wort, unter den Teilnehmenden sind aber auch jüngere Menschen und Familien. Zwölf Ehrenamtliche engagieren sich für den Laienchor. Das Konzept hat die Bürgerstiftung von der Bürgerstiftung Halle übernommen, die als erste ein so ein Bürgersingen organisiert hat, wie Liebold in dem Beitrag sagt. Man habe es allerdings erst organisieren können, als man in der Bürgerstiftung ein professionelles Team im Hintergrund hatte. Nicht nur für die Sängerinnen und Sänger, auch für die Ehrenamtlichen ist das Bürgersingen „ein Stück Lebenselixier“, so Liebold. Die Reportage erschien am 3. Juli 2025 unter dem Titel „Singen im Park – Regina schafft Begegnungen“.

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taz: Obdachlosenärztin Jenny de la Torre – jeder konnte kommen

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Einen Nachruf auf die Berliner Obdachlosenärztin Jenny de la Torre veröffentlichte die tageszeitung (taz) am 12. Juni 2025. Die Ärztin hatte ab 1994 kranke, auf der Straße lebende Menschen in einer Obdachlosenpraxis am Ostbahnhof versorgt, „erschüttert über die große Not und den schlechten Allgemeinzustand der Obdachlosen“, wie Sean-Elias Ansa in seinem Nachruf mit dem Titel „Die Pionierin“ schrieb. Später gründete de la Torre eine Stiftung, die heute ein Gesundheitszentrum für wohnungslose Menschen und Suchtkranke in Berlin-Mitte betreibt. Dort geht die Hilfe auch nach dem Tod der am 10. Juni 2025 verstorbenen Gründerin weiter. Ansa: „In der Zeit von 9 bis 15 Uhr konnte und kann dort jeder und jede im Haus in der Pflugstraße klopfen, behandelt werden, essen, sich neu einkleiden und sogar eine rechtliche oder psychologische Beratung bekommen.“

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Sonntagsblatt: Merz übersieht das Ehrenamt

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Im Sonntagsblatt kritisierte Eva-Katharina Kingreen am 15. Juni 2025 die Forderung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dass die Menschen in Deutschland mehr arbeiten müssten. Unter dem Titel „Friedrich Merz fordert mehr Arbeit – und übersieht die Millionen, die ehrenamtlich arbeiten“ warnte sie davor, dass ehrenamtliche Arbeit durch Merz‘ Forderung unter die Räder geraten könne: „Denn sie wird meist zusätzlich zur Erwerbsarbeit oder im Ruhestand geleistet.“ Gerade Frauen, jene, die oft in Teilzeit arbeiteten, übernähmen zusätzlich unbezahlte Sorgearbeit für die Gesellschaft. „Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob die Deutschen mehr arbeiten müssen. Sie lautet, welche Arbeit gesellschaftlich wertgeschätzt wird – und warum“, so Kingreen.

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FAZ: „Normatives Vakuum“ in der Betriebswirtschaftslehre

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So manches Unternehmen ist unter Druck geraten, seit in den USA unter Präsident Donald Trump ein anderer Wind weht. „So hat etwa die US-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, dem Druck der neuen Trump-Regierung nachgegeben und sich verpflichtet, bestehende Programme zur Förderung von Diversity, Equity & Inclusion (DEI) einzustellen. Auch Schweizer Firmen wie die Pharmakonzerne Roche und Novartis haben ihre Diversitätsziele ausradiert“, schrieben Thomas Beschorner und Blagoy Blagoev von der Universität St. Gallen in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Sie nahmen diese Entwicklung zum Anlass, das „monorationale Verständnis von Unternehmen“ und das „normative Vakuum“ in der Betriebswirtschaftslehre zu kritisieren. „Geflissentlich übersehen werden in einer konventionellen BWL zentrale Einsichten der modernen Organisationstheorie und der systemischen Managementlehre, die sehr deutlich zeigen, dass unternehmerische Entscheidungen aufgrund ihrer Interdependenz mit der gesellschaftlichen und ökologischen Umwelt niemals in Isolation getroffen werden können – und sollten!“, so Beschorner und Blagoev. Ihr Gastbeitrag erschien online am 13. Juni 2025 unter dem Titel „Die blinden Flecken in der Betriebswirtschaftslehre“.

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taz: Lieber nicht neutral – Plattform verzichtet auf Gemeinnützigkeit

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Die Plattform innn.it, die Unterschriften für Petitionen sammelt, hat nach fünfjährigem Rechtsstreit von sich aus auf ihre Gemeinnützigkeit und damit auf ihre Steuerbegünstigung verzichtet. Zuletzt hatte der Bundesfinanzhof (BFH) gefordert, die Plattform müsse streng neutral sein. „Praktisch würde dies bedeuten, dass auf innn.it nicht nur Unterschriften für ein AfD-Verbot gesammelt werden könnten, sondern auch dagegen. Diese vom BFH verlangte ‚geistige Offenheit‘ ging innn.it aber zu weit“, berichtete Christian Rath am 23. Juni 2025 in der taz („Haltung statt Gemeinnützigkeit“). „Mit den BFH-Vorgaben zur Neutralität könne man eine ‚Petitionsplattform mit Haltung‘ nicht gemeinnützig betreiben“, zitierte er die Begründung der Mitgliederversammlung, den Rechtsstreit nicht fortzuführen.

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ZEIT: Ehrenamtliche als „Momos des 21. Jahrhunderts“

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Das „Das An-andere-Denken gerät mehr und mehr unter Druck“, stellte Sabine Rückert in der ZEIT fest. „Ich komm zuerst, heißt es jetzt, was hast du mir zu bieten“, sei die Devise des Zeitalters des Deals. In ihrer Kolumne „The Power of Goodbye“ mit dem Titel „Was bringt es, Notleidenden zu helfen? Damit fliegt man nicht zum Mars“ erinnerte sie an das Mädchen Momo aus dem gleichnamigen Roman von Michael Ende und seinen Kampf gegen die „grauen Herren“, die nur auf Zeiteffizienz aus sind. Letztlich aber ist Momo erfolgreich, die sich Zeit für andere Menschen nimmt, und Sabine Rückert hofft: „Die Ehrenamtlichen sind die Momos des 21. Jahrhunderts.“ Die Kolumne erschien am 31. Mai 2025.

ZUM ESSAY

Südkurier: Klimafonds in Konstanz scheitert – zu wenig Spenden

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Ein Spendenfonds, aus dem Klimaschutzprojekte von Bürgern, Vereinen und Unternehmen finanziert werden: Dieses Konzept ist in Konstanz gescheitert, berichtete Denis Pscheidl im Südkurier. Statt der erhofften mindestens 100.000 Euro pro Jahr seien seit 2023 insgesamt nur etwas mehr als 150.000 Euro zusammen. Auf der anderen Seite seien nur sieben Projekte überhaupt förderfähig gewesen. Der Fonds sei teils in der Stadt zu wenig sichtbar gewesen, teils hätten die Projekte die Kriterien nicht erfüllen können. Gespendet wurde in der Regel aus den Umkreisen der Projekte, beobachtete laut Pscheidl der zuständige Mitarbeiter im Amt für Klimaschutz. Die Kosten für seine befristete 75-Prozent-Stelle will die Stadt jetzt angesichts des geringen Erfolges einsparen. Der Bericht „Konstanzer Klimafonds ist gescheitert“ erschien am 6. Juni 2025.

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Darmstädter Echo: Ergebnislose Bemühungen – Nahaufnahme zur gemeinnützigen Arbeit Geflüchteter

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In Münster bei Darmstadt sollen Geflüchtete gemeinnützig arbeiten – im September 2024 beschlossen Gemeindevertreter, diese Möglichkeit aus dem Asylbewerberleistungsgesetz zu forcieren. Neun Monate später berichtete das Darmstädter Echo über das Ergebnis. Es lautet: „Kein Flüchtling arbeitet gemeinnützig.“ Im so betitelten Beitrag berichtete Autor Jens Dörr von den Gründen, die im Gemeinderat erläutert worden waren: Die 21 von den Flüchtlingsbetreuern der Sozialdienste benannten Geflüchteten waren samt und sonders ungeeignet bis auf eine Person, die nicht zum entsprechenden Termin erschien. Zu den Gründen gehörte, dass sie eine reguläre Arbeit aufnahmen, eine Schule besuchten, ausreisepflichtig oder Bürgergeldempfänger geworden seien. Die CDU-Fraktion im Stadtrat wolle sich an den Landkreis wenden, um dem Vorhaben Nachdruck zu verleihen, berichtete Dörr.  

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Süddeutsche Zeitung: „Ja, das Ehrenamt hat sich verändert“

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„Dieses Selbstverständnis, etwas zu geben, ohne darüber nachzudenken, was einem das selbst bringt, fehlt in unserer Gesellschaft derzeit“: Das stellte Fernsehmoderator Willi Weitzel, unter anderem bekannt aus der Kindersendung „Willi wills wissen“, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung fest. Weitzel engagiert sich selbst in verschiedenen Projekten für Bildung und für Menschen in ärmeren Ländern. Unter anderem sitzt er im Kuratorium der Bürgerstiftung des Landkreises Starnberg. Falsche Idealvorstellungen vom Leben durch soziale Medien, aber auch Preissteigerungen und finanzielle Nöte für viele Menschen nannte er als Hemmnisse für ehrenamtliches Engagement. Seine eigene Hilfsbereitschaft sei ihm in die Wiege gelegt worden, erzählte er in dem Gespräch. Er sagte: „Es geht nicht um Materielles, sondern um ein Gefühl. Man vergisst die eigenen Sorgen ein bisschen, wenn man sich um die anderer kümmert. Wenn ich jemanden unterstütze, geht es am Ende beiden besser.“ Das Interview „Man vergisst die eigenen Sorgen ein bisschen“ führten Lilly Fels und Linus Freymark. Es erschien am 5. Mai 2025.  

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ZEIT: Fördergelder abgelehnt, um alles richtig zu machen?

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1,2 Millionen Euro für Demokratieprojekte bekommt die Gemeinde Salzwedel in Sachsen-Anhalt nicht: Denn ihr Stadtrat lehnte die Fördergelder aus dem Programm „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums ab, und zwar nicht nur mit den Stimmen der AfD, sondern auch mit den Stimmen der CDU. Für die ZEIT versuchte Valerie Schönian herauszufinden, was die Christdemokraten zu ihrer Ablehnung brachte. Sie hörte Begründungen, „die vor allem nach Formalitäten klingen“, aber dann rückte einer ihrer Gesprächspartner doch noch damit heraus, dass der Verein „Miteinander“, der die Fördergelder vor Ort hätte verteilen sollen „sehr weit links“ sei, und er bezog sich dabei auf die 551 Fragen enthaltende Anfrage der Bundestagsfraktion der CDU/CSU im Bundestag zur politischen Neutralität geförderter Organisationen (bürgerAktiv berichtete).Womöglich hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion schlicht unterschätzt, welche Auswirkungen ihre 551 Fragen in Ostdeutschland haben würden“, schrieb Schönian. Dem interviewten Stadtrat tut seine Ablehnung dem Bericht zufolge inzwischen leid: „Er wirkt, als ob er eigentlich nur alles richtig machen wollte, indem er genau hinschaute“, so Schönian. Die Reportage erschien in der ZEIT vom 29. April 2025, Titel: „Bleibt uns fern mit eurem Geld“. 

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Süddeutsche Zeitung: Bill Gates terminiert das Ende seiner Stiftung

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2045 wird die milliardenschwere Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates aufgelöst. Das hat Bill Gates bekannt gegeben. Von Anfang sollte die Stiftung befristet existieren und ihr Vermögen nach und nach aufbrauchen, allerdings war der Zeitpunkt ihres Endes zunächst auf 20 Jahre nach Gates‘ Tod gelegt worden. Wie Helmut Martin-Jung am 9. Mai 2025 in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Das Ende der Gates-Stiftung naht“ berichtete, hat die Stiftung seit ihrer Gründung rund 100 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke ausgegeben. Bis 2045, wenn die Stiftung schließt, sollen noch rund 200 Milliarden Dollar bereitgestellt werden. Die Gates-Stiftung ist die größte private Stiftung der Welt. Sie bekämpft Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria in den armen Ländern. Gates kritisierte, dass die US-Regierung unter Donald Trump das Hilfsprogramm USAID zusammengestrichen hat, so Martin-Jung. Er zitiert Gates auch mit Kritik an Trump-Berater und Milliardär Elon Musk: „Er könnte ein großer Philanthrop werden. Stattdessen ist der reichste Mann der Welt am Tod der ärmsten Kinder der Welt beteiligt.“ 

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WDR: Muslime im Ehrenamt

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In der deutschen Öffentlichkeit kommen sie selten vor: Mehr als eine Million ehrenamtlich engagierte Muslime. Am 18. Mai 2025 widmete ihnen der WDR eine Folge der Sendung „WDR Lebenszeichen“, Titel „Im Dienste Allahs für das Gemeinwohl. Muslime im Ehrenamt“. Wie ehrenamtlicher Einsatz für die Mitmenschen im muslimischen Glauben verankert ist, erfuhr Autorin Stefanie Oswalt in Berlin. Sie besuchte dort die  Essensausgabe einer muslimischen Gemeinde, eine muslimische Telefonseelsorge und berichtete über interreligiöse Zusammenkünfte. Gerade letztere sowie verschiedene Projekte liberaler Gemeinschaften unterstütze die Stadt, derzeit seien es rund 40 Einzelprojekte. „Vielleicht hilft das, in der Mehrheitsgesellschaft mehr Sichtbarkeit für muslimisches Engagement herzustellen“, so Oswalt.  

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Deutschlandfunk Kultur: „Menschen mit niedriger Bildung werden seltener angesprochen“

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Wie bringt man Menschen ins Ehrenamt, die hier unterrepräsentiert sind? Dazu interviewte der Deutschlandfunk Kultur am 14. April 2025 unter dem Titel „Wem Engagement leichter gemacht werden muss“ die Soziologin Prof. Claudia Vogel von der Hochschule Neubrandenburg, die als Expertin am Vierten Engagementbericht der Bundesregierung (bürgerAktiv berichtete) mitgearbeitet hat. Zwar stehe das Ehrenamt grundsätzlich allen offen, doch seien unter anderem Menschen mit niedriger Bildung unterrepräsentiert, sagte sie. Nur 19 Prozent von ihnen engagierten sich ehrenamtlich – bei Menschen mit hoher Bildung seien es mehr als die Hälfte. Vogel machte einerseits bürokratische Hürden verantwortlich: Komplizierte Regelungen erschwerten Menschen mit niedriger Bildung, ihre Ideen umzusetzen. Andererseits verwies sie auf die gesellschaftlichen Mechanismen hinter den Zahlen: Viele Engagierte kämen über persönliche Kontakte ins Ehrenamt, und wer Mitstreiter suche, sehe sich im eigenen Milieu um. Also sprächen Akademiker andere Akademiker an. „Menschen mit niedriger Bildung werden seltener angesprochen“, sagte Vogel.

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taz: Wenn keiner mitmacht im Verein

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Jahreshauptversammlung im Verein: „Im vergangenen Jahr sind acht Leute gekommen, sieben davon besetzen die Ehrenämter im Verein. Der hat 230 Mitglieder.“ So beschrieb Autorin Karlotta Ehrenberg die Lage im Sportverein. Schwimmen gehen: gern und regelmäßig. Ein Amt übernehmen: lieber nicht. „So wie die Kun¬den von Urban Sports und Co. kümmert auch mich mein persönliches Wohlergehen mehr als das Prekariat der Freizeitbranche“, offenbarte Ehrenberg in dem Essay „Engagement in Vereinen. Was passiert, wenn keiner richtig mitmachen will“. Sie übte sich in Einsicht: „Verbindlich wollen wir lieber nicht sein. Das ist in diesem kleinen Verein auch wie in der großen Demokratie. Und wie die große Schwester ist auch der Verein dadurch bedroht. Wenn keiner richtig mitmachen will, dann ist es irgendwann aus, kapiere ich.“ Der Text, der allerdings mit einer folgenlosen Absicht endet, sich zu engagieren, erschien am 16. April 2025 in der tageszeitung (taz).

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Spiegel Wissen: Tränen trocknen, Trikots einsammeln, anfeuern – ehrenamtliche Trainer

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1,21 Millionen Kinder spielen in Fußball in ihrer Freizeit. Im Magazin „Spiegel Wissen“ (Nr. 1/2025 vom 11. April 2025) porträtiert Eva Lehnen Michael Traut, einen der ehrenamtlichen Trainer, die in 24.000 Vereinen den Sport der Kinder möglich machen. Er ist einer von vielen, die nicht nur zwei-, dreimal pro Woche auf dem Platz stehen, sondern die auch „den eigenen Alltag um Trainingszeiten und Turniere planen. Die Trainingseinheiten vorbereiten, Zeit in Fortbildungen stecken und sich am Samstagabend den Wecker fürs Auswärtsspiel am nächsten Morgen auf sieben Uhr stellen“, so Lehnen. „Sie trocknen Tränen, feuern an, jubeln mit, binden Schnürsenkel, sammeln T-Shirts, Hosen und Stutzen ein (…) Außerdem sind sie Erzieher, Sozialarbeiter und Psychologen. Und – na klar, kein Problem – eine Mitfahrgelegenheit zum Spiel haben sie im eigenen Auto auch noch frei.“ Für Michael Traut hat das Engagement auch einen sozialen Aspekt. Er sagt: „Kinder aus finanziell starken Familien könnten leicht die Sportart wechseln, falls sich niemand für das Fußballtraining findet. Kinder aus benachteiligten Familien hingegen haben diese Möglichkeit nicht.“ Der Text ist unter dem Titel „Ohne einen wie ihn läuft auf dem Platz nichts“ erschienen. 

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FAZ: Hessische Sportvereine scheitern an Vorstandssuche

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„Auflösungserscheinungen im hessischen Sport“, namentlich in Tennisvereinen, geht der Beitrag „Vorstand verzweifelt gesucht“ von Thomas Klemm in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 2. April 2025 nach. Er berichtete über Vereine, die sich auflösen, weil sie keine Vorstände mehr finden. Der Mangel an ehrenamtlichen Funktionsträgern sei im letzten Sportentwicklungsbericht 2020-2022 das größte Problem der hessischen Sportvereine gewesen – wenngleich sich in Klemms Recherche dann doch herausstellte, dass von 32 Auflösungen seit Jahresbeginn 2025 nur zwei mit Engpässen im Vorstand zu tun hatten. In 23 Fällen habe es an „fehlendem Sportbetrieb“ gelegen. „Oft fehle es weniger an Interessenten fürs Ehrenamt als vielmehr ‚an Ideen, wie Strukturen im Sport weiterzuentwickeln sind‘“, zitierte Klemm einen Sportfunktionär. Dazu gehörten Umstrukturierungen auf Verbandsebene, aber auch ein neuer Zuschnitt für die Aufgaben im Ehrenamt. Vielleicht, so Klemm, spiele ja die demographische Entwicklung mit den demnächst in Ruhestand gehenden „Boomern“ den Vereinen in die Hände: „Gut möglich, dass sich aus der Masse der Mitte der sechziger Jahre Geborenen viele finden, die nach dem Arbeitsleben ihre neu gewonnene Freizeit sinnstiftend fürs Gemeinwesen füllen wollen.“ 

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