rnd: E-Sport wieder nicht gemeinnützig

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

„Es sind zwei Wörter, die fehlen, aber entscheidend sind: ‚und E-Sports‘“ – die beiden Wörter fehlen im Entwurf des Jahressteuergesetzes, schrieb Manuel Liu in seinem Bericht „Gemeinnützigkeit des E-Sports: Ampel spielt auf Zeit, Verbände drängen das das Bundesfinanzministerium“ für das Redaktionsnetzwerk Deutschland (rnd). Die Gemeinnützigkeit für E-Sport einzuführen, steht im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung. Die Verantwortung dafür, dass sie im Entwurf für das Jahressteuergesetzes nicht auftaucht, den das Bundesfinanzministerium im Juli 2024 vorlegte (bürgerAktiv berichtete), schieben sich die Koalitionäre nun gegenseitig zu, erfuhr Liu, als er bei den Politikerinnen und Politikern nachfragte. Sein Bericht erschien am 24. August 2024.

Zum Beitrag

rbb24: Unternehmen sollten Werte kommunizieren

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Einen sechsstelligen Aufgangsrückgang habe er verzeichnet nach dem Aufruf an seine Beschäftigten, nicht die AfD zu wählen: Das vermeldete der Unternehmer Reinhold Würth aus seinem Montagetechnikunternehmen in Brandenburg, wie Anja Dobrodinsky am 28. August 2024 im Sender rbb24 berichtete. In ihrem Beitrag „Politisches Engagement von Unternehmen – Pro und Contra“ ließ sie den Sprecher des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) mit dem Hinweis zu Wort kommen, die Wohnungseigentümer seien auf gutes Zusammenleben in Kiezen und Quartieren angewiesen. Der Verband ist einer von mehreren Dutzend Unternehmen und Organisationen, die sich der Kampagne „Brandenburg zeigt Haltung“ angeschlossen hatten. Der Dresdner Betriebswirtschaftsprofessor Markus Scholz empfahl Unternehmen in dem Beitrag, gemeinsam mit ihren Beschäftigten Unternehmenswerte zu erarbeiten und zu kommunizieren und darauf zu achten, dass die öffentlich geforderte Demokratie auch im Unternehmen praktiziert werde.

Zum Beitrag

Sächsische Zeitung: „Sachsen-Kompass“ – Wer sich in Bautzen engagiert und wofür

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Nachbarschaftshilfe liegt im Trend, Flüchtlingshilfe weniger: Dieses Engagementszenario zeichnen die Befragungsergebnisse des „Sachsen-Kompass“ für den Landkreis Bautzen. Von 1690 Befragten waren 43 Prozent in der Nachbarschaftshilfe aktiv, 30 Prozent im Sportverein und nur fünf Prozent in der Hilfe für Geflüchtete. Die Daten des „Sachsen-Kompass“ mit Aussagen über die Wünsche der sächsischen Bürgerinnen und Bürger für Sachsen wurden von der Sächsischen Zeitung und der Leipziger Volkszeitung erhoben. Sachsenweit beteiligten sich 23.000 Menschen. In der begleitenden Berichterstattung schrieb Tim Ruben Weimer über die Engagierten in Bautzen, Flüchtlingshelfer würden als „Gutmenschen“ und „Nestbeschmutzer“ gelten, weil sie angeblich Straftätern helfen würden. Der Rückgang werde jedoch auch auf Mühsal mit Behörden zurückgeführt sowie auf psychische Belastungen etwa durch Abschiebungen und den Rückgang staatlicher Förderungen, die mehr Arbeit für das Ehrenamt bedeuteten. In der Gesamterhebung des „Sachsen-Kompass“ hatten auf die Frage „Was sollte sich in Sachsen am dringendsten ändern“ mit 44 Prozent die meisten Menschen das „gesellschaftliche und politische Miteinander“ genannt, gefolgt von Bildung (41 Prozent) und Migration/Integration (39 Prozent).

Zum Beitrag über Bautzen (+)
Zum Sachsen-Kompass (+)

Süddeutsche Zeitung: Jugendbeteiligung hängt an gutem Willen

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Ob junge Menschen mit ihren Anliegen in der Kommunalpolitik gehört werden, hängt zu oft vom guten Willen der Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern ab, meint die Münchner Professorin für Politikwissenschaft, Eva Feldmann-Wojtachnia. Das war in der Süddeutschen Zeitung vom 29. August 2024 unter dem Titel „Junge Menschen haben immer Engagement, völlig egal, wo sie leben“ zu lesen. Die Autoren Thomas Balbierer und Sara Rahnenführer fanden engagierte junge Menschen in Wunsiedel und Gersthofen, die sich für Sportanlagen, Konzerte und Ausflüge einsetzen. „Auch große Themen können mitgestaltet werden“, so die Autoren. Allerdings gebe es in den über 2000 Gemeinden Bayerns nur rund 90 aktive Jugendvertretungen, vor allem im Großraum München, Augsburg und Ingolstadt.

Zum Beitrag (+)

Nordkurier: Faeser bei der DSEE

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Einen Vor-Besuch von Bundesinnenministerin Nancy Faeser nutzte die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) in Neustrelitz, um ihre Arbeit und ihre Projekte zu präsentieren, mit denen sie Organisationen und Engagierte unterstützt und fördert. Im Nordkurier schrieb Maria Häfer unter dem Titel „Besuch von Faeser in Neustrelitz stößt nicht bei allen auf Begeisterung“ über den von protestierenden Bürgern beeinträchtigten Besuch. Sie zitierte auch den Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft, Stefan Nährlich: Er hatte 2019 vor einen gravierenden Missverhältnis zwischen Personalkosten und tatsächlicher Engagementförderung bei der DSEE gewarnt. Die heutigen Zahlen widerlegten zwar die Befürchtungen, so Häfer. Doch schrieb sie auch: „Eine wirkliche Einordnung diesbezüglich seitens der Ministerin oder der DSEE erfolgte im Rahmen des Protokoll-Termins freilich nicht.“ Die Ministerin ist Stiftungsratsvorsitzende der vom Bund als Stiftung öffentlichen Rechts gegründeten DSEE.

Zum Beitrag

Frankfurter Rundschau: Online-Ehrenamt – mehr Schein als Sein

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Wie geht digitales Ehrenamt? Danach fragte unter dem Titel „Ortloses Ehrenamt“ die „Update“-Kolumnistin Kathrin Passig in der Frankfurter Rundschau. Beim Durchforsten von Ehrenamt-Suchportalen stieß sie zwar hier und da auf Rubriken wie „Digitale Angebote“, „ortsunabhängig“ oder „remote/online“. Dahinter lauerte jedoch die Enttäuschung. „Leider bedeutet ein Eintrag in dieser Rubrik aber oft nur ‚Unseren Verein gibt es an mehreren Orten‘ nämlich in den Gemeinden Unter- und Oberschnarchhausen, ‚und wir konnten uns nicht so richtig entscheiden, wo wir ihn eintragen sollen‘. Gesucht werden dann ‚Mithilfe beim Dorfcafé‘ oder Menschen, die Vogelnistkästen pflegen, und Nistkästen hängen traditionell nicht im Internet, sondern an einem ganz konkreten Baum, wahrscheinlich am anderen Ende Deutschlands“, schimpfte Passig und fuhr unversöhnlich fort: „Auch wenn sich eine ortlose Beteiligungsmöglichkeit in einer langen Liste mit ortsgebundenen Tätigkeiten versteckt, sagt das den potenziellen Freiwilligen schon, dass die Beteiligung von zu Hause aus bei diesem Projekt schwierig werden wird. Wahrscheinlich gibt es alle wichtigen Informationen dann eben doch nur an jedem zweiten Freitag im Dorfcafé.“ Die Kolumne erschien am 17. August 2024.

Zur Kolumne

Saarländischer Rundfunk: Auflösung der LAG Ehrenamt beschlossen

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Pro Ehrenamt e.V. im Saarland wird definitiv aufgelöst. Wie der Saarländische Rundfunk (SR) am 10. August 2024 berichtete, hat der Verein auf einer Mitgliederversammlung im August 2024 die Auflösung zum ersten Januar 2025 beschlossen. Die LAG Pro Ehrenamt, die 1997 gegründet worden war, um die Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement zu stärken, scheiterte unter anderem an fehlender Finanzierung von Projekten und an unsachgemäßer Berichterstattung des Vorstands, so der SR, zudem fanden sich keine Nachfolger mehr für den Vorstand gefunden (bürgerAktiv berichtete). Das Mehrgenerationenhaus, das zu den Projekten der LAG gehörte, werde von einem neuen Träger fortgeführt.

Zum Bericht

Lübecker Nachrichten: Finanzierungssorgen bei Demokratie-Projekten in Ostdeutschland

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Sorgen um die künftige Förderung von Demokratie-Projekten bekam Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) bei Auftritten Ende Juli in Thüringen und Sachsen zu hören. Wie unter anderen die Lübecker Nachrichten berichteten, fürchten gemeinnützige Organisationen dort, dass Mittel gekürzt werden könnten, wenn die AfD nach den Landtagswahlen in den beiden Ländern im September mehr Einfluss gewinnt. „Die AfD wolle ‚nur echte Beiträge zum kulturellen Leen unserer Heimat‘ fördern und unterstützen“, berichten die Autorinnen des Beitrags über ihre Nachfrage bei der AfD. Das Demokratiefördergesetz, das für langfristige und verlässlichere institutionelle Förderung sorgen soll, hänge im Parlament fest, weil die FDP fürchtet, dass damit auch islamistische oder extremistische Organisationen gestärkt werden könnten. Der Bericht mit dem Titel „Sind Demokratie-Projekte in Gefahr?“ erschien am 28. Juli 2024 in der Printausgabe der Lübecker Nachrichten.

Zum Artikel

Süddeutsche Zeitung: Mehr Aufmerksamkeit für die Sportvereine

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Den deutschen Abwärtstrend bei den olympischen Medaillen haben vier Autoren der Süddeutschen Zeitung zum Anlass genommen, nach Verbesserungspotenzial zu suchen. Dabei nahmen sie unter anderem die Sportvereine in den Blick und befragten den Konstanzer Sportökonom Lutz Thieme. Dieser plädiert dafür, nicht nur in den Hochleistungssport mehr Geld zu stecken, sondern auch in die Vereine. Er fordere „mehr Aufmerksamkeit für die Keimzellen, die Heimat der Aktiven, die sich irgendwann einmal auf den Weg in die Weltspitze machen“, heißt es in dem mit „Spieglein, Spieglein“ übertitelten Beitrag, der am 9. August 2024 erschien. Dabei geht es nach Thiemes Ansicht nicht allein um Finanzen, sondern auch um Entlastung von Bürokratie und Unterstützung bei der Digitalisierung. Und um die richtige Haltung: Während im Leistungssport einzelne Personen und Gremien viel gestalten könnten, entzögen sich die Vereine mit Eigensinn und „Gewusel“. „Aber gerade deshalb sind sie so resilient und erfolgreich“, wird der Wissenschaftler zitiert.

Zum Artikel (+)

taz: Bundeskongress Omas gegen rechts

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Das Für und Wider eines AfD-Verbotsverfahrens, Frauenrechte und AfD, die Klimakrise und Kommunikationsstrategien gehörten zu den Themen, die auf dem ersten Bundeskongress der Organisation „Omas gegen Rechts“ in Erfurt diskutiert wurde. Rund 300 Frauen und Männer aus 65 Ortsgruppen der „Omas gegen Rechts“ kamen hier Anfang August zusammen. Darüber berichtete am 4. August 2024 in der tageszeitung (taz) Katrin Gottschalk im Beitrag „Widerstand statt Ruhestand“. Die Bewegung, die 2018 in Deutschland startete, habe inzwischen nach eigener Einschätzung rund 30.000 Mitglieder. Die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer formulierten keine Forderungen an die Politik, verabschiedeten aber eine Resolution, in der sie die Wählerinnen und Wähler aufforderten, „den anstrengenden Weg der Demokratie zu gehen“, wie Gottschalk schrieb. Sie hatten erstmals im August 2023 anlässlich des Parteitags der AfD in Magdeburg bundesweit mobilisiert.

Zum Artikel

WAZ: Kaum jemand nutzt die Ehrenamtskarte

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Seit 2008 gibt es Ehrenamtskarten in Nordrhein-Westfalen, die ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger mit freien Eintritten und Rabatten belohnen. Landesweit sind es 5400 Vergünstigungen, die beantragen kann, wer sich mehr als fünf Stunden pro Woche ehrenamtlich engagiert; weitere Regelungen geben die Kommunen vor. Allerdings sei die Karte weitgehend unbekannt, berichtete Jana Behringer unter dem Titel „So sparen Ehrenamtliche in NRW“ in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung am 30. Juli 2024. Bundesweit hätten nach Angaben der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt nur rund 1,2 Prozent aller Ehrenamtlichen eine solche Karte, die es in fast allen Bundesländern inzwischen gibt. Zahlen zur Nutzung werden selten erhoben: „Während die Volkshochschule Mülheim mitteilt, dass die Karte seit 2020 durchschnittlich dreißigmal pro Jahr vorgelegt wird, erheben die meisten befragten Einrichtungen keine Zahlen zur Nutzung – ebenso wenig die befragten Kommunen selbst. Nach landesweiten Umfragen durch die Staatskanzlei verwenden Nutzer die Karte pro Halbjahr ein- bis zweimal, sagt auf Anfrage der Stadtsprecher von Bochum“, schrieb Behringer und zitierte eine zum Ehrenamt forschende Wissenschaftlerin mit der Einschätzung, bei den Engagierten seien Studien zufolge innovativere Anerkennungsformen wie ein Bonus bei der Rente gefragt.

Zum Artikel (+)

NDR, WDR, Süddeutsche Zeitung: Sparpläne beim WWF Deutschland

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Beim World Wildlife Fund (WWF) in Deutschland müssen möglicherweise 80 der knapp 500 Angestellten gehen, berichteten auf tagesschau.de am 12. Juli 2024 Petra Blum, Verena von Onderza und Nick Heubeck über Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung. Damit sollten, so die Autoren, rund 4,5 Millionen Euro an Personalkosten pro Jahr eingespart werden. Die Abteilungen Artenschutz, Landwirtschaft und Bildung sollten aufgelöst werden und die Verwaltung von Schutzgebieten an andere Organisationen abgegeben werden. Der WWF Deutschland finanziert sich aus Spenden, öffentlichen Mitteln und der Zusammenarbeit mit Unternehmen. Letztere solle intensiviert werden, heißt es in dem Bericht mit dem Titel „Massive Finanzlücken beim WWF“. Das stoße bei den Mitarbeitenden auf Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Organisation. Der WWF Deutschland selbst gab am 11. Juli 2024 eine Pressemitteilung heraus, in der er von einer Konsolidierung und strategischer Fokussierung sprach und erklärte, für mögliche Spendeneinbrüche vorsorgen zu wollen. Die Organisation ist gemessen am Spendenaufkommen die zweitgrößte Umweltorganisation in Deutschland, 2023 spendeten ihr 350.000 Menschen rund 55 Millionen Euro, das waren rund 40 Prozent der Einnahmen.

Zum Beitrag
Zum WWF

Deutschlandfunk Kultur: Zeitgutscheine in Lörrach

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Zeitbankvereine gibt es in Österreich, Tschechien und Deutschland. Wie sie funktionieren, berichtete am 8. Juli Deutschlandfunk Kultur am Beispiel der „ZEITBANK plus“ in Lörrach in Baden-Württemberg. „Die 200 Mitglieder in Lörrach gehen füreinander einkaufen, mit zum Arzt oder helfen im Garten“, berichtete Autorin Katharina Thoms am 8. Juli 2024. Die Zeit wird gutgeschrieben und das Guthaben kann eingelöst werden, wenn man selbst einmal Hilfe braucht. Aktuelle Herausforderung: Mehr jüngere Menschen einbeziehen, die vielleicht auch Hilfe brauchen, wenn Kinder, Haushalt und Beruf ihnen über den Kopf wachsen. Der Beitrag erschien im Länderreport unter dem Titel „Zeitgutscheine für die Nachbarn“.

Zum Beitrag

Süddeutsche Zeitung: Deutschland größte Müllsammelgruppe

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Teils mehrere hundert Menschen sieht man regelmäßig am Rheinufer in Köln beim Müllsammeln. Es sei Deutschlands größte Müllsammelgruppe, in neun Jahren angewachsen von einer One-Man-Show zum heutigen Verein namens „Krake“, berichtete in der Süddeutschen Zeitung Alexander Menden. Die Mitglieder sammeln den Abfall nicht nur, sondern stellen ihn im „Müllseum“ in ihrer Vereinszentrale auch aus. Seit 2022 schwimmt zudem die sogenannte „Rheinkrake“ im Fluss, eine Müllfalle, die den Unrat schon im Fluss sammelt: „Darunter sind große Brocken wie Fahrräder und die immer wieder gerne in den Rhein geschmissenen Elektroroller“, schrieb Menden. „Aber es sind vor allem die winzigen Teilchen, die den Vereinsmitgliedern Sorge bereiten.“ Auf seine Frage, ob es nicht frustrierend sei, antwortete Krake-Initiator Christian Stock: „Jedes Gramm Müll, das ich sammle, ist ein Gramm weniger, das im Meer landet.“ Der Beitrag erschien am 18. Juni 2024 unter dem Titel „Wenn hier sonst niemand aufräumt, mache ich es halt selber“.

Zum Beitrag (+)

Die Welt: Dienstjahr für Jung und Alt – was geht, was geht nicht?

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Ein Dienstjahr für die Gesellschaft, um Probleme im sozialen Bereich zu lösen: Klingt einfach, ist juristisch aber schwierig, konstatierte Tim Daldrup in der Welt vom 29. Juni 2024 unter dem Titel „Ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr – sogar für Ältere? Diese Möglichkeiten hat der Staat“. Denn das Grundgesetz verbietet Zwangsarbeit. Der frühere Zivildienst fiel als Ersatz für den Wehrdienst nicht darunter, doch heute ist der Wehrdienst ausgesetzt. Was das Grundgesetz zulässt, ist eine allgemeine, für alle zugängliche öffentliche Dienstleistungspflicht: Feuerwehr oder Deichschutz fielen darunter, nicht aber Altenpflege oder Einsätze in Schulen, so Daldrup unter Berufung auf den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages. Während man in CDU-Kreisen annimmt, das Gesetz „dynamisch“ auslegen zu können, sind in der Debatte um ein Pflichtjahr für ältere Menschen mildere Stimmen zu hören. „Es sei sinnvoller, weiter auf Freiwilligkeit bei Älteren zu setzen“, vernahm Daldrup. „Doch so einfach ist das nicht für Menschen, die im Vollzeitberuf stehen. Deswegen fordern die Diakonie Deutschland und die Evangelischen Freiwilligendienste einen Rechtsanspruch auf ein Freiwilligenjahr.“

Zum Artikel (+)

Leipziger Volkszeitung: Tolle Erlebnisse statt Geld für EM-Helfer

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Wer freiwillig der UEFA bei der EM hilft, bekommt eine Gratismahlzeit am Tag, kostenlose Nahverkehrstickets und darf die Arbeitskleidung behalten. Das ist zwar schon alles, berichtete Mark Daniel am 6. Juli 2024 in der Leipziger Volkszeitung. Doch den Freiwilligen scheint die Sparsamkeit des wohlhabenden Fußballverbandes nichts auszumachen. „Geldverdienen ist bei solchen Events nicht der Antrieb. Es geht darum, Teil von etwas Einmaligem zu sein und eine tolle Art von Gemeinschaft zu erleben“, zitierte Daniel eine Studentin. 7700 Freiwillige hätten sich in Leipzig beworben, 1600 wurden genommen. Manche holen sich ein bisschen Bezahlung im Nachgang, aber nicht von der EM, sondern von den anderen Fans, so Daniel: „Bei Ebay stehen zahlreiche Shirts, Jacken oder Schuhe längst zum Verkauf.“ Sein Beitrag hat den Titel „Ohne Bezahlung, aber tolle Erlebnisse“.

Zum Beitrag (+)

Tagesschau: Druck auf Vereine

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

In mehreren Bundesländern sind Vereine, die sich für Themen wie Antirassismus, Diversität und Demokratie stark machen, offenbar mit Anzeigen beim Finanzamt oder parlamentarischen Anfragen von AfD-Mitgliedern unter Druck gesetzt worden, berichtete am 18. Juni 2024 Pascal Siggelkow vom Faktenfinder-Team der ARD auf tagesschau.de. „Möglich macht das eine undurchsichtige Gesetzeslage“, berichtete er unter dem Titel „Gemeinnützige Organisationen im Fadenkreuz der AfD“. Er referierte die Argumentation des bayerischen AfD-Abgeordneten Uli Henkel, der die Gemeinnützigkeit des Verein „München ist bunt“ gegenüber den Finanzbehörden anfocht: „Der Verein ‚München ist bunt!‘ richte sich mit seinem Engagement fast ausschließlich gegen die AfD und ihre Aktivitäten. Gemeinnützige Körperschaften sind jedoch zu Parteineutralität verpflichtet. Henkel forderte deshalb von der Finanzbehörde, dem Verein den Status der Gemeinnützigkeit abzuerkennen.“ 2022 hatte das Bundesfinanzministerium in einem Anwendungserlass nur vereinzelte Äußerungen zu tagespolitische Themen erlaubt. Wird eine solche Anzeige vom zuständigen Finanzamt aufgegriffen, entsteht einiger Aufwand für den Verein und Experten vermuten laut dem Bericht, dass viele Vereine sich aus Sorge um die Gemeinnützigkeit mit Äußerungen zu gesellschaftlich relevanten Themen zurückhielten.

Zum Bericht

NDR: Mit Bürgerstiftungen gegen Einsamkeit

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) will sich in seiner diesjährigen Benefizaktion gemeinsam mit den Bürgerstiftungen gegen Einsamkeit engagieren. Im Dezember startet eine Spendenkampagne in allen NDR-Programmen, die den Bürgerstiftungen im Sendegebiet zugute kommt. Der Sender werde „umfangreich über ihr Engagement berichten“, kündigte Intendant Joachim Knuth im Bericht des Senders „Thema Einsamkeit: Bürgerstiftungen Partner der NDR Benefizaktion 2024“ vom 21. Juni 2024 an. „Wir wollen die lebendige Gemeinschaft in der Region stärken. Die Bürgerstiftungen verfolgen ähnliche Ziele – auch sie verbinden Menschen.“ Seit 2011 sind in diese Benefizaktionen des Senders insgesamt rund 47,6 Millionen Euro gespendet worden.

Zum Beitrag

ZEIT Magazin: Ausgeklügelte Regeln im Bürgerrat

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die österreichische Millionenerbin Marlene Engelhorn hat einen Bürgerrat einberufen, der entscheiden sollte, wie 25 Millionen Euro aus Engelhorns Vermögen an gemeinnützige Organisationen verteilt werden sollen. Sie wolle nicht Teil einer gönnerhaften Charity-Welt sein, in der reiche Menschen entscheiden, was wichtig sei und wessen Problem gelöst werden, begründete sie ihre Entscheidung gegenüber der ZEIT-Reporterin Julia Friedrichs. Zustande kam ein professionelles und sehr streng organisiertes Verfahren, berichtete Julia Friedrichs nicht ohne Erstaunen in ihrer Reportage „Zwei Inseln auf den Bahamas kaufen – Was machen wir mit 25 Millionen?“. „Mit großer Ernsthaftigkeit, ja fast Ehrfurcht, machen sich die Bürger ans Werk. (…) Anders als in all den Kommentaren, die über eine gespaltene Gesellschaft klagen, in denen soziale Milieus sich in ihre Bubbles zurückziehen, unfähig, sich auszutauschen, gelingt im Saal das Gespräch von Anfang an.“ Die 80 Bürger im Rat bildeten ein breites Spektrum ab, vom Gabelstaplerfahrer über die Einwanderin aus Afghanistan bis zur Gasthofwirtin. In der Reportage ist zu lesen, wie sie diskutierten, wie Experten ihnen Rat gaben und mit welch teils ausgeklügelten Regeln im Prozess Sachlichkeit und Seriosität garantieren sollten; aber auch, wo es hakte und was die teilnehmenden Räte irritierte. Der Text erschien am 20. Juni 2024 im ZEIT Magazin.

Zur Reportage (+)

Eckernförder Zeitung: Urlaub auf dem DLRG-Wachturm

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Wenn der Sommer kühl ist, haben die Ehrenamtlichen von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) einen entspannten Job, stellte Jorid Behn fest, als sie einem DLRG-Team in Eckernförder einen Besuch abstattete. Das ist auch gut so, berichtete sie in der Eckenförder Zeitung, denn eigentlich sei das Team unterbesetzt. Denn viele Rettungsschwimmer blieben nur noch kurze Zeit, häufig nur eine Woche. Bis vor ein paar Jahren seien Einsätze von mehreren Wochen üblich gewesen. Doch inzwischen wollten die Ehrenamtlichen nicht mehr ihren Jahresurlaub opfern. Der Einsatzleiter gibt laut Behn dennoch Entwarnung: „Wenn Anfang Juli die Hauptsaison startet, haben wir 19 Kräfte. So viele, wie wir brauchen“, zitiert ihn Behn. Der Artikel ist am 18. Juni 2024 unter dem Titel „DLRG: So ist die Personallage auf den Wachtürmen am Eckernförder Strand“ erschienen.

Zum Artikel (+)

 taz: Magere Engagement-Karte in Hamburg

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Hamburg hat eine neue „Engagement-Karte“ mit Vergünstigungen für Ehrenamtliche, an der taz-Redakteurin Friederike Gräff kein gutes Haar lässt. Als „eine magere Variante der Budni-Aldi-wasauchimmer-Rabattkarte“ und „kostenlose Werbeplattform für ein paar Hamburgische Unternehmen“ bezeichnete sie die Karte in ihrem Kommentar „Peanuts für die Engagierten“, der am 7. Juni 2024 erschien. Die Angebote der Karte spiegelten keine echte Anerkennung wider, kritisierte sie. Keines der großen Theater oder Museen sei mit Angeboten für die Ehrenamtlichen dabei, ganz zu schweigen von einem kostenlosen Nahverkehrsticket. „Den Engagierten scheint die intrinsische Motivation zu genügen – mehr ist ja auch nicht im Angebot für sie“, so Gräff. „Und natürlich kann man sich darauf verlassen. Aber dann sollte man Peanuts nicht Förderung nennen.“

Zum Kommentar

SRF: Sportvereine in der Schweiz – geteilte Arbeit ist doppelte Arbeit

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die Zahl der Sportvereine in der Schweiz ist zurückgegangen, berichtete am 7. Juni 2024 das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Sie sank seit 2016 um 1000 auf rund 18.000 im Jahr 2022. Zugleich leisteten die Engagierten Arbeitsstunden in einem Volumen von umgerechnet 31.300 Vollzeitstellen – 2016 waren es 27.200. Die Darstellung basiert auf Daten des Schweizer Sportobservatoriums. Die meisten Ehrenämter gebe es in den Turnvereinen. Die befragte Expertin Rahel Bürgi von der ETH Zürich führte im SRF-Interview die Zunahme der Arbeitsstunden darauf zurück, dass die Ansprüche der Mitglieder zugenommen hätten und mehr im Team gearbeitet werde: „Das Jobsharing führt nicht dazu, dass sich der Aufwand pro Person halbiert“, sagte sie in dem Interview. „Aber man kann sich die Verantwortung teilen und die Arbeitsqualität steigt. (…) Das bringt eine Entlastung – der Zeitaufwand reduziert sich dadurch aber nicht.“ Der Beitrag in der Aufbereitung von Jonas Glatthard, Balz Rittmeyer und Marina Kunz erschien am 3. Juni 2024 unter dem Titel „Immer weniger Sportvereine, aber immer mehr Freiwilligenarbeit“ online beim SRF.

Zum Beitrag

Saarländischer Rundfunk: LAG Pro Ehrenamt steht vor der Auflösung

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die saarländische Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Pro Ehrenamt will auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 5. Juli 2024 ihre Auflösung herbeiführen, berichtete am 5. Juni 2024 Lea Kiehlnecker im Saarländischen Rundfunk. Es fänden sich keine Vorstände mehr und die Strukturen sowie das Budget der LAG Pro Ehrenamt ließen keine hilfreiche Unterstützung inklusive fester Ansprechpartner und Beratung der rund 180 Mitgliedsvereine mehr zu, zitierte Kiehlnecker die Schatzmeisterin. Das Land hatte für 2024 statt 100.000 Euro nur eine Förderung von 30.000 Euro bewilligt. Zuvor hatte es bereits Unstimmigkeiten gegeben, im Juli 2022 war der Präsident zurückgetreten (bürgerAktiv berichtete).

Zum Beitrag

Süddeutsche Zeitung: „Die meisten engagieren sich erst in der Rentenzeit“

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

147 Bürgerinnen und Bürger waren es, die 1999 die Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck in Bayern gegründet haben. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung blickt die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dorothee von Bary, auf 25 Jahre Engagement in der Region zurück. Sie erinnert sich an Niedrigzinszeiten und die Herausforderungen für die Pandemie und berichtet über die Tafel, Bildungsprojekte, Schwimmkurse und Umweltschutzprojekte. „Seit einigen Jahren kümmern wir uns verstärkt um Senioren, weil wir bei den Tafeln sehen, wie hoch der Bedarf an Unterstützung und wie groß das Problem der Einsamkeit in dieser Altersgruppe ist“, sagt sie in dem Interview. Schwieriger werde es, jüngere Ehrenamtliche zu finden, denn mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung für Kinder gingen die Mütter arbeiten und hätten keine Zeit mehr für ehrenamtliches Engagement. „Die meisten engagieren sich erst, wenn sie in Rente sind“, so Bary. Das Interview ist am 3. Mai unter dem Titel „Es ist schwieriger, jüngere Ehrenamtliche zu finden“ erschienen.

Zum Interview (+)

Süddeutsche Zeitung: Der „Volksverpetzer“ und der gemeinnützige Journalismus

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Das Finanzamt Augsburg hat dem Blog „Volksverpetzer“ die Gemeinnützigkeit entzogen. Die Gründe wurden nicht genannt, aber, so Saladin Salem in der Süddeutschen Zeitung: „Die Regeln für gemeinnützigen Journalismus sind in Deutschland eher schwammig. Offiziell sieht das deutsche Steuerrecht keine Gemeinnützigkeit im Journalismus vor.“ Die politische Debatte um gemeinnützigen Journalismus läuft schon länger. Salem referiert die Befürchtung des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), es könne eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Medienbranche entstehen, wenn einige Medien steuerbefreit arbeiteten. Dagegen hält der Journalistikprofessor Stephan Weichert, den Salem mit den Worten zitiert, gemeinnützige Medien seien nicht auf Wettbewerb angelegt und in den USA hätten Non-Profit-Medien den Markt eher belebt. Der Beitrag erschien am 16. Mai 2024 unter dem Titel „Ciao, Steuervorteil“.

Zum Beitrag (+)