taz: Bürgerräte und die Realität

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Mit Bürgerräten Strategien für Windräder, Solarenergie und weitere Energien zu entwickeln, das war der Plan von Freiburg und Gemeinden aus der Umgebung. Wie die beteiligten Bürgerinnen und Bürger arbeiteten und was nun aus den Ergebnissen wird, war in einer langen Nahaufnahme in der tageszeitung (taz) vom 7. November 2022 nachzulesen. Während die beteiligten Bürgerinnen und Bürger die Arbeit als gute Erfahrung bewerten, der ihren Glauben in die Demokratie gestärkt habe, wurde im Gemeinderat mit bürokratischen Hemmnissen gekontert. „Vielleicht waren die Erwartungen an den Rat einfach zu hoch. Die Klimakrise lösen, die Demokratie retten, das kann kein Rat der Welt an fünf Samstagen schaffen“, überlegte der Autor des Beitrags „Bürger:innenräte in der Klimakrise: Das Los als Lösung?“, Jannik Jürgens.

TAZ.DE/BUERGERINNENRAETE-IN-DER-KLIMAKRISE/!5890208&S=ENGAGEMENT

NDR: Superreiche Wohltäter in Deutschland

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Die großen Spenden reicher Menschen in Deutschland helfen, aber um den Preis eines Dilemmas: „Am Ende entscheidet der Spender, wer und was gefördert wird.“ So beschließt Gesine Enwaldt ihre NDR-Reportage „Die Macht der Superreichen: Wie Millionäre Einfluss nehmen“ über das Mäzenatentum von Millionären und Milliardären in Deutschland. In Interviews mit Mäzenen, Politikern und Bürgern identifiziert sie mangelnde Transparenz über Entscheidungen und Umsetzung von Projekten als Problem. So mancher Großspender lässt sich nur ungern oder gar nicht in die Karten schauen. Während in Hamburg der in der Schweiz ansässige Großmäzen Klaus-Michael Kühne im Interview den seiner Meinung nach unzulänglichen Umgang des Staates mit Ressourcen kritisiert, ist in Heilbronn an den dortigen Großspender Dieter Schwarz, der einen ganzen Hochschulcampus errichten ließ, erst gar nicht heranzukommen, und auch der Bürgermeister gibt sich ausgesprochen einsilbig. Auch die Initiative für Informationsfreiheit „Frag den Staat“, die hier mitrecherchierte, fand hier mehr offene Fragen als Antworten. Die Sendung wurde am 24. Oktober 2022 ausgestrahlt, „Frag den Staat“ hat einen zusätzlichen eigenen Bericht zu der Recherche in Heilbronn verfasst.

WWW.NDR.DE/FERNSEHEN/SENDUNGEN/45_MIN/DIE-MACHT-DER-SUPERREICHEN-WIE-MILLIONAERE-EINFLUSS-NEHMEN,SENDUNG1288520.HTML
FRAGDENSTAAT.DE/BLOG/2022/10/24/EINFLUSS-DER-DIETER-SCHWARZ-STIFTUNG-IN-HEILBRONN

Podcast Kreis und quer: „Manchmal ärgert man sich“

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Über den Alltag und Herausforderungen des gesellschaftlichen Engagements vor Ort, Bewerberschwund bei Freiwilligendiensten sowie Erfahrungen mit der Vereinbarkeit von Ehrenamt mit Beruf und Familienarbeit ging es am 28. Oktober 2022 im Podcast „Kreis und quer“ der Mediengruppe Kreiszeitung. „Ehrenamtsarbeit ist nicht nur immer Spaß und Highlight. Manchmal ärgert man sich ganz fürchterlich und kann die ganze Nacht nicht schlafen. Aber bei meiner derzeitigen Arbeit, wenn ich mit Kindern unterwegs bin, bin ich fast immer sehr glücklich“, berichtete etwa Sylvia Holste-Hagen, die sich in Twistringen (Niedersachsen, Landkreis Diepholz) kirchlich und für Flüchtlinge engagiert. Kleine Anreize und Gesten wie die Ehrenamtskarte oder ein Essen für die Engagierten seien wichtig, sagt Carola Haas, eine zweite Engagierte. Die Podcastfolge, in der neben anderen auch zwei Freiwilligendienstleistende zu Wort kommen, heißt „Was motiviert Menschen, sich für die Gesellschaft einzusetzen?“ und wurde von Luka Spahr und Hagen Wolf produziert.

www.youtube.com/watch?v=BeQNla03-0k

FR: Wie geht es weiter mit der Hilfe für Geflüchtete?

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Die aktuelle Situation bei der Hilfe für flüchtende Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, schilderten am 11. Oktober 2022 Markus Decker und Jan Sternberg unter dem Titel „Helfende bitten um Hilfe“ in der Frankfurter Rundschau (FR). Zu Wort kamen sowohl freiwillige Helfende wie auch Kommunalpolitiker. Während die parteipolitischen Diskussionen in Bund und Ländern um die Frage kreisen, ob die Einreise weitere flüchtender Menschen zu begrenzen sei oder die Hilfe aufgestockt und die Arbeitsmöglichkeiten für Geflüchtete erleichtert werden soll, versuchen Engagierte, sich den pro-russischen Demonstrationen entgegenzustellen und private Hilfe zu organisieren. Doch Decker und Sternberg erfuhren auch, dass in Berlin das Willkommenszelt am Hauptbahnhof für die ukrainischen Geflüchteten geschlossen worden ist. Sie fragten: „Ob das mit Blick auf den kommenden Winter eine gute Entscheidung ist?“

WWW.FR.DE/HINTERGRUND/HELFENDE-BITTEN-UM-HILFE-91845499.HTML

Welt am Sonntag: „Den Unterschied macht die Motivation der Menschen“

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„20 Jahre auf der Business-Seite der Macht, 20 Jahre auf der guten Seite der Macht“: So beschreibt „Star Wars“-Fan Lanna Idriss ihren Seitenwechsel vom Vorstandsposten der privaten BHF-Bank zum Vorstandsmitglied der SOS-Kinderdörfer weltweit. In der Sache sei das Management der Kinderdörfer einem internationalen Konzern ähnlich, sagte sie im Interview mit der Welt am Sonntag, doch: „Ein wichtiger Unterschied liegt allerdings in der Motivation der Menschen. Der monetäre Faktor – von Boni über Performance-Systeme – fällt fast völlig weg. Die Menschen definieren sich darüber, dass sie die Welt verbessern.“ Trotz der Missbrauchsskandale und der Wirtschaftskrise infolge des Ukraine-Krieges gingen die Spenden nicht besorgniserregend zurück, konnte Indriss auch berichten. Das Interview führte Inga Michler. Es erschien am 9. Oktober 2022 unter dem Titel „Auf die gute Seite der Macht“.

WWW.WELT.DE

Tagesschau: Weniger Lebensmittel für die Tafeln

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Die Bereitschaft von Händlern und Herstellern, Lebensmittel zu spenden, hat zugenommen, doch mit dem Ansturm auf die Tafeln hält sie nicht Schritt. Doch Christian Buttkereit vom Südwestrundfunk berichtete am 7. Oktober 2022 unter dem Titel „Kampf um Reste“, dass nicht nur die wachsende Zahl der Bedürftigen die gespendeten Lebensmittel verknappt, sondern auch automatisierte Bestellungen und Prognosesysteme in den Läden – immer weniger Lebensmittel bleiben unverkauft in den Regalen liegen. Zudem machen bürokratische Hemmnisse den Tafeln das Leben schwer: Sie haften, wenn Ware verdorben ist oder etwa ein Zutatenverzeichnis auf dem Etikett eine falsche Reihenfolge hat. „Tafeln sind dann in der Pflicht, die Etiketten zu ändern. Dazu sind sie aber personell oft gar nicht in der Lage.“, so Buttkereit.

WWW.TAGESSCHAU.DE/INLAND/INNENPOLITIK/TAFEL-LEBENSMITTEL-101.HTML

Süddeutsche Zeitung: Infos zum richtigen Spenden

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„Macht Spenden glücklich?“, fragte Katharina Wetzel am 27. September 2022 in der Süddeutschen Zeitung und gab diese Antwort: „Die Wissenschaft spricht (…) vom ‚warm glow‘, also vom wohlig warmen Gefühl, das eintritt, wenn man etwas Gutes tut.“ Das Frage-Antwort-Spiel ist eines von vielen in Wetzels Beitrag „Richtig spenden“, einer Art FAQ, das sowohl Hintergrundinformationen als auch praktische Tipps zum Spenden zusammenträgt und für Menschen, die sich zum ersten Mal als Spenderinnen oder Spender betätigen, kurz und verständlich in die Thematik und ihre Herausforderungen einführt.

WWW.SUEDDEUTSCHE.DE/KOLUMNE/SPENDEN-HILFSORGANISATIONEN-HILFSANGEBOTE-1.5652663

Tagesschau: Spenden aus Katar nach Deutschland?

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Möglicherweise sind aus dem Golfstaat Katar Spenden in Millionenhöhe an Moscheevereine in Deutschland geflossen, berichteten am 22. September 2022 Sascha Adamek und Pune Djalilevand auf dem Portal der Tagesschau auf Basis einer Recherche der Politmagazin „Kontraste“ und „report München“ sowie der Wochenzeitung „Die Zeit“. Diese beriefen sich auf Zahlungspläne sowie Bitt- und Dankschreiben zwischen Wohltätigkeitsorganisationen mit Sitz Katar und Moscheevereinen in Deutschland. „Die Wohltätigkeitsorganisationen, eine davon mit dem Namen Qatar Charity, werden von Mitgliedern der katarischen Herrscherfamilie kontrolliert und spenden weltweit Gelder für karitative und religiöse Zwecke“, heißt es in dem Bericht. „Laut den Dokumenten könnte ein Verein aus Berlin möglicherweise der größte Nutznießer in Deutschland gewesen sein: das ‚Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung‘, abgekürzt IZDB.“ In Rede stehen rund sechs Millionen Euro. Als weiterer Empfänger wird der Berliner Moscheeverein „Neuköllner Begegnungsstätte“ (NBS) genannt. Nicht belegt werden kann allerdings, ob tatsächlich am Ende Geld aus Katar an diese und andere Vereine geflossen ist. Der Bericht ist mit „Millionen für Deutsche Moscheevereine“ betitelt.

WWW.TAGESSCHAU.DE/INVESTIGATIV/KONTRASTE/KATAR-MOSCHEEN-DEUTSCHLAND-101.HTML

FAZ: Unternehmen üben sich in Zurückhaltung

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Der Wind in der Unternehmenswelt dreht sich: Nachdem jahrelang gesellschaftliches Engagement etwa gegen den Klimawandel angesagt war, besinnt man sich nun wieder mehr auf die eigentliche Aufgabe, nämlich den Reichtum des Unternehmens und seiner Anleger zu mehren. Das stellten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 18. September 2022 Patrick Bernau und Roland Lindner fest. Der Grund sei die Sorge, zwischen die politischen Fronten zu geraten, schrieben sie unter dem Titel „Nicht mehr ganz so heilig“: „Vor allem in den USA müssen immer mehr Unternehmen fürchten, im Kulturkampf unter die Räder zu kommen und als ‚woke‘ verunglimpft zu werden.“ In Deutschland äußere sich kaum ein Unternehmenslenker öffentlich. „Hinter vorgehaltener Hand aber erzählt mancher, dass er sich politisch lieber nicht positioniert.“

WWW.FAZ.NET/AKTUELL/WIRTSCHAFT/UNTERNEHMEN/PURPOSE-GEDANKE-FIRMEN-MACHEN-SICH-MIT-NACHHALTIGKEIT-UNBELIEBT-18321312.HTML

taz: Rassismus in Rettungsdiensten

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„Rechte Retter“ ist ein Bericht in der tageszeitung (taz) betitelt, in dem es um Rechtsextremismus in den Reihen der Mitarbeiter von Rettungsdiensten geht. Sebastian Erb und Anne Fromm berichteten am 16. September 2022 nach Gesprächen mit anonym bleibend wollenden Mitarbeitenden, Sichtung von internen Mails und Chatgruppen: „Wir stießen auf Rettungsdienst-Mitarbeitende, die sich gegenseitig ein NS-Lied auf dem Handy vorspielen oder gegenüber Kolleg:innen äußern, dass sie ein Flüchtlingsheim lieber anzünden würden, als den Bewohner:innen dort zu helfen.“ Erb und Fromm berichteten über verschiedene Vorfälle in Nordrhein-Westfalen bei den Johannitern, beim Malteser Hilfsdienst und anderen, die eins gemeinsam haben: Die Fälle bleiben weitgehend folgenlos.

TAZ.DE/RASSISMUS-BEIM-RETTUNGSDIENST/!5879278

DIE ZEIT: Unklare Kriterien beim Nachhaltigkeitspreis

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Über den Versuch, etwas über die Kriterien für die Preisvergabe beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausfindig zu machen, berichteten am 14. September 2022 Hella-Louise Speidel, Benedikt Dietsch und Felix Rohrbeck in der ZEIT. Hinter dem Nachhaltigkeitspreis steht die Kommunikationsagentur Coment von Stefan Schulze-Hausmann, der den Preis ins leben rief, an dem sich inzwischen auch Bundesministerien mit Steuergeldern beteiligen und bei dem Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Schirmherrin fungierte. Die Journalisten konnten nur die leeren Fragebögen einsehen. Wie dann bewertet und was geprüft werde, bleibe unklar. „Ein früherer Juror bestätigt, dass man sich im Wesentlichen auf die Informationen des Assessmentpartners verlassen habe“, schreiben Speidel, Dietsch und Rohrbeck. Die Entscheidungen seien „kaum nachzuvollziehen.“ Der Bericht ist unter dem Titel „Der verdächtige Preis“ erschienen.

WWW.ZEIT.DE/GREEN/2022-09/DEUTSCHER-NACHHALTIGKEITSPREIS-EVERDROP-GOT-BAG-GREENWASHING-KRITIK

FAZ: Zuwendung in die Kapitalanlage – ein goldener Mittelweg

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Entweder spenden oder zustiften? Zu diesen beiden Möglichkeiten gibt es eine dritte Alternative: Die Zuwendung in die Kapitalanlage. Darauf machten Erich Theodor Barzen, Rechtsanwalt, und Ralph Wedekind, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 2. August 2022 aufmerksam. Die Kapitalrücklage gehört nicht zum Grundstockkapital und kann den Vermögenshalt absichern, darf aber auch verbraucht werden. „Auf dem langen Weg zum Sankt-Nimmerleins-Tag können sich Zustiftungen als Klotz am Bein erweisen. Nützlicher ist oft die Zuwendung in die Kapitalrücklage“, schreiben die Autoren unter dem Titel „Der ‚dritte Weg‘ für Wohltäter und Stiftungen“.

https://www.faz.net/einspruch/der-dritte-weg-fuer-wohltaeter-und-stiftungen-18216916.html

Tagesspiegel: Probleme bei der Feuerwehr

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Sie und ihre freiwilligen Kollegen freuten sich, wenn sie in den Dienst gehen dürften, sagte die freiwillige Feuerwehrfrau Martina Witte im Interview mit Stefan Jacobs für den Tagesspiegel. Doch sie fügte hinzu: „Andererseits gibt es einige Hauptberufler, die sagen: Solange ihr immer für uns einspringt, wird sich nichts zum Besseren ändern.“ Denn die Freiwilligen füllten für 3,50 Euro pro Stunde Lücken, die eigentlich dringend geschlossen werden müssten. Witte würde sich über die in Berlin bereits angedachte höhere Entschädigung für ihre Dienste freuen. Wichtiger fände sie allerdings Investitionen in eine bessere Ausstattung der Feuerwehr. Das Interview erschien am 8. August 2022 unter dem Titel „In einigen Wachen ist man nicht gut auf die Freiwilligen zu sprechen“.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/sie-half-beim-loeschen-des-grossbrandes-im-grunewald-in-einigen-wachen-ist-man-nicht-gut-auf-die-freiwilligen-zu-sprechen/28581420.html

FAZ: Finanzierung der parteinahen Stiftungen gesetzlich regeln

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Nachdem die AfD vor dem Bundesverfassungsgericht mit einem Eilantrag gescheitert ist, der darauf zielte, dass sie Geld aus dem Bundeshaushalt bekommt, kommentierte am 5. August 2022 Reinhard Müller in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ): „Die Förderung parteinaher Stiftungen muss präzise und gleichheitsgerecht gesetzlich geregelt werden.“ Ein „Kaffeekränzchen der Parlamentarischen Geschäftsführer oder der maßgeblichen Haushaltspolitiker“ sei keine ausreichende Grundlage dafür, jedes Jahr Hunderte Millionen an Steuergeldern an die Stiftungen der etablierten Parteien auszuzahlen. „Gefragt sind gute Maßstäbe für alle“, so Müller unter der Überschrift „Umgang mit AfD-naher Stiftung: Gleiche Maßstäbe für alle“. (Siehe auch Politik.)

HTTPS://WWW.FAZ.NET/AKTUELL/POLITIK/INLAND/UMGANG-MIT-AFD-NAHER-STIFTUNG-ES-BRAUCHT-GLEICHE-MASSSTAEBE-FUER-ALLE-18224979.HTML

Deutschlandfunk: Wenig Geld, na und?

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In den ersten zehn Jahren nach der Gründung die erste Million zusammenbekommen: Diese Hoffnung erwies sich als trügerisch für die Bürgerstiftung „Bürger für Leipzig“. Bis heute kommt sie nur auf ein Stiftungskapital von 300.000 Euro. Doch davon habe man sich nicht entmutigen lassen, berichtete Ronny Arnold am 14. Juli 2022 im „Länderreport“ des Deutschlandfunks. 186 Stifterinnen und Stifter stiften zwar nur kleine Summen, aber dafür viel Zeit. Unter anderem im Patenprojekt „Wunderfinder“, in dem Kinder, die keinen Klavier- oder Ballettunterricht bekommen, mit engagierten Leipzigern in den Zoo oder die Backstube nebenan gehen – oder im Tanzprojekt „Vivaldi tanzen“ mitmachen. Inzwischen werden 100 Kinder pro Schuljahr erreicht. Die Bürgerstiftungsgründerin Angelika Kell äußert sich im voller Zuversicht: „Viele Leute sind bereit sich zu engagieren, wenn man sie anspricht.“ Der Beitrag hat den Titel „Bürgerstiftung Leipzig. Mit viel Herz was auf die Beine gestellt“.

WWW.DEUTSCHLANDFUNKKULTUR.DE/BUERGERSTIFTUNG-LEIPZIG-MIT-VIEL-HERZ-WAS-AUF-DIE-BEINE-GESTELLT-LAENDERREPORT-DLF-KULTUR-8F95C5FF-100.HTML

Welt plus: Die Klimastiftung und ihre Verbindlichkeiten gegenüber Gazprom

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Über die juristisch und politisch heiklen Versuche der „Stiftung Klima- und Umweltschutz“ in Mecklenburg-Vorpommern, ihre Verbindlichkeiten gegenüber dem russischen Konzern Gazprom zu begleichen, berichteten Dirk Banse, Alexej Hock und Uwe Müller im Beitrag „Klimastiftung will Gazprom zwölf Millionen Euro überweisen“, der am 17. Juli 2022 auf Welt plus erschien. Zwölf Millionen Euro aus Abverkäufen von Maschinen, Geräten und Material sowie Anzahlungen für gestoppte Arbeiten wolle die Stiftung an Gazprom zahlen, die in der Schweiz sitzt. Jedoch müssten Privatunternehmen mit Strafmaßnahmen der USA rechnen, wenn sie Geschäftsbeziehungen zu Gazprom unterhielten. „Vor diesem Hintergrund dürfte es der Klimastiftung schwerfallen, ein Finanzinstitut zu finden, das einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe auf Konten überweist, die in Verbindung mit der sanktionierten Gesellschaft stehen. Gelingt es Sellering aber nicht, den Betrag zu tilgen, droht ein jahrelanger Rechtsstreit“, so die Autoren über das Dilemma von Stiftungschef Erwin Sellering. Sie berichten darüber hinaus über weitere Verträge und Verpflichtungen und auch über auskunftsrechtliche juristische Auseinandersetzungen. „Mittlerweile musste Sellering dieser Redaktion schon mehrfach detaillierte Einblicke in den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gewähren“, schreiben sie.

WWW.WELT.DE/POLITIK/DEUTSCHLAND/PLUS239955907/NORD-STREAM-2-KLIMASTIFTUNG-WILL-GAZPROM-ZWOELF-MILLIONEN-EURO-UEBERWEISEN.HTML

t-online.de: Bemerkenswerter Sinneswandel

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Könnte eigennütziges Verhalten von Stiftern dazu führen, dass Stiftungen Teil der Vertrauenskrise in die Institutionen werden? Mec Finanzminister Dr. Heiko Geue (SPD) stellte diese Frage 2011 in einem Beitrag für das Magazin „enorm“, den Johannes Müller-Töwe ausgegraben hat. Auf dem Nachrichtenportal t-online zog er am 11. Juli 2022 unter dem Titel „Schwesig-Vertrauter warnte vor Fake-Stiftungen“ die Verbindung zur sogenannten „Klimastiftung“ des Landes, die in Wahrheit zum Schutz des Baus der Pipeline Nordstream 2 vor US-Sanktionen errichtet worden sei – unter maßgeblicher Beteiligung des ehemaligen Warners Geue, nun als Staatskanzleichef von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). „Bemerkenswert ist Geues über zehn Jahre alter Beitrag für ‚enorm‘, weil er weite Teile der Kritik an der sogenannten Klimastiftung in Mecklenburg-Vorpommern vorwegnimmt – geäußert von einem der zentralen Architekten der Stiftung selbst“, schreibt Müller-Töwe.

WWW.T-ONLINE.DE/NACHRICHTEN/DEUTSCHLAND/ID_92349626/NORD-STREAM-2-SCHWESIG-VERTRAUTER-WARNTE-VOR-EIGENER-STIFTUNGSIDEE.HTML

Süddeutsche: Werder spendet ein Prozent

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Der Fußballverein SV Werder Bremen hat sich der Initiative „Common Goal“ angeschlossen und will ihr jetzt jedes Jahr ein Prozent seiner Ticket- und Sponsoring-Einnahmen spenden. Das berichtete Nelis Heidemann unter dem Titel „Werders Sozialprozent“ in der Süddeutschen Zeitung vom 29. Juni 2022. Die Summe werde sich auf rund 400.000 Euro pro Jahr belaufen. Das Common-Goal Netzwerk verteilt die Spenden an Partner in 100 Ländern. Auch ein Projekt für Kinder und Jugendliche, das der SV Werder Bremen selbst aufgebaut hat, gehöre zu den förderungswürdigen Empfängern, so Heidemann. Sein wohlwollendes Fazit: „Dass für Werder dabei auch ein bisschen positive PR rausspringt, ist zwar ein netter Nebeneffekt – aber man kann den Verantwortlichen glauben, dass das nicht ihr einziger Beweggrund war.“

WWW.SUEDDEUTSCHE.DE/SPORT/WERDER-BREMEN-COMMON-GOAL-PROZENT-1.5611009

FAZ: Neue Dienstpflicht, das Grundgesetz und die Schule

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Muss man die Verfassung ändern, um eine neue Dienstpflicht einzuführen? Dieser Frage ging in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) Prof. Dr. Winfried Kluth nach, Rechtsprofessor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Stiftungsrat der Stiftung Aktive Bürgerschaft. „Das Grundgesetz akzeptiert nur hergebrachte Dienstpflichten“, stellte er fest. Bei neuen Pflichten müssten auf jeden Fall die Tätigkeitsfelder „hinreichend konkret“ erfasst und die „zwingende Angewiesenheit des Gemeinwesens auf diese Tätigkeiten“ nachgewiesen werden. „Das dürfte die eigentlich Hürde sein“, so Kluth. Aussichtsreicher scheint ihm eine Förderung von Gemeinsinn im Rahmen der Schulbildung – etwa durch Service Learning – und an den Hochschulen. Der Text hat den Titel „Gemeinsinn lässt sich lernen – mit oder ohne Dienstpflicht“.

WWW. FAZ.DE

Der Standard: „Marktwirtschaft statt Mimimi, bitte“

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„Firmen, die Medikamente und Babynahrung herstellen, können und sollen Russland natürlich keinesfalls sofort verlassen. Wie wichtig es ist, die russische Bevölkerung mit Gucci-Handtaschen und Kitkat-Schokoriegeln zu versorgen, steht auf einem anderen Blatt“: So ordnete der Unternehmensethiker Prof. Dr. Markus Scholz im Interview mit der österreichischen Zeitung Standard die Politik westlicher Unternehmen in Russland ein. Das Interview „Wirtschaftsethiker: ‚Fraglich, wie wichtig es ist, Russland mit Gucci-Handtaschen zu versorgen‘“ führte am 14. Juni 2022 Andreas Danzer mit Scholz und Prof. Dr. Thomas Beschorner, Wirtschaftsethiker. „Negative ökonomische Konsequenzen in politisch instabilen Kontexten müssen einfach getragen werden. In diesem Fall also: Marktwirtschaft statt Mimimi, bitte“, urteilte Beschorner am Schluss des Gesprächs.

WWW.DERSTANDARD.DE/STORY/2000136533281/WIRTSCHAFTSETHIKER-FRAGLICH-WIE-WICHTIG-ES-IST-RUSSLAND-MIT-GUCCI-HANDTASCHEN

Süddeutsche: Kirchenvertreter fordern soziale Taxonomie

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Vertreter von Kirchen und der Sozialwirtschaft in Deutschland fordern eine soziale Taxonomie in Europa, berichtete am 13. Juni 2022 Björn Finke in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Kirchen fürchten EU-Regeln zu Nachhaltigkeit“. Die Forderungen orientierten sich an der grünen Taxonomie, die allerdings zurzeit heftig umstritten ist. Die Regelungen beinhalten Kriterienkataloge für die Einstufung als nachhaltig bzw. als sozial. Finke schrieb über die Beweggründe der Bank für Kirche und Diakonie für ihre Forderung: „Wenn die EU klar regelt, was grün ist, nicht aber, was sozial ist, könnten Anleger, die nachhaltig investieren wollen, ihr Geld lieber in Öko-Fonds und -Anleihen stecken als in Fonds, die soziale Aktivitäten finanzieren.“

WWW.SUEDDEUTSCHE.DE/WIRTSCHAFT/SOZIALE-TAXONOMIE-EU-DIAKONIE-RUESTUNG-ATOMKRAFT-GAS-1.5601420

taz: Wie russische Juristenorganisation gegen Unterdrückung kämpft

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Wer in Russland gegen den Angriffskrieg auf die Ukraine protestiert hat, lebt gefährlich. Tausende derer, die sich in den ersten Wochen auf die Straße wagten, wurden verhaftet. Jenen, die den Krieg als Krieg bezeichnen, drohen bis zu 15 Jahre Haft. In der tageszeitung (taz) berichteten am 3. Juni 2022 Pascale Müller und Daria Sukharchuck über die russische Nichtregierungsorganisation (NGO) „Apologia protesta“, ein Netzwerk russischer Juristen, die kostenlos verteidigt, bei Festnahmen unterstützt und auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte klagt. Müller und Sukharchuck porträtieren Warwara Michailowa, eine der Engagierten, die unter anderem vom Ausland aus die Hotline betreut und über die Unterdrückung in Russland viel erzählen kann. Die Autoren schreiben: „Auch wenn man in einem faschistischen Staat lebe, sagt Warwara Michailowa, verliere man nie das innere Gefühl davon, was richtig sei.“ Der Beitrag hat den Titel „Wider die staatliche Übermacht“.

TAZ.DE/NGO-HILFT-DEMONSTRIERENDEN-IN-RUSSLAND/!5855333

Tagesspiegel: Support für politische Talente

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Startkapital, Netzwerke und Beratung für Gründerinnen und Gründer – was in der Wirtschaft vielerorts praktiziert wird, will das Berliner Start-up JoinPolitics jetzt auch politischen Initiativen anbieten und junge politische Talente fördern. Darüber berichtete am 31. Mai 2022 Annika Grosser im Tagesspiegel unter dem Titel „Arbeiten für einen Sitz im Parlament“. Es gebe viele „smarte Leute“ mit kreativen Ansätzen, die sich über Freitagsdemonstrationen hinaus in der Politik engagieren wollten, zitiert sie JoinPolitics-Gründerin Caroline Weimann. Wer gefördert werden wolle, müsse sich bewerben. In Aussicht stünden Mentoring, Schulungen und nicht zuletzt ein Startkapital von bis zu 50.000 Euro.

WWW.TAGESSPIEGEL.DE

Deutschlandfunk: Die USA und ihre Stiftungen

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Viel Not, wenig Staat und viel Eigeninitiative: In den USA gehört Spenden zum guten Ton und ist viel verbreiteter als im Sozialstaatland Deutschland. Doch nicht nur die gesellschaftliche Haltung, sondern auch die Möglichkeiten der Steuerersparnis machen den Unterschied. Im Deutschlandfunk blickte am 25. Mai 2022 Magdalena Neubig nach Übersee, wo Stiftungen in inzwischen in die Kritik geraten, weil sie offenbar zunehmend als Steuerschlupflöcher genutzt werden. „Außerdem steckten viele ihre Vermögenswerte inzwischen in andere Spendenorganisationsformen wie etwa Donor-Advised Funds oder im Fall von Mark Zuckerberg in eine Limited Liability Company, für die viele Regularien nicht gelten“, so Neubig. Eine Gegenreaktion gibt es aber auch: „In den USA gibt es Vermögende wie etwa die Patriotic Millionaires: Sie setzen sich für höhere Steuersätze ein und damit für eine Stärkung staatlicher Sozialpolitik.“

WWW.DEUTSCHLANDFUNKKULTUR.DE/STIFTUNGEN-IN-DER-KRITIK-100.HTML

DIE ZEIT: „Ohne Gegner gibt es keine Kampagne“

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„Sie müssen den Gegner so konfrontieren, dass er widerspricht.“ Das sagt der ehemalige Chef der Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Foodwatch, Thilo Bode, im Interview mit der ZEIT. Er berichtet darin über abenteuerliche Aktionen in alten Greenpeace-Zeiten und was er über politische Prozesse gelernt hat. „Ohne Widerspruch entsteht keine politische Debatte“, sagt er. Und: „Einen noch nicht ausgetragenen fundamentalen Konflikt können Sie verstärken, wie mit einem Katalysator, indem Sie sich den richtigen Gegner aussuchen.“ Das Interview führten Stephan Lebert und Tanja Stelzer. Es erschien am 5. Mai 2022 mit dem Titel „Man braucht einen Gegner“.

WWW.ZEIT.DE/2022/19/THILO-BODE-GREENPEACE-FOODWATCH-NGO