Kommentar: „Freiwilligendienste nicht in staatlicher Regie!“

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Ist der freiwillige Zivildienst, wie ihn die Bundesfamilienministerin vorgeschlagen hat, eine sinnvolle Maßnahme? Gisela Jakob, Professorin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt, nennt in ihrem Kommentar die Gründe, die gegen den geplanten Dienst sprechen.

Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ gestartet

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Der Bundesminister des Innern und Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer, Thomas de Maizière, gab am 03.09.2010 den Start des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ bekannt. Mit dem Programm fördert das Bundesinnenministerium Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in Ostdeutschland. Das Programm unterstützt mit zunächst 18 Millionen Euro bis 2013 insbesondere Bürgerbündnisse und -initiativen in strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands, Modellprojekte zur Stärkung von Teilhabe und Engagement, Mitarbeiter in Vereinen, Verbänden, Kommunen und Landkreisen in ihrer Funktion als Multiplikatoren bürgerschaftlichen Engagements sowie Kooperationen zwischen Verwaltung, freien Trägern und Wirtschaft. Anträge für die erste Förderphase können bis zum 31.10.2010 gestellt werden.

Nationale Engagementstrategie: Keine konkreten Ziele

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Kern der 70-seitigen Nationalen Engagementstrategie, mit der die Bundesregierung bürgerschaftliches Engagement fördern und weiter entwickeln will, sei die bessere Abstimmung der verschiedenen Engagementprojekte und Maßnahmen zwischen den Bundesministerien und mit den Ländern und Kommunen. Das berichtete Christoph Linzbach, Unterabteilungsleiter des federführenden Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), vor dem Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement am 29.09.2010. Auf die Formulierung konkreter Engagementziele habe man verzichtet und sei stattdessen bemüht gewesen, die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements bei der Bewältigung gesellschaftlicher Aufgaben darzustellen, so Linzbach. Bereits vor der parlamentarischen Sommerpause hatte BMFSFJ-Staatssekretär Josef Hecken über geplante Inhalte der Nationalen Engagementstrategie informiert (< Ausgabe 103 - Juli 2010). In der selben Unterausschuss-Sitzung war auch das sogenannte "Igl-Gutachten" zu Engagementmöglichkeiten des Bundes behandelt worden. Das Protokoll der Sitzung des Unterausschusses "Bürgerschaftliches Engagement" vom Juli 2010 steht mittlerweile im Internet zur Verfügung. MdB Britta Haßelmann (B'90/Die Grünen) warf dem BMFSFJ in der aktuellen Unterausschuss-Sitzung vor, mit dem Gutachten Hoffnung auf Förderung bei vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen zu wecken, sich jetzt aber weder inhaltlich zu dem Gutachten noch zur Kritik des Bundesrechnungshofs und des Bundesfinanzministeriums zu positionieren.

Umsatzsteuerermäßigung für gemeinnützige Organisationen

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Ein vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) in Auftrag gegebenes und am 23.09.2010 veröffentlichtes Gutachten zur ermäßigten Umsatzsteuer fordert, die Steuersatzermäßigung für gemeinnützige Organisationen zu streichen. Als Instrument zur Förderung gemeinnütziger Organisationen sei die Steuersatzermäßigung unverhältnismäßig und zudem nicht erforderlich, so die Gutachter. Grundsätzliche Bedenken gegen Umsatzsteuerermäßigung für Leistungen von gemeinnützigen Organisationen bestünden jedoch verfassungsrechtlich nicht. Aufgrund der im europäischen Unionsrecht zwingenden gemeinnützigkeitsrelevanten Umsatzsteuerbefreiungen seien „die bedeutsamsten Leistungen im Ergebnis ohnehin steuerbefreit“.

Private Spenden sollen BildungsCard für alle Kinder ermöglichen

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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant, Kindern von Langzeitarbeitslosen mit einer BildungsCard Zugang zu verschiedenen Leistungen vom Schulessen bis zur Nutzung von Musik- und Sportangeboten zu ermöglichen. Die schrittweise Ausweitung des Angebots auch auf Kinder von Geringverdienern und dann auf alle Kinder soll durch private Mittel bezuschusst werden. In einem Interview mit dem Wochenmagazin DER SPIEGEL zeigte sich die Ministerin am 15.08.2010 zuversichtlich, „dass wir die großen Stiftungen, die Wirtschaft, aber auch private Spender dafür gewinnen können, bei dieser großen Bildungsaufgabe mitzumachen“. Ob und in welchem Umfang mit Spenden und Sponsorings gerechnet werden kann, ist noch offen. Spitzenverbände der Wirtschaft und aus dem Stiftungsbereich haben sich bislang nicht zum Vorschlag von der Leyens geäußert. Die BildungsCard ist nach dem Nationalen Stipendienprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein weiteres Regierungsvorhaben, das die Beteiligung der Bürgergesellschaft einplant (< Ausgabe 100 - April 2010).

Vereinfachter Nachweis für Pakistan-Spenden

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Das Anfang 2010 angewandte vereinfachte Nachweisverfahren für Spenden zugunsten der Erdbebenopfer in Haiti (< Ausgabe 97 und 98 - Januar und Februar 2010) soll auch für die Pakistan-Hilfe gelten. Dies berichtet die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf einen Sprecher des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) am 18.08.2010. Demnach sei wieder geplant, dass die Finanzämter Überweisungen an Hilfsorganisationen für die Flutopfer in Pakistan in unbegrenzter Höhe auch ohne Spendenquittung akzeptierten.

Parteinahe Stiftungen zum Bürgerengagement

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In der Reihe „Themen zum bürgerschaftlichen Engagement“ der Konrad-Adenauer-Stiftung schreibt der frühere Integrationsminister Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet, in der Juli-Ausgabe (Nr. 13/2010) über die Förderung bürgerschaftlichen Engagements in NRW und fragt: „Wieso sollte ein Teenachmittag für ältere Muslime in der Moschee Parallelgesellschaft sein, während der Kaffee-Nachmittag in einer katholischen Pfarrgemeinde als ehrenamtliches Engagement gilt?“ Die Erfahrung einer wirksamen Teilhabe am Gemeinwesen machen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte nur dann, so Laschet, wenn sie sehen, dass ihr Engagement in den eigenen Organisationen ebenso gewünscht und anerkannt wird wie in den Organisationen der Mehrheitsgesellschaft.
Mit den Perspektiven der Bürgergesellschaft für Demokratie und Governance hat sich auch der Arbeitskreis Bürgergesellschaft und Aktivierender Staat der Friedrich Ebert Stiftung in seiner letzten Sitzung am 02.07.2010 beschäftigt. Die politische Aufnahme des Themas Bürgerengagement, so Ansgar Klein, Herausgeber des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegungen, entstand auf dem Boden der zuvor geführten und von den sozialen Bewegungen maßgeblich initiierten Demokratisierungsdebatten. Dennoch, so attestiert Klein, ist der Zusammenhang zwischen Engagement- und Demokratiepolitik weder in der Politik noch in der Zivilgesellschaft eine Selbstverständlichkeit.

Staatssekretär informiert über Nationale Engagementstrategie

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In der letzten Sitzung des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement vor der Sommerpause des Bundestags berichtete Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), am 07.07.2010 zum Stand der geplanten Nationalen Engagementstrategie. Die gemeinsame Strategie des Bundes und der Länder soll voraussichtlich im Oktober 2010 als Kabinettsbeschluss verabschiedet werden. Relevante Eckpunkte, so Hecken, seien unter anderem die Unterstützung von Bürgerstiftungen, die Partnerschaft mit Unternehmen und außerschulische Bildung wie Service Learning. Im Gespräch seien auch die Förderung von Sozialunternehmern durch ein entsprechendes Förderprogramm und eine Anlaufstelle für sozial innovatives Handeln beim BMFSFJ. Gemeinsam mit der Nationalen Engagementstrategie soll auch die Nationale CSR-Strategie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) vom Bundeskabinett beschlossen werden.

Modellprojekt Bürgerarbeit gestartet

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Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) startete am 15.07.2010 bundesweit das Modellprojekt Bürgerarbeit. Langzeitarbeitslose können ab Januar 2011 auf einen von 34.000 so genannten Bürgerarbeitsplätzen bei Städten und Gemeinden, Wohlfahrtsverbänden oder Vereinen vermittelt werden und dort gemeinnützige Arbeiten verrichten. Voraussetzung ist, dass durch die Bürgerarbeit keine regulären Jobs verdrängt werden und für die Bewerber zuvor in einem Zeitraum von sechs Monaten keine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden war. Das Arbeitsentgelt und der Sozialversicherungsaufwand des Arbeitgebers werden für bis zu drei Jahre durch Steuermittel finanziert. Finanziert wird das Bundesprogramm Bürgerarbeit, das an ein Pilotprojekt im sachsen-anhaltinischen Bad Schmiedeberg anknüpft, aus dem Bundesetat und Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Für die geplante dreijährige Laufzeit stehen rund 1,5 Millarden Euro zur Verfügung.

Kommentar: „Bürgerarbeit aufgehübscht“

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Holger Backhaus-Maul, Soziologe an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Vorstandsmitglied von Aktive Bürgerschaft, thematisiert in seinem Kommentar die Anteile zivilgesellschaftlicher und staatlicher Logik im Modellprojekt Bürgerarbeit. Welches Bild der Bürgergesellschaft liegt dem Konzept des Bundesarbeitsministeriums zugrunde?

Gutachten zur Engagementförderung des Bundes

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Der Bund darf bürgerschaftliches Engagement auf der Ebene der Länder und Kommunen finanziell fördern. Zu diesem Ergebnis kommt das vom Kieler Sozialrechtler Gerhard Igl vorgelegte Rechtsgutachten „Fördermöglichkeiten des Bundes bei lokalen und regionalen Infrastrukturvorhaben auf dem Gebiet des bürgerschaftlichen Engagements“. Das Gutachten wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Auftrag gegeben, um Zuständigkeiten, Kompetenzen und Instrumente einer Bundesförderung zu untersuchen. Igl zufolge ist der Bund bei der Förderung nicht auf Modellprojekte und Netzwerke beschränkt. Um die Kompetenzrechte der Länder zu sichern, sollen diese durch Kooperations- und Koordinationsabsprachen frühzeitig über Bundesförderungen informiert werden und Einflussrechte erhalten. Kritik an Igls Einschätzung äußern in ihren Stellungnahmen der Bundesrechnungshof (BRH) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF). So bewertet das BMF am 05.05.2010 die im Gutachten dargelegten Meinungen „sowohl unter verfassungsrechtlichen und haushaltsrechtlichen als auch unter haushaltspolitischen sowie demokratiepolitischen Gesichtspunkten“ als nicht tragfähig. Die Ergebnisse des „Igl-Gutachtens“ sind Thema der nächsten Sitzung des Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement am 29.09.2010.

Bundesrechnungshof kritisiert Steuerermäßigung für Gemeinnützige

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In einem Sonderbericht über den ermäßigten Umsatzsteuersatz, der am 28.06.2010 vorgestellt wurde, kritisiert der Bundesrechnungshof zahlreiche Defizite bei den Ermäßigungstatbeständen. Die einzelnen Regelungen seien häufig nicht mehr nachvollziehbar und würden hohe Verwaltungskosten bei ihrer Umsetzung und Kontrolle verursachen. Außerdem stünden einzelne Bereiche teilweise im Widerspruch zu EU-Recht, wie unter anderem auch die Begünstigung von gemeinnützigen Einrichtungen. „Die in Deutschland gewährte Steuervergünstigung“, so der Sonderbericht, „geht damit weit über den Spielraum hinaus, den das Gemeinschaftsrecht den Mitgliedstaaten zum ermäßigten Steuersatz einräumt“. Der Bundesrechnungshof empfiehlt der Bundesregierung, den Katalog der Steuerermäßigungen grundlegend zu überarbeiten und Ermäßigungstatbestände abzuschaffen, die den Kriterien der Klarheit, Nachvollziehbarkeit und Steuergerechtigkeit nicht Stand halten.

Unterausschuss diskutiert über Zuwendungsrecht

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Der Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement beschäftigte sich am 16.06.2010 in seiner 5. Sitzung auch mit den Vorschlägen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge (DV) e.V. zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Zuwendungsrechts. Handlungsbedarf sieht der DV in seinen Empfehlungen unter anderem bei der Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements als Eigenmittel. Dadurch sollen gemeinnützige Organisationen besser in die Lage versetzt werden, die für eine öffentliche Finanzierung notwendige Eigenleistung auch durch ehrenamtliche Arbeit erbringen zu können. Ferner empfiehlt der DV der Bundesregierung, den Vereinen und Stiftungen bessere Anreize für das Einwerben von Spenden zu geben und diese nicht – wie bei der Fehlbetragsfinanzierung – von öffentlichen Zuwendungen abzuziehen. Aus dem Kreis der Abgeordneten wurde in Richtung der anwesenden Vertreter aus den Ministerialverwaltungen kritisiert, dass eine Modernisierung des Zuwendungsrechts bereits seit vielen Jahren ein Thema sei. Da es nicht an konkreten Vorschlägen fehle, mangele es offenbar am Willen zur Reform. In der nächsten Sitzung des Unterausschusses am 07.07.2010 wird Staatssekretär Josef Hecken aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) über den Stand der geplanten nationalen Engagementstrategie berichten. Die Sitzungsprotokolle werden auf den Internetseiten des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement eingestellt.

Gutachten für Nationales CSR-Forum veröffentlicht

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Das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAS) hat am 01.06.2010 die Gutachten und Präsentationen veröffentlicht, die von externen Fachleuten für die sechs Arbeitsgruppen des Nationalen Forums für Corporate Social Responsibility (CSR) erstellt wurden. Während sich 16 Gutachten mit der Schaffung eines CSR-förderlichen Umfelds oder der Integration von CSR in Bildung, Qualifizierung, Wissenschaft und Forschung beschäftigen, fragt nur ein Gutachten nach dem Beitrag von CSR zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Das Nationale CSR-Forum unterstützt die Bundesregierung bei der Entwicklung einer deutschen CSR-Strategie. Die Gutachten können von der Homepage CSR in Deutschland heruntergeladen werden.

Bildungsbericht zum Engagement von Schülern

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Am 17.06.2010 präsentierten die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam den von unabhängigen Experten erarbeiteten Bericht „Bildung in Deutschland 2010“. Danach deutet sich an, dass die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G8) negative Auswirkungen auf die Ausübung freiwilligen Engagements hat. Schülerinnen und Schüler des G8 sind laut Bericht zu rund 10 Prozent weniger bürgerschaftlich engagiert als Schüler des neunjährigen Gymnasiums. Die Gruppe der 14- bis 19-jährigen Gymnasiasten ist dennoch gesellschaftlich engagierter als ihre Altersgenossen auf Real- und Hauptschulen. Zwischen 2004 und 2009 hat sich der Abstand hier vergrößert. „Jugendliche mit erhöhter Bildungsaspiration“, so der Bericht, „nehmen somit auch im Bereich non-formaler Lernorte häufiger die sich ihnen bietenden Bildungschancen wahr, was bestehende soziale Ungleichheiten eher verstärkt“. Der Bildungsbericht 2010 behandelt das Thema Engagement im Kapitel „Allgemeinbildende Schule und non-formale Lernwelten im Schulalter“. Der Bericht kann im Internet heruntergeladen werden.

Zivildienst – freiwilliger Zivildienst – Freiwilligendienst

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Das Bundeskabinett hat am 19.05.2010 den Gesetzesentwurf zur Änderung wehr- und zivildienstrechtlicher Vorschriften beschlossen. Danach soll der Zivil- und Wehrdienst von derzeit neun auf sechs Monate verkürzt werden. Gleichzeitig soll es die Möglichkeit einer freiwilligen Verlängerung des Zivildienstes um bis zu sechs Monate geben. Während Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) die Vereinbarung begrüßte, kritisierten die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen e.V. (KDV) und Bündnis90/Die Grünen den Gesetzesentwurf. Die Interessenvertretung der Zivildienstleistenden warnt vor der Schaffung eines Billiglohnsektors mit Pflichtdienststrukturen, die Grünen-Bundestagsfraktion fordert den Ausstieg aus Wehr- und Zivildienst und lehnt diese als nicht mehr legitimierbare Zwangsdienste ab. Stattdessen sollen Freiwilligendienste wie zum Beispiel das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) massiv ausgebaut werden. Der Berliner Think Tank Bürgergesellschaft schlägt hierzu in einem Positionspapier von Rudolf Speth vor, die verschiedenen Freiwilligendienste in zivilgesellschaftlicher Regie zu übernehmen und sich zugleich grundlegende, innovative Gedanken über deren künftige Ausgestaltung zu machen: „Wir plädieren dafür, dass zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Chance ergreifen und nicht länger auf staatliche Entscheidungen und Direktiven warten.“ Der Gesetzesentwurf zur Verkürzung des Wehr- und Zivildienstes geht nun in das parlamentarische Verfahren.

Monitor Engagement zum Freiwilligensurvey erschienen

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Weitere Ergebnisse aus dem 3. Freiwilligensurvey zum bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) am 12.05.2010 veröffentlicht. Die zweite Ausgabe des „Monitor Engagement“ fasst Trends und Entwicklungen der dritten Erhebungswelle zusammen. Der Gesamtbericht soll im Sommer 2010 erscheinen. (< Ausgabe 98 - Februar 2010)

Europäischer Gerichtshof liberalisiert Rettungsdienst

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Rettungsdienstaufgaben wie Notfallhilfe und Krankentransport werden in Deutschland überwiegend von der öffentlichen Feuerwehr und privatgemeinnützigen Hilfsorganisationen durchgeführt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 29.04.2010 in der Rechtssache C-160/08 nun entschieden, dass es nach EU-Recht erforderlich ist, die Vergabe von Aufträgen über öffentliche Notfall- und qualifizierte Krankentransportleistungen bekannt zu machen. Der Gerichtshof urteilte damit gegen die Bundesrepublik Deutschland, welche die Auffassung vertrat, dass die Wahrnehmung rettungsdienstlicher Leistungen Ländersache und somit eine hoheitliche Aufgabe sei, die nicht den europäischen Marktgesetzen unterliege. Geklagt hatte die EU-Kommission, nachdem sich private Rettungsdienste bei der Behörde über die Vergabepraxis in mehreren deutschen Bundesländern beschwert hatten. Nach dem Urteil rechnet sich auch der dänische Falck-Konzern Chancen auf Aufträge in Deutschland aus: Wie verschiedene Medien berichten, verhandelt Europas größter gewerblicher Rettungsdienstanbieter mit Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

Spenderschutz: Keine Erkenntnisse, kein Handlungsbedarf

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Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse vor, ob sich die Abschaffung der Sammlungsgesetze in vielen Bundesländern bewährt hat. Die Bundesregierung hat weiterhin keine Erkenntnisse darüber, wie viele strafrechtliche Verfahren deutsche Gerichte in den Jahren 2007-2009 gegen Verantwortliche von Vereinen und Stiftungen mit einem Urteil oder Strafbefehl abschlossen. Gesetzliche Regelungen zum Schutz von Spendern und Vereinsmitgliedern plant die Bundesregierung nicht. Dies antwortete die Bundesregierung am 11.05.2010 (Drucksache 17/1712) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen vom 03.05.2010 (Drucksache 17/1515).

Spenden an gemeinnützige Organisationen im EU-Ausland absetzbar

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Das „Gesetz zur Umsetzung steuerrechtlicher EU-Vorgaben sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften“, das am 14.04.2010 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde, ermöglicht es ab jetzt, Spenden an gemeinnützige Organisationen im EU-Ausland in Deutschland steuerlich abzusetzen. Der Bundesrat hatte in seiner 868. Sitzung am 26.03.2010 beschlossen, dem vom Deutschen Bundestag am 05.03.2010 verabschiedeten EU-Vorgaben-Umsetzungsgesetz zuzustimmen. Anfang 2009 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGh) entschieden (AZ: C-318/07), dass die Beschränkung der steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden an inländische Empfänger gegen den Grundsatz der Kapitalverkehrsfreiheit verstößt und damit EU-rechtswidrig ist.

Bundesinnenministerium lobt Förderpreis für Ehrenamt aus

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Bis zum 20.06.2010 können sich Einzelpersonen und Organisationen, die sich ehrenamtlich im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes engagieren, für den Förderpreis „Helfende Hand“ bewerben oder für den Preis vorgeschlagen werden. Der Preis des Bundesinnenministeriums (BMI) ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und wird am 05.12.2010 zum zweiten Mal verliehen.

Bundeskabinett beschließt Matching-Programm für Stipendien

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Am 21.04.2010 hat das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Schaffung eines nationalen Stipendienprogramms (Stipendienprogramm-Gesetz – StipG) beschlossen. Danach sollen die Hochschulen von Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen Gelder für die Finanzierung von Studierendenstipendien einwerben, die dann von Bund und Ländern gemeinsam auf eine monatliche Stipendienhöhe von 300 Euro verdoppelt werden. Der Gesetzentwurf soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause im Deutschen Bundestag beraten und verabschiedet werden. Starten soll das Stipendienprogramm im Wintersemester 2010/11.

Bundesfamilienministerin berichtet über engagementpolitische Vorhaben

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Der Unterausschuss „Bürgerschaftliches Engagement“ des Deutschen Bundestags hat sich am 03.03.2010 konstituiert. In seiner zweiten Sitzung am 24.03.2010 berichtete Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder (CDU) über die Vorhaben ihres Ministeriums im Bereich der Engagementpolitik: Es sollen Zeit und Raum für gesellschaftliche Verantwortung geschaffen und eine Verantwortungsgemeinschaft gefördert werden, so die Ministerin. Ein wichtiges Instrument hierfür soll das künftige Freiwilligendienststatusgesetz sein, das einheitliche Rahmenbedingungen für alle Freiwilligendienste sichern soll. Freiwilligendienste sollen Menschen mit Migrationshintergrund und bildungsferne Schichten stärker ansprechen, so Schröder. Weitere wichtige Bausteine sollen die Entwicklung einer nationalen Engagementstrategie, die Förderung der Forschung zu bürgerschaftlichem Engagement und das Engagement von Unternehmen sein. Unternehmensengagement wird zudem Schwerpunktthema des nächsten Engagementberichts sein, der für das erste Halbjahr 2012 angekündigt wurde. Dem Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement gehören 13 Mitglieder des Deutschen Bundestages an. Vorsitzender ist Markus Grübel (CDU/CSU), stellvertretende Vorsitzende Ute Kumpf (SPD).

Deutscher Städte- und Gemeindebund regt soziales Pflichtjahr an

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Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) kritisiert die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate, da dies „verheerende Folgen für den Zivildienst und damit für die sozialen Dienste am Menschen“ mit sich bringe, so Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg am 18.03.2010 in Berlin. Die im Koalitionsvertrag ab Januar 2011 festgelegte Verkürzung der Wehrpflicht könnte bereits ab Oktober 2010 umgesetzt werden, wie Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CDU) beim Parlamentarischen Abend des Reservistenverbandes am 16.03.2010 in Berlin sagte. Vor diesem Hintergrund schlägt der DStGB vor, die Einführung eines sozialen Pflichtjahres für junge Menschen zu prüfen und damit den Zivildienst vom Wehrdienst zu entkoppeln. Ein solcher Dienst würde nicht zuletzt den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken, so Landsberg.

Studien deuten auf starkes Bürgerengagement in Europa hin

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Eine Sekundäranalyse zum freiwilligen Engagement in allen Mitgliedsstaaten der europäischen Union hat die EU-Kommission im Februar 2010 vorgestellt. Danach üben mehr als 22 Prozent der Erwachsenen in der Europäischen Union, zwischen 92 und 94 Millionen Menschen, eine ehrenamtliche Tätigkeit aus. Die ausgewerteten Datenquellen und Länderstudien verwendeten jedoch unterschiedliche Erhebungsmethoden, weshalb die Ergebnisse nur eingeschränkt für einen Vergleich zu verwenden seien, wie die Verfasser von der Beraterfirma GHK Consulting anmerken. Jedoch lassen die Analysen europaweite Trends erkennen. So zeigen die nationalen Berichte eine deutliche positive Korrelation zwischen Bildungsniveau und Beteiligung an Freiwilligentätigkeit. Weiterhin sind in den meisten EU-Ländern erwerbstätige Personen die aktivsten Freiwilligen. Die Studie „Study on Volunteering in the European Union (Freiwilligentätigkeit in der EU)“ wurde von GHK im Auftrag der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) der EU-Kommission durchgeführt.

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