Bürgerhilfevereine: Fragile Leistungsbereitschaft

    Kann ehrenamtliches Engagement die Lücken in der Daseinsvorsorge füllen, die der demografische Wandel vor allem in ländlichen Gebieten aufreißt? Dieser Frage ist das Projekt “Bürgerhilfevereine und Sozialgenossenschaften als Partner der Daseinsvorsorge – Modellentwicklung zur ergänzenden Hilfeleistung für ältere Menschen in ländlichen Räumen” (BUSLAR) der Hochschulen Fulda und München nachgegangen. Die untersuchten Vereine in Osthessen und in Oberbayern bieten beispielsweise Fahrdienste, Hilfe im Haushalt oder Einkäufe an, und sie organisieren Gesprächsrunden, Kaffeenachmittage und Ausflüge. Die Engagierten, meist selbst schon älter, möchten das Gemeinwesen stärken und etwas Sinnvolles tun. Was sie nicht möchten, ist, ein zweites Berufsleben aufzubauen. Deshalb beschränken sie ihre Einsätze auf die Zeitfenster, die ihre sonstigen Verpflichtungen ihnen übrig lassen. Die Leistungsfähigkeit der Vereine sei daher fragil, so die Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Monika Alisch und Prof. Dr. Martina Ritter. Ihr Fazit: Selbstorganisierte Bürgerhilfevereine können die Daseinsvorsorge nicht entlasten, sondern brauchen selbst Förderung von den Kommunen. Dann können sie zum sozialen und kulturellen Leben beitragen und den Bewohnern den Zugang zu den Gütern der Gesellschaft ermöglichen. Die Studie soll im Sommer publiziert werden.

    www.buslar.de/
    www.presseportal.de/pm/121509/3819566

    Ausgabe 185 Januar 2018