Bürgerstiftungen in Ostdeutschland

    Mehr Spenden, mehr Engagierte. „Bürgerstiftungen bringen Stiftungskultur voran“

    Berlin, 05.11.2014 – Bürgerstiftungen arbeiten lokal und setzen sich für gemeinnützige Zwecke in ihrer Stadt oder Region ein. Die Stiftungen von Bürgern für Bürger ermöglichen es Menschen, selbst aktiv zu werden: Als Stifter, Spender oder Ehrenamtliche. Für Bildung und Soziales, für Kultur und Umwelt.

    25 Jahre nach dem Mauerfall hat sich das Bürgerstiftungsmodell in Ost- und Westdeutschland erfolgreich etabliert. Bei allen Gemeinsamkeiten lassen sich Besonderheiten feststellen, die die Aktive Bürgerschaft mit ihrem „Länderspiegel Bürgerstiftungen 2014. Fakten und Trends 2014“ erhoben hat. Von bundesweit 378 Bürgerstiftungen liegen bisher 31 in Ostdeutschland (West: 347). Bezogen auf die Bevölkerungszahl relativiert sich dies: In Ost wie West leben 48 Prozent der Menschen im Einzugsgebiet einer Bürgerstiftung und können sich mit Geld, Zeit und Ideen beteiligen. Insgesamt 12.000 Ehrenamtliche zählen die Bürgerstiftungen bundesweit. Bei den ostdeutschen Bürgerstiftungen engagieren sich durchschnittlich doppelt so viele Menschen in Gremien und Projekten wie bei den westdeutschen (Ost: 48, West: 24). In Vorstand und Stiftungsrat sind mehr Frauen aktiv, die Gremienmitglieder sind jünger.

    Ostdeutsche Bürgerstiftungen haben bisher durchschnittlich gut halb so viel Stiftungskapital aufgebaut wie die westdeutschen (Ost: 409.000 Euro, West: 755.000 Euro). Hier machen sich die durchbrochene Stiftungstradition sowie ökonomische Unterschiede bemerkbar. Doch nehmen sie im Durchschnitt mehr Spenden ein (Ost: 43.000 Euro, West: 31.000 Euro). Auch ihre durchschnittlichen Fördersummen liegen höher als im Westen (Ost: 47.000 Euro, West: 38.000 Euro).

    „Die Idee der Bürgerstiftung geht in Ost wie West auf. Als erster Ansprechpartner für regionales Engagement sind sie vielerorts nicht mehr wegzudenken. In Ostdeutschland bringen Bürgerstiftungen zudem die lange unterbrochene Stiftungskultur voran, da sich jeder – mit kleinen und größeren finanziellen Beträgen oder mit ehrenamtlicher Tatkraft – für lokale gemeinnützige Anliegen engagieren kann“, sagt Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Aktiven Bürgerschaft.

    14 Bürgerstifterinnen und Bürgerstifter aus Ost und West berichten, warum und wie sie sich für ihre lokale Bürgerstiftung engagieren, darunter Bürgerstifterinnen aus Leipzig und der Region Barnim-Uckermark. Anlass ist der 100. Geburtstag der weltweit ersten Bürgerstiftung in den USA in diesem Jahr. Seit 1996 gibt es diese Stiftungen von Bürgern für Bürger auch in Deutschland. In Wismar wurde 1998 die erste ostdeutsche Bürgerstiftung gegründet. www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungen/happy_birthday

    Methodik: Der „Länderspiegel Bürgerstiftungen 2014“ basiert auf einer Vollerhebung aller Bürgerstiftungen, die den „10 Merkmalen einer Bürgerstiftung“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen entsprechen und bis zum 30.06.2014 gegründet wurden. Der Rücklauf lag bei 77 Prozent. Stichtag der Finanzdaten war der 31.12.2013. Der Länderspiegel erschien zum Tag der Stiftungen am 1.10.2014.

    Bürgerstiftungsfinder: Bürgerstiftungen veröffentlichen ihre Finanzdaten, Kontaktadressen und Presseartikel im Bürgerstiftungsfinder der Aktiven Bürgerschaft. Wer sich für eine Bürgerstiftung engagieren möchte, findet online schnell die nächstgelegene Bürgerstiftung in seiner Stadt oder Region. www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungsfinder

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