Bundesfamilienministerium: Flüchtlingshelfer zweifeln an Wirksamkeit

    In der Flüchtlingshilfe engagierte Menschen wünschen sich vor allem eine schnellere und unkompliziertere Zusammenarbeit zwischen Ämtern und Flüchtlingshelfern (61 Prozent), außerdem mehr Übersetzer (56 Prozent) und Unterstützung von Experten, z. B. bei Verwaltungsangelegenheiten oder bei rechtlichen Fragen (50 Prozent). Dies ist in der repräsentativen Studie “Engagement in der Flüchtlingshilfe” zu lesen, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durchgeführt hat. Seit 2015 haben rund 55 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren Hilfe für Geflüchtete geleistet, sei es durch Geld- und Sachspenden, öffentliche Fürsprache oder aktive Hilfen. Derzeit sind noch 19 Prozent aktiv. Die Integrationschancen der Geflüchteten beurteilen mit jeweils 42 Prozent der befragten Helfer genauso viele positiv wie negativ. Eine klare Mehrheit von 58 Prozent allerdings ist skeptisch, ob sich die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren werden. Ein Teil der Befragten macht Integrationshemmnisse in unzureichenden Rahmenbedingungen aus, wenn beispielsweise Flüchtlinge unabhängig von ihren Integrationsbemühungen abgeschoben würden. Während eine große Mehrheit der Helfer von den Flüchtlingen viel Dankbarkeit für ihr Engagement bekommt, hat nur jeder zweite das Gefühl, wirklich etwas zu bewirken. Für die Studie wurden im April 2017 bundesweit 1.387 Personen ab 16 Jahren persönlich befragt.

    www.bmfsfj.de/bmfsfj/studie-zeigt–viele-menschen-engagieren-sich-freiwillig-fuer-fluechtlinge/121758
    www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/engagement-in-der-fluechtlingshilfe/122012

    Ausgabe 186 Februar 2018