USA: Debatte über Qualitätskriterien von NPO

    Sind die Kosten, die eine Nonprofit-Organisation (NPO) für sich selbst ausgibt, ein Qualitätskriterium für die Spender? Die verneinenden Stimmen in den USA mehren sich. Aktuell hat der Geschäftsführer des Charity Navigator, Ken Berger, im Blog des britischen Alliance magazine einen Beitrag mit dem Titel “The road beyond non-profit overhead” veröffentlicht, in dem er die Kosten einer Nonprofit-Organisation als Qualitätskriterium infrage stellt. Allerdings sei es schwierig, Spendern andere Kriterien an die Hand zu geben, weil die Organisationen die entsprechenden Daten nicht zur Verfügung stellten, so Berger, der in seinem Beitrag auf verschiedene Ansätze zur Qualitätsmessung aufmerksam macht und natürlich auch seinen “Charity Navigator”, ein Online-Analyse-Werkzeug für ratsuchende Spender, ins Spiel bringt. Bereits im vergangenen Jahr kochte die Debatte hoch, als Bergers Charity Navigator und zwei weitere NPO-Informationsdienste die Initiative “The Overhead Myth” starteten, mit dem Ziel, die Verwaltungskosten einer NPO als Maßstab für ihre Spendenwürdigkeit zu relativieren. Mit der gleichen Forderung erregt auch der NPO-Experte und Sozialunternehmer Dan Pallotta viel Aufmerksamkeit. Er hatte innerhalb von neun Jahren überaus erfolgreich fast 600 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen AIDS und Brustkrebs eingeworben, aber dann die US-amerikanische Öffentlichkeit damit schockiert, dass seine Organisation rund 40 Prozent ihrer Einnahmen für Kosten wie Werbung, Marketing, Personal ausgaben. Die Organisation musste ihre Geschäftstätigkeit daraufhin einstellen. Dan Pallotta hat inzwischen einen Charity Defense Council eingerichtet, der NPO gegen negative Berichterstattung in den Medien oder ungünstige Gesetze verteidigen und das Image der NPO in der Öffentlichkeit aufpolieren soll.

    , Ausgabe 143 März 2014