Deutschlandfunk: Wohlfahrtsverbände – erfolgreich und trotzdem unter Druck

750.000 Beschäftige hatten die Wohlfahrtsverbände in Deutschland bundesweit 1990, inzwischen sind es mehr als zweieinhalb Mal so viele. Der Grund für das Wachstum: Es gibt mehr Bedarf, unter anderem durch staatliche Leistungserweiterungen wie das Recht auf einen Kindergartenplatz – die der Staat dann an Wohlfahrtsorganisationen auslagert. Im Hintergrundbeitrag des Deutschlandfunks „Diakonie, AWO, Caritas – Warum Wohlfahrtsverbände wachsen“ warnte jedoch Dr. Holger Backhaus-Maul, Soziologe an der Universität Halle-Wittenberg, sich weiteren Wachstums allzu sicher zu sein. Alte sozialkulturelle Milieus in der Arbeiterschaft oder den Kirchen schwänden, so Backhaus-Maul: „Brauchen wir dann noch diese Milieuverbände, die auf ihre Tradition hinweisen?“ Arbeiterwohlfahrt, Caritas und Diakonie müssten sich in der Öffentlichkeit legitimieren. Die Probleme der Organisationen, Ehrenamtliche zu finden, geben dem Wissenschaftler recht: Wer, der kein Kirchenmitglied ist, engagiert sich dann noch freiwillig bei ihren Wohlfahrtsorganisationen? Autor des Deutschlandfunkbeitrags, der am 30. August 2023 veröffentlicht wurde, ist Nikolaus Nützel.

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, Ausgabe 248 September 2023
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