Die Zeit: Arbeitsbedingungen in Bangladesch nicht verbessert

    Am 24. April 2018 hat sich der Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch, bei dem 1.134 Menschen starben, zum fünften Mal gejährt. Zu diesem Anlass veröffentlichte Die Zeit unter dem Titel “Aber kosten soll es nichts” am 24. April 2018 einen Gastbeitrag von Gisela Burckhardt vom Verein Femnet e.V. Sie berichtete, inzwischen seien 1.600 Fabriken mit mehr als zwei Millionen Beschäftigten – rund die Hälfte der Beschäftigten in der Textilindustrie Bangladeschs – technisch überprüft worden. An die Opfer von Rana Plaza seien die Entschädigungen ausgezahlt worden, wenn auch verzögert. Allerdings nannte Burckhardt auch Unternehmen wie den Möbelkonzern Ikea und die Textilunternehmen New Yorker und Jack Wolfskin, die sich weigerten, sich an dem Abkommen “Accord” für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen beizutreten. Und in Bangladesch selbst scheitert die Einführung einer staatlichen Arbeitsunfallversicherung am Widerstand der Fabrikbesitzer. “Diese Furcht ist nicht unbegründet”, meint Burckhardt. “Schließlich erfahren die Fabrikbesitzer tagtäglich, dass die Markenunternehmen zwar Sozial- und Umweltstandards einfordern, aber nicht bereit sind, höhere Preise zu zahlen.” Ihr Fazit: “Abseits der Gebäudesicherheit haben sich die Arbeitsbedingungen nicht verbessert.”

    www.zeit.de/wirtschaft/2018-04/bangladesch-rana-plaza-arbeitsbedingungen-gewerkschaften-sicherheit-fuenf-jahre

    Ausgabe 188 April 2018