Bayern: Engagement wegen Staatsversagen

Typischerweise engagieren sich in München gut gebildete Frauen mittleren Alters mit guter beruflicher Position für Flüchtlinge. Die Engagierten zeichnen sich durch einen hohen Grad an Aktivität aus. Sie möchten ihren Horizont erweitern und suchen soziale und emotionale Anerkennung. Das berichten die Autoren der Studie „Engagement für Flüchtlinge in München“. Sie haben auch herausgefunden, dass sich die Menschen lieber in kleinen Organisationen oder auch völlig unorganisiert engagieren, weil große Organisationen entweder nicht zur Stelle sind oder auf Anfragen zu spät oder gar nicht reagieren und den Engagierten zu wenig Gestaltungsspielraum lassen. Ein treibender Faktor für das Engagement ist überdies die Wahrnehmung, dass der Staat bei seinen Aufgaben versage. Die Engagierten beklagen, dass die Hilfe der Freiwilligen schlecht koordiniert werde. Die Studie basiert auf einer Onlinebefragung unter 112 Engagierten und qualitativen Interviews. Sie wurde von Studierenden der Hochschule München unter Leitung von Prof. Dr. Gerd Mutz sowie dem Münchner Forschungsinstitut miss durchgeführt.

, Ausgabe 161 Oktober 2015
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