In der Krise steigt der Wert von Unabhängigkeit: Das scheint das Beispiel des Kunstmuseums Städel in Frankfurt a.M. zu zeigen, das aktuell mit einer großen Zustiftungskampagne nach US-amerikanischem Vorbild in der Öffentlichkeit unterwegs ist. „Weil sich die Welt rasant verändert und wir diesen Wandel selbstbestimmt gestalten wollen“, antwortet Direktor Philipp Demandt auf die Frage nach den Gründen. „Wir sind in engem Austausch mit unseren amerikanischen Kollegen, die durch politisch unruhige Zeiten gehen. Je größer der finanzielle Grundstock, desto höher die Resilienz“, erklärt er im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). „Alle Zustiftungen an das Städel sind von Rechts wegen unveräußerlich, aber ihre Zinsen und Dividenden sollen mittelfristig eine weitere Säule unserer Finanzierung werden.“ Aktuell finanziere sich das Städel, eine gemeinnützige private Stiftung, zu 15 Prozent aus öffentlichen Mitteln, der Rest komme aus Eintrittsgeldern, dem Förderverein, sowie von privaten Mäzenen, Stiftungen und Unternehmen. Das Ziel der Kampagne seien Zustiftungen in Höhe von 100 Millionen Euro, ein Viertel davon sei schon zusagt, so Demandt. Das Vermögen des Museums seien die herausragende Sammlung und eine Immobilie. Das Interview „Auf die Frankfurter Bürger ist immer Verlass“ führte Stefan Trinks. Es erschien am 7. März 2026.
FAZ: „Je größer der finanzielle Grundstock, desto höher die Resilienz“
, Ausgabe 275 März 2026