Forschungsprojekt: Jugend und Engagement in Zeiten von Web 2.0

Die verstärkte Internetnutzung Jugendlicher hat keinen negativen Einfluss auf ihre Bereitschaft zum freiwilligen Engagement. Zu diesem Ergebnis kommt der Forschungsverbund des Deutschen Jugendinstituts e.V. und der Technischen Universität Dortmund in einem Forschungsprojekt, das Zusammenhänge zwischen Freizeitverhalten, Mediennutzung und dem freiwilligen Engagement Jugendlicher untersuchte. “Jugendliche, die sich stark mit elektronischen Medien beschäftigen, sind im gleichen Maße freiwillig engagiert wie die, die sich eher nicht mit elektronischen Medien beschäftigen (je 34 Prozent)”, so die Forscher in ihrem Abschlussbericht. Entscheidend für die Engagementbereitschaft Jugendlicher seien hingegen soziale Faktoren wie Bildung. Beim Einstieg in eine Organisation spielte das Internet nur für insgesamt 10 Prozent der 1.062 Befragten eine Rolle. Die Internetnutzung im Rahmen des freiwilligen Engagements hingegen hat in allen Bereichen zugenommen: Drei Viertel der befragten 13- bis 20-jährigen Engagierten nutzen das Internet für ihre Tätigkeit in Vereinen, Initiativen und anderen Organisationen. “Vorformen eines (internetgestützten) Engagement 2.0” zeichneten sich zwar ab, so die Autoren Maik-Carsten Begemann, Manfred Bröring, Wiebken Düx und Erich Sass. Für genauere Aussagen hierzu seien jedoch vertiefende Untersuchungen nötig. Das vom Bundesfamilienministerium geförderte Forschungsprojekt unter der Leitung von Thomas Rauschenbach beruht auf Sekundäranalysen etwa des Freiwilligensurveys 2009 wie auf einer Zusatzbefragung im Rahmen des Integrierten Surveys “Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten” (AID:A) des Deutschen Jugendinstituts. Der im Mai 2011 erschienene Abschlussbericht “Jugendliche Aktivitäten im Wandel. Gesellschaftliche Beteiligung und Engagement in Zeiten des Web 2.0” ist online veröffentlicht.

, Ausgabe 115 August 2011