Die Darmstädter Tafel beendet ihre Zusammenarbeit mit dem Jobcenter wegen der bürokratischen Hürden und beschäftigt keine Ein-Euro-Jobber und Langzeitarbeitslosen mehr, berichtete am 4. September 2025 Annette Schlegl unter dem Titel „Zu viel Bürokratie für die Tafel“ in der Frankfurter Rundschau (FR). Das Problem seien die Lohnabrechnungen: Die Tafel zahle den Beschäftigten den Lohn aus und bekomme ihn vom Jobcenter zurück. Die Lohnabrechnungen ihres Steuerbüros gingen an das Jobcenter. Trotzdem müssten die Arbeitslosen selbst auch noch den Lohnzettel dem Jobcenter vorlegen oder seine Daten in eine App eintragen, die allerdings ein entsprechendes Smartphone und technische Kenntnisse voraussetze. Der Tafel-Vizevorsitzende „versteht nicht, warum die Lohnzettel der Tafel-Beschäftigten beim Jobcenter nicht von einer Abteilung in die andere wandern können“, so Schlegl. Der vom Jobcenter beauftragte Integrationsdienstleister sei weder hier in der Lage zu helfen noch bei anderen Anliegen wie etwa Arztbesuchen. Der Versuch, die Probleme zwischen Tafel und Jobcenter zu lösen, endete offenbar in einem Kommunikationschaos.
FR: Tafel kapituliert vor Jobcenter-Bürokratie
, Ausgabe 270 September 2025