Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen will die zivile Verteidigung in Deutschland deutlich ausbauen und organisatorisch neu aufstellen. Sie fordern unter anderem bessere rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche und Hilfsorganisationen sowie einen personellen Aufwuchs bei Technischem Hilfswerk (THW), Feuerwehr und Hilfsorganisationen. In einem Antrag „Die Zeitenwende in der Zivilen Verteidigung umsetzen“ an den Bundestag vom 17. März 2026 (Drucksache 21/4746) schlagen sie auch vor, spontan Helfende künftig besser zu erfassen, zu qualifizieren und zu schützen. Schulen sollen eine stärkere Rolle in der Krisenvorsorge übernehmen. Vorgeschlagen wird, dass alle Schülerinnen und Schüler bis zum Schulabschluss eine erweiterte Erste-Hilfe- und Selbstschutzausbildung erhalten. Zudem sollen sie die Möglichkeit bekommen, schon während der Schulzeit eine Grundausbildung bei Hilfsorganisationen zu absolvieren.
Die Grünen fordern außerdem ein Weißbuch zur zivilen Verteidigung, einen ressortübergreifenden „Operationsplan Zivile Verteidigung“ sowie klarere Koordinierungsstrukturen zwischen Bund und Ländern. Hintergrund seien eine verschärfte Sicherheitslage, hybride Angriffe und Defizite bei Krisenvorsorge, Ressourcenübersicht und Zuständigkeiten. Ferner sprechen sich die Grünen für einen bundesweiten Übungstag für den Bevölkerungsschutz und mehr Selbstschutzkompetenzen in der Bevölkerung aus.