Handwerksverband, Siemens: Weltoffenheit gefordert

    Der Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, hat Abschiebungen von jungen Flüchtlingen mit Ausbildungsvertrag kritisiert und als “Riesige Demotivation” für die Betriebe bezeichnet. Die 3+2-Regel müsse ohne Ausnahme angewendet werden. Die Regel besagt, dass geduldete Flüchtlinge nach drei Jahren Ausbildung noch zwei Jahre in einem Betrieb weiterarbeiten dürfen. Nach eigenen Angaben bildet das Handwerk knapp die Hälfte aller Auszubildenden aus den acht Haupt-Herkunftsländern von Asylsuchenden in Deutschland aus.
    Mehr Weltoffenheit im Interesse der deutschen Wirtschaft hat auch der Vorstandsvorsitzende des Siemens-Konzerns, Joe Kaeser, gefordert. In einer Stellungnahme zu einer Twitter-Kritik an der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel sagte er im Bayerischen Rundfunk, Deutschland lebe von Export und offenen Grenzen, daher sei es für die Wirtschaft verheerend, wenn Nationalismus und Rassismus salonfähig würden. Neben humanistischen Werten gehe es auch um geschäftliche Interessen.

    www.csr-news.net/news/2018/08/02/wollseifer-kritisiert-ton-in-der-integrationsdebatte/

    www.br.de/nachricht/interview-der-woche-siemens-chef-joe-kaeser-100.html

    www.welt.de/wirtschaft/article180990654/Siemens-Chef-Joe-Kaeser-verteidigt-Anti-AfD-Tweet.html

    Ausgabe 192 August 2018