Health Psychology: Selbstlos Engagierte leben länger

    Selbst- und bedingungsloses Engagement erhöht die Lebenserwartung. Das ermittelten Forscher der University of Michigan anhand der Auswertung einer Langzeitstudie. Die Wisconsin Longitudinal Study untersucht regelmäßig mehr als 10.000 High School-Absolventen des Jahrgangs 1957. 2004 wurden 3.376 Probanden gefragt, wie oft und aus welchen Gründen sie im Jahrzehnt zuvor freiwillige Dienste übernommen hatten. Teils waren die Motive auf andere hin gerichtet, etwa “Ich finde es wichtig, anderen zu helfen”, teils waren sie eher selbstbezogen wie zum Beispiel “Engagement lenkt mich von meinen eigenen Problemen ab” oder “Ich fühle mich gebraucht”. Bei der erneuten Befragung der mittlerweile 70-jährigen im Jahr 2008 waren 4,3 Prozent der Probanden verstorben. Unter den freiwillig Engagierten jedoch lag die Todesrate bei lediglich 2,3 Prozent. Zudem war die Mortalität der aus altruistischen Gründen Engagierten signifikant niedriger als die der egoistisch Engagierten, so die Autorinnen Sara Konrath, Andrea Fuhrel-Forbis, Alina Lou und Stephanie Brown. Den Einfluss von Faktoren wie körperlicher und geistiger Gesundheit, Rauchen und Alkohol, Wohlstand, Familienstand oder sozialem Rückhalt hatten die Forscherinnen ausgeschlossen. Der in der US-amerikanischen Fachzeitschrift “Health Psychology” erschienene Artikel ist online veröffentlicht.

    , Ausgabe 116 September 2011