Deutschlandstipendium: Kreative Interpretation

Kreative Perspektivenfindung lautet offenbar das aktuelle Motto der Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (CDU) beim Deutschlandstipendium: Es überzeuge „immer mehr Menschen“ und sie freue sich, „dass die Hochschulen das Deutschlandstipendium immer stärker strategisch nutzen und immer mehr Studierende von dieser Förderung profitieren“, schwärmte sie. Doch bei faktenorientierter Betrachtung hätte eher der Bundesfinanzminister Grund zur Freude: Von den eingeplanten 48 Millionen Euro konnten nur 32,7 Millionen ausgezahlt werden, mehr Mittel wurden nicht abgerufen von den Hochschulen. Denn diese müssen private Geldgeber finden, die bereit sind, monatlich 150 Euro an begabte Studierende zu zahlen. Dann legt die Bundesregierung weitere 150 Euro drauf. Mit dem Deuschlandstipendium wollte Wankas Vorgängerin Annette Schavan (SPD) ab 2011 zehn Prozent der Studierenden fördern. 2016 erhielten jedoch nur 0,9 Prozent der Studierenden das Stipendium. Die Verwaltungskosten des Programms liegen bei 20 Prozent.

, Ausgabe 178 Mai 2017
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